(Minghui.org) Eine 76-jährige Frau aus der Stadt Fushun in der Provinz Liaoning wurde im Mai 2026 wegen ihres Glaubens an Falun Gong angeklagt.
Zhao Lihui war am 14. September 2025 gegen 8 Uhr morgens festgenommen worden, als sie sich auf einem Markt mit einem älteren Mann über Falun Gong unterhielt. Ein Beamter der Polizeiwache Lishi ergriff sie am Arm. Auch eine weitere örtliche Falun-Gong-Praktizierende, Duan Shuxia (auch bekannt als Duan Suxia), wurde festgenommen.
Der Beamte Guo Yuehui von der Polizeiwache Lishi erklärte, der Fall gehöre nicht zu seinem Zuständigkeitsbereich, und übergab die beiden Frauen an die Polizeiwache Gongnong. Zwei Beamte dieser Dienststelle, darunter Wang Fan, durchsuchten am Nachmittag desselben Tages Zhaos Wohnung. Am Abend wurden sie und Duan zur Strafhaft an die Einsatzabteilung der Polizei der Stadt Fushun überstellt.
Am 15. September 2025, kurz nach 3 Uhr morgens, brachten Polizeibeamte die beiden Frauen in die Haftanstalt der Stadt Fushun. Nach der obligatorischen ärztlichen Untersuchung wurde Zhao für haftunfähig befunden, sodass die Haftanstalt sie nicht aufnahm. Die Polizei brachte sie daraufhin für eine weitere Untersuchung in das Zweite Krankenhaus von Fushun. Ihr systolischer Blutdruck war auf 200 mmHg angestiegen (der Normalwert liegt bei 120 oder darunter). Zudem wurde eine schwere Herzinsuffizienz festgestellt.
Nach einem Tag stationärer Behandlung brachten die Beamten Zhao erneut zu der besagten Haftanstalt. Wieder wurde sie nicht aufgenommen. Die Polizei unternahm an diesem Tag noch zwei weitere Versuche, am Ende erreichte sie schließlich Zhaos Aufnahme in die Haftanstalt.
Am nächsten Tag, 17. September 2025, brachte der stellvertretende Leiter der Polizeiwache Gongnong Zhao in ein Krankenhaus. Gegen 13 Uhr erschien ein Beamter der Polizeidienststelle des Bezirks Wanghua im Krankenhaus, um eine Mitteilung über einen gegen Zhao verhängten sechsmonatigen Hausarrest zu überbringen. Vier Stunden später wurde Zhao wieder nach Hause entlassen.
Am 1. Februar 2026 rief der Polizeibeamte Wang von der Polizeiwache Gongnong bei Zhao an und wies sie an, sich bei der Staatsanwaltschaft des Bezirks Wanghua zu melden. Sie erklärte, ihr Gesundheitszustand erlaube es ihr nicht, das Haus zu verlassen.
Am nächsten Tag erschienen die Beamten Wang und Lin Feng bei Zhao zu Hause und fuhren sie sowie einen Angehörigen zur Staatsanwaltschaft. Dort vernahm sie die Staatsanwältin Wang Junfang. Zhao war so schwach, dass sie am Tisch zusammensackte und sich nicht mehr aufrechthalten konnte. Staatsanwältin Wang brach die Vernehmung ab und kündigte an, sie in einigen Tagen zu Hause aufzusuchen. Anschließend brachten die Polizisten sie nach Hause.
Am 4. Februar 2026 erschienen die Beamten Wang und Lin erneut und fuhren Zhao und ihren Mann zu dem Markt, auf dem sie zuvor festgenommen worden war. Da Zhao nicht stehen konnte, stützten die Beamten sie und machten dann Fotos von ihr als „Beweismittel“.
Staatsanwältin Wang und der Polizeibeamte Wang erschienen am 2. März 2026 bei Zhao zu Hause, um „die Beweise zu überprüfen“.
Nachdem Zhaos sechsmonatiger Hausarrest am 13. Mai 2026 abgelaufen war, verlängerte die Polizei diesen um einen unbestimmten Zeitraum.
Das Bezirksgericht Wanghua forderte Zhao am 26. Mai 2026 auf, ihre Anklageschrift abzuholen. Ihr Nachbar bot an, dies für sie zu erledigen, doch der Richter bestand darauf, dass Zhao persönlich erschien, um die Anklageschrift entgegenzunehmen.
Ihr Mann wurde Ende Juli darüber informiert, dass das Gericht bereit sei, ihrem Anwalt Einsicht in die Prozessakten zur Vorbereitung des Verfahrens zu gewähren.
Es ist unklar, ob auch gegen Duan, die gemeinsam mit Zhao festgenommen worden war, ein Strafverfahren eingeleitet wird.
Zhao wurde am 7. Juli 2000 von dem Beamten Yuan Liming festgenommen, der sie zuvor beschattet hatte. Er durchsuchte ihre Wohnung und beschlagnahmte sämtliche Falun-Gong-Bücher.
Am 8. Juli 2001 wurde Zhao von einem Ortsansässigen namens Yu angezeigt, weil sie Falun-Gong-Materialien angebracht hatte. Kurz darauf nahm der Beamte Zhou von der Polizeiwache Gaowan sie fest. Dienststellenleiter Fu Tao und der Bruder des stellvertretenden Leiters Xu Qinghua verhörten sie und durchsuchten ihre Wohnung, wobei sie Dutzende von Falun-Gong-Büchern sowie ein Porträt des Begründers von Falun Gong beschlagnahmten.
Zhao gelang es am nächsten Tag, von der Polizeiwache zu entkommen. Während sie fernab ihres Zuhauses lebte, reiste sie am 30. November 2001 nach Peking, um sich für Falun Gong einzusetzen. Sie wurde festgenommen und am 4. Dezember desselben Jahres nach Fushun zurückgebracht. Aus Protest trat sie 13 Tage lang in Hungerstreik; daraufhin verständigte die örtliche Haftanstalt die Polizeiwache Gaowan, damit diese sie abholte. Der Polizeichef ließ sie zur Zwangsernährung in ein Krankenhaus bringen und überführte sie am 26. Dezember 2001 in das Arbeitslager Wujiabao, wo sie eine dreijährige Haftstrafe verbüßen sollte.
Zhao befand sich zu diesem Zeitpunkt noch immer im Hungerstreik. Sie hatte kaum noch Blutdruck oder Puls. Dennoch zwangen die Wärter des Arbeitslagers sie, in einer ungeheizten Zelle auf dem Betonboden zu schlafen. Sie wurde täglich zwangsernährt und geschlagen, wann immer sie die Falun-Gong-Übungen praktizierte.
Zhao und andere standhafte Praktizierende wurden im April 2002 an einen abgelegenen Ort verlegt. Drei Monate lang durften sie nicht schlafen und mussten in Zellen ohne Tageslicht ausharren. Wasser sickerte aus den Wänden. Sie litten unter extrem juckender Krätze, aus der eine gelbliche Flüssigkeit austrat.
Der Wärter Meng Yan trat und schlug auf Zhao ein, wann immer sie die Augen schloss. Einmal füllte sie gerade ihre Wasserflasche, als der Wärter Lu Kai sie beschimpfte: „Siehst zu, dass du bald stirbst, du Schwein!“