(Minghui.org) Es gibt ein chinesisches Sprichwort: „Wer nicht langfristig plant, wird unmittelbar mit Problemen konfrontiert.“ Hier sind ein paar positive Beispiele dafür und auch solche, die als Lehre dienen.
Tao Kan, ein General der Jin-Dynastie, stammte aus einfachen Verhältnissen. In einer Zeit, in der hohe Beamtenposten gewöhnlich dem Adel vorbehalten waren, war es eine außergewöhnliche Leistung, dass Tao den Rang eines Großmarschalls [1] erreichte und damit die militärischen Angelegenheiten von acht Provinzen beaufsichtigte. Ein genauerer Blick auf sein Leben zeigt jedoch, dass dieser Erfolg kein bloßer Zufall war.
Tao verlor seinen Vater in der Kindheit, und seine Mutter arbeitete hart, um die arme Familie zu ernähren. Tagsüber ging sie ihrer Arbeit nach, und am Abend spann sie Fäden und webte Hanf. Trotz ihrer Armut gab sie ihre Ersparnisse großzügig an Tao weiter, damit er Umgang mit rechtschaffenen Menschen pflegen und sein Wissen erweitern konnte.
Fan Kui, ein Freund Taos, besuchte ihn einmal mit einigen Begleitern. Als die Nacht kam, brach ein heftiger Schneesturm los, und die verarmte Familie sah sich außerstande, ihre Gäste angemessen zu bewirten. Als seine Mutter Taos Unbehagen bemerkte, beruhigte sie ihn: „Ich bitte dich, bitte die Gäste zu bleiben; ich werde eine Lösung finden.“
Da kein Geld für Lebensmittel vorhanden war, schnitt Taos Mutter ihr langes Haar ab und verkaufte es, um Essen kaufen zu können. Da es an Brennholz zum Heizen fehlte, hackte sie einen Hauspfeiler klein, damit sich die Gäste am Ofen wärmen konnten. Als es kein Futter für die Pferde der Gäste gab, nahm sie die Strohmatte von ihrem eigenen Bett, zerkleinerte sie und fütterte die Tiere damit. Diese Großzügigkeit berührte sowohl Tao als auch Fan. Beeindruckt von Taos Charakter und seiner Auffassungsgabe bemerkte Fan: „Bei einer solch tugendhaften Mutter wundert es mich nicht, dass ihr Sohn so begabt ist.“
Mit der Unterstützung von Fan und anderen wurde Tao Staatsbeamter. Eine Zeit lang war er als Beamter für das Fischereiwesen in seinem Bezirk zuständig. Als einmal ein Untergebener durch Taos Heimatort reiste, bat Tao ihn, seiner Mutter einen Krug mit gesalzenem Fisch (einem bei lokalen Beamten üblichen Nahrungsmittel) zu überbringen. Einige Zeit später wurde das Gefäß ungeöffnet zurückgeschickt, begleitet von einem Brief.
„Du bist erst vor Kurzem ein kleiner Beamter geworden, und doch hast du bereits Staatseigentum zu meinem persönlichen Vorteil genutzt“, schrieb seine Mutter in dem Brief. „Anstatt mir Freude zu machen, bereitet mir dies große Sorge!“
Tief berührt von den Worten seiner Mutter, war Tao entschlossen, was sie ihn damit gelehrt hatte, sein Leben lang zu beherzigen und danach zu streben, ein aufrechter, ehrlicher und unbestechlicher Beamter zu sein.
Kaiser Taizong aus der Tang-Dynastie, der als einer der bedeutendsten Kaiser der chinesischen Geschichte gilt, war für seine Weitsicht bekannt. „Man darf in Zeiten der Stabilität die Gefahr nicht vergessen und in Friedenszeiten nicht das Chaos. Selbst wenn man weiß, dass gegenwärtig kein Unglück droht, muss man bedenken, wie dieser Zustand bewahrt werden kann“, sagte er einst im Zhenguan Zhengyao (Grundlagen der Regierung).
