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Die systematische Verfolgung von männlichen Falun-Gong-Praktizierenden im Gefängnis Gongzhuling

25. Juli 2026 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in der chinesischen Provinz Jilin

(Minghui.org) Das Gefängnis Gongzhuling in der Provinz Jilin umfasst neun Abteilungen, wobei die neunte Abteilung speziell für die Inhaftierung von Falun-Gong-Praktizierenden eingerichtet wurde. Diese Abteilung dient auch als zentraler Ort für das „Aufnahmetraining“. Die dort inhaftierten Praktizierenden müssen zusammen mit allen Neuankömmlingen ein „Aufnahmetraining“ absolvieren und werden anschließend bis zum Ende ihrer Haftzeit in der neunten Abteilung einer kontinuierlichen Gehirnwäsche unterzogen.

Die neunte Abteilung ist in einen internen und externen Bereich gegliedert. Der externe Bereich verfügt über eine Versammlungshalle und das Hauptbüro der Wärter, das nicht videoüberwacht ist, aber als Lager für Elektroschlagstöcke und Pfeffersprays dient. Der interne Bereich ist videoüberwacht und verfügt über drei Schulungsräume, sieben Zellen, drei Aufnahmetrainingsräume sowie eine Versammlungshalle in der Nähe des Eingangs. Die Bereiche sind durch einen Metallzaun und ein elektrisches Tor voneinander getrennt. In der Regel sind in dieser Abteilung etwa 80 Falun-Gong-Praktizierende eingesperrt, die zu einer Haftstrafe zwischen vier und neun Jahren verurteilt worden waren. Einige wurden zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt. Die Mehrheit der Praktizierenden ist über 50 Jahre alt. Die Wärter dieser Abteilung behaupten, die „Umerziehungsrate“ liege bei hundert Prozent.

Die ersten Haftmonate

Praktizierende, die sich weigern, Garantieerklärungen zum Verzicht ihres Glaubens zu unterschreiben, werden wiederholt vom Leiter der neunten Abteilung verhört. Das Ziel dieser „Verhöre“ besteht darin, die Persönlichkeit, die psychische Belastbarkeit sowie das Verständnis des Praktizierenden hinsichtlich seines Glaubens an Falun Gong zu ermitteln, um anschließend eine individuelle „Umerziehungsmethode“ zu entwickeln. Der Leiter der Gefängnisverwaltung bringt die Praktizierenden außerdem zu externen Polizeistationen, wo sie dann verhört werden. Unabhängig davon, ob ein Praktizierender vor Gericht auf nicht schuldig plädiert hat oder nicht, wird er unter Druck gesetzt, die Erklärungen zu unterzeichnen.

Gleichzeitig drohen die mit der Überwachung beauftragten Ausbilder und Häftlinge den Praktizierenden ständig mit Konsequenzen, falls sie die Erklärungen nicht unterzeichnen. Die Ausbilder, ehemalige Praktizierende, die „umerzogen“ wurden, erstatten den Wärtern regelmäßig Bericht. Die Häftlinge stammen in der Regel aus anderen Abteilungen und beteiligen sich freiwillig an der Verfolgung, um keine Zwangsarbeit verrichten zu müssen. Nebst der Überwachung der Praktizierenden ist ihnen erlaubt, jeden, der sich weigert, die Erklärungen zu unterschreiben, körperlich zu misshandeln. Um sich bei den Wärtern einzuschmeicheln, ergreifen einige Häftlinge die Initiative, Praktizierende zu demütigen und anzugreifen.

Wer sich weigert, die Garantieerklärungen zu unterscheiben, wird bestraft

Praktizierende, die sich auch nach mehrmaligem Verhör weigern, die Garantieerklärungen zu unterschreiben, werden während des täglichen Aufnahmetrainings bestraft, d.h. misshandelt und gefoltert.

Die Repressalien beinhalten:

- Regungslos auf einem Hocker zu sitzen, ein schweres Buch zwischen den Beinen eingeklemmt. Die hervorstehenden Kanten des Hockers führen häufig zu Rötungen, Schwellungen und Vereiterungen. Praktizierende in guter körperlicher Verfassung müssen schwerere Bücher zwischen den Beinen halten und werden mit Elektrostäben traktiert, falls das Buch herunterfällt.

