(Minghui.org) Ende 2024 erzählte mir Min, dass ihr Mann vor 20 Jahren einem Freund 20.000 Yuan geliehen habe. Dieser Freund zahlte ihm schließlich 6.000 Yuan zurück. Als ihr Mann schwer erkrankte und ins Krankenhaus kam, konnte sie den Freund trotz großer Bemühungen nicht ausfindig machen – erst kurz vor dem Tod ihres Mannes.
Als Min endlich die Telefonnummer des Sohnes des Schuldners in die Hände bekam, teilte dieser ihr mit, dass er maximal 1.000 Yuan zurückzahlen könne – nur so viel oder eben gar nichts. Sie empfand dies als absolut empörend, wenn man bedenkt, wie viel Geld und Zeit damit verbunden waren. Außerdem bestärkte die Haltung des Sohnes sie in ihrem Entschluss, den gesamten Betrag zurückzufordern. Daraufhin beschloss sie, einen Anwalt zu beauftragen.
Ich warf ein, dass sie vielleicht dieser Familie aus einem früheren Leben etwas schuldete. Inzwischen seien so viele Jahre vergangen, sie solle es einfach auf sich beruhen lassen. Dazu sagte sie nichts.
Ein paar Tage später verkündete Min, sie habe einen Anwalt in Peking gefunden, der ihr versichert habe, das Geld für sie einzutreiben. Allerdings müsse sie die Anwaltskosten im Voraus bezahlen.
Ich erinnerte sie an das Fa des Meisters:
„Was deins ist, wirst du nicht verlieren; was nicht deins ist, kannst du auch nicht erkämpfen.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 354)
Außerdem sei Peking weit weg und die Reisekosten dorthin hoch. Selbst wenn sie den geschuldeten Restbetrag bekäme, bliebe danach vielleicht nicht mehr viel Geld übrig. Vor allem aber müsste sie dafür viel Mühe aufbringen, gab ich zu bedenken. Min insistierte, dass der Schuldner den geliehenen Betrag zurückzahlen müsse. Trotz meiner Ermahnung, dass wir die Angelegenheit als Kultivierende betrachten und unsere Anhaftungen loslassen sollten, bestand sie darauf, die Klage weiterzuverfolgen.
Kurze Zeit später kontaktierte sie mich und bat darum, ihr beim Begleichen der Gebühren und dem Zusammenstellen der Dokumente an den Anwalt zu helfen, da sie nicht über die nötigen Kenntnisse verfügte. Angesichts ihres Eifers wagte ich nicht, ihr Anliegen abzulehnen, da ich befürchtete, dass sie mir das übel nehmen würde. Und so half ich ihr, war jedoch zugleich wütend, dass sie mich in diese Sache hineinzog.
Die Klage wurde nicht weiterverfolgt, obwohl Min mehrfach mit dem Anwalt kommunizierte. Dieser brachte verschiedene Ausreden vor , dass der Fall ungeklärt blieb.
Eines Tages im Juni 2025 rief Min mich an. Mit schwacher Stimme bat sie mich, unverzüglich zu kommen. Ich eilte zu ihr. Sie sah blass aus und erzählte mir, dass ihr schwindlig sei, dass sie sich schwach fühle und manchmal nicht klar denken könne, weshalb sie vergesslich geworden sei.
Wir sandten eine halbe Stunde lang gemeinsam aufrichtige Gedanken aus. Danach ging es ihr besser. Ich ermutigte sie, dem Meister und Dafa zu vertrauen und diese Trübsal abzulehnen, da es sich lediglich um eine Illusion und eine Störung der alten Mächte handelte. Ich ermahnte sie, den Gedanken, das Geld zurückzubekommen, loszulassen und sich auf der Grundlage des Fa zu erhöhen.
