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Meinen Groll habe ich endlich überwunden

24. Juni 2026 |   Von einer Falun-Dafa-Praktizierenden aus China

(Minghui.org) Ich bin 68 Jahre alt und habe im Juni 1997 mit dem Praktizieren von Falun Dafa begonnen. Obwohl ich mich schon 28 Jahre kultiviere, habe ich eine tiefsitzende Anhaftung entdeckt, die mir zuvor noch nie aufgefallen ist. Unter der Anleitung von Meister Li Hongzhi erkannte ich meinen hartnäckigen Groll, der immer zum Vorschein kam, wenn ich nicht wachsam war.

Ich hielt mich für einen freundlichen, extrovertierten Menschen, der gut und gerne auf andere zuging. Es lag nicht in meiner Natur, andere abzulehnen oder nicht zu mögen. Deshalb achtete ich nicht darauf, mich in diesem Bereich zu kultivieren.

Im April letzten Jahres fing mein rechtes Bein an zu schmerzen. Ich dachte, dass ich vielleicht zu viel gelaufen sei. Aber nach einigen Monaten wurden die Schmerzen immer schlimmer. Mir wurde klar, dass es eine Lücke in meiner Kultivierung geben musste. Als ich nach innen schaute, erkannte ich, dass ich an Bequemlichkeit, Eifer, Angeberei und Selbstgerechtigkeit hing. Doch das schien nicht die eigentliche Ursache zu sein. Deshalb beschloss ich, den Meister um Hilfe zu bitten.

Als ich mich am nächsten Morgen darauf vorbereitete, hinauszugehen und den Menschen von Falun Dafa zu erzählen, kam mir plötzlich ein klarer Gedanke: Es war der Groll! Mein Groll hatte seinen Ursprung in meiner Abneigung gegen zwei ältere Praktizierende. Diese Abneigung war so stark, dass sie sich sogar zu Hass entwickelt hatte.

Als ich jung war, verachtete ich Menschen, deren Verhalten ich für unkultiviert hielt. Ich distanzierte mich so gut wie möglich von ihnen. Waren es meine Familienangehörigen, versuchte ich, sie zu ändern. Was ich ihnen sagte, war hart und lieblos.

Als ich mit Falun Dafa begann, änderte ich mich etwas zum Besseren. In Konfliktsituationen verhielt ich mich jedoch nicht wie eine Praktizierende. Danach bereute ich mein Verhalten. Doch in ähnlichen Situationen wiederholte sich dieser Fehler.

Die Wurzel meines Grolls

Seit über zehn Jahren lese ich gemeinsam mit zwei älteren Falun-Dafa-Praktizierenden die Schriften des Meisters. Frau Zhang (Name geändert), Frau Wang (Name geändert) und ich lesen das Fa und verteilen Informationsmaterialien über Falun Dafa. Frau Zhang ist 72 und Frau Wang 78 Jahre alt.

Wir arbeiteten gut zusammen. Täglich konnten wir mit vielen Menschen über die wahren Hintergründe der Verfolgung von Falun Dafa sprechen. Wir halfen ihnen, aus der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und den ihr angeschlossenen Organisationen auszutreten.

Mir gefiel ihre manchmal etwas abrupte Art zu sprechen nicht. Ich hatte den Eindruck, dass ihre Wortwahl ein negatives Licht auf Dafa warf. Ständig unterbrachen sie andere, besonders Frau Wang, die unaufhörlich redete. Nachdem ich sie mehrmals darauf hingewiesen hatte, besserte sie sich. Mir fiel es jedoch schwer, auf der Grundlage des Fa mich mit ihnen zu verständigen. Deshalb begann ich, allein hinauszugehen und gründete zudem eine neue Fa-Lerngruppe.

Die neue Fa-Lerngruppe bestand aus fünf Mitgliedern, drei sind zehn Jahre jünger als ich. Frau Liu (Name geändert) und Frau Li (Name geändert) sind sehr fleißig und setzen hohe Maßstäbe an sich und andere, besonders wenn es darum geht, die drei Dinge zu tun. Sie wurden zu meinen Vorbildern. Ich habe mich sehr darüber gefreut, mit ihnen das Fa zu lernen. Ich genoss die Zeit mit ihnen sehr, da sie logisch und fleißig vorankamen. Ich war dem Meister dankbar, dass er mir diese Möglichkeit gab und auf diese Weise meine Kultivierung förderte.

