(Minghui.org) Als ich den Aufruf zur Einreichung von Beiträgen für die 22. Erfahrungsaustauschkonferenz für Festlanchinesen auf der Minghui Webseite sah, überkam mich eine tiefe innere Traurigkeit. Ich fragte mich selbst: „Die Fa Berichtigung geht ihrem Abschluss entgegen. Hast du deine zahlreichen menschlichen Gesinnungen und Anhaftungen wirklich losgelassen? Entsprichst du den Anforderungen? Bist du gereift?“
Durch den Einfluss meiner Mutter seit meiner Kindheit bin ich umgänglich, leicht zugänglich und ein warmherziger Mensch. Bei meiner Kultivierung handele ich stets mit dem Grundsatz, anderen Gutes zu tun. Ich nehme Rücksicht auf andere, arbeite aktiv bei den Dafa-Projekten mit und helfe Mitpraktizierenden, wann immer sie mich darum bitten. Oft habe ich sie beim Aufbau einer Fa-Lernengruppe unterstützt. Wenn der Computer eines Mitpraktizierenden ein neues Betriebssystem benötigte oder technische Probleme hatte, suchte ich aktiv den Kontakt zu technisch versierten Praktizierenden. Benötigte jemand Materialien zur Aufklärung der wahren Umstände, neue Jingwen des Meisters oder Audioaufnahmen zum Erfahrungsaustausch, brachte ich diese nach der Fertigstellung zuverlässig zu ihm, unabhängig von Wind und Wetter. Besonders gegenüber älteren Praktizierenden war ich sehr geduldig. Vor allem diejenigen, die das Internet nicht nutzen konnten, unterrichtete ich Schritt für Schritt persönlich.
Immer wenn eine Aufgabe vor mir lag, dachte ich: „Warum begegnet gerade mir diese Angelegenheit? Warum hat man gerade mich darum gebeten?“ Ich betrachte alles als eine barmherziges Arrangement des Meisters. Wenn ich es nicht täte, wer dann? Wenn ich die Aufgabe nicht übernehmen würde, wer sonst sollte sie übernehmen? Deshalb wich ich keiner Aufgabe aus. Alle Schwierigkeiten, Konflikte und Mühen, die sich dabei ergaben, betrachtete ich als Gelegenheiten, mich zu kultivieren. Manchmal mussten wegen einer Systemaktualisierung mehrere Computer gleichzeitig zu einem technisch versierten Mitpraktizierenden gebracht und anschließend wieder zurückgeholt werden. Dabei vergaß ich oft sogar das Mittagessen und war müde und erschöpft. Dennoch dachte ich: „Leiden zu ertragen ist etwas Gutes.“ Wenn ich Dateien für Mitpraktizierende kopierte, hatten sie häufig unterschiedliche Wünsche. Immer wieder änderte ich die Inhalte oder passte sie an, bis sie zufrieden waren. Manchmal stieg zwar Unmut in mir auf: „Warum gibt es so viele Anforderungen? Es funktioniert doch auch so. Warum muss alles ständig geändert werden?“ Doch nichts geschieht zufällig. Alles diente meiner eigenen Erhöhung. Es liegt nicht an den anderen, sondern ich muss bei mir selbst nach innen schauen.
Da bei mir zuhause auch gewöhnliche Menschen leben, achtete ich sehr auf mein Verhalten. Das Verhalten eines Dafa-Jüngers ist in den Augen gewöhnlicher Menschen selbst ein Teil der Wahrheit. Allmählich verstanden auch meine Angehörigen immer besser, was ich tat. Ich erinnere mich an den vierten Tag des chinesischen Neujahrs. Gerade war ein Bekannter zu Besuch, als die Mutter einer Mitpraktizierenden zu mir kam und sagte, dass ein Rechtsanwalt eingetroffen sei. Damals ging es um die Rettung eines rechtswidrig festgenommenen Mitpraktizierenden. In diesem Augenblick erschien in meinem Kopf ganz deutlich ein Gedanke: „Das Fa steht an erster Stelle.“ Ich sagte zu meiner Familie: „Ich habe eine dringende Angelegenheit. Bitte geht mit unserem Gast ins Restaurant essen.“ Als sie sich einverstanden erklärten, nahm ich sofort ein Taxi und fuhr los.
