(Minghui.org) Eine 76-jährige Frau in Tianjin wartet nach zwei Gerichtsverhandlungen auf ihr Urteil. Sie ist angeklagt worden, weil sie Falun Dafa praktiziert.
Li Yuxiang war am 5. Juli 2024 von 16 Polizisten der Polizeistation Nanlou und der Staatssicherheitsabteilung des Bezirks Wuqing in ihrer Wohnung festgenommen worden. Die Beamten hatten sie ins Visier genommen, nachdem sie herausgefunden hatten, dass sie in den vergangenen Jahren Briefe an die Bevölkerung verschickt hatte, um auf die Verfolgung ihres Glaubens aufmerksam zu machen.
Keiner der Beamten zeigte seinen Ausweis oder einen Durchsuchungsbefehl. Während einige Beamte Li auf dem Sofa festhielten, durchsuchten die anderen ihre Wohnung und beschlagnahmten ihre Falun-Dafa-Bücher sowie ihr Mobiltelefon.
Danach brachten sie die Praktizierende zum Verhör auf die Polizeiwache des Bezirks Wuqing. Sie war derart verängstigt, dass ihr Blutdruck gefährlich hoch anstieg und sie noch andere Symptome hatte. Sie wurde noch am selben Tag gegen Kaution freigelassen.
Zwei Jahre später, am 9. April 2026, teilte die Staatsanwaltschaft des Bezirks Wuqing Li überraschend mit, dass Anklage gegen sie erhoben worden sei und sie bald vor Gericht stehen werde. Am 15. April erhielt sie von der Staatsanwaltschaft eine Ankündigung, dass ihr Gerichtstermin für den 23. April anberaumt worden sei.
Nach der ersten Anhörung musste Li am 12. Mai erneut vor dem Bezirksgericht Wuqing erscheinen. Staatsanwalt Gao Jin riss ihr die Verteidigungsschrift aus der Hand und erlaubte ihr nicht, sie vorzulesen.
Am darauffolgenden Tag wurde Li in ihrer Wohnung festgenommen und in die Haftanstalt des Bezirks Wuqing gebracht. Die Polizei beschuldigte sie, nach den beiden Gerichtsverhandlungen Briefe an den Staatsanwalt und den Vorsitzenden Richter geschickt zu haben.
Am 29. Mai 2026 reichte Lis Familie Beschwerde gegen den Staatsanwalt und den Vorsitzenden Richter bei der Zentralen Disziplinarkommission und den Disziplinarkommissionen von Tianjin und Peking ein. Angesichts ihres hohen Alters machen sich die Angehörigen Sorgen um Lis körperliches und seelisches Wohlbefinden, während sie in der Haftanstalt festgehalten wird.