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Die ignorierte Bevölkerungsgruppe: Wanderarbeiter in China und ihre prekäre Lage

11. September 2026 |   Von Xiao Ge

(Minghui.org) Laut der Propaganda der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) erlebt China seit Langem eine Phase des Wohlstands: verbesserter Lebensstandard, fortschrittliche Industrien, bequeme Hochgeschwindigkeitszüge und technologische Fortschritte. Doch hinter dieser Darstellung verbirgt sich ein gewaltiger, lange übersehener „blinder Fleck“: die Millionen Menschen am unteren Ende der Gesellschaft, die weiterhin im Schatten leben.

Der Begriff „Wanderarbeiter“ ist in China geläufig. Während der jahrzehntelangen massiven Industrialisierung wanderten Hunderte Millionen Bauern zur Arbeit in die Städte ab. Nur wenige Menschen fragten sich, warum es in anderen modernen Ländern kein solches Phänomen der Wanderarbeiter gibt. Und warum ist diese große Bevölkerungsgruppe seit Langem von der städtischen Sozialversicherung und den regulären Rentenleistungen ausgeschlossen?

Ökonomen haben festgestellt, dass Chinas Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahrzehnten darauf zurückzuführen ist, dass die KP Chinas nach einer langen Phase wirtschaftlicher Stagnation gezwungen war, ab den 1970er Jahren ihre Beschränkungen gegenüber den Menschen zu lockern und private Eigentumsrechte zuzulassen. Nach der Einführung von Marktmechanismen und dem Beitritt zur Weltwirtschaft wie der WTO zog China massive ausländische Investitionen und fortschrittliche Technologien an, was es dem Land ermöglichte, Produkte des unteren und mittleren Preissegments für globale Märkte herzustellen.

Mit anderen Worten: Chinas Wirtschaft hat sich auf Kosten begrenzter Menschenrechte und geringer Sozialleistungen für die normale Bevölkerung entwickelt. Weiterhin hat die KP Chinas Steuereinnahmen nicht dafür eingesetzt, den Umweltschutz zu verbessern, die Bildung zu stärken, die soziale Absicherung auszubauen oder die Gesundheitsausgaben zu erhöhen. Stattdessen werden Steuermittel vollständig durch staatliche Ausgaben aufgebraucht, was zu extrem hohen gesellschaftlichen Kosten führt.

Hinter der „Fabrik der Welt“

Aufgrund niedrigerer Arbeitskosten gilt China als die „Fabrik der Welt“, wobei chinesische Bauern eine zentrale Rolle spielen. Diese Bauern, die ihre ländlichen Heimatdörfer verlassen haben, werden von der KP Chinas als „Wanderarbeiter“ bezeichnet. Doch in den großen und kleinen Fabriken in ganz China sind nur wenige von ihnen tatsächlich „Arbeiter“ im herkömmlichen Sinne.

Arbeiter in China haben in der Regel Anspruch auf reguläre Sozialleistungen und Altersvorsorge. In Wirklichkeit verfügt jedoch nur eine Minderheit der Arbeitnehmer über diese Leistungen.

Wer bildet die große Mehrheit der Arbeitskräfte am Fließband? Es sind chinesische Bauern und Landwirte. Sie werden häufig als „ausgelagerte Arbeitskräfte“ oder „Zeitarbeiter“ betrachtet, denen reguläre Leistungen und eine Absicherung im Ruhestand verweigert werden. Nach offiziellen chinesischen Statistiken hat die Gesamtzahl der Wanderarbeiter im ganzen Land 301 Millionen erreicht; darunter sind 168 Millionen 60 Jahre alt oder älter. Das ist eine schockierende Zahl.

In den meisten Ländern weltweit genießen Landwirte eine ähnliche Behandlung wie Stadtbewohner. Die beiden Gruppen unterscheiden sich zwar in ihrer beruflichen Tätigkeit, nicht jedoch in den grundlegenden Sozialleistungen. So erhalten beispielsweise taiwanische Bauern ebenso wie Stadtbewohner nach ihrer Pensionierung eine monatliche Rente in Höhe von 8.110 NT$ (etwa 222 Euro). Im Gegensatz dazu erhalten Landwirte im Ruhestand auf dem chinesischen Festland lediglich 163 RMB (etwa 21 Euro) im Monat, was nur 9,6 Prozent der taiwanischen Rente entspricht und nicht einmal ausreicht, um die grundlegenden Lebenshaltungskosten zu decken.

