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Ungehörte Stimmen: Vom Holocaust zur Verfolgung von Falun Gong

15. Juli 2026 |   Von Yi Yan

(Minghui.org) Primo Levi, ein jüdisch-italienischer Holocaust-Überlebender, verfasste mehrere Bücher über seine Erfahrungen im Konzentrationslager Auschwitz. In einem davon, Die Untergegangenen und die Geretteten, berichtet er von erschütternden Äußerungen eines SS-Offiziers über die Grausamkeit der Gaskammern.

„Wie auch immer dieser Krieg enden mag – wir haben den Krieg gegen euch gewonnen. Keiner von euch wird übrig bleiben, um Zeugnis abzulegen. Und selbst wenn einige von euch überleben sollten, wird die Welt ihnen keinen Glauben schenken“, sagte der Offizier. „Es wird vielleicht Vermutungen geben, Diskussionen und Untersuchungen von Historikern, aber keine Gewissheit, denn wir werden die Beweise zusammen mit euch beseitigen.

Und selbst wenn einige Beweise erhalten bleiben und einige von euch überleben sollten, werden die Menschen sagen, dass die Ereignisse, von denen ihr berichtet, so grauenhaft sind, dass man sie nicht glauben kann. Sie werden behaupten, es seien Übertreibungen der alliierten Propaganda, und sie werden uns glauben, die wir alles leugnen – nicht euch. Wir werden diejenigen sein, die die Geschichte der Lager schreiben“, fuhr er fort.

Diese erschütternden Worte zeichneten ein düsteres Bild. Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen war Levi davon überzeugt, dass der Druck, den ein totalitärer Staat auf den Einzelnen ausüben kann, erschreckend ist. Seine Instrumente sind im Wesentlichen: direkte Propaganda, die Abschottung von einer Vielfalt an Informationen und Terror.

Leider hat sich all dies wiederholt, seit die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) 1999 begann, Falun Gong zu unterdrücken. Gestützt auf jahrzehntelange Erfahrungen aus früheren politischen Kampagnen und eine hochentwickelte Propagandamaschinerie hat die KPCh die Verfolgung aus Glaubensgründen auf ein bislang beispielloses Niveau gehoben.

Vernachlässigte Fakten

Warum wurde der Holocaust der Öffentlichkeit nicht rechtzeitig bekannt? Historiker haben dafür mehrere Gründe ausgemacht.

Der erste Faktor war die gezielte Geheimhaltung und Täuschung. Das NS-Regime verschleierte seine Vernichtungsaktionen bewusst durch Euphemismen wie „Umsiedlung nach Osten“. Zudem setzte es Zwangsarbeitseinheiten (wie die „Operation 1005“) ein, um Massengräber auszugraben und die Leichen zu verbrennen, damit die Beweise beseitigt wurden.

Der zweite Faktor war das ungeheure Ausmaß der Verbrechen und das daraus resultierende Unverständnis. Als die ersten Berichte bekannt wurden – etwa von Jan Karski und Witold Pilecki –, begegneten die alliierten Staats- und Regierungschefs ihnen mit Skepsis. Das Ausmaß des industriell organisierten Massenmords war derart beispiellos, dass es vielen Beobachtern damals schlicht unvorstellbar erschien.

In „Beyond Belief: The American Press and the Coming of the Holocaust“ dokumentierte die Historikerin Deborah Lipstadt, wie die amerikanische Presse es versäumte, die Vernichtung der europäischen Juden als dringliche Nachricht zu behandeln. So veröffentlichte die New York Times am 27. Juni 1942 einen Bericht über das Massaker an 700.000 polnischen Juden. Diese erschütternde Nachricht, die das Leben Hunderttausender Menschen betraf, wurde schließlich in einer unauffälligen Ecke auf Seite 6 platziert.

Am 25. November 1942 hielt der Rabbi Stephen Wise eine Pressekonferenz ab und gab bekannt, dass das US-Außenministerium bestätigt hatte, die Nazis führten einen Plan zur Vernichtung der europäischen Juden aus. Am folgenden Tag veröffentlichte The New York Times auf Seite 10 einen kurzen Artikel darüber – neben der offiziellen Zurückweisung durch die Nationalsozialisten.

„Warum wurden diese erschütternden Berichte dann auf den hinteren Seiten versteckt? Diese Vernachlässigung war keineswegs ein Einzelfall. Zwar war die Reichweite der Zeitung damals noch nicht vollständig landesweit, doch als wichtigste amerikanische Quelle für Kriegsnachrichten beeinflusste sie zweifellos auch das Urteil anderer Nachrichtenmedien“, schrieb der ehemalige Chefredakteur Max Frankel im Jahr 2001 in seinem Artikel „150th Anniversary: 1851–2001; Turning Away From the Holocaust“.

„Es gibt keine überlieferten Aufzeichnungen darüber, wie die Berichterstattung der Zeitung zu diesem Thema während der Kriegsjahre von 1939 bis 1945 von den Redakteuren der New York Times diskutiert wurde. Doch in dieser Berichterstattung finden sich immer wieder Hinweise auf einen grundlegenden Leitgedanken: Das Schicksal der Juden sollte nicht in den Mittelpunkt gerückt werden, und bei der Berichterstattung sollte darauf geachtet werden, ihr Leiden mit dem vieler anderer Europäer in Verbindung zu bringen“, fuhr Frankel fort.

