(Minghui.org) Minghui.org berichtete bereits über die Massenfestnahmen von 16 Falun-Gong-Praktizierenden im Bezirk Guye (Stadt Tangshan, Provinz Hebei) zwischen dem 9. und 11. Juni 2026. Dieser Bericht liefert weitere Einzelheiten zu zwei der Praktizierenden: Ma Yingjie und seiner Frau, Wang Xiuyun.
Wang wurde in der Nacht zum 9. Juni festgenommen und am darauffolgenden Tag wieder freigelassen. Die Polizei schikaniert sie weiterhin, und sie steht unter enormem Druck.
Ma, um die 60, wartete am 9. Juni gegen 19 Uhr auf einen Bus, als ihn plötzlich eine Gruppe von Zivilpolizisten umringte und zu einer Mitsubishi-Limousine brachte, die seinem Freund gehörte. Die Polizei hatte ihn bereits eine Weile beobachtet und wusste, dass sein Freund ihm einen Autoschlüssel übergeben hatte. Sie nahmen ihm den Schlüssel ab, durchsuchten das Fahrzeug und beschlagnahmten Materialien zu Falun Gong.
Die Polizei durchsuchte auch Ma und nahm seinen Hausschlüssel, seine Handtasche sowie den Schlüssel zu seinem eigenen Auto an sich. In der Handtasche befanden sich zwei Bankkarten, die Sozialversicherungsausweise von ihm und seinen Eltern sowie 6.000 Yuan (etwa 774 Euro) Bargeld.
Anschließend wurde Ma nach Hause gebracht. Ohne einen Durchsuchungsbeschluss vorzuzeigen, öffnete die Polizei die Tür mit dem beschlagnahmten Schlüssel. Sie beschlagnahmten seine Falun-Gong-Bücher, ein Porträt des Begründers von Falun Gong sowie einen Laptop.
Als die Polizei Ma vor sein Wohnhaus führte, kam gerade seine Schwester vorbei die ihn besuchen wollte. Sie ergriff seine Hand und rief unter Tränen: „Geh nicht mit ihnen mit! Wenn du gehst, wer kümmert sich dann um unsere alten Eltern?“
Die Polizei drohte damit, die Schwester wegen „Behinderung dienstlicher Amtshandlungen“ festzunehmen.
Während seiner Vernehmung auf der Polizeidienststelle des Bezirks Guye weigerte sich Ma, Fragen zu beantworten. Am nächsten Nachmittag wurde er für eine ärztliche Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Dabei wurde ein Blutdruck von 170/110 mmHg festgestellt (zum Vergleich: Der Normalwert liegt bei 120/80 mmHg). Auch viele andere Messwerte waren auffällig.
Trotz seines Gesundheitszustands brachten ihn Polizeibeamte in das erste Untersuchungsgefängnis der Stadt Tangshan, wo er erneut untersucht wurde. Sein Blutdruck war weiterhin hoch, doch der Polizei gelang es, seine Aufnahme in das Gefängnis durchzusetzen.
Die Beamten Yang (Dienstnummer 85260) und Li (Dienstnummer 85160) begaben sich in das Gefängnis, um Ma zu vernehmen. Sie berichteten, dass die Polizei auch die Wohnung seiner Schwester durchsucht und dabei Falun-Gong-Bücher sowie Informationsmaterialien, einen Drucker und 40.000 Yuan (etwa 5160 Euro) in Banknoten beschlagnahmt habe, auf denen die Worte „Falun Dafa ist gut“ aufgedruckt waren.
Yang und Li drohten damit, Mas Schwester zu verhaften, falls er nicht zugäbe, dass die bei ihr zu Hause beschlagnahmten Gegenstände ihm gehörten. Um seine Schwester zu schützen, erklärte er, die Gegenstände seien sein Eigentum.
Yang und Li kehrten einige Tage später zurück. Sie hatten mehrere Personen bei sich und fragten, ob er „diese Falun-Gong-Praktizierenden“ kenne. Er weigerte sich, ihren Forderungen nachzukommen oder die Vernehmungsprotokolle zu unterzeichnen. Auf die Frage der Polizei, ob er seine Schuld eingestehe, antwortete er mit „Nein“.
