(Minghui.org) Eine 76-jährige Frau aus Tianjin wurde am 12. August 2026 rechtswidrig zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Dies ist das zweite Mal seit 2024, dass Liu Zhimei wegen der Ausübung von Falun Dafa rechtswidrig verurteilt wurde.
Liu, geboren im Januar 1950, wurde am 12. Juni 2025 von Beamten der Staatssicherheit des Bezirks Hexi und der Polizeiwache Youyi Straße festgenommen. Die Beamten durchsuchten ihre Wohnung. Auch ihr Ehemann, Wang Runxiang, wurde festgenommen, da die Polizei behauptete, eine Überwachungskamera habe ihn beim Verteilen von Informationsmaterialien zu Falun Dafa aufgezeichnet. Er wurde noch am selben Tag freigelassen, doch Liu blieb in Haft.
Die Polizei übergab Lius Fall an die Staatsanwaltschaft des Bezirks Hedong; am 18. Juni 2026 fand vor dem Bezirksgericht Hedong die Gerichtsverhandlung statt. Zwei Monate später erfolgte die Verurteilung.
Liu war bereits am 22. Juli 2022 festgenommen worden, nachdem sie angezeigt worden war, weil sie an einem öffentlichen Ort mit Menschen über die Verfolgung von Falun Dafa gesprochen hatte. Die Polizei durchsuchte ihre Wohnung und lud sie nach ihrer Freilassung gegen Kaution mehrfach vor. Am 5. Dezember 2022 wurde sie von der Staatsanwaltschaft des Bezirks Hexi angeklagt.
Während einer Anhörung vor dem Bezirksgericht Hexi am 6. Februar 2023 trat ihr Mann Wang Runxiang als nicht-anwaltlicher Verteidiger (aus dem Familienkreis) für seine Frau auf, durfte jedoch nicht sprechen.
Am 26. April 2023 wurde Liu zu einer einjährigen Haftstrafe sowie einer Geldstrafe von 8.000 Yuan (etwa 1.000 Euro) verurteilt. Sie legte beim Mittleren Volksgericht Nr. 2 der Stadt Tianjin Berufung ein, verlor jedoch den Prozess.
Bereits im Alter von um die 40 litt Liu Zhimei unter einer ganzen Reihe von Beschwerden, darunter Migräne, Herzerkrankungen, Angina Pectoris, Nierensteine und eine rheumatisch bedingte Schultersteife. Als sie von der positiven Wirkung von Falun Dafa auf die Gesundheit erfuhr, beschloss sie, die Übungen zu erlernen. Innerhalb weniger Tage war sie vollständig genesen. Auch ihr Ehemann, ihre Tochter, ihr Sohn und ihre Schwiegertochter – die alle gemeinsam in der Stadt Qinhuangdao in der Provinz Hebei lebten – begannen mit dem Praktizieren. Zudem trafen sie sich zuhause, um gemeinsam die Bücher von Falun Dafa zu lesen.
Nachdem das kommunistische Regime Chinas am 20. Juli 1999 die Verfolgung von Falun Dafa eingeleitet hatte, war die Familie aufgrund ihres Glaubens wiederholt Festnahmen, Schikanen und Inhaftierungen ausgesetzt. Liu wurde mehr als zehnmal festgenommen und erhielt die beiden bereits erwähnten Gefängnisstrafen. Ihr Sohn, Wang Haifeng, wurde in ein Zwangsarbeitslager gesperrt und verlor seine Arbeitsstelle. Auch ihre Tochter, Wang Haiyan, wurde verurteilt und zwangsweise mit Medikamenten behandelt, was bei ihr zu einem psychischen Zusammenbruch führte.
Am 22. Juli 1999, nur zwei Tage nach Beginn der Verfolgung, drangen Beamte der Polizeiwache Meiling in Lius Wohnung ein und nahmen alle Praktizierenden fest, die sich dort zum gemeinsamen Lesen der Falun-Dafa-Bücher versammelt hatten.
Liu wurde über Nacht auf der Polizeiwache Meiling verhört und am nächsten Nachmittag freigelassen. Die Polizei zwang sie, sich zwei Wochen lang täglich bei der Dienststelle zu melden.