Nach einiger Zeit konnte ich Frau Lius hohe Erwartungen an mich jedoch nicht mehr ertragen. Wir sprachen über die Kultivierungssituation in unserer Gegend. Einige ältere Praktizierende waren verstorben oder litten unter schwerem Krankheitskarma. Manche wurden auch von Geistern oder Tieren besessen oder von Dämonen beeinflusst. Ich sagte: „Wie viele von uns können denn die Erwartungen des Meisters erfüllen?! Wie viele werden Erfolg in ihrer Kultivierung haben? Der Meister ist nicht optimistisch!“

Frau Liu widersprach und sagte, der Meister habe so etwas nie gesagt. Sie fügte hinzu, er habe gesagt, alle verstorbenen Falun-Dafa-Praktizierenden hätten die Vollendung, die Erleuchtung erreicht. Sie erzählte von einem Traum, in dem ihre Mutter vorkam. Sie praktizierte auch und Frau Li bewunderte sie sehr.

Obwohl ich nicht widersprach, war ich innerlich voller Groll. Das, was ich angesprochen hatte, stammte aus einem Vortrag des Meisters. Ich konnte mich weder an den genauen Wortlaut noch daran erinnern, aus welchem Vortrag es war. Es war lediglich mein eigenes Verständnis. Ich hatte das Gefühl, dass die Praktizierenden in unserer Region nicht gut handelten. Deshalb wies ich darauf hin, dass vieles von dem, was Frau Liu sagte, nicht auf dem Fa beruhte.

Obwohl Frau Liu wusste, dass ich anderer Meinung war, redete sie weiter. Schließlich konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Meine aufgestauten Gefühle brachen plötzlich hervor und meine Worte waren voller Vorwürfe und Feindseligkeit: „Ja, deine Absicht ist gut, und du möchtest anderen Praktizierenden helfen. Aber du musst darauf achten, wie du dabei vorgehst. Du kannst nicht einfach immer weiter auf sie einreden. Selbst wenn du recht hast, musst du ihnen Zeit zur Kultivierung geben. Wenn sich Probleme allein durch Belehrungen lösen ließen, gäbe es keine Notwendigkeit zur Kultivierung. Der Meister hätte diese Dinge bereits angesprochen. Es ist gut, anderen Praktizierenden ihre Mängel in freundlicher Weise aufzuzeigen – mehr braucht es nicht. Aber sie unaufhörlich zu kritisieren und ihnen Vorhaltungen zu machen, ist nicht richtig. So, wie du sprichst, kann das niemand ertragen!“

Es war ziemlich unangenehm für Frau Liu. Sie antwortete: „Ich werde dich auf nichts mehr hinweisen, zumindest nicht in den nächsten sechs Monaten.“

Es war bereits 20 Uhr – Zeit, aufrichtige Gedanken auszusenden. Als ich zur Ruhe kam, erkannte ich, dass ich wieder einmal falsch gelegen hatte und eine weitere Prüfung in meiner Kultivierung nicht bestanden hatte.

Nachdem wir aufrichtige Gedanken ausgesendet hatten, sagte ich zu Frau Liu: „Ich habe mich geirrt. Ich habe noch eine starke Mentalität der KPCh und kann es nicht ertragen, kritisiert zu werden. Wenn jemand mich auf meine Fehler hinweist, werde ich wütend. Meine Worte waren unfreundlich und verletzend.“

Nach innen schauen und sich korrigieren

Als ich an jenem Abend die Übungen machte, konnte ich nicht zur Ruhe kommen. Die Geschehnisse des Tages kamen immer wieder hoch. Meine Gedanken kreisten um den Punkt, dass ich im Recht gewesen war und wie ich mit Frau Liu hätte argumentieren sollen. Da ich die Übungen nicht weitermachen konnte, beschloss ich, nach innen zu schauen und den Ursprung meiner Anhaftung zu suchen.