Wenn ein Mensch von einer schweren Krankheit oder einer Katastrophe betroffen ist, verlangen selbst die grundlegendsten humanitären Standards, dass eine normale Gesellschaft ihren verletzlichsten Mitgliedern grundlegende Unterstützung und Schutz bieten muss. So werden etwa ältere Krebspatienten – sei es in entwickelten oder in weniger wohlhabenden Ländern – durch staatliche Maßnahmen vor dem finanziellen Ruin geschützt, die darauf abzielen, die Kosten teurer Krebsbehandlungen zu decken.

Am Beispiel Taiwans sind Landwirte, die an einer der 30 Kategorien schwerer Erkrankungen wie Krebs leiden, im Rahmen des Nationalen Krankenversicherungssystems (NHI) von Zuzahlungen befreit. Für die allgemeine Bevölkerung sieht das NHI-Programm strenge jährliche Obergrenzen für die Selbstbeteiligung bei standardmäßigen stationären Leistungen vor. Damit sollen medizinische Insolvenzen verhindert und Haushalte vor katastrophalen Gesundheitsausgaben geschützt werden. Das heißt: Sobald die jährlichen Selbstkosten einer Person für Krankenhausaufenthalte etwa 95.000 NT$ (etwa 2.600 Euro) übersteigen, übernimmt die Regierung den Rest. Auf diese Weise wird verhindert, dass Patienten aufgrund einer schweren Erkrankung das Vermögen ihrer Familie aufbrauchen. Im Gegensatz dazu befinden sich die chinesischen Bauern – selbst in dem von der KP Chinas als „bestes goldenes Zeitalter der Geschichte“ bezeichneten Zeitraum – in einer verzweifelten Lage, wenn sie an einer tödlichen Krankheit wie Krebs leiden. Die Kostenerstattung deckt einen Teil der Medikamente „innerhalb des Katalogs der Krankenversicherung“ ab. Für Medikamente außerhalb des Katalogs, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, gibt es keine Obergrenze. Die Patienten müssen all das, was sie verbrauchen, ohne irgendeine Erstattung bezahlen.

Auf dem chinesischen Festland hat der Abgrund der Selbstbeteiligung für Medikamente unzählige Familien in die Armut getrieben und sie mit enormen Schulden aufgrund von Krankheit belastet. Angesichts exorbitanter Rechnungen haben viele chinesische Bauern letztlich keine andere Wahl, als ihre Behandlung abzubrechen.

Drei „treue Söhne“

Dies ist eine tragische Situation, wenn man bedenkt, dass China mit einem BIP von rund 20 Billionen US-Dollar (17,2 Billionen Euro) bereits die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist. Was die Prioritäten bei den Staatsausgaben angeht, belaufen sich die Ausgaben für die Aufrechterhaltung der Stabilität (innerstaatliche Unterdrückung), die Militärbudgets sowie die „Belt and Road“-Initiativen im Ausland und verschiedene Formen der Auslandshilfe oft auf Billionen US-Dollar.

Wenn die Zentralregierung aus rein humanitären Gründen die Selbstkosten für schwere Erkrankungen der 200 Millionen Menschen in der ländlichen Kernbevölkerung vollständig übernehmen würde – etwa mit 1.000 US-Dollar pro Person und Jahr –, wären dafür 200 Milliarden US-Dollar erforderlich. Das entspricht lediglich einem Prozent des gesamten BIP.

Mit ein wenig „Einsparungen“ bei irgendeinem Großprojekt könnte dieses Geld sinnvoll eingesetzt werden. Doch dieses eine Prozent der institutionellen Leistungen fehlt in China bis heute auffallend.

Liu Yanwu, Dozent am Institut für Soziologie der Universität Wuhan, führte sechs Jahre lang eingehende Feldforschung in elf Provinzen durch, darunter Hubei, Shandong und Jiangsu. In seinem Bericht „Eine soziologische Studie über Suizid unter älteren Menschen auf dem Land“ stellte er fest, dass die Suizidrate unter älteren Menschen im ländlichen China „ein alarmierendes Niveau erreicht hat“. In einigen ländlichen Gebieten ist die Selbstmordrate schockierend hoch: „mindestens 30 Prozent, und das ist eine konservative Schätzung“, heißt es. Diese deutlichen Daten entlarven die Lügen der KP Chinas und verdeutlichen die Verluste, die durch die institutionelle Vernachlässigung im ländlichen China angesichts der alternden Bevölkerung verursacht werden.

