(Minghui.org) Ich bin eine junge Falun-Dafa-Praktizierende. Als ich noch sehr klein war, fing ich zusammen mit meiner Familie an, mich zu kultivieren. Ich ging damals noch nicht zur Schule und hatte kein klares Verständnis von der Kultivierung, aber ich wusste, dass ich mich bei allem, was ich tat, an Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht halten musste.
Als die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) 1999 anfing, Falun Dafa zu verfolgen, hatte ich gerade mit der Schule begonnen. Die Erwachsenen zu Hause, die sich kultivierten, wurden alle Opfer der Verfolgung. Sogar meine Großmutter, eine etwa 60-jährige Frau aus dem Dorf, wurde zwei Wochen lang rechtswidrig im Gefängnis festgehalten. Andere Verwandte wurden noch schlimmer verfolgt.
Obwohl ich nicht direkt verfolgt wurde, war ich emotional zutiefst erschüttert. Ohne ein Umfeld, in dem ich das Fa lernen und mich kultivieren konnte, entfernte ich mich langsam von Dafa. Obwohl ich die Kultivierung nicht vollständig verstand, waren die Samen von Dafa in meinem Herzen gesät worden. Ich wusste, Falun Dafa war gut und dass die Menschen, die es praktizierten, allesamt gute Menschen waren. Ich bat den Meister auch um Schutz, wenn ich mit Schwierigkeiten konfrontiert war.
Zu Beginn meines Studiums war die Zeit nicht mehr so knapp bemessen wie zu meiner Schulzeit. Meine Mutter und meine Tante (ebenfalls eine Praktizierende) überredeten mich, wieder mit dem Fa-Lernen und den Übungen zu beginnen. Ich fing an, alle Dafa-Bücher systematisch zu lesen, darunter das Zhuan Falun und Meister Lis andere Vorträge.
Im Studentenwohnheim wurde um 23 Uhr das Licht ausgeschaltet, und so nutzte ich die Zeit danach, um zwischen einer halben und eineinhalb Stunden in den elektronischen Dafa-Büchern auf dem MP4-Player zu lesen. Ich las die Schriften fast jeden Abend, es wurde zur Gewohnheit. Während meiner Zeit an der Universität las ich alle Vorträge des Meisters mindestens dreimal. Ich hatte damals vielleicht noch kein tieferes Verständnis des Fa, aber ich erinnerte mich an viele der oberflächlichen Bedeutungen und Worte aus diesen Vorträgen.
Als ich später mit anderen Praktizierenden Gedanken austauschte, war ich daher in der Lage, mich an den allgemeinen Sinn des erwähnten Fa-Abschnitts zu erinnern und ihn wiederzugeben. Auch andere sagten, dass ich mir ziemlich viel gemerkt hätte. Ich hatte nicht die Absicht, anzugeben oder mir allzu viele komplizierte Gedanken zu machen, und dachte mir nichts dabei, da der Meister dies ja so gesagt hatte. (An dieser Stelle wurde mir, beim Schreiben dieses Berichtes klar, dass meine Erfahrungen in jener Zeit tatsächlich auf die geniale Fügung des Meisters zurückgingen; sie hatten eine gute Grundlage für meine zukünftige Kultivierung geschaffen. Ich danke dem Meister von ganzem Herzen.)
Nach meinem Abschluss begann ich zu arbeiten. Ich hatte das Gefühl, dass ich erst jetzt wirklich mit der Kultivierung begann und meine Anhaftungen loswurde. Ich bin nun seit etwa einem Jahrzehnt im Berufsleben. In dieser Zeit habe ich mehrmals den Arbeitsplatz gewechselt, in verschiedenen Bereichen gearbeitet und bin mit unterschiedlichen Menschen und Problemen in Berührung gekommen. Eine Arbeitserfahrung, die den tiefsten Eindruck bei mir hinterlassen hat, war meine Tätigkeit in einem Hotel. In diesen Jahren habe ich viel gesehen, viel gelernt und viel gelitten.
Ich arbeitete als Rezeptionistin in einem Hotel. Es war eine anspruchsvolle Tätigkeit. Täglich musste ich eine große Anzahl von Gästen empfangen, ein hohes Arbeitspensum bewältigen und mich mit Kollegen aus verschiedenen Abteilungen abstimmen. Dieses Umfeld bot mir viele Gelegenheiten, meinen Charakter zu verbessern. Außerdem half es mir, viele Anhaftungen zu entdecken, wie zum Beispiel meine Anhaftung am Geldverdienen, meine Abneigung gegen Kritik, mein Bedürfnis, das Gesicht zu wahren, mein Gefühl, aus Eifersucht ungerecht behandelt zu werden, die Begierde, das Wetteifern mit anderen und die Prahlerei.
