(Minghui.org) Ich begann 1998 mit der Kultivierung im Falun Dafa. In meinen 28 Jahren der Kultivierung gab es Zeiten, in denen ich mich fleißig kultivierte, und Zeiten, in denen ich weniger eifrig dabei war und Schwierigkeiten nicht so gut meisterte; doch ich gab nicht auf. Vor einigen Tagen las ich den Erfahrungsbericht eines Praktizierenden darüber, wie er beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken schläfrig wurde und seine Hand herabsank. Da ich sah, dass auch Praktizierende in meinem Umfeld ähnliche Situationen erlebten, beschloss ich, über meine eigenen Erfahrungen zu berichten und darüber, wie ich dieses Problem überwunden habe.
Als die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) begann, Falun Dafa zu verfolgen, verlieh uns der Meister die Fähigkeit, aufrichtige Gedanken auszusenden, um Störungen zu beseitigen und ihm bei der Fa-Berichtigung zu helfen. Meine persönliche Erfahrung ist: Je konzentrierter und kraftvoller meine aufrichtigen Gedanken sind, desto schneller lösen sich die negativen Elemente auf. Oft geschieht dies augenblicklich. Als ich anfing, aufrichtige Gedanken auszusenden, spürte ich diese enorme Kraft. Später jedoch, als ich zunehmend davon in Anspruch genommen war, meinen Alltag zu regeln, fand ich für das Fa-Lernen und das Üben weniger Zeit. Ich war beim Aussenden aufrichtiger Gedanken nicht mehr so gewissenhaft oder pünktlich wie zuvor. Meine menschlichen Anhaftungen wurden stärker. Manchmal sank sogar meine Hand herab oder ich wurde schläfrig, ohne es zu bemerken. Wenn andere Praktizierende sahen, dass ich einschlief, weckten sie mich auf. Obwohl ich nichts sagte, war ich tief im Inneren nicht davon überzeugt, ein Problem zu haben – ich glaubte, immer noch hellwach zu sein. Eines Tages erkannte ich schließlich, wie ernst es ist, wenn man beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken nicht bei klarem Verstand ist und die Hand herabsinken lässt.
Mehr als sechs Monate lang wurde ich jedes Mal schläfrig, wenn ich aufrichtige Gedanken aussandte. Mein Körper neigte sich zur Seite, ich fühlte mich benommen und meine Hand sank herab. Nach wenigen Minuten konnte ich mich nicht mehr konzentrieren. Ich entwickelte sogar den irrigen Gedanken: „Wenn das Aussenden der aufrichtigen Gedanken keine Wirkung zeigt, warum sitze ich dann hier und tue so als ob? Für wen mache ich das eigentlich?“ Manchmal hörte ich dann einfach auf und legte mich schlafen. Ich machte mir weiß, dass ich später, wenn ich nicht mehr müde wäre, noch einmal aufrichtige Gedanken aussenden würde. Ich hatte sogar das Gefühl, das Richtige getan zu haben, da ich die Dinge nicht bloß mechanisch erledigte.
Als ich dann eines Tages das Fa lernte, rüttelte mich die Lehre des Meisters plötzlich wach.
Der Meister sagte:
„Beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken ist die Wirkung gleich, egal ob die Augen offen oder geschlossen sind. Bei offenen Augen sieht man alles im Raum der gewöhnlichen Menschen, ohne es wirklich wahrzunehmen.“ (Aufrichtige Gedanken, 13.10.2002, in: Essentielles für weitere Fortschritte III)
Ich überlegte: „Wenn ich beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken schläfrig wurde, warum bestand ich dann darauf, die Augen geschlossen zu halten? Wenn ich das Aussenden der aufrichtigen Gedanken als Kampf ansah, ging ich dann nicht das Risiko ein, vom Feind angegriffen zu werden, wenn ich einschlief? Doch wenn ich das Aussenden der aufrichtigen Gedanken versäume, betrete ich das Schlachtfeld gar nicht erst. Kapituliere ich dann nicht kampflos? Ich habe den Meister und Dafa; ich muss doch in der Lage sein, meine Schläfrigkeit zu beseitigen!“
Daraufhin begann ich, die aufrichtigen Gedanken mit offenen Augen auszusenden. Den Anweisungen des Meisters folgend, hielt ich meinen Körper aufrecht und meine Handfläche senkrecht vor der Brust. Ganz gleich, wie schläfrig ich mich fühlte, ich weigerte mich, die Augen zu schließen, und blickte stetig geradeaus. Wenn es besonders schwer zu ertragen war, biss ich die Zähne zusammen, ballte die Fäuste oder schüttelte sogar den Kopf. Ich war der Überzeugung, dass in diesem Augenblick in anderen Dimensionen ein heftiger Kampf zwischen der Rechtschaffenheit und dem Bösen stattfand und ich unter keinen Umständen nachgeben durfte. So hielt ich durch.
Nachdem ich etwas mehr als einen Monat lang durchgehalten hatte, sah ich eines Abends beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken, dass ich mich in einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Dämon der Schläfrigkeit befand. Ich war extrem müde und kurz davor, nicht mehr weitermachen zu können. Plötzlich spürte ich einen kühlen Strom von meinem Scheitel herab durch meinen ganzen Körper fließen. Im selben Augenblick fühlte ich mich, als wäre ich in eine erfrischende und friedvolle Welt eingetreten. Ich war vollkommen wach und voller Energie – alle Schläfrigkeit war verflogen. Der Unterschied zwischen dem Zustand davor und danach war wie der zwischen zwei völlig verschiedenen Menschen. Ich wusste, dass der Meister meine Entschlossenheit, die Schläfrigkeit zu überwinden, gesehen und mir geholfen hatte, sie zu beseitigen.
Das ist mehr als 20 Jahre her. Heute verspüre ich keine Schläfrigkeit mehr. Selbst wenn ich müde bin: In dem Moment, in dem ich mich hinsetze und die Handfläche erhebe, werde ich sofort klar im Kopf und hellwach.
Dies zeigt wahrlich, dass
„die Kultivierung an einem selbst und die Kultivierungsenergie am Meister liegt“ (Zhuan Falun, 2019, S. 212)