So schwand mein Egoismus allmählich, ohne dass ich es bewusst bemerkte. Wenn etwas passierte, dachte ich zuerst an andere. Unter den Mitpraktizierenden war ich beliebt und genoss einen guten Ruf. Gleichzeitig hörte ich immer häufiger dankende Worte. Durch das Fa verstand ich jedoch, dass man sich niemals die Verdienste des Himmels selbst zuschreiben darf. Alles wird vom Meister getan. Ich tue nur den Dienst eines Laufburschen. Ohne die Unterstützung des Meisters könnten wir überhaupt nichts erreichen.
Später kamen immer mehr Praktizierende gezielt zu mir, um sich mit mir auszutauschen. Manche sagten sogar: „Du solltest doch einfach der Koordinator unserer Fa-Lerngruppe werden.“ Als ich das hörte, stieg unwillkürlich Angst in mir auf. Ich befürchtete, zu einer Person zu werden, von der andere abhängig werden oder die sie sogar verehren. Besonders nachdem auf der Minghui Webseite mehrere Erfahrungsberichte über das Phänomen des „Zu Tode Lobens“ veröffentlicht worden waren, machte ich mir noch größere Sorgen. Ich wusste genau, dass mein Kultivierungszustand weit hinter den fleißigen Mitpraktizierender und erst recht hinter den Anforderungen des Dafa zurückblieb.
Mir war bewusst, dass auch diese Sorge selbst eine menschliche Gesinnung war. Doch welche Anhaftung verbarg sich hinter dieser Sorge? Vor einiger Zeit verstarb eine Mitpraktizierende aus unserer Region. Oberflächlich betrachtet lag es daran, dass zu viele Menschen sie verehrten. Unter der Verehrung anderer kann das menschliche Herz leicht anschwellen, wodurch die alten Mächte eine Lücke ausnutzen können. Diese Lektion war äußerst schmerzhaft. Wenn ich an diese verstorbene Mitpraktizierende dachte, bekam ich Angst. Deshalb sagte ich häufig zu den Mitpraktizierenden, mit denen ich in Kontakt kam: Lobt andere nicht leichtfertig und macht euch nicht von anderen abhängig. Verglich ich dies jedoch mit dem Fa des Meisters, erkannte ich, dass ich nach außen schaute. Ich versuchte lediglich aus Angst vor Verfolgung zu verhindern, dass andere mich verehrten oder von mir abhängig wurden. Wie erschreckend! Verbarg sich doch mein eigener Egoismus dahinter.
Als ich mich anhand des Fa ernsthaft prüfte, fragte ich mich: Warum verlassen sich andere auf mich? Warum verehren sie mich? Ich fand mehrere Ursachen:
Ich kann mich gut ausdrücken. Deshalb erzählte ich gern, wie ich den Mitpraktizierenden durch Aussenden aufrichtiger Gedanken half, nach innen zu schauten, die Prüfungen des Krankheitskarmas oder die Xinxing-Prüfungen zu bestehen. Oft schilderte ich den gesamten Ablauf bis ins Detail. Wenn ich hörte, wie Mitpraktizierende über die Fehler anderer sprachen oder darüber, dass jemand nicht im Einklang mit dem Fa gehandelt hatte, brachte ich sofort meine eigenen Gedanken und Vorgehensweisen ins Spiel. Tatsächlich vermittelte ich damit unterschwellig: „So wie sie würde ich es niemals machen.“ Oder: „So kann man doch nicht handeln.“ War das nicht eine Form der Selbstdarstellung und Wichtigtuerei? Daraufhin bestätigten Mitpraktizierende häufig: „Wenn du dabei gewesen wärst, wäre alles besser gelaufen.“ Durch das Lob und die Anerkennung anderer entwickelte ich unmerklich Überheblichkeit, ohne dass ich es selbst bemerkte.