Im zwölften Jahr seiner Herrschaft fragte Kaiser Taizong eines Tages seine hochrangigen Beamten: „Wenn ich von den tugendhaften Taten vergangener Kaiser lese, strebe ich unermüdlich danach, ihnen nachzueifern. Ich habe euch alle ernannt, weil ich euch für Männer von außergewöhnlichem Talent hielt, und doch bleiben die Ergebnisse unserer Regierung hinter denen der Ära der ‚Drei Herrscher und Fünf Kaiser‘ zurück. Woran liegt das?“
Wei Zheng, einer der Beamten, bestätigte, dass das Land tatsächlich in Frieden und Wohlstand blühe. Er warnte jedoch vor Selbstgefälligkeit. Im Laufe der Geschichte habe ein neu auf den Thron gelangter Kaiser stets versucht, seine Verwaltung zu beleben, indem er sich an großen Kaisern des Altertums wie Yao und Shun orientierte.
„Sobald ein Herrscher Bequemlichkeit und Luxus genießt, neigt er dazu, arrogant, verschwenderisch und maßlos zu werden, und versäumt es, seine angeborene Güte bis zum Ende zu bewahren“, warnte Wei. „Ebenso streben Minister bei ihrer Ernennung danach, den Herrscher auf den rechten Weg zu bringen, die Missstände der Zeit zu beheben und den Errungenschaften legendärer Gestalten wie Ji und Xie nachzueifern; doch sobald sie Reichtum und hohen Status erlangt haben, sind sie nur noch darauf bedacht, ihre Ämter und Titel zu sichern, und keiner bleibt wahrhaft loyal und standhaft.“
„Wenn sowohl Herrscher als auch Minister bis zuletzt pflichtbewusst und standhaft blieben, müsste man sich um die Staatsgeschäfte keine Sorgen machen, und die Nation würde die Errungenschaften vergangener Dynastien ganz natürlich übertreffen“, fuhr Wei fort, und Kaiser Taizong stimmte ihm zu.
Eine ähnliche Situation erlebte Kaiser Kangxi während der Qing-Dynastie. „Wenn keine dringenden Angelegenheiten anstehen, sollte man wachsam bleiben, so als stünde eine Aufgabe unmittelbar bevor, um sich gegen mögliche Probleme zu wappnen. Auf diese Weise werden keine unerwünschten Zwischenfälle auftreten“, sagte er in Tingxun Geyan (Maximen der höfischen Unterweisung), einer Sammlung von Ansprachen an seine Kinder. „Umgekehrt sollte man angesichts tatsächlicher Herausforderungen so gefasst und gelassen bleiben, als wäre nichts geschehen, und die Gedanken ruhig und beständig halten; dann werden sich die Probleme ganz von selbst und mühelos lösen. Die Alten sagten: ‚Sei besonnen im Geist, doch kühn im Herzen‘, das ist die Haltung, die man in allen Situationen einnehmen sollte.“
Joachim Bouvet, ein französischer Missionar, der von König Ludwig XIV. nach China entsandt worden war, zeigte sich davon beeindruckt. In seinem Brief bezeichnete Bouvet Kaiser Kangxi als „den mächtigsten Fürsten der Welt“ und als „ausgesprochenen Feind eines trägen und müßiggängerischen Lebens, denn er geht niemals früh zu Bett und steht stets zeitig auf.“
Doch diese Traditionen gingen verloren, nachdem die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) 1949 die Macht übernommen hatte. Durch zahlreiche politische Kampagnen verschärfte das Regime den Einsatz von Gewalt und Propaganda und drängte die Menschen von traditionellen Werten ab.
Selbst nach dem Ende der katastrophalen Kulturrevolution im Jahr 1976 blieb dieses geistige Vakuum unter der atheistischen Herrschaft der KPCh bestehen. Im Mai 1980 veröffentlichte die Zeitschrift China Youth einen Brief von Pan Xiao mit dem Titel „Der Lebensweg: Warum wird er immer schmaler, je weiter ich gehe?“
„Ich bin 23 Jahre alt, eigentlich stehe ich erst am Anfang meiner Lebensreise, doch alle Geheimnisse und der ganze Reiz des Daseins sind für mich bereits verflogen; es fühlt sich an, als wäre ich am absoluten Ende des Weges angelangt“, schrieb die Autorin. „Rückblickend war mein bisheriger Weg eine Reise, die von leuchtendem Purpurrot in ein fahles Grau überging; eine Entwicklung von Hoffnung über Enttäuschung bis hin zur Verzweiflung; eine innere Odyssee, die mit selbstlosen Absichten begann, aber schließlich in einer Hinwendung zum eigenen Ich mündete.“
Als die jüngere Generation, wie zum Beispiel Pan, auf der Suche nach Orientierung verschiedene Ideologien, darunter auch westliche Werte, erkundete, geriet sie jedoch ins Visier der Behörden, die dies als „bürgerliche Liberalisierung“ brandmarkten. Dies mündete schließlich in das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989, bei dem die Demokratiebewegung gewaltsam niedergeschlagen wurde.