- Hungern: Die Praktizierenden erhalten pro Tag lediglich ein gedämpftes Brötchen in der Größe eines Eis.

- Entzug von Trinkwasser und Körperpflege: Becher werden konfisziert, und die Praktizierenden dürfen weder Wasser trinken noch sich waschen.

- Das Leisten von Überstunden: Die Praktizierenden müssen drei Schichten von jeweils zwei Stunden pro Nacht arbeiten.

- Kältefolter: Im Winter müssen die Praktizierenden vor einem offenen Fenster sitzen und dürfen nur dünne Kleidung tragen.

Während sie solchen Misshandlungen ausgesetzt sind, müssen die Praktizierenden still und regungslos bleiben, während sie von den verantwortlichen Häftlingen gedemütigt werden. Die Häftlinge melden dies zudem den Wärtern, und diese können die Folter noch verschärfen, indem sie die Praktizierenden in der Öffentlichkeit ohrfeigen oder ihnen Pfefferspray ins Gesicht sprühen.

Jeder Praktizierende, der sich auch nach drei Monaten weiterhin weigert, die Garantieerklärung zu unterzeichnen, wird in die Gruppe der Neuankömmlinge verlegt und dort noch intensiver gefoltert.

Systematische Zerstörung der Gedanken

Viele Praktizierende, die unter Druck ihrem Glauben abgeschworen haben, werden in eine zwölf Personen-Zelle gebracht und dort von Häftlingen überwacht. Dort werden sie jeden Tag nach den Mahlzeiten gezwungen, an intensiven Gehirnwäscheverfahren teilzunehmen.

Die Gehirnwäscheverfahren sind in drei Stufen mit jeweils zwei Häftlingen und einem Ausbilder unterteilt. Die Praktizierenden müssen sich hauptsächlich Videos ansehen, die Falun Gong diffamieren.

Jeweils am Anfang und Ende eines Monats muss jeder Praktizierende einen Gedankenbericht verfassen. Ungeachtet des Inhalts muss jeder Bericht einen Satz enthalten, der Falun Gong verunglimpft, und einen weiteren, der Meister Li Hongzhi, den Begründer von Falun Gong, beleidigt. Die Wärter achten ausschließlich auf diese beiden Sätze. Wer sich weigert, wird von anderen Häftlingen unter Druck gesetzt, diese zu schreiben. Andernfalls wird er ins Büro geschleppt und dort geschlagen. Danach darf der Praktizierende keine Dinge des täglichen Bedarfs mehr kaufen, keine Besuche empfangen und nicht telefonieren. Die Wärter weisen außerdem Insassen an, jede Bewegung des Praktizierenden zu überwachen, bis dieser nachgibt. Sobald die beiden Sätze geschrieben sind, wird der Bericht am Schwarzen Brett ausgehängt.

Tägliche Einschränkungen

Jeden Morgen, Nachmittag und Abend – mit Ausnahme von Wochenenden – muss jeder in der Versammlungshalle die Faust heben und einen politischen Schwur leisten, dessen Inhalt vom Hauptmann vorgegeben wird. Vor dem Mittagessen müssen sich alle in einer Reihe aufstellen und eine Qigong-Übung durchführen, die nicht zu den Falun Gong-Übungen gehört. In den Zellen ist es den Praktizierenden verboten, den Lotussitz (der in der Falun-Gong-Meditation verwendet wird) einzunehmen. Die Ausbilder und Häftlinge sind angewiesen, jeden zu melden, der „unangemessene Bemerkungen“ macht. So wurde beispielsweise Gai Guocai fast drei Monate lang dem strengen Aufsichtsteam zugeteilt, nur weil er gesagt hatte: „Falun Dafa ist gut.“

Gewaltanwendung zur Sicherstellung der „Umerziehungsrate“

Etwa alle zwei Monate besuchen Beamte des Komitees für Politik und Recht der Provinz Jilin das Gefängnis, um den Stand der „Umerziehung“ der Praktizierenden zu überprüfen. Ausgewählte Praktizierende müssen im Vorfeld an einer Versammlung teilnehmen und sind gezwungen, sich ihr „Verständnis“ ihres Glaubens einzuprägen, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf den beiden „vorgeschriebenen“ Sätzen aus ihrem Bericht liegt. Wer den „Maßstab“ nicht erfüllt, muss an zusätzlichen Schulungen mit den Ausbildern teilnehmen.