In meiner Abteilung arbeiteten etwa sieben von uns, alle relativ jung. Die jungen Menschen in China sind heutzutage stark von der Kultur der KPCh geprägt und sehr wettbewerbsorientiert. Obwohl wir so wenige waren, teilten wir uns dennoch in drei kleine Gruppen auf, von denen jede auf die anderen herabblickte. Außerdem rivalisierten wir heimlich miteinander.
Unsere Kollegin Aping (Pseudonym) hatte zum Beispiel eine ausgeprägte Persönlichkeit. Sie war kompetent, hervorragend im Kundenservice und eine hervorragende Fachkraft. Ihr Problem war, dass sie es nicht ertragen konnte, wenn man ihr Unrecht tat. Sie konnte Kritik akzeptieren, wenn sie bei der Arbeit einen Fehler gemacht hatte, aber wenn sie im Recht war, ließ sie sich von niemandem kritisieren. Aufgrund ihrer Persönlichkeit geriet sie in Auseinandersetzungen mit der Reinigungsabteilung und hatte auch verbale Geplänkel mit der Geschäftsleitung. Die oberste Führungsebene des Hotels schätzte diese Art von Mitarbeiterin jedoch nach wie vor.
Da wir im Schichtdienst arbeiteten, erzählten mir meine Kollegen oft, sobald ich mich einstempelte, mit einer Mischung aus Spott und Belustigung, dass Aping sich an diesem Tag mit dieser oder jener Abteilung gestritten hatte. Ich hatte schon früher mit Aping zusammengearbeitet und wusste, wie sie war. Manchmal war mir ihre Durchsetzungskraft peinlich, was in mir einen gewissen Groll weckte. Ich dachte, sie sollte aufhören, sich ständig so zu verhalten, und nachsichtiger sein. Sie sollte sich nicht immer weigern nachzugeben, selbst wenn sie im Recht war. Irgendwann würde niemand sie mehr gut finden. Als ich solche Dinge zum ersten Mal über sie hörte, hatte ich das Gefühl, dass es ihr Problem war, weil sie zu willensstark war und schwer im Umgang.
Als ich solche Dinge jedoch ein paar Mal gehört hatte, wurde mir ein Problem bewusst: Jemand erzählte mir ständig von ihr. Als ich tiefer darüber nachdachte, wurde mir klar, dass ich nicht nach innen geschaut hatte, um die Probleme in mir selbst zu finden. Und dass ich die Anhaftung, auf andere herabzuschauen, nicht erkannt und beseitigt hatte. Stattdessen hatte ich nur ihre Schwächen im Blick. Plötzlich wurde mir klar, dass ich in dieser Zeit hohe Maßstäbe an andere angelegt hatte, in der Hoffnung, sie würden sich ändern, während ich mich selbst nach menschlichen Maßstäben bewertete – was genau das Gegenteil von dem war, was ich hätte tun sollen. Ich erkannte meine eigenen Schwächen und fasste den Entschluss, mich zu ändern.
Ich wollte den Anforderungen des Fa folgen und meine Anschauungen ändern. Sobald sich meine Sichtweise geändert hatte, empfand ich Aping als ziemlich gut. Ihre Arbeit war hervorragend, ihre Einstellung im Kundenservice war sehr gut, und sie machte selten Fehler. Trotz ihres starken Selbstbewusstseins war sie vernünftig und offen für logische Argumente. Sie verhielt sich weder unvernünftig, noch machte sie eine Szene. Was die fachliche Kompetenz anging, war ich nicht ganz auf ihrem Niveau, daher sollte ich wirklich von ihr lernen.
Eine Kollegin namens Baiyan (ein Pseudonym) beschwerte sich eines Tages bei mir über Aping und sagte: „Schau dir Aping an, heute streitet sie sich mit jemandem in einer Abteilung und morgen mit jemand anderem in einer anderen Abteilung. Niemand außer dem Vorgesetzten mag sie. Wenn eine Person sagt, dass sie nichts taugt, ist das vielleicht kein Problem. Aber wenn alle sagen, dass sie nichts taugt, wird sie ein Problem haben.“
Ich antwortete: „So sehe ich das nicht. Für mich hängt es davon ab, wie sich eine Person verhält und wie sie Dinge angeht, ob sie gut oder schlecht ist. Entspricht ihr Verhalten den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht? Wenn das, was sie tut, nicht diesen drei Prinzipien entspricht, dann halte ich es zumindest unter diesem Gesichtspunkt für nachvollziehbar, dass sie so schlecht ist, wie alle behaupten. Wenn sich ihr Handeln jedoch mit diesen drei Worten deckt und alle dennoch sagen, dass sie schlecht ist, dann würde ich sagen, dass alle anderen Unrecht haben.“
Ich ermutigte Baiyan, im Umgang mit anderen zu versuchen, deren positive Seiten zu sehen. „Wir alle machen dieselbe Arbeit, und die ist nicht einfach. Wir sollten mehr Verständnis füreinander aufbringen“, sagte ich.