Am 9. Juli suchten Li Nan und ein weiterer Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft des Bezirks Guye die Haftanstalt auf und kündigten Ma an, dass gegen ihn ein offizieller Haftbefehl ausgestellt werde. Sie weigerten sich, die Rechtsgrundlage für seine Verfolgung zu nennen. Sechs Tage später sah er in seiner Zelle einen Haftbefehl, wusste jedoch nicht, wer ihn dort hinterlassen hatte. Nun droht ihm wegen seines Glaubens eine Anklage.
Ma litt früher unter Herzrhythmusstörungen und Beinbeschwerden, doch all seine Symptome verschwanden, nachdem er mit der Praxis von Falun Gong begonnen hatte. Zudem wurde er zu einem besseren Sohn sowie einem liebevollen Ehemann und Vater.
Nachdem die Kommunistische Partei Chinas im Juli 1999 eine landesweite Kampagne gegen Falun Gong eingeleitet hatte, weigerte sich Ma, seinem Glauben abzuschwören, und wurde wiederholt zur Zielscheibe von Verfolgungsmaßnahmen. Am 29. Dezember 2000 reiste er nach Peking, um sich für Falun Gong einzusetzen, und wurde dort festgenommen.
Die Pekinger Polizei überstellte ihn zurück nach Tangshan. Die Sicherheitsbeamten Wu Liansheng und Liu Jihong – Angestellte seines Betriebs, des „Lyujia Brokenerzunternehmens“ – setzten Elektroschockstäbe gegen ihn ein und versetzten ihm Stromstöße an Zunge, Ohren und Lippen. Zudem fesselten sie seine Arme für zehn Minuten fest auf dem Rücken.
Wu und Li brachten ihn später in einen ungeheizten Raum und öffneten das Fenster, damit er frieren musste. Sie gestatteten ihm nicht, warme Kleidung zu tragen, und gaben ihm keine Decke. Auch einige andere Sicherheitsmitarbeiter kamen hinzu. Sie lösten sich in vierstündigen Schichten ab, um ihn rund um die Uhr zu bewachen. Seine Familie wurde später gezwungen, 3.000 Yuan (etwa 387 Euro) zu zahlen.
Ma wurde vier Monate lang in der Sicherheitsabteilung seines Unternehmens festgehalten. Im Juni 2001 schrieb er einen Brief an die Unternehmensleitung, in dem er erklärte, er habe durch das Praktizieren von Falun Gong nichts Unrechtes getan. Daraufhin veranlassten sie die Sicherheitsleute Wu und Li dazu, ihn zu Boden zu treten und ihn zu zwingen, sich hinzuknien.
Wu und Li schlugen ihm wiederholt ins Gesicht. Anschließend brachten sie ihn in das Arbeitslager Hehuakeng, wo er eine zweijährige Haftstrafe verbüßen musste.
Am Morgen des 16. Mai 2013, gegen 7 Uhr, erhielt Ma einen Anruf von seiner Firma mit der Aufforderung, sich so schnell wie möglich am Arbeitsplatz einzufinden. Er kam der Aufforderung nach, wurde jedoch unmittelbar nach seiner Ankunft auf dem Parkplatz festgenommen.
Die Polizei brachte ihn nach Hause zurück und beschlagnahmte 500 Yuan (etwa 65 Euro) Bargeld sowie weitere Gegenstände. Am Nachmittag desselben Tages wurde er in die Haftanstalt der Stadt Tangshan gebracht. Nach 15 Tagen wurde er wieder freigelassen.
Am Morgen des 20. Juni 2017 belästigten drei Beamte der Polizeiwache Xinlyu die Eltern von Ma. Sie fotografierten seinen Vater und verlangten sowohl dessen Telefonnummer als auch seine eigene.
Am 6. Juni 2024 wurde Ma erneut festgenommen und zwei Wochen lang in der Haftanstalt Beijiadian festgehalten.
Frühere Berichte: