(Minghui.org) Wenn man Cindy Su ansieht, vermittelt sie den Eindruck, als wäre sie eine Studentin und nicht eine Fachfrau, die seit vielen Jahren im Bereich des internationalen Handels und der Kuratierung von Wirtschaftsprojekten tätig ist.
Bereits mit zwanzig Jahren war Cindy äußerst erfolgreich, modebewusst und bezog ein hohes Gehalt. Auch mit fast 50 sieht sie noch jung aus. Doch hinter ihrem Erfolg verbergen sich eine schwierige Kindheit und bittere Enttäuschungen.
Glücklicherweise gelang es ihr, all das hinter sich zu lassen. Cindy erzählt uns, sie habe einen Neuanfang gewagt. Seitdem sei sie glücklich und zufrieden.
Cindy wurde im Landkreis Miaoli auf Taiwan geboren und wurde als Kind sieben oder acht Jahre lang schwer gemobbt. „Diese traumatische Erfahrung hat tiefe Spuren in meiner Seele hinterlassen“, erinnert sie sich. „Ich konnte nicht verstehen, warum andere mir so sehr wehtaten. Ich traute den Menschen nicht mehr und fragte mich sogar, warum ich überhaupt noch am Leben war.“ Diese Erfahrungen führten auch zu Groll gegenüber anderen Menschen.
Als sie in der zweiten Klasse war, begann sie, immer wieder Albträume zu haben. „Ich träumte oft von schrecklichen Szenarien, in denen ich verletzt wurde“, so Cindy. Oft wachte sie schreiend auf. Aber sie wollte nicht, dass sich ihre Familie Sorgen um sie machte, deshalb erzählte sie ihnen nie, was sie durchmachte. Stattdessen gab sie ihr Bestes, sich vor anderen wie ein „normaler Mensch“ zu verhalten, und verbarg ihre Ängste. „Es war, als wäre ich zwei Personen: Die eine war mein normales Ich und die andere war mein verletztes Ich.“
Später studierte Cindy an der Universität, schloss ihr Studium im Fach Internationaler Handel ab und ging nach ihrem Abschluss nach Großbritannien, um dort ihr Studium fortzusetzen. Anschließend ging sie nach Tunesien in Nordafrika, wo sie im Handel arbeitete. Sie arbeitete auch für kurze Zeit in Shenzhen, China.
Ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten wurden sehr geschätzt. Während Neueinsteiger in der Regel als Büroassistenten beginnen, wurde Cindy gleich nach ihrem Eintritt in das Unternehmen mit betrieblichen Aufgaben vertraut gemacht und stieg schnell zur Managerin auf.
Cindy ist im Außenhandel tätig gewesen, wo sie hochgeschätzt worden ist (Minghui.org)
Cindy war damals erst 20 Jahre alt und hatte bereits eine gut bezahlte Arbeitsstelle. „Es war, als würde mit jedem Atemzug Geld hereinströmen“, erinnert sie sich. Da sie jung war und nicht wusste, wie sie mit dem Reichtum umgehen sollte, begann sie, sich den materiellen Aspekten des Lebens hinzugeben.
„Ich fing an, Dinge zu kaufen, kaufte einen Anzug nach dem anderen, die jeweils mehrere Zehntausend Yuan kosteten. Ich konnte in einer Stunde mehr als 50.000 TWD (etwa 1.360 Euro) ausgeben. Aber das Glücksgefühl, das ich nach jedem Kauf verspürte, hielt nur etwa fünf Minuten an. Dann ging ich los, kaufte einen weiteren Anzug und gab noch einmal 10.000 (etwa 273 Euro) oder 20.000 TWD (etwa 546 Euro) aus.“
Ihre Freunde und Familie beneideten sie: Hohes Gehalt, Titel, Freund, Partys, Reisen – sie hatte einfach alles. Doch ihr Leben machte sie nicht wirklich glücklich.
Oft fühlte sie sich unwohl. Wenn sie manchmal aus beruflichen Gründen in andere Länder reiste, wachte sie in einem Hotelzimmer auf und erstarrte plötzlich, während sie sich fragte: „In welcher Stadt bin ich?“ Wenn sie Alkohol trank, verlor sie gelegentlich plötzlich die Orientierung und fragte sich: „Wer bin ich?“
Sie stellte fest, dass sie, obwohl sie scheinbar alles erreicht hatte, den wahren Sinn des Lebens nicht kannte. „Ich konnte alle anfallenden Aufgaben bewältigen, auch meine Kollegen lobten mich bei der Arbeit. Aber ich wusste nicht, was der Sinn meines Lebens ist.“
Schon in jungen Jahren hatte Cindy die Schattenseiten der Geschäftswelt kennengelernt. Aufgrund ihres raschen Aufstiegs wurde sie zur Zielscheibe von Neid und Intrigen. „Ich habe einfach nur meine Arbeit gut gemacht, aber manchmal gingen die Kollegen skrupellos vor. Alles dreht sich nur um Ruhm und Reichtum“, fuhr sie fort. Sie erlebte Machtkämpfe auf höchster Ebene, Korruption bei den Einkäufern in der Kantine und anderes, was sie völlig erschöpfte.
Schließlich hatte Cindy das Gefühl, ihre Hände seien mit Blut und dem Gestank des Geldes befleckt und kein noch so gründliches Waschen könne dies wegspülen. Sie erkannte, dass die Welt des Ruhms und des Reichtums zu kompliziert war, und spürte, dass die Zeit gekommen war zu gehen. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass sie finanziell abgesichert war, kündigte sie. Danach wandte sie sich dem Studium des Schmuckdesigns zu. Schon bald begann sie, bei Wettbewerben hervorzustechen. Damals ahnte sie noch nicht, dass es auch in der Welt des Designs Intrigen und Machtkämpfe gibt.
Cindy fand heraus, dass bei den Wettbewerben die Gewinner bereits im Voraus feststanden. Bei zwei verschiedenen Wettbewerben teilten ihr die Juroren unter vier Augen mit, dass sie eigentlich den ersten Platz hätte gewinnen sollen, das Endergebnis jedoch aufgrund interner Manipulationen geändert worden sei.
Cindy war sehr enttäuscht. Es schien, als könne sie nirgendwo auf der Welt einen Ort der Aufrichtigkeit finden. „Ich wollte einfach nur diesen komplizierten Dingen entfliehen und etwas tun, das nichts mit Geld zu tun hatte. Aber dann wurde mir klar, dass man dem Streben nach Ruhm und Reichtum in dieser Welt nicht entkommen kann.“ Sie fühlte sich desillusioniert.
Als Cindy eines Tages im Internet surfte, stieß sie auf das Video eines Professors. Am Ende des Videos saß der Professor mit gekreuzten Beinen im Lotussitz. Cindy war verblüfft. Sie sagte zu ihrem Mann: „Er macht die Handgeste des Buddha!“
Später erfuhr sie, dass der Professor Falun Dafa praktizierte. Sogleich suchte Cindy nach einem Übungsort in der Nähe und nahm an einem Neun-Tage-Seminar von Falun Dafa teil, um diese Kultivierungsmethode zu lernen.
Sie brauchte fast einen Monat, um das Zhuan Falun zu lesen. Nie zuvor hatte sie ein Buch so langsam gelesen. Jedes Mal, wenn sie einen Abschnitt las, schlief sie ein. Nachdem sie das Zhuan Falun jedoch mehrmals durchgelesen hatte, stellte sie fest: „Jeder Satz in diesem Buch scheint direkt die tiefsten Tiefen des Lebens anzusprechen und enthält Wahrheiten, die andere nicht vollständig erklären können.“
Noch wichtiger war, dass ihr Groll und ihr Hass, die viele Jahre lang ungelöst geblieben waren, allmählich dahinschmolzen. „Es schien, als würden sie Schicht für Schicht abgetragen, während ich im Zhuan Falun las“, so Cindy. In dem Moment, als sie die Prinzipien von Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht wirklich verstand, brach sie in Tränen aus.
