(Minghui.org) 2013 – ich war Erstsemester an einer Universität in der Provinz Liaoning – hatten wir zu Beginn des Semsters ein einmonatiges militärisches Training. Das wurde genutzt, um den Studenten die Parteikultur der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) einzutrichtern. Es gab zwar auch Lehrveranstaltungen, aber die Hälfte der Kurse während des ersten Semesters waren reine Gehirnwäsche-Maßnahmen. Etwa in dem Kurs „Militärtheorie“, in dem die absurde Ansicht gelehrt wurde, dass die Partei sowohl dem Staat als auch dem Militär überlegen und übergeordnet sei. Die Lehrbücher waren voll mit Geschichtsverfälschungen und Lügen. Unter dem Deckmantel, Wissen zu vermitteln, vergiftete die KPCh die Gedanken der Studenten mit ihrer Parteikultur genau in der Lebensphase, in der junge Menschen ihre Weltansichten und Werte entwickeln. An die einzelnen Inhalte mögen sich die Studenten später vielleicht nicht mehr erinnern, aber die Parteikultur und ihre verstörenden Konzepte beeinflussen das Denken und Verhalten weit über das Studium hinaus.

Aus dieser Zeit möchte ich gerne die Geschichte eines Falun-Dafa-Praktizierenden teilen, der Plakate anbrachte und mir ein Erlebnis schenkte, dass mich bis heute prägt.

Im November herrschte eisiges Wetter. Der Kurs „Militärtheorie“ war beinahe zu Ende. Während des Unterrichts referierte der Lehrer gerade über die Inhalte eines Lehrbuchs, wechselte dann aber plötzlich das Thema und kam auf Falun Gong zu sprechen. Anschließend erzählte er selbstgefällig, wie er sich einst geweigert hatte, einem Praktizierende zuzuhören, und verwendete dabei bewusst einen scherzhaften Tonfall. Die Studenten brachen in schallendes Gelächter aus. Dadurch veränderte sich die Atmosphäre im Unterrichtsraum schlagartig, und die Studenten begannen, unruhig zu werden und untereinander zu flüstern.

Ich hatte damals bereits ein gutes Verständnis über Falun Dafa und die Verfolgung im Land. Die Szene stimmte mich unfassbar traurig. Vergiftet von den Lügen zeigten mehr als einhundert Studenten in dem Saal die verschiedensten Reaktionen und Verhaltensweisen. So etwas hatte ich noch nie erlebt und in diesem Moment brachte ich nicht die Stärke auf, den Ansichten, die der Lehrer geäußert hatte, offen zu widersprechen. Mein Kopf war voller negativer Gedanken.

Der Vorfall beschäftigte mich den ganzen Tag und auch am Abend kreisten meine Gedanken noch um das, was passiert war. Ich hatte noch mehr begriffen, wie bösartig die KP Chinas ist und wie sehr sie die Gedanken der Lehrer und Studenten mit ihrem Gift durchsetzt hatte. Die Zeit, die für das Selbststudium vorgesehen war, endete um 20:30 Uhr und ich ging alleine zurück zu meinem Zimmer. Ich spürte, wie die Kälte draußen zunahm und mir förmlich unter die Kleidung kroch, was wie eine Reflexion meiner geistigen Verfassung wirkte.

Ich folgte weiter der Hauptstraße, die das ganze Universitätsgelände von Nord nach Süd durchlief. Mit schnellem Schritt und gesenktem Kopf eilte ich in Richtung meines Schlafdomizils. Auf einmal wanderte mein Blick unwillkürlich nach oben und vor mir offenbarte sich ein erstaunlicher und zutiefst ergreifender Anblick: An allen Straßenlaternen waren neue Plakate angebracht worden. Sie waren nicht übermäßig groß, etwa 30x15 cm, aber von einem kräftig leuchtenden gelb. Auf ihnen stand geschrieben: „Falun Dafa ist gut! Wahrhaftigkeit – Güte – Nachsicht sind gut!“ Unter den Schriftzeichen war eine blühende Lotusblume abgedruckt. Die Plakate waren in Kopfhöhe angebracht, und während das Licht der Straßenlaternen kalt leuchtete, reflektierten die Plakate das Licht in einem warmen Ton. So weit das Auge von Nord nach Süd reichte, konnte man die Plakate sehen. Sie waren ein echter Blickfang und viele Studenten betrachteten sie.

Die Plakate mussten an diesem Nachmittag angebracht worden sein. Obwohl die Straße von Studenten ständig genutzt wird, muss ein Praktizierender die Plakate angebracht haben, um ein öffentliches Zeichen gegen die Verfolgung und die Lügen zu setzen. Dabei hat er das Risiko, angeschwärzt zu werden, in Kauf genommen. In diesem Moment, als ich mich so einsam und verloren gefühlt hatte, waren diese Plakate eine große Ermutigung für mich gewesen. Wie schwebende Laternen wirkten sie, die ein strahlendes Licht verbreiteten und mir eine innere Wärme schenkten.

Wann immer ich an diese Szene zurückdenke, bin ich tief bewegt. Zehn Jahre danach habe ich selbst begonnen, Falun Dafa zu praktizieren und verstanden, dass die Praktizierenden in dieser wichtigen Zeit für alle Lebewesen da sind. Damals begann ich, selbst mit den Menschen über Falun Dafa und die Verfolgung zu sprechen. Dabei habe ich erfahren, dass viele Menschen die Tatsachen über die Verfolgung bereits kennen und unsere Flyer oder andere Informationsmaterialien gesehen und gelesen haben. Das ist auf die aufrichtigen Gedanken und Taten zahlloser Praktizierender während der vergangenen Jahre zurückzuführen und ganz besonders auf den großen Einsatz und die unermessliche Mühe unseres barmherzigen Meisters.

Zudem habe ich verstanden: Auch wenn wir manchmal finden, dass unser Einsatz, wenn wir den Menschen die wahren Umstände erklären, keinen sichtbaren Erfolg zeigt, kann er dennoch Wirkung haben. Unsere Worte berühren vielleicht die Gedanken der Menschen und verändern sie zum Positiven, oder verändern auch die Situation in anderen Räumen. Irgendwann in der Zukunft wird man möglicherweise ihre enorme Wirkung sehen.