(Minghui.org) Am 23. Juli veranstalteten rund 2.000 Falun-Gong-Praktizierende in Washington, D.C., eine Kundgebung und einen Marsch, um gegen die seit Juli 1999 andauernde Verfolgung durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) zu protestieren. Am Abend fand vor dem Lincoln Memorial eine Kerzenlicht-Mahnwache statt.
Nach Angaben des National Park Service wurde das Lincoln Memorial 1914 erbaut und einem griechischen Tempel nachempfunden. Der Architekt war überzeugt, dass „ein Denkmal für einen Mann, der während des Amerikanischen Bürgerkriegs die Demokratie verteidigte, auf einer Bauweise beruhen sollte, wie sie in der Wiege der Demokratie zu finden ist“. Fünfzig Jahre später, im Jahr 1963, hielt Dr. Martin Luther King Jr. auf den Stufen des Lincoln Memorial seine berühmte Rede I Have a Dream (Ich habe einen Traum).
Mehr als sechs Jahrzehnte nach Dr. Kings historischer Rede versammelten sich dort Falun-Gong-Praktizierende, um ein Ende der Verfolgung von Falun Gong durch die KPCh zu fordern. Die Unterdrückung dauert inzwischen seit 27 Jahren an und betrifft schätzungsweise 100 Millionen Menschen. Die KPCh ist nach wie vor das größte totalitäre Regime der Welt.
Der Organisator der Mahnwache erläuterte Touristen den Anlass der Veranstaltung: „Während der Lärm des Tages mit der untergehenden Sonne verstummt und Himmel und Erde im weiten Firmament verschmelzen, versammeln wir uns erneut in der US-Hauptstadt. Mit flackernden Kerzen in den Händen gedenken wir der Falun-Gong-Praktizierenden, die in den vergangenen 27 Jahren von der KPCh zu Tode verfolgt wurden, weil sie unbeirrt an den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht festhielten.“

Etwa 2.000 Falun-Gong-Praktizierende halten am Lincoln Memorial eine Kerzenlicht-Mahnwache ab, um der Praktizierenden zu gedenken, die durch die Unterdrückung seitens der KPCh ihr Leben verloren hatten (Minghui.org)
Am Abend des 23. Juli findet eine Kerzenlicht-Mahnwache statt (Minghui.org)
Daniel GS erzählte, er sei bereits in China gewesen und wisse von der Verfolgung von Falun Gong. Auch die anderen Verbrechen der KPCh, darunter die Kulturrevolution, seien ihm bekannt.
Er lobte die Mahnwache und sagte: „Die Veranstaltung ist sehr gut, und ich finde, jeder sollte Glaubensfreiheit haben. Es ist gut, dass die Falun-Gong-Praktizierenden weiterhin protestieren.“
Seiner Ansicht nach habe sich die Lage in China verschlechtert, weil die Überwachungstechnologie immer weiter ausgebaut werde. „Die Führung der KPCh wird bei der Kontrolle der Menschen immer paranoider“, sagte er. „Hier haben die Praktizierenden die Freiheit zu protestieren und müssen keine Vergeltungsmaßnahmen befürchten.“
Colleen Thiel besuchte gerade Washington, D.C., als sie auf die Mahnwache aufmerksam wurde. Sie sagte, das Lincoln Memorial sei ein idealer Ort für eine solche Veranstaltung. „Lincoln war ein Mann, der sich gegen Unterdrückung stellte und für die Freiheit eintrat. Ich hoffe, dass Menschen aller Kulturen und ethnischen Gruppen diese Art von Freiheit erleben können. Wenn ich nach Hause zurückkehre, werde ich meiner Familie und meinen Freunden auf jeden Fall davon erzählen.“
