(Minghui.org) Der Ständige Ausschuss für das kulturelle Erbe Kanadas des kanadischen Unterhauses hielt am 28. Mai in Ottawa eine Anhörung unter dem Titel „Die Situation der Kreativ- und Veranstaltungsräume in ganz Kanada“ ab. Vertreter des Falun Dafa Vereins von Kanada berichteten über die Einmischung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) in die Aufführungen von Shen Yun in kanadischen Theatern während der jüngsten Tourneesaison der Gruppe. Der Abgeordnete Garnett Genuis brachte einen Antrag ein, demzufolge der Ausschuss dem Unterhaus Bericht über diese grenzüberschreitende Einmischung erstatten soll.
„Worum es hier geht, ist meiner Meinung nach die systematische gezielte Bekämpfung einer bestimmten Kunst- und Kulturpräsentation durch einen fremden Staat, dem diese missfällt“, sagte Genuis während der Sitzung im Wellington Gebäude.
Der Ständige Ausschuss für das kulturelle Erbe Kanadas erörtert während einer Sitzung am 28. Mai 2026 die Einmischung der KP Chinas in Shen Yun (Screenshot aus einem Parlamentsvideo)
Joel Chipkar, Sprecher des Falun Dafa Vereins von Kanada, und der Rechtsanwalt Joel Etienne erörterten die Auswirkungen ausländischer Einmischung auf kanadische Kulturveranstaltungen. Sie erklärten, dass die KPCh systematisch kommunale, provinzielle, private sowie bundeseigene Theater in Kanada ins Visier nehme und versuche, Auftritte von Shen Yun Performing Arts in Kanada zu verhindern. Sie forderten den Ständigen Ausschuss und die kanadische Regierung nachdrücklich auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Kunstfreiheit Kanadas zu schützen.
Rechtsanwalt Joel Etienne (links) und Joel Chipkar (rechts), Sprecher des Falun Dafa Vereins Kanadas, sagen während der Anhörung aus (Screenshot aus einem Parlamentsvideo)
In seiner Stellungnahme erklärte Chipkar, dass Shen Yun Performing Arts seit zwei Jahrzehnten durch ganz Kanada reise und „die wahre, traditionelle chinesische Kultur vor der Zeit des Kommunismus“ präsentiere. In den letzten Jahren hätten sich die Einmischungsversuche der KPCh jedoch erheblich verschärft. Dazu würden diplomatischer Druck, Bombendrohungen, rechtliche Schritte sowie die Manipulation von Informationen gehören. Statistiken zufolge habe es weltweit bereits über 150 Bombendrohungen gegen Shen Yun gegeben.
„In den vergangenen zwei Jahren verzeichnete Kanada mehr als 20 vorgetäuschte Bomben- und Morddrohungen, die sich gegen Theater, in denen Shen Yun auftrat, sowie gegen Politiker auf dem Parliament Hill richteten“, berichtete er. So erhielt beispielsweise das Living Arts Centre in Mississauga am 15. März eine Bombendrohung chinesischen Ursprungs, in der damit gedroht wurde, das Theater sowie den Parliament Hill in die Luft zu sprengen, sollte Shen Yun dort auftreten. Das Theater wurde evakuiert. Die Aufführung verzögerte sich um 90 Minuten, bis die Polizei die Drohung als nicht glaubwürdig einstufte. Wochen später sagte das Four Seasons Centre in Toronto sechs Shen-Yun-Aufführungen ab – ebenfalls nach ähnlichen Drohungen, die die Polizei jedoch rasch als unbegründet bewertete.
Nachdem die Aufführungen in Toronto abgesagt worden waren, prahlte der Absender der Drohung damit, dass diese beispiellose Absage sein größter Erfolg gewesen sei. Dabei machte er sich über Kanada lustig, indem er erklärte: „Kanada ist nicht ernst zu nehmen“, und die KPCh als „die Kommunistische Partei meines Mutterlandes“ bezeichnete.
Im April erhielt nicht nur das Queen Elizabeth Theatre in Vancouver ähnliche Drohungen – deren Ursprung die Polizei bis nach China zurückverfolgte. Auch Global News berichtete, dass das chinesische Konsulat die Verantwortlichen des städtischen Theaters direkt dazu gedrängt habe, die Aufführungen von Shen Yun abzusagen. Dies unterstreicht, dass es sich hierbei um eine koordinierte Kampagne der Kommunistischen Partei Chinas in Kanada handelt und nicht um spontane Schikanen.