Über viele Jahre arbeitete ich eng mit andere Praktizierenden zusammen, die über eine gute Ausbildung und einen edlen Charakter verfügten und in der Kultivierung fleißig vorankamen. Unter den Praktizierenden fanden alle sie recht gut. Manche besaßen ausgezeichnete technische Kenntnisse, andere installierten Empfangsanlagen für New Tang Dynasty Television, manche hatten ein tiefes Fa-Verständnis und konnten bei Konflikte stets anhand des Fa sich selbst kultivieren. Insgeheim war ich sogar ein wenig stolz darauf, dass ich mit ihnen eng verbunden war und ihr Vertrauen genoss. Wenn andere Hilfe benötigten, fungierte ich oft als Vermittler, weil nur ich direkten Kontakt zu diesen Praktizierenden hatte. Ob Computerprobleme, Informationsmaterialien, Korrekturen von Manuskripten, Kopieren der Audio- und Videodateien auf USB Sticks – alle technischen Fragen wurden stets schnell von den technisch versierten Mitpraktizierenden gelöst. In Wirklichkeit lösten sie die Probleme. Ich selbst überbrachte lediglich Nachrichten oder Materialien. Wenn Mitpraktizierende Xinxing-Prüfungen durchliefen, tauschte ich mich ebenfalls mit diesen Praktizierenden darüber aus und gab anschließend die Erkenntnisse an andere weiter. Mit der Zeit entstand dadurch bei vielen der Eindruck, sie müssten sich bei jeder Angelegenheit nur an mich wenden. So wurde ich ständig gesucht und war ununterbrochen beschäftigt. Dadurch entstand der Eindruck, ich sei besonders fähig. Zwar sagte ich oft: „Eigentlich müsst ihr den technischen Mitpraktizierenden danken.“ Oder: „Diese Erkenntnisse stammen nicht von mir, sondern sind das Ergebnis unseres gemeinsamen Austausches.“ Doch an den Blicken und Worten der anderen spürte ich ihre Bewunderung und Anerkennung. Und genau dadurch begann mein menschliches Herz allmählich anzuschwellen.
Immer wenn Mitpraktizierende in unserer Fa-Lernengruppe über ihre Schwierigkeiten oder über Xinxing-Prüfungen sprachen, die sie nicht überwinden konnten, legte ich ihnen ausführlich dar, wie ich selbst in einer ähnlichen Situation gehandelt hatte. Insgeheim hoffte ich, dass sie genauso handeln würden wie ich. Schließlich führte genau das dazu, dass sich Mitpraktizierende zunehmend auf mich verließen. Dabei dürfen wir nie vergessen: Derjenige, der unsere Kultivierung wirklich anleitet, ist unser Meister! Wenn es so weitergehen würde, bestünde die Gefahr, dass die Praktizierenden von Praktizierenden anstatt vom Fa lernen. Dadurch könnten sie zu einem abweichenden Weg geführt werden. Wie gefährlich ist das? Ich sollte mich an den Erfahrungen anderer Praktizierender spiegeln und prüfen, ob ich dieselben Anhaftungen besitze. Ich sollte anhand des Fa die menschlichen Gesinnungen erkennen, die nicht den Anforderungen des Fa entsprechen, und sie berichtigen. Ich sollte jedoch nicht anderen Ratschläge erteilen, Ermahnungen aussprechen oder gleichsam ein „Rezept verschreiben“, indem ich meine eigenen Vorstellungen und Handlungsweisen anderen aufzwinge.
Nachdem ich erkannt hatte, dass dieses Verhalten nicht mit dem Fa übereinstimmte, begann ich sehr bewusst darauf zu achten, wie ich sprach. Beispielsweise sagte ich: „In dieser Angelegenheit habe ich selbst auf diese Weise gehandelt. Das entspricht lediglich meinem derzeitigen Kultivierungsverständnis auf meiner gegenwärtigen Ebene. Lasst uns alle das Fa als unseren Lehrer betrachten.“ Dadurch versteht der andere sofort, dass es sich lediglich um meine persönliche Erkenntnis handelt. So entstehen nicht solche Situation: „Der oder die Mitpraktizierende hat mir gesagt, ich solle so handeln.“ Schließlich dürfen wir niemals Verdienste des Himmels uns selbst zuschreiben.