Am „Prüfungstag“ werden die Praktizierenden gruppenweise in die Räume geführt und einzeln von Beamten des Provinzkomitees für Politik und Recht befragt. Die Standardantwort muss die beiden Sätze enthalten, die Meister Li und Falun Gong diffamieren, sowie eine Angabe, ob sie weiterhin Falun Gong praktizieren werden. Wer den Test nicht besteht, wird bei der Rückkehr in die Zellen gewaltsam behandelt, unter anderem mit Ohrfeigen und Schlägen. Wer den Test besteht, muss ein Dokument unterzeichnen, in dem auch die Namen der an der Gehirnwäsche beteiligten Ausbilder und Gefängnisbeamten aufgeführt sind.

Bedrohung vor der Freilassung

Die Wärter stufen die Praktizierenden anhand ihrer Gedankenberichte und Antworten während der Verhöre in verschiedene Stufen ein, wie beispielsweise „strenge Überwachung“ und „Bewährung“. Diejenigen, die als vollständig „umerzogen“ gelten, werden zur Zwangsarbeit in andere Abteilungen geschickt.

Vor ihrer Entlassung müssen die Praktizierenden ein Formular ausfüllen, das die Frage enthält: „Wurden Sie von den Wärtern geschlagen?“ Die meisten antworten mit „Nein“, nachdem sie von den Wärtern bedroht wurden.

Minghui.org gesammelten Informationen zufolge verstarben mehrere Praktizierende infolge der Folter im Gefängnis Gongzhuling, darunter Liang Zhenxing, Ma Zhanfang, Cai Fuchen, Zhang Hui, Liu Yanlong, Jiang Yong, Jiang Xiaotian, Wang Ligong und Liu Jiang.

Zu den Praktizierenden, die gefoltert wurden, weil sie sich weigerten, Gedankenberichte zu verfassen, gehören Wu Dexiu, Kang Wancai, Shi Wenzhuo, Xu Lixin, Li Yanming und Zhang Guojun.

Ausgewählter Verfolgungsfall: 81-Jähriger gefoltert; über 60-Jähriger unter „strenge Überwachung“ gestellt

Der 81-jährige Wang Jianying und der über 60-jährige Zhang Guozhi wurden vom Aufnahmeteam über einen längeren Zeitraum festgehalten, weil sie sich weigerten, die Garantieerklärungen zu unterzeichnen. Ihnen wurde das Recht verweigert, Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen, Besuche zu empfangen oder zu telefonieren. Zhang wurde von den Wärtern wiederholt ins Gesicht geschlagen und ständig verhört. Beide Männer waren stark abgemagert.

Ji Hui wurde fast sechs Monate lang vom Aufnahmeteam festgehalten, weil er sich weigerte, seinen Glauben aufzugeben. Ein Wärter und ein Häftling spannten zusammen, um ihn in die Abteilung mit strenger Überwachung zu schicken, wo seine Mahlzeiten auf gerade einmal drei Löffel Haferbrei pro Tag beschränkt war. Er wurde gezwungen, jeden Tag stundenlang auf einem Brett zu sitzen und wurde nachts stündlich geweckt, sodass er nicht schlafen konnte. Selbst nachdem bei Ji ein Hirntumor diagnostiziert worden war, gingen die Wärter weiterhin unerbittlich gegen ihn vor und traktierten ihn fortwährend mit Elektrostäben. Nach einigen Monaten war er total abgemagert.

Beteiligte Hauptinsassen

Song Hongwei, wegen Drogenhandels verurteilt, ist für die Verwaltung der Abteilung zuständig und hilft bei der „Umerziehung“.

Wang Jianhang, wegen vorsätzlichen Mordes verurteilt, entwickelte „Umerziehungspläne“ für die Wärter.

Wang Feng, ein ehemaliger Anwalt mit Erfahrung in der Entwicklung von Foltermethoden.

Diese drei Männer schulten mehr als 20 Häftlinge, um bei der Verfolgung von Falun-Gong-Praktizierenden mitzuwirken.