Vor diesem Hintergrund wurde im Mai 1992 Falun Gong, eine Kultivierungsmethode auf der Grundlage der Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht, der Öffentlichkeit vorgestellt. Innerhalb weniger Jahre erlebten rund 100 Millionen Menschen eine Verbesserung ihrer körperlichen Gesundheit und die Erhöhung ihres moralischen Charakters. „Die Führungskräfte an meinem Arbeitsplatz stellen gerne Falun-Gong-Praktizierende ein, da diese gewissenhaft und fleißig sind und sich niemals über ihr Arbeitspensum beklagen“, schrieb ein Praktizierender, der damals in einer IT-Firma in Peking tätig war.
Nachdem die KPCh im Juli 1999 begonnen hatte, Falun Gong zu unterdrücken, folgten viele Beamte aus persönlichem Gewinnstreben blindlings der Verfolgungspolitik. Indem sie gegen ihr Gewissen handelten, verhafteten und inhaftierten sie rücksichtslos unschuldige Falun-Gong-Praktizierende. Darauf folgten Gehirnwäsche, Folter, Zwangsarbeit, Tod und sogar Mord zur Organentnahme. Ihre bösartigen Taten hatten wiederum Konsequenzen.
Am 1. August 2005 verhaftete die Polizeidienststelle des Bezirks Xihe in der Stadt Fuxin (Provinz Liaoning) in Zusammenarbeit mit der Polizeiwache Sihe 15 Falun-Gong-Praktizierende. Meng Qingyan, der damalige Leiter der Polizeiwache Sihe, wollte sich durch diese Aktion profilieren. Bei einer anschließenden Besprechung schwadronierte er fanatisch davon, „Falun Gong bis zum bitteren Ende zu bekämpfen“. Doch noch in derselben Nacht starb er plötzlich an einem Herzinfarkt.
Ein ähnlicher Vorfall betraf Liu Wanquan, den Leiter der Polizeiwache der Gemeinde Zhuzhoushan in der Stadt Fuxin. Aus politischem Kalkül versuchte er, die örtliche Falun-Gong-Praktizierende Huang Xiaojie und andere dazu zu zwingen, ihrem Glauben an Falun Gong abzuschwören. Liu schlug nicht nur brutal auf Huang ein, sondern griff auch deren Mutter, Schwager und Cousin an, die Huang unterstützt hatten, und presste ihnen Geldstrafen ab. Noch schlimmer war, dass Liu bei einem Versuch, Huang zu verschleppen, seinen Untergebenen befahl, ihr in den linken Unterschenkel zu schießen, wobei das Projektil das Bein glatt durchschlug, nur weil sie sich weigerte, bei der Verfolgung zu kooperieren. Später wurde Huang durch ein abgekartetes Spiel fälschlicherweise beschuldigt und zu Unrecht für acht Jahre inhaftiert.
Zwei Jahre später wurde Liu bei den Behörden angezeigt und selbst zu zwölf Jahren Haft verurteilt; später drang aus dem Gefängnis die Nachricht nach außen, dass er an Krebs erkrankt war.
Es gibt das Sprichwort: „Was man sät, das wird man ernten.“ Das Leben ist eine Reise, die durch unsere Entscheidungen bestimmt wird. Wenn wir unserem moralischen Kompass folgen, werden wir mit Sicherheit, Gesundheit und Wohlstand belohnt.
[1] Chinesisch „Taiwei“: ein offizieller Titel in China von der Qin-Dynastie bis zur Yuan-Dynastie