Kurz darauf kam eine weitere Praktizierende hinzu. Wir lernten zusammen das Fa und sandten aufrichtige Gedanken aus. Sie erinnerte Min daran: „Alles, was einem Kultivierenden widerfährt, dient der Kultivierung und zielt auf die eigenen Anhaftungen ab. Wenn du es versäumst, nach innen zu schauen, und stattdessen andere unter die Lupe nimmst und kritisierst, werden die alten Mächte deine Lücken ausnutzen.“
Ihre Worte rüttelten auch mich plötzlich wach. Mir war nicht bewusst gewesen, dass diese Situation auch für mich eine Gelegenheit war, nach innen zu schauen – ich hatte mich nur auf Mins Unzulänglichkeiten konzentriert. Da ich nicht im Einklang mit dem Fa gehandelt hatte, war ich nicht in der Lage gewesen, Min zu helfen.
Als ich tief in mich hineinblickte, entdeckte ich meine Anhaftung. Obwohl mir bewusst war, dass Mins Handlungen den Fa-Prinzipien zuwiderliefen, hatte ich mich dennoch aufgrund meiner Anhaftung, mein Gesicht wahren zu wollen, darauf eingelassen. Ich hatte mir eingeredet, dass Mins Bestreben, das Geld zurückzubekommen, nichts mit mir zu tun habe. Wie unverantwortlich von mir! Außerdem hatte ich sie kritisiert und mich über sie beschwert, weil ich ihr grollte und auf sie herabblickte.
All diese Gesinnungen waren tief hinter meiner Anhaftung, mich selbst schützen zu wollen, verborgen. Ich schämte mich. Wenn ich Min beim Zusammenstellen der Akten nicht geholfen hätte, hätte sie die Klage vielleicht fallengelassen und wäre nun nicht mit dieser Schwierigkeit konfrontiert. Endlich verstand ich, wie wichtig es für uns Falun-Dafa-Praktizierende ist, im Einklang mit dem Fa zu handeln, und welche schwerwiegenden Folgen es hat, wenn wir es nicht tun. Ich möchte mich beim Meister aufrichtig dafür entschuldigen!
Obwohl ich mich schon seit Jahren kultiviere, greife ich immer noch unbewusst auf menschliche Logik zurück. Dieser Vorfall hat mein oberflächliches Verständnis der Fa-Prinzipien offenbart. Da ich mich in dieser Situation nicht wirklich kultiviert hatte, hatte ich Min noch mehr Schwierigkeiten bereitet.
Als ich meinen Fehler erkannte, entschuldigte ich mich bei ihr: „Ich habe mich nicht an die Maßstäbe einer Kultivierenden gehalten und diese Angelegenheit nicht mit aufrichtigen Gedanken gehandhabt. Ich habe dir nicht geholfen, sondern geschadet! Ich habe zugelassen, dass die alten Mächte die Lücke ausnutzen, sodass du die Illusion dieser Krankheitserscheinung erleiden musstest. Ich muss mich entschuldigen, und noch mehr entschuldige ich mich beim Meister! Das war in der Tat eine tiefgreifende Lektion.“
Auch Min erkannte, dass sie viel Zeit und Energie verschwendet hatte und entdeckte ihrerseits durch Selbstreflexion zahlreiche Anhaftungen, wie Konkurrenzdenken, Groll, Neid und das Streben nach eigenen Interessen – allesamt Hindernisse für ihre Erhöhung und spirituelle Entwicklung. Sie hatte das Gefühl, dass sie sich nicht wirklich kultivierte, solange diese Anhaftungen nicht beseitigt wurden.
Min vertiefte ihr Verständnis der Fa-Prinzipien und war nicht mehr davon besessen, die Rückzahlung des geschuldeten Restbetrages einzufordern. Mit dem Segen des Meisters und der Hilfe von Mitpraktizierenden löste sich die Krankheitsillusion schließlich auf. Min geht ihren Kultivierungsweg weiter, hilft dem Meister bei der Fa-Berichtigung und der Errettung der Menschen.
Aus dieser Erfahrung habe ich Folgendes gelernt: Wenn ein Kultivierender aus menschlicher Sicht denkt und handelt, wird das Böse die Lücken ausnutzen und Fallen stellen, was dem Kultivierenden Prüfungen beschert. Nur wenn wir jeden Gedanken am Fa messen, können wir den Weg der Kultivierung beständig und fest gehen. Nur dann können wir unsere Gelübde erfüllen und dem Meister nach Hause folgen.