In Dachau, dem ersten Konzentrationslager der Nazis, sind im Laufe seines Bestehens etwa 190.000 Menschen inhaftiert gewesen (iStock)

Das Konzentrationslager Auschwitz, in dem schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen ums Leben gekommen sind (iStock)

27 Jahre Verfolgung – ignoriert

Leider hat sich die Geschichte wiederholt, nachdem die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) im Juli 1999 mit der Unterdrückung von Falun Gong begonnen hatte. In den vergangenen 27 Jahren wurde diese anhaltende schwere Verfolgung – die wohl größte fortdauernde Menschenrechtsverletzung der Geschichte – weitgehend ignoriert.

Die Verfolgung von Falun Gong ist in mehrfacher Hinsicht gravierend. Besonders hervorzuheben ist ihr enormes Ausmaß: Als die Unterdrückung begann, gab es in China etwa 100 Millionen Praktizierende. Nahezu alle waren Diskriminierung ausgesetzt, die durch staatlich gelenkte Hasspropaganda geschürt wurde. Unter der Leitung des damaligen KPCh-Chefs Jiang Zemin wurde im Juni 1999 das „Büro 610“ eingerichtet, um die systematische Verfolgung auf allen Ebenen zu koordinieren – vom Politbüro bis hinunter zu Gemeinden und Wohnvierteln. Sämtliche Regierungsbehörden, Bildungseinrichtungen, Nachrichtenmedien und zahlreiche weitere Berufsgruppen wurden zur Mitwirkung mobilisiert. In vielen Fällen wurden sogar die Gehälter der Beschäftigten an das Ausmaß ihrer Beteiligung an der Verfolgung gekoppelt.

Der zweite Aspekt ist ihre Brutalität. Nach Jiangs eigenen Worten zielte die Verfolgung der Falun-Gong-Praktizierenden darauf ab, „ihren Ruf zu zerstören, sie finanziell in den Ruin zu treiben und sie körperlich zu vernichten“. Neben Verhaftungen, Hausdurchsuchungen, Inhaftierungen und Gefängnisstrafen waren die Praktizierenden auch Folter, Zwangsarbeit und psychiatrischen Misshandlungen ausgesetzt. Darüber hinaus wurden sie sogar Opfer der erzwungenen Organentnahme.

Ein dritter entscheidender Aspekt ist die unzureichende Berichterstattung und das weitgehende Schweigen der Nachrichtenmedien. Bevor die Unterdrückung begann, berichteten chinesische Medien gelegentlich über die positiven Auswirkungen von Falun Gong – einem Meditationssystem, das auf den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht beruht. Dabei reichten die Berichte von gesundheitlichen Verbesserungen bis hin zur positiven Entwicklung des Charakters. Seit 1999 haben sich die von der KPCh kontrollierten Medien jedoch in Propagandamaschinen verwandelt, die unablässig die Verleumdungen der KPCh gegen Falun Gong verbreiten. In Verbindung mit strenger Zensur und einem ausgeklügelten Überwachungssystem ist es für die Bevölkerung – und mitunter sogar für Regierungsbeamte – äußerst schwierig, Zugang zu sachlichen Informationen über Falun Gong zu erhalten.

Obwohl in den ersten Jahren der Unterdrückung vereinzelt über Falun Gong berichtet wurde, haben die Medien außerhalb Chinas zu diesen massiven Menschenrechtsverletzungen, die mit denen zur Zeit des Holocaust vergleichbar oder sogar noch schwerwiegender sind, weitgehend geschwiegen. Tatsächlich setzte die KPCh auch finanzielle Mittel ein, um westliche Medien unter Druck zu setzen und zu beeinflussen. Leider haben sich einige Medien diesem Vorgehen angeschlossen und Falun Gong diffamiert.

Aus diesem Grund setzen sich Falun-Gong-Praktizierende innerhalb und außerhalb Chinas seit Jahrzehnten unermüdlich dafür ein, die Öffentlichkeit auf diesen menschenrechtlichen Albtraum aufmerksam zu machen. Deshalb widmet sich auch Minghui.org seit 27 Jahren der Sammlung von Informationen aus erster Hand über die Brutalität der Verfolgung in China sowie über die weltweiten Bemühungen, diese Verbrechen zu beenden. Vielleicht kennen wir die Namen dieser Freiwilligen nicht, doch ihr Einsatz wird zu einem bedeutenden Kapitel der Geschichte werden.

Nach dem Holocaust wurde der Satz „Nie wieder“ an vielen Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager eingraviert – als Mahnung, künftige Verbrechen zu verhindern. Doch während sich der Völkermord an Falun-Gong-Praktizierenden fortsetzt – einschließlich der beispiellosen erzwungenen Organentnahme –, schweigen viele Menschen. Wir hoffen, dass die Leser die Lehren aus der Geschichte erkennen und handeln, um den Unschuldigen zu helfen.

Das Umerziehungslager Masanjia ist dafür berüchtigt, Falun-Gong-Praktizierende festzuhalten und zu foltern. Minghui.org hat mehr als 8.600 Artikel veröffentlicht, in denen die in dieser Einrichtung begangenen Gräueltaten aufgedeckt werden