Einmal sagte eine Mitpraktizierende zu mir: „Ich höre dir besonders gern zu. Du bringst die Dinge immer auf den Punkt, drückst dich klar aus und kannst dich auf der Grundlage des Fa mit anderen über Themen austauschen.“ Generell erzählte ich den anderen gern von Erfahrungsberichten anderer Praktizierender. Ihre Erkenntnisse über das Fa schilderte ich dann mit meinen eigenen Worten oft sehr anschaulich, sodass die Zuhörer das Gefühl hatten, dass ich persönlich dabei gewesen wäre. Gerade diese lebendige Darstellung führte jedoch leicht dazu, dass ich Einzelheiten ausschmückte, manches übertrieb oder unbewusst ergänzte. Manchmal hielt ich die Erkenntnisse der jeweiligen Praktizierenden sogar für besonders richtig oder besonders tiefgründig. Vor einigen Jahren machte mich eine Mitpraktizierende darauf aufmerksam: „Warum sprichst du so selten darüber, was im Fa steht? Stattdessen erzählst du immer, wie andere gehandelt haben.“ Später hatte ich zweimal denselben Traum: Während einer Prüfung schrieb ich von anderen ab.
Die Abhängigkeit und Verehrung der Mitpraktizierenden ist nicht ihr Problem, vielmehr lag es an meinem unreinen Herzen. Ich erinnerte mich an die Worte des Meisters:
„Für einen Kultivierenden ist jede Plage, die ihm unter den gewöhnlichen Menschen begegnet, ein Hindernis, das zu überwinden ist; und jedes Lob ist eine Prüfung.“(Kultivierende sind immer einbezogen, 14.01.1996, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)
Verglichen mit den Anforderungen des Fa war ich noch weit davon entfernt. Wie konnte ich da noch selbstgefällig werden oder zulassen, dass mein menschliches Herz immer weiter anschwoll? Nur wenn wir wirklich nach den Anforderungen des Dafa handeln, sind wir wahre Kultivierende.
Wenn ich heute mit Mitpraktizierenden Erfahrungen austauschte, bemühte ich mich deshalb, in allem das Fa als Maßstab zu nehmen. Ich erinnerte mich ständig daran, das Fa als Lehrer zu nehmen, und erinnerte auch die Mitpraktizierenden daran, niemals Menschen zu folgen, anstatt dasas Fa zu lernen. Ganz gleich, in welcher Situation wir uns befinden, sollten wir uns stets an den Maßstäben eines Kultivierenden orientieren, das Fa an die erste Stelle setzen und alles anhand des Fa beurteilen.
Da meine wahre Kultivierung noch nicht ausreichend war, betrachtete ich viele Dinge nur oberflächlich. Ich versäumte es häufig, anhand des Fa nach den tiefer liegenden menschlichen Gesinnungen zu suchen, die sich hinter den äußeren Erscheinungen verbargen. Das war ein ernstes Problem meiner Kultivierung und sehr gefährlich. Je mehr ich jedoch das Fa lernte und es wirklich in mein Herz aufnahm, desto mehr arbeitete ich an meiner Xinxing, schaute gründlicher nach innen und blieb nicht länger an der Oberfläche. Nach und nach verstand ich, was wahre Kultivierung bedeutet. Ich ließ keine Gelegenheit zur Erhöhung mehr ungenutzt. Eigentlich ist Kultivierung nicht kompliziert. Kompliziert wird sie nur durch jene menschlichen Gesinnungen, die wir über lange Zeit nicht loslassen. Entscheidend ist, sich anhand des Fa nach innen zu suchen und sich durch die solide Kultivierung dem Fa anzugleichen.
Ich verneige mich voller Ehrfurcht vor dem Meister.