Sie erkannte, dass all ihre Leiden und ihr Groll tiefere, karmische Gründe hatten. „Nachdem ich angefangen hatte, das Zhuan Falun zu lesen, verschwand all der Hass, der sich über Jahre hinweg angestaut hatte, und ich begann ein neues Kapitel in meinem Leben.“

Cindy bei den Falun-Dafa-Übungen
Ein Kindheitstrauma aus ihrer Kindheit hatte dazu geführt, dass Cindy Menschen gegenüber misstrauisch war. „Die Leute mögen oberflächlich betrachtet nett zu einem sein, aber hinter dem Rücken tun sie einem weh oder hintergehen dich“, sagt sie. Deshalb hielt sie ihr Privatleben stets von ihrem Berufsleben getrennt und war nicht bereit, tiefe Freundschaften einzugehen. Doch nachdem sie begonnen hatte, Falun Dafa zu praktizieren, erkannte sie: „Jeder Mensch ist vom Göttlichen geschaffen und verdient es, geschätzt zu werden.“
Allmählich begann sie zu begreifen, dass das schlechte Verhalten mancher Menschen möglicherweise auf ihre Erziehung zurückzuführen ist. „Menschen mögen andere täuschen, aber sie können sich ändern. Wir dürfen den Wert ihres Lebens nicht leugnen. Vielleicht lernen sie aus ihren Fehlern“, vertritt sie nun.
Diese Erkenntnis weckte in ihr die Bereitschaft, anderen wirklich zu vertrauen und Menschen aufrichtig zu begegnen. „Jetzt weiß ich, dass jeder durch eine karmische Verbindung mit mir verbunden ist“, weiß sie nun und bemerkt, dass sie jetzt dadurch aufrichtige Freunde hat.
Das Thema Familienerbe stellt in der modernen Gesellschaft seit jeher die menschliche Natur auf die Probe. In vielen Familien sind durch die Aufteilung des Nachlasses Risse entstanden, die sogar zu Rivalitäten unter Geschwistern und zu Gerichtsverfahren zwischen nahen Verwandten führen.
Auch Cindy hatte sich früher jahrelang mit ihrem Vater über die Aufteilung des Familienvermögens gestritten. Ihr Vater hatte beschlossen, das Vermögen an seine anderen Geschwister zu verteilen, was sie nicht akzeptieren konnte.
Doch seit sie Falun Dafa praktiziert, hat sich Cindys Einstellung geändert: „Aus den Fa-Grundsätzen habe ich erkannt, dass das, was deins ist, dir gehört, und dass du das, was dir nicht gehört, nicht bekommen kannst, selbst wenn du darum kämpfst.“
Sie begann zu verstehen, welchen Entbehrungen ihre Eltern ausgesetzt waren, und hörte auf, sich so sehr an Gewinn und Verlust zu klammern. Und nachdem sie diese Anhaftung losgelassen hatte, fühlte sie sich tatsächlich viel freier.
Cindy erkannte auch, dass sie ihren Eltern gegenüber in der Vergangenheit nur oberflächlich pflichtbewusst gewesen war, ihnen aber nicht wirklich ergeben oder gehorsam gewesen zu sein. Wenn ihr Vater beispielsweise über politische oder gesellschaftliche Themen sprach, stritt sie oft mit ihm. Jetzt hat sie gelernt, ihm zuzuhören; sie folgt seinen Wünschen und lässt ihn seine Gefühle zum Ausdruck bringen. Einmal äußerte ihr Vater: „Falun Dafa ist wirklich wunderbar und hat meine Tochter so etwas Gutes gelehrt.“
Auch heute noch ist Cindy in der internationalen Geschäftswelt und im Schmuckdesign tätig. Außerdem ist sie eine gute Ehefrau und Tochter. Sie sagt, sie habe endlich wahren inneren Frieden gefunden. „Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind wie der Nordstern in der dunklen Nacht“, sagt sie. „Selbst wenn es dunkel ist, weiß man, in welche Richtung man gehen muss.“
Sie hat auch erkannt, dass Menschen wie Edelsteine sind. Durch ständiges Schleifen können sie geformt und verfeinert werden, bis sie rein sind und strahlen. „Die Leiden und Schwierigkeiten sind es eigentlich, die einen Menschen ausmachen“, resümiert sie.
Einst sehnte sich Cindy danach, in der realen Welt ein reines Land zu finden, fernab von Kämpfen. Doch auch als sie vom internationalen Handel zum Schmuckdesign wechselte, fand sie immer noch nicht den Ort, wo sie sich wohlfühlte, und konnte nicht ihr wahres Zuhause finden. Als Falun-Dafa-Praktizierende versteht sie nun, dass das wahre Paradies nicht außerhalb von einem selbst liegt. Solange man den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht folgt, befindet sich das wahre Paradies im eigenen Herzen.