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Neid hinterfragen und beseitigen

26. Juli 2026 |   Von einer Falun-Dafa-Praktizierenden in China

(Minghui.org) Obwohl ich meine menschlichen Anschauungen mittlerweile erkennen kann, sobald sie auftauchen, und mich bewusst bemühe, sie zu beseitigen, kam Neid immer wieder zum Vorschein. Mir wurde klar, dass ich genauer untersuchen musste, woher der Neid kam, um ihn dann auszumerzen.

Neid aufgrund einer introvertierten Persönlichkeit

Die Praktizierende Lian berichtet bei den Treffen zum gemeinsamen Fa-Lernen von ihren Kultivierungserfahrungen. Als sie erzählte, dass sie manchmal länger als zwei Stunden meditiert, dachte ich bei mir: Sie kann das nur, weil sie von meinen Erfahrungen gelernt hat. Außerdem meditiere ich selbst länger als sie, ohne dass ich das jedoch jemals in der Gruppe erwähnt habe. Als sie darüber sprach, wie sie ihre Lernzeit einteilte und das Auswendiglernen des Fa intensivierte, dachte ich, ihr tägliches Arbeitspensum sei geringer als meines und sie verfüge über mehr Freizeit sowie ein besseres häusliches Umfeld – während ich nicht einmal ein eigenes Zimmer hatte.

Ich erkannte, dass sich hier der Neid regte. Obwohl ich über die Jahre hart daran gearbeitet hatte, ihn abzulegen, musste ich herausfinden, warum ich immer noch auf andere neidisch war.

Zudem entwickelte ich eine Neigung, mit Lian in Konkurrenz zu gehen, wenn ich sah, wie gut sie beim Lesen und Rezitieren des Fa während unseres gemeinsamen Lernens abschnitt. Ich hatte nie geglaubt, eine Anhaftung an Gefühle von Konkurrenz zu haben, da ich mit einem jähzornigen Vater und einer strengen Mutter aufgewachsen war und schon mit sechs Jahren im Haushalt mithelfen musste. Dazu gehörte unter anderem auch, dass ich jeden Morgen um 5 Uhr geweckt wurde, um das Frühstück zuzubereiten. Aufgrund der endlosen Hausarbeit spielte ich selten mit anderen Kindern, was mich introvertiert und zurückgezogen machte. Ich war stets unterwürfig, stritt mich nie mit anderen und behielt meine Gefühle für mich. Dass ich nun Wettbewerbsdenken bei mir selbst wahrnahm, veranlasste mich dazu, nach innen zu schauen.

In der Grundschule lobten meine Lehrer meine schulischen Leistungen, und ich wurde Klassensprecherin. Mein Klassenlehrer wies meine Mutter oft auf die Bedeutung der Schularbeiten hin und bat sie, mir weniger Hausarbeiten aufzutragen. Als mich mehrere Mitschüler, die in der Nähe wohnten, abholten, damit wir gemeinsam zur Schule gehen konnten, wurde mir bewusst, dass ich ehrgeiziger und wettbewerbsorientierter geworden war.

Lian teilte ihre Erfahrungen aufgrund ihrer extrovertierten Persönlichkeit mit. Sie wollte sich nicht profilieren. Durch ihren Erfahrungsbericht ermutigte sie uns, die Kultivierung zu schätzen und uns fleißig zu kultivieren.

Mir wurde schließlich klar, dass mein Neid mit meiner introvertierten Persönlichkeit zusammenhing. In der Vergangenheit hatte ich mich lediglich darauf konzentriert, ihn zu beseitigen, ohne einen Zusammenhang mit meiner Persönlichkeit herzustellen. Tatsächlich hat der Meister dies in seiner Lehre deutlich erklärt; dennoch hatte ich es versäumt, mich mit Hilfe des Fa zu prüfen oder diese Anhaftung loszulassen. Als ich die Erkenntnis aus eigener Kraft nicht gewann, nutzte der Meister Lians Verhalten, um mir bei meiner Erhöhung zu helfen. Danke, Meister.