Sie ergänzte: „Ich finde es bemerkenswert, dass die Praktizierenden hier diese Kerzenlicht-Mahnwache veranstalten, denn mehr Menschen müssen davon erfahren. Es ist eine Tragödie, wenn eine Religion unterdrückt wird. Das öffentliche Bewusstsein dafür zu schärfen, ist etwas Wunderbares – und das Beste, was jeder tun kann.“
Zur Verfolgung von Falun-Gong-Praktizierenden erklärte Colleen: „Was mich am meisten verwirrt und fassungslos macht, ist die Tatsache, dass der Kern dieser religiösen Überzeugungen eindeutig Liebe, Barmherzigkeit und Güte ist ... Ganz gleich, um welche Religion es sich handelt: Menschen zu foltern und zu inhaftieren, deren tiefste Überzeugung Güte ist, ist für mich völlig unbegreiflich. Ich kann wirklich nicht verstehen, warum manche Regime dies immer noch tun, und es macht mich sehr traurig.“
Jack Tie aus North Carolina erinnert sich noch gut an den Beginn der Verfolgung von Falun Gong. Er erklärte, warum er an der Kerzenlicht-Mahnwache in Washington, D.C., teilnahm: „Ich erinnere mich an Berichte, wonach die Falun-Gong-Praktizierende Chen Zixiu aus Weifang in der Provinz Shandong zu Tode verfolgt worden war. Ich war zutiefst erschüttert“, sagte er. „Später wurden immer wieder Fälle bekannt, in denen Falun-Gong-Praktizierende infolge der Verfolgung ums Leben kamen. Da ich im Ausland lebe, war mir klar, dass ich mich für die in China verfolgten Falun-Gong-Praktizierenden einsetzen muss – bis diese Verfolgung beendet ist.“
Tie, der seit rund 30 Jahren Falun Gong praktiziert, erklärte, die Praxis helfe den Menschen, ihren moralischen Charakter zu verbessern, indem sie nach den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht leben. „Die Unterdrückung und Verfolgung von Falun Gong durch die KPCh ist Unrecht. Ich sehe es als meine Verantwortung an, mich für Falun Gong einzusetzen und meine Stimme zu erheben, damit mehr Menschen in freien Gesellschaften die Wahrheit über diese Verfolgung erfahren“, sagte er. „Zugleich hoffe ich, dass diese groß angelegten, friedlichen Proteste über verschiedene Kanäle auch die Menschen in Festlandchina erreichen, damit diejenigen, die lange Zeit durch die Lügen und Propaganda der KPCh irregeführt wurden, die Möglichkeit erhalten, die wahren Hintergründe zu erfahren.“
Dass ein solch groß angelegter, friedlicher Protest gegen die Verfolgung in Washington, D.C., stattfinden könne, zeige den hohen Stellenwert, den die amerikanische Gesellschaft der Meinungs- und Glaubensfreiheit sowie den Menschenrechten beimesse, so Tie. „Außerdem erhalten dadurch Menschen aus vielen Ländern und mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen die Gelegenheit, mehr über Falun Gong und die bis heute andauernde Verfolgung in China zu erfahren. Ich hoffe, dass jeder, der hierherkommt, sich durch eigene Beobachtung und Nachdenken ein Bild machen kann und dazu beiträgt, auf diese anhaltende Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen und sie zu beenden.“
Marina Vassong aus Philadelphia war vor mehr als 30 Jahren aus der Sowjetunion in die USA eingewandert; drei Jahre später begann sie, Falun Gong zu praktizieren. „Die Gefühle, die ich bei der Teilnahme an der Kerzenlicht-Mahnwache in meinem Herzen trage, sind unbeschreiblich. Ich empfinde tiefe Trauer um die Mitpraktizierenden, die durch die Unterdrückung ihr Leben verloren haben“, sagte sie.