Chipkar erläuterte, dass solche Handlungen nicht nur die Aufführungen von Shen Yun beeinträchtigen würden, sondern auch Kanadas kulturelle Souveränität sowie die Freiheit der künstlerischen Meinungsäußerung. Er merkte an, dass einzelne Kultureinrichtungen unter den gegenwärtigen Umständen gezwungen seien, Bedrohungen, die die nationale Sicherheit beträfen, auf sich allein gestellt zu bewältigen – ohne dabei auf systematische Unterstützung oder entsprechende Reaktionsmechanismen zurückgreifen zu können.
Zu diesem Zweck unterbreitete der Falun Dafa Verein von Kanada dem Ausschuss mehrere politische Empfehlungen, darunter: Der Ständige Ausschuss für das kulturelle Erbe Kanadas sollte Richtlinien zur Bewältigung ausländischer Einmischung entwickeln; öffentlich finanzierte Kultureinrichtungen sollten Schulungen zum Thema ausländische Einmischung erhalten; die nationalen Sicherheitsbehörden sollten verpflichtet werden, umfassende Untersuchungen solcher Bedrohungen durchzuführen; und Global Affairs Canada (Globale Angelegenheiten Kanadas) sollte prüfen, ob der diplomatische Druck der KPCh gegen das Wiener Übereinkommen verstößt.
Nach der Anhörung von Zeugenaussagen erklärte der Abgeordnete Garnett Genuis, es sei schwer vorstellbar, dass Kanada zulasse, dass eine ausländische Regierung in Kunst und Kultur eines souveränen Landes eingreift und diese zensiert.
Der Abgeordnete Garnett Genuis bringt einen Antrag zum Schutz der künstlerischen Ausdrucks- und Meinungsfreiheit der Kanadier ein (Screenshot aus einem Parlamentsvideo)
Er brachte einen Antrag ein, der vorsieht, dass der Ständige Ausschuss dem Parlament einen Bericht vorlegt, in dem die ausländische Einmischung der KPCh in Kanada – einschließlich der Versuche, künstlerischen Ausdruck und die Meinungsfreiheit einzuschüchtern, zu zensieren oder zu unterdrücken – ausdrücklich verurteilt wird und in dem die Bedeutung der Wahrung grundlegender Freiheiten sowie des Schutzes der Kanadier vor ausländischer Einschüchterung bekräftigt wird.
Er ist der Ansicht, dass dies einen überparteilichen Konsens widerspiegelt, und schlägt vor, dass der Ständige Ausschuss eine entschlossene Haltung einnimmt, um ausländischer Einmischung entgegenzuwirken und die künstlerische Freiheit zu verteidigen. Künstler würden Schönheit erschaffen und durch diese Schönheit Ideen hinterfragen sowie zum Nachdenken anregen, erklärte er. Dies sei für eine freie Gesellschaft von entscheidender Bedeutung. Es wäre eine große Schande, wenn Kanada zulasse, dass ausländische Einmischung die kanadische Freiheit unterdrücke.
Genuis betonte, dass der Antrag klar und unmissverständlich sei. Er ist davon überzeugt, dass er die gemeinsame Position aller politischen Parteien repräsentiert und es ermöglicht, eine klare und kraftvolle Botschaft auszusenden: Verteidigt die Kunst, verteidigt die Meinungsfreiheit und verteidigt Kanadas Souveränität!
Der Abgeordnete Kerry Diotte stellt während der Anhörung eine Frage (Screenshot aus einem Parlamentsvideo)
Der Abgeordnete Kerry Diotte erklärte zudem, dass die ausländische Einmischung der KPCh in Aktivitäten in Kanada – einschließlich der Versuche, künstlerischen Ausdruck und die Meinungsfreiheit einzuschüchtern, zu zensieren und zu unterdrücken – klar verurteilt werden müsse.
Chipkar erwiderte, dass es sich hierbei um ein überparteiliches Thema handele, das alle Kanadier betreffe. Er betonte: „Heute sind es Falun Gong und Shen Yun, morgen könnten es andere Gruppen sein.“ Wenn ein Land zulasse, dass ausländische autoritäre Regime auf seinem eigenen Boden die Kunst zum Schweigen brächten und unterdrückten, verliere dieses Land seine Souveränität und werde zur Marionette ausländischer autoritärer Regime.
Auf eine Frage der Abgeordneten Rachel Thomas hin betonte Chipkar, dass die KPCh im Jahr 1999 eine landesweite Verfolgung von Falun Dafa begonnen habe – einer friedlichen spirituellen Praxis.