Ebenfalls im Juli 1999 wurde ihr Sohn Wang Haifeng festgenommen, weil er Flugblätter zu Falun Dafa verteilt hatte. Er wurde 25 Tage lang festgehalten und verlor seine Arbeitsstelle.
Etwa zur gleichen Zeit zwang die Polizei Lius Vermieter, der Familie zu kündigen, obwohl ihre Schwiegertochter, Lyu Caiyun, gerade ein Kind zur Welt gebracht hatte. Nur zwei Monate nach ihrem Umzug zwangen die Behörden sie erneut zum Wohnungswechsel.
Im Oktober 1999 reiste die Familie nach Peking, um sich für das Recht einzusetzen, Falun Dafa zu praktizieren – und wurde dort festgenommen. Da sowohl Lyu Caiyun als auch Wang Haiyan noch stillten, kamen sie bald wieder frei. Liu und ihr Sohn wurden fast 50 Tage lang festgehalten.
Im Dezember 1999 wurden die Frauen Lyu und Wang erneut festgenommen, nachdem sie wegen der Verteilung von Informationsmaterialien zu Falun Dafa angezeigt worden waren. Die Polizei schlug auf sie ein und sie bekam am ganzen Körper blaue Flecken. Lyus Beine waren so stark angeschwollen, dass sie kaum noch gehen konnte.
Wang Haiyans Ehemann praktizierte kein Falun Dafa, doch auch er wurde von der Polizei geschlagen und schikaniert. Zudem drohten die Beamten damit, seinen Arbeitgeber zu veranlassen, ihn zu entlassen.
Im September 2000 drangen mehr als zehn Beamte der Polizeidienststelle des Entwicklungsbezirks Qinhuangdao – darunter Wang Zhouzhong und Zhu Weiguo – mitten in der Nacht in das Haus der Familie ein und nahmen alle Familienmitglieder fest, einschließlich der beiden kleinen Enkelsöhne von Liu.
Die Polizei behauptete, Wang Haifeng sei wegen der Verteilung von Falun-Dafa-Informationsmaterialien angezeigt worden. Sie schlugen ihn und hängten ihn an den Handgelenken auf. Er wurde zu einer Haft von drei Jahren und drei Monaten im Zwangsarbeitslager Tangshan verurteilt. Da er sich weigerte, sich von Falun Dafa loszusagen, wurde er gezwungen, sich Propagandavideos anzusehen. Zudem wurde er gefoltert und zu mehr als zehn Stunden schwerer körperlicher Arbeit pro Tag gezwungen.
Die übrigen Familienmitglieder wurden zunächst auf der Polizeiwache Qianjin festgehalten und anschließend in ein „Gästehaus“ verlegt. Die Polizei verweigerte ihnen jegliche Verpflegung, sodass die beiden Kleinkinder vor Hunger weinten. Erst als die Frauen Wang und Lyu drohten, mit ihren Söhnen durch einen Sprung aus dem Fenster des vierstöckigen Gebäudes zu fliehen, ließ die Polizei sie zwei Tage später frei.
Als die beiden jungen Mütter nach Hause zurückkehrten, wurden sie erneut vom Vermieter vor die Tür gesetzt und wussten nicht, wohin sie gehen sollten. Mit der Hilfe von anderen Falun-Dafa-Praktizierenden aus der Umgebung fanden sie eine vorübergehende Bleibe.
Liu und ihr Mann kamen nach drei Wochen Haft im Untersuchungsgefängnis Shanhaiguan frei. Sie zogen mit ihrer Tochter, ihrer Schwiegertochter und den beiden Enkelkindern in den Bezirk Beidaihe im Süden von Qinhuangdao. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie durch den Verkauf gedämpfter Teigtaschen.
Das Familienleben wurde erneut gestört, als die Polizei den Ehemann von Wang zwang, ihren Aufenthaltsort preiszugeben. Im Mai 2001 drangen eines Mittags acht Polizisten in Lius Wohnung ein und brachten das Ehepaar zur Polizeiwache. Sie fesselten die Arme der beiden fest mit dünnen Nylonseilen, was unerträgliche Schmerzen verursachte, und stießen sie anschließend hin und her, um die Schmerzen noch zu verstärken. Als die Fesseln schließlich gelockert wurden, waren die Arme des Ehepaars taub und gefühllos.