Marina Vassong nimmt jedes Jahr an den Veranstaltungen in Washington, D.C., teil (Minghui.org)
Während des Holocaust im Zweiten Weltkrieg wurden Vassongs Urgroßeltern und viele Verwandte brutal ermordet. „In jener beschämenden Epoche der Menschheitsgeschichte hätten viele Menschen den Juden zu Hilfe eilen können, doch sie entschieden sich, tatenlos zuzusehen – was letztlich zur Ermordung von sechs Millionen Juden führte“, äußerte sie. „Damals legten die Menschen das historische Gelübde ‚Nie wieder‘ ab. Doch heute setzt die KP Chinas die Verfolgung von Falun-Gong-Praktizierenden fort, wodurch sich ähnliche Tragödien wiederholen; die Situation ist sogar noch erschreckender.“
Für Vassong ist die jährliche Teilnahme an dieser Kerzenlicht-Mahnwache ein sehr wichtiger und feierlicher Moment. „Neben unserem Mitgefühl für die Mitpraktizierenden, die durch diese Verfolgung ihr Leben verloren haben, ist dies auch eine entscheidende Gelegenheit, die Menschen über die Wahrheit aufzuklären: In China findet ein schweres Verbrechen gegen die Menschlichkeit statt. Es ist ein Kampf zwischen Gut und Böse, und das Gute wird letztlich über das Böse triumphieren“, sagte sie.
Patrick Feng, ein junger Falun-Gong-Praktizierender, hatte seine Familie in den vergangenen Jahren lediglich zu den Veranstaltungen in Washington, D.C., begleitet. In diesem Jahr entschied er sich erstmals, selbst aktiv daran teilzunehmen.
„Seit ich Falun Gong praktiziere, bin ich reifer geworden und habe mich auch als Mensch verändert. Ich grübele nicht mehr so viel über das nach, was mir fehlt oder was ich verloren habe. Stattdessen konzentriere ich mich auf das, was ich habe, und bin dafür dankbar. Das Praktizieren von Falun Gong wirkt auf mich wie eine Heilung – sowohl körperlich als auch geistig“, sagte er.
„Falun Gong hat mich gelehrt, inneren Frieden zu finden, und mir geholfen, viele Schwierigkeiten zu überwinden, die sonst zu Depressionen, einer Verschlechterung meiner psychischen Gesundheit oder zu Selbstzweifeln hätten führen können. Viele junge Menschen haben heute Schwierigkeiten, einen Sinn im Leben zu finden, und empfinden vieles als ungerecht. Falun Gong zeigt mir einen vernünftigen und hoffnungsvollen Weg, mit dieser Orientierungslosigkeit umzugehen.“
Im Laufe der Jahre erkannte Feng, während er in seiner Kultivierung heranreifte, immer deutlicher die tiefgründigen Prinzipien von Falun Gong und wie wichtig es ist, die Hintergründe der Verfolgung zu verstehen. „Je tiefer mein Verständnis wird, desto klarer wird mir, dass diese Verfolgung ein Angriff auf meinen Glauben und meine Identität ist“, sagte er. „Es erschüttert mich zutiefst, dass Menschen, die ein ähnliches Leben führen und denselben Glauben haben wie ich, Gefahr laufen, gefoltert oder inhaftiert zu werden, ihre Familien zu verlieren oder großes Leid zu ertragen – nur weil sie an denselben Prinzipien festhalten.“
„Was mich dazu bewegt hat, in diesem Jahr wieder nach Washington, D.C., zu kommen, war der Wunsch, gemeinsam mit den Praktizierenden hier in einer der bedeutendsten Städte der USA ein Zeichen zu setzen. Ich wollte mich an das ganze Land und die Welt wenden und auf diese Verfolgung aufmerksam machen, die nun schon seit 27 Jahren andauert. Ich hatte das Gefühl, dass ich das tun musste – diese Verfolgung dauert einfach schon viel zu lange an“, erklärte Feng.
Er freute sich, so viele Falun-Gong-Praktizierende sowie Mitglieder des US-Kongresses und Passanten zu sehen, die ihre Unterstützung bekundeten und dazu beitrugen, die Öffentlichkeit über die Verfolgung zu informieren. „Auch wenn ich hier nur als ein ganz gewöhnlicher Mensch stehe, habe ich das Gefühl, dass jeder Einzelne wichtig ist. Den Praktizierenden in Festlandchina möchte ich sagen: ‚Haltet durch, gebt nicht auf. Falun-Gong-Praktizierende auf der ganzen Welt stehen an eurer Seite.‘ Ich glaube, dass diese Verfolgung bald ein Ende finden wird“, fügte er hinzu.