Der Meister muss gesehen haben, dass ich mich verbessern wollte und gab mir einen Hinweis. Mein Groll rührte von meinem Konkurrenzdenken. Wie stark diese Anhaftung, dieser Kampfgeist doch ist! Nachdem ich die Wurzel gefunden hatte, arbeitete ich hart daran, ihn loszuwerden. Dazu sandte ich aufrichtige Gedanken aus. Ich rezitierte auch „Wer hat recht, wer hat unrecht“ aus Hong Yin III. Immer wieder rezitierte ich es. Währenddessen spürte ich, wie mein Groll schwächer wurde.

Mir wurde klar, dass der Meister die anderen Praktizierenden als meinen Spiegel nutzte, damit ich meine Anhaftungen erkennen konnte. War meine Abneigung gegen die beiden älteren Praktizierenden nicht auch die Anhaftung, nach außen zu schauen und andere zu beurteilen? Wie viele Chancen zur Erhöhung, die mir der Meister geboten hatte, hatte ich mit solch starkem Groll und Konkurrenzdenken bereits verpasst? Bin ich überhaupt eine wahre Kultivierende?

Beim nächsten Fa-Lernen war ich bereit, mich erneut bei Frau Liu zu entschuldigen. Bevor ich sprach, sagte sie, sie verstehe, warum wir ein Problem miteinander hatten. Sie meinte, die meisten Praktizierenden hätten Schwierigkeiten, weil sie sich nicht wirklich kultivierten. Sie wolle nicht, dass ich die gleichen Fehler mache.

Ich bin dem Meister so dankbar! Er hat mir diese beiden jungen Praktizierenden geschickt, damit sie mich in meiner Kultivierung unterstützen.

Nachdem ich die beiden älteren Praktizierenden verlassen hatte, nahm Frau Wang nicht mehr am Gruppenlesen teil und verteilte nur noch selten Broschüren über Falun Dafa. Frau Zhang lernte das Fa mit einer 87-jährigen Praktizierenden. Diese ging aber auch nicht viel raus, um die wahren Umstände zu erklären.

Meine Situation war nicht viel besser. Mein Drucker hatte einwandfrei funktioniert, dann machte er plötzlich Probleme. Nachdem ich Frau Wang und Frau Zhang verlassen hatte, musste ich ihn mehrmals zur Reparatur bringen. Schließlich ließ sich der Drucker gar nicht mehr einschalten. Zudem schmerzte mein Bein und ich war wie benommen.

Nach so vielen Jahren der Kultivierung war mein Erleuchtungsvermögen immer noch so gering. Ich hatte mich von meinem Übungsumfeld abgewandt, das der Meister für mich arrangiert hatte. Damit beeinträchtigte ich auch die Aufklärungsarbeit über Falun Dafa, da ich nicht genug Menschen über die wahren Fakten informieren konnte.

So begann ich wieder, das Fa mit den beiden älteren Praktizierenden zu lernen. Wir treffen uns alle im Haus der 87-jährigen Praktizierenden und lernen einmal in der Woche gemeinsam das Fa. Zusätzlich besuche ich zweimal wöchentlich die andere Fa-Lerngruppe. Ich habe auch genügend Zeit, die Menschen über die Verfolgung von Falun Dafa zu informieren.

Die 87-jährige Praktizierende liest langsam, aber wir drei hören geduldig zu und korrigieren ihre Fehler, wenn nötig. Da sie schlecht hört, lese ich langsam und laut. Wir ermutigen uns gegenseitig, fleißig zu sein. Und nun verteilen wir wieder Informationsmaterialien.

Neid und Groll sind die Wurzeln des Konkurrenzdenkens; beide verstärken sich gegenseitig. Wer Hass hegt, ist streitlustig; und wer streitlustig ist, ist voller Hass. Dieser Groll kann auch von den alten Mächten ausgenutzt werden; sie stören dann die Kultivierenden.

Es gibt schon zu viele solche Fälle; daher sollen Praktizierende ihren Groll überwinden. Kultivierung bedeutet, gemäß den Fa-Prinzipien nach innen schauen und unsere Anhaftungen zu beseitigen. Wir müssen über uns selbst hinauswachsen, uns erhöhen, wenn wir auf Konflikte und Schwierigkeiten stoßen. Das erst ist wahre Kultivierung.

Dies ist mein Verständnis auf meiner aktuellen Kultivierungsebene. Bitte korrigiert mich gütig, falls ich etwas Unpassendes gesagt habe.