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Provinz Jiangsu: Richter ignoriert das Gesetz

20. Juni 2026 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in der chinesischen Provinz Jiangsu

(Minghui.org) Eine 51-jährige Frau aus Harbin, Provinz Heilongjiang, wartet auf das Urteil, nachdem ihr in der Stadt Yangzhou (Provinz Jiangsu) der Prozess gemacht wurde. Ihr wurde zur Last gelegt, auf die anhaltende Verfolgung ihres Glaubens Falun Dafa durch das kommunistische Regime aufmerksam gemacht zu haben.

Die 1975 geborene Lin Jinli fuhr im August 2025 mit ihrer Tochter nach Yangzhou und hatte ein Mobiltelefon bei sich. Als sie dieses nutzte, um Textnachrichten über Falun Dafa zu versenden, spürte die Polizei in Yangzhou sie auf und nahm sie am 10. August fest. Die Polizisten durchsuchten auch ihre Wohnung in Harbin. Während ihre Tochter vier Tage später freigelassen wurde, blieb Lin weiterhin in Yangzhou inhaftiert.

Am 27. Januar 2026 stand Lin vor dem Bezirksgericht Guangling in Yangzhou. Ihr Mann reiste über 1.900 Meilen dorthin, um sie als Familienverteidiger zu vertreten, aber vergeblich. Während der 40-minütigen Verhandlung durfte er kein einziges Mal das Wort ergreifen. Der Richter und sein Protokollführer verlasen lediglich mehrere Dokumente – weder wurden Zeugen in den Zeugenstand gerufen, noch wurde die Staatsanwaltschaft aufgefordert, Beweise vorzulegen. Es ist unklar, ob Lins Anwalt sie verteidigen durfte.

Etwa am 20. Mai 2026 erhielten Lins Mann und ihr Anwalt die Nachricht, dass für den 22. Mai eine zweite Anhörung anberaumt worden sei. Daraufhin reisten die beiden erneut nach Yangzhou. Dort angekommen wurde ihnen mitgeteilt, dass die Anhörung abgesagt worden sei. Lins Mann musste für die Reisekosten des Anwalts aufkommen.

Die zweite Anhörung fand schließlich am 2. Juni 2026 statt. Jedes Mal, wenn Lins Anwalt versuchte, ihre Verteidigung vorzubringen, unterbrach ihn der Richter. Als er den Richter drängte, genau zu benennen, gegen welches Gesetz seine Mandantin angeblich verstoßen und wie sie angeblich die Strafverfolgung untergraben hätte, platzte der Richter heraus: „Wir werden heute nicht über das Gesetz diskutieren! Wir konzentrieren uns nur auf das Ausmaß der Haftstrafe!“

Nach der 40-minütigen Anhörung kehrte Lins Mann nach Harbin zurück, da er sich um seine fast 80-jährige Schwiegermutter kümmern musste. (Davor hatte sich seine Frau als Einzige um sie gekümmert.) Obwohl er Vollzeit berufstätig ist, pendelte er zwischen Harbin und Yangzhou hin und her.

Frühere Verfolgung

Vor ihrer jüngsten Festnahme war Lin bereits mehrfach wegen ihres Glaubens an Falun Dafa ins Visier genommen worden. 2019 wurde sie verhaftet, als sie ihre damals 15-jährige Tochter zur Schule brachte, und anschließend zu vier Jahren Haft verurteilt. Während ihrer Inhaftierung arbeitete ihr Mann Vollzeit und kümmerte sich allein um die Tochter. Das Mädchen vermisste seine Mutter sehr und weinte oft.

Frühere Berichte:

Reported in 2025: 4,803 Falun Gong Practitioners Arrested or Harassed for Their Faith

Mutter eines jungen Mädchens zu vier Jahren Haft verurteilt