Shen Yun Performing Arts wurde im Jahr 2006 von einer Gruppe verfolgter Falun-Dafa-Praktizierender gegründet, um die wahre chinesische Kultur der Zeit vor dem Kommunismus zu präsentieren und die andauernden Menschenrechtsverletzungen durch die KPCh aufzudecken. „Sie [die KPCh] wolle die Verbrechen gegen die Menschheit verbergen, für die sie in den vergangenen 27 Jahren verantwortlich war“, so Chipkar.
Er führte aus, dass Shen Yun die kulturellen und spirituellen Werte Chinas im Wandel der Geschichte durch wunderschönen klassischen Tanz, ein Sinfonieorchester sowie Geschichten voller Hoffnung und Barmherzigkeit darstelle – etwas, das die KPCh der Welt nicht zeigen möchte.
Rechtsanwalt Etienne fügte hinzu, dass es sich hierbei nicht nur um ausländische Einmischung handele, sondern dass diese auch tiefgreifende Auswirkungen auf das kanadische Gemeinwesen habe. Zu den Künstlern von Shen Yun würden auch Kanadier gehören – darunter junge Menschen, die in Kanada geboren worden und heute 18 oder 19 Jahre alt seien. Sie hätten eine jahrelange Ausbildung absolviert, sähen sich nun jedoch Bombendrohungen, kriminellen Belästigungen und der Angst vor der Absage ihrer Aufführungen ausgesetzt. Als Vater könne er sich nicht vorstellen, dass seine eigenen Kinder derartigen Bedrohungen ausgesetzt wären.
Etienne ist der Ansicht: „Die Einmischung der KPCh stellt ein grenzüberschreitendes Verbrechen dar, das die kulturelle Freiheit der Kanadier sowie die Sicherheit kanadischer Künstler unmittelbar beeinträchtigt. Dies verhält sich ähnlich wie bei Drogendelikten: Auch wenn die Drogen im Ausland hergestellt werden, treten die kriminellen Auswirkungen doch in Kanada ein. Ebenso verursachen diese Drohungen – wenngleich sie ihren Ursprung im Ausland haben – in Kanada realen Schaden. Der Unterschied besteht darin, dass das Vorgehen der KPCh weitaus verdeckter erfolgt: Die kriminellen Handlungen gehen vom Ausland aus, während Diplomaten der KPCh ihre diplomatische Immunität nutzen, um in Kanada Druck auszuüben und die Theater so zur Absage von Shen Yun zwingen.“
Die Abgeordnete Rachel Thomas stellt bei einer parlamentarischen Anhörung in Ottawa eine Frage (Screenshot aus einem Parlamentsvideo)
Als Etienne von der Abgeordneten Rachel Thomas um Ratschläge für die kanadische Regierung gebeten wurde, erklärte er, die Regierung solle den Kanadischen Sicherheitsdienst, die Royal Canadian Mounted Police sowie das Außenministerium dazu anhalten, auf die Drohungen und Einschüchterungskampagnen des chinesischen Regimes zu reagieren.
„Wenn Diplomaten in Kanada in kriminelle Aktivitäten verwickelt sind, können sie – was mich betrifft – zu ‚Personae non gratae‘ erklärt und dazu aufgefordert werden, ihr Verhalten einzustellen oder das Land zu verlassen“, erläuterte er.
Etienne führte mehrere weitere Empfehlungen der „Familiy Drug and Alcohol Courts“ (Familiengerichte für Drogen- und Alkoholangelegenheiten) an. Dazu gehörte unter anderem die Forderung an das Ministerium für das kanadische Kulturerbe, verbindliche Richtlinien und Reaktionsprotokolle für öffentlich finanzierte Kultureinrichtungen zu erarbeiten, die Einschüchterungsversuchen durch fremde Staaten ausgesetzt sind. Er merkte an, dass auch öffentlich finanzierte Veranstaltungsorte und staatliche Körperschaften – wie etwa das Nationale Kunstzentrum – Schulungen zu den Themen ausländische Einmischung, länderübergreifende Repression und diplomatische Drucktaktiken erhalten sollten. Zudem sprach er sich dafür aus, das Nationale Kunstzentrum anzuweisen, dem Ensemble Shen Yun Termine für Auftritte in Ottawa anzubieten.
Am Tag der Anhörung besuchte der chinesische Außenminister Wang Yi Ottawa. Daraufhin versammelten sich mehrere Falun-Dafa-Praktizierende aus Ostkanada zu stillen Protesten auf dem Parliament Hill, vor dem Außenministerium sowie vor der chinesischen Botschaft, um auf die grenzüberschreitende Repression der KPCh hinzuweisen.