Neid, der aus einer Anschauung entsteht

Eines Tages im vergangenen Jahr engagierte ich die Praktizierende Ping, damit sie mir bei der Fensterreinigung half. Während unserer gemeinsamen Arbeit bemerkte ich, dass ihre Handbewegungen sehr kultiviert und sanft, langsam und bedacht waren. Obwohl ich nichts sagte, war ich innerlich aufgewühlt: Warum putzte sie die Fenster so langsam und präzise? Im Alltag drückt sie sich doch auch nicht besonders gewählt aus. Obwohl ich sie bezahle, erledigt sie die Arbeit auf ihre eigene Weise.

Doch ich erkannte meine Gedanken schnell und begriff, dass mich die Vorstellung einer absoluten Gleichmacherei beeinflusste. Dies war schon vor einigen Jahren aufgetreten, und der Meister hatte angedeutet, dass mich diese Anschauung beherrschte. Als sie nun wieder auftauchte, wurde mir klar, dass ich sie ablegen musste.

Warum kam mir der Gedanke an Gleichmacherei in den Sinn? Weil der Kommunismus mir das Konzept der Gleichheit eingeprägt hatte. Ganz gleich, welche Arbeit ich verrichtete, ich war der Meinung, dass andere, die denselben Lohn erhielten, die Arbeit nach demselben Standard ausführen sollten wie ich. Diese Vorstellung von Gleichheit brachte mich aus dem Gleichgewicht und weckte Neid in mir.

Im Grunde halte ich große Stücke auf mich selbst. Ich bin fähig, schlagfertig, gut in dem, was ich tue, und besitze ein großes Ego. Dieses Ego rührt von der arroganten Ideologie der Parteikultur her – jenem Trotz gegen Himmel und Erde –, die den Menschen beibrachte, weder Himmel noch Erde oder Demut zu respektieren, sondern das eigene Ich über alles zu stellen. Meine Reaktion auf Pings Verhalten offenbare meine Ungeduld, mein Streben nach persönlichem Vorteil und meine Neigung, auf andere, auch auf sie, herabzusehen. Bei weiterem Nach-innen-Schauen erkannte ich, dass all dies auf meiner Anhaftung an das Ego beruhte: Ich wollte im Mittelpunkt stehen und alles nach meinen eigenen Maßstäben beurteilen, anstatt die Dinge wahrhaftig am Maßstab von Dafa zu messen.

Die Anhaftung an das Ego, und die Unfähigkeit, sie loszulassen, sind die Ursache für viele menschliche Vorstellungen. Doch als Dafa-Jünger in der Zeit der Fa-Berichtigung müssen wir uns kultivieren, um selbstlos zu werden, andere an die erste Stelle zu setzen und unser Ego, das sich durch erlernte Verhaltensweisen herausgebildet hat, abzulegen.

Weiteres Beseitigen von Neid

Viele Praktizierende hören sich Podcasts von Minghui Radio an, in denen andere Praktizierende ihre Erkenntnisse und Kultivierungserfahrungen teilen. Da mein Tagesablauf jedoch vollgepackt war, konnte ich die Minghui-Website nur gelegentlich besuchen.

Als ich mitbekam, wie Ping während der Arbeit Minghui Radio hörte, wollte ich das ebenfalls tun. Ich reinige jedoch Büros in einem staatlichen Betrieb mit 300 bis 400 Mitarbeitern und überall befinden sich Überwachungskameras. Ich musste also auf meine Sicherheit achten.

Deshalb hörte ich Radio nur, wenn ich sonntags Überstunden machte, oder wenn weniger Leute anwesend waren. Anfangs tauchte immer wieder Neid in mir auf. Ich fragte mich, worauf ich eigentlich neidisch war und warum das geschah. Ich versuchte, keine Angst vor dem Neid zu haben, sondern daran zu arbeiten, ihn vollständig zu beseitigen. Da er nicht wollte, dass ich mir die Erfahrungsberichte der Praktizierenden anhörte, beschloss ich, genau das weiterhin zu tun.

Durch Beharrlichkeit gelang es mir schließlich, mir regelmäßig die Erfahrungsberichte der Praktizierenden anzuhören.