Wang Runxiang wurde in das Untersuchungsgefängnis Shanhaiguan gebracht und dort sechs Monate lang festgehalten. Die Taubheit in seinen Armen hielt drei Monate an.
Liu wurde im ersten Untersuchungsgefängnis der Stadt Qinhuangdao inhaftiert. Ihre Arme waren bei ihrer Freilassung vier Monate später immer noch taub.
Im August 2001 – ihre Schwiegereltern befanden sich noch in Haft – kehrte Lyu Caiyun zu deren Wohnung in Beidaihe zurück, um einige persönliche Gegenstände zu holen. Dort wurde sie von Polizisten festgenommen, die ihr aufgelauert hatten. Sie wurde 22 Tage lang festgehalten.
In den folgenden Jahren zog die Familie häufig um, um sich vor der Polizei zu verstecken. Im Juli 2007 zogen sie nach Shanghai. Sowohl Wang Haifeng als auch Lyu Caiyun fanden Vollzeitstellen. Am 8. Januar 2009 gelang dem Ehepaar die Flucht aus China, während Herr Wang sich auf einer Geschäftsreise im Ausland befand.
Liu wurde im April 2007 erneut festgenommen, weil sie Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte; zu diesem Zeitpunkt wohnte sie noch in Qinhuangdao. Man hielt sie zwei Wochen lang fest. Liu und ihr Mann wurden im August 2008 angezeigt, weil sie Aufkleber mit der Aufschrift „Falun Dafa ist gut“ angebracht hatten. Ein Aufgebot von acht Beamten nahm die beiden fest und brachte sie in ein Untersuchungsgefängnis. Wang litt unter gefährlich hohem Blutdruck, während Liu Nierensteine und starke Schmerzen hatte. Nach zwei Wochen wurden sie freigelassen.
Beamte der Wohnviertelverwaltung in Shanghai schikanierten das Paar weiterhin und zwangen es zum Umzug. Da ihnen die Obhut für ihren achtjährigen Enkel übertragen worden war, hatten sie Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen und für ihn zu sorgen. Im März 2010 sahen sie sich gezwungen, nach Tianjin zu ziehen.
Am 22. Dezember 2010 drangen mehr als zehn Zivilpolizisten in die Wohnung des Paares ein und beschlagnahmten deren Falun-Dafa-Bücher, Informationsmaterialien, Computer, Mobiltelefon sowie 7.000 Yuan (etwa 840 Euro) Bargeld. Da sie während des Verhörs schwiegen, brachte die Polizei sie in eine Haftanstalt. Beide litten unter gefährlich hohem Blutdruck. Liu wurde am dritten Tag freigelassen, Wang nach mehr als zehn Tagen. Von dem beschlagnahmten Bargeld gab die Polizei lediglich 3.000 Yuan zurück.
Am 11. Juni 2021 wurde das Paar erneut festgenommen und seine Wohnung durchsucht. Sie wurden bis August desselben Jahres im Fallbearbeitungszentrum der Polizeidienststelle des Bezirks Hexi festgehalten.
Am 20. Mai 2017 wurde Wang Haiyan, die in der Stadt Qinhuangdao lebte, von Beamten der Polizeiwache Shezhuang festgenommen. Am 20. November 2018 erschien sie vor dem Gericht des Bezirks Haigang und wurde zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten sowie einer Geldstrafe von 3.000 Yuan (etwa 360 Euro) verurteilt. Sie legte beim Mittleren Gericht der Stadt Qinhuangdao Berufung ein; dieses bestätigte im März 2019 das ursprüngliche Urteil. Im Juli 2019 wurde sie in das Frauengefängnis der Provinz Hebei überführt.
Im Gefängnis wurde Wang zwangsweise mit toxischen Medikamenten behandelt. Als ihre Familie sie besuchte, konnte sie diese nicht mehr erkennen – nicht einmal ihren eigenen Sohn. Ihre Augen waren leblos, und sie reagierte nicht, als man sie ansprach.
Sie wurde am 21. Juni 2021 entlassen, ist jedoch weiterhin stumm und befindet sich die meiste Zeit in einem verwirrten Zustand.
Frühere Berichte:
78-Jährige zu einem Jahr Haft verurteilt, weil sie Falun Dafa praktiziert