Während meiner Kultivierung hatte ich manchmal das deutliche Gefühl, dass der Meister sich immer um mich kümmerte. Eine Zeit lang hatte ich Heißhunger auf Schweinefleischstreifen mit Fischgeschmack, also dachte ich ständig darüber nach, wann ich Zeit finden könnte, das Gericht zuzubereiten. Aber ich war bei der Arbeit so beschäftigt, dass ich nicht einmal Zeit zum Essen hatte, sodass sich dieser Gedanke einfach hinzog. In dieser Zeit servierte die Betriebskantine tatsächlich Schweinefleischstreifen mit Fischgeschmack (was normalerweise nicht auf der Speisekarte stand), und es schmeckte gut. Ich aß reichlich und war sehr zufrieden. Ich erinnere mich auch noch genau daran, dass ich, als ich den ersten Bissen nahm und das Gericht gerade meinen Mund berührte, bereits wusste, dass dies die Fügung des Meisters war. Der Meister sah, dass ich Heißhunger auf dieses Gericht hatte, und sorgte dafür, dass ich es bekam.
Meine Gefühle waren damals sehr gemischt. Ich dachte darüber nach, wie der Meister sich wünschte, dass sein Schüler die Zeit gut nutzt, um Anhaftungen loszuwerden, sich gut zu kultivieren und seine Xinxing zu erhöhen. Aber gleichzeitig musste er sich dennoch auch um die Gefühle der menschlichen Seite seines Schülers kümmern. Mir wurde klar, dass es für den Meister eine so schwierige Aufgabe ist, uns zu erretten. Ich schämte mich ein wenig und fand mich ziemlich erbärmlich, weil ich immer noch eine Anhaftung an Essen hatte. Doch ich war umso dankbarer – dankbar für die unermessliche Güte des Meisters. Ich dankte dem Meister aus tiefstem Herzen.
Je mehr ich mich kultivierte, desto mehr wurden mir meine Unzulänglichkeiten bewusst und desto mehr wurde mir klar, dass es so viele Bereiche gab, in denen ich mich ändern musste. Wenn ich Kultivierungserfahrungen mit anderen Praktizierenden austauschte, war ich tief bewegt, denn je mehr ich mich kultivierte, desto mehr staunte ich über die Barmherzigkeit des Meisters und die Größe von Dafa. Ich staunte auch über meine eigene Unwissenheit.
Da die Fa-Berichtigung sich dem Ende nähert, ist die Zeit sehr knapp. Jeden Tag gibt es viel zu tun, doch was wir leisten können, ist sehr begrenzt. Ich muss mich weiterhin bemühen, mich gut zu kultivieren und die verbleibende Zeit gut zu nutzen.
Manchmal dachte ich daran, dass in der Anfangszeit, als wir zum ersten Mal versuchten, die Verfolgung zu beenden, die Dafa-Praktizierenden so schwer verfolgt wurden, wir aber standhaft blieben und die Schwierigkeiten überwanden. Die Prüfungen und Schwierigkeiten der vergangenen mehr als 27 Jahre haben bewiesen: Ganz gleich, wie kompliziert die Gesellschaft wird oder wie ernst die Lage ist – solange wir den Anforderungen des Meisters und des Fa folgen, danach handeln und zu 100 Prozent an den Meister und das Fa glauben, tun wir das Aufrichtigste und das, was wir als Dafa-Praktizierende tun sollten.
Ich bin mir zutiefst bewusst, dass mein Kultivierungszustand noch weit von den Anforderungen des Fa entfernt ist. Deshalb möchte ich die verbleibende begrenzte Zeit nutzen, um mich dazu anzuhalten, klarer in meinen Gedanken und ernsthafter zu sein und mein Bestes zu geben, um mit dem Fortschritt der Fa-Berichtigung Schritt zu halten. Ich möchte gemeinsam mit den Mitpraktizierenden dem Meister nach Hause folgen.
Das Obige sind meine Erkenntnisse, die auf meinem Kultivierungsniveau basieren. Ich schreibe sie nieder, um sie mit den Mitpraktizierenden zu teilen. Bitte korrigiert mich, wenn etwas zu verbessern gibt.