Im Laufe der Untersuchungen erfuhr Liu, dass in einer bestimmten ländlichen Gegend ein Sprichwort kursierte: „Jeder ältere Mensch hier kann auf drei ‚treue Söhne‘ zählen: den Giftsohn (Tod durch das Trinken von Pestizid), den Seilsohn (Tod durch Erhängen) und den Wassersohn (Tod durch Ertrinken).“ In ihren Augen ist niemand außer diesen drei zuverlässig.

Ein Internetnutzer aus der Provinz Hubei schrieb in einem Online-Beitrag: „Die meisten älteren Menschen in unserem Dorf sterben durch Gift … Meine Großmutter, der Großvater meines Cousins, die Großmutter von gegenüber, die Großmutter schräg gegenüber, der Großvater des Nachbarn … viele von ihnen sind so gestorben.“ Sie konnten es sich nicht leisten zu leben. Es ist eine Tatsache, dass chinesische Bauern den Selbstmord wählen, um die finanzielle Belastung ihrer Familie zu lindern.

Warum versäumt es ein Land mit einer wohlhabenden Regierung, die grundlegenden Bedürfnisse von Hunderten Millionen chinesischer Bauern für das Überleben und medizinische Versorgung zu erfüllen? Tatsächlich wurden chinesische Bauern, nachdem die KP Chinas 1949 die Macht ergriffen hatte, seit den 1950er Jahren zu Bürgern zweiter Klasse degradiert – und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Aus kommunistischer Sicht sind Menschen Tiere oder Arbeitsmittel und ihr Leben ist so unbedeutend wie das von Ameisen. Manche mögen sagen, dass es mittlerweile Bemühungen zur „Armutsbekämpfung“ gibt. Ja, aber diese beschränken sich auf die „alten revolutionären Stützpunkte“ der Partei.

In den durchschnittlichen ländlichen Gebieten (Hubei, Henan, Shandong usw.), die als unterhalb der Armutsgrenze liegend definiert werden, stehen die Menschen weiterhin vor großen Herausforderungen: Älteren Menschen werden grundlegende Lebensbedingungen verwehrt, die traditionelle kindliche Pietät ist zusammengebrochen und es gibt keine staatliche Unterstützung für Menschen, die an schweren Krankheiten leiden.

Diese Probleme sind alltäglich und werden oft als „Probleme der sozialen Widerstandsfähigkeit“ bezeichnet. In Wirklichkeit bedroht diese harte Situation das nackte Überleben älterer Menschen in ländlichen Gebieten. Die KP Chinas hat das Leben älterer Menschen in ländlichen Gebieten lange Zeit missachtet und ihr Vorgehen häufig mit historischen Altlasten, der Kluft zwischen Stadt und Land und anderen Vorwänden gerechtfertigt.

Kein Ausweg

Dies ist ein Land, in dem Hunderte Millionen Menschen am unteren Rand der Gesellschaft im Alter keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und Grundrechten haben und sogar in die Verzweiflung getrieben werden.

Glücklicherweise wurde 1992 Falun Dafa, ein Meditationssystem im Einklang mit der traditionellen chinesischen Kultur, der Öffentlichkeit vorgestellt. Innerhalb weniger Jahre profitierten etwa 100 Millionen Menschen von dieser Praxis. Sie wurden nicht nur von Krankheiten befreit, sondern die Prinzipien der Praxis – Wahrhaftigkeit, Güte, Nachsicht – führten auch dazu, dass sie zu besseren Bürgern wurden.

Trotz der enormen Vorteile, die Falun Dafa der Gesellschaft und der schutzbedürftigen älteren Bevölkerung gebracht hat, unterdrückt die KP Chinas die Gruppe seit Juli 1999 massiv.

So entwickelte etwa Frau Wang Yaqin aus der Provinz Jilin im Jahr 2004 einen 3,3 x 3,5 cm großen Tumor in ihrer linken Lunge. Fünf Zyklen Chemotherapie blieben wirkungslos und der Krebs bildete Metastasen. Als sie zu ihrer Schwester aufs Land zurückkehrte, hörte sie zufällig, wie ein Nachbar über Falun Dafa sprach. Sie war daran interessiert, mehr darüber zu erfahren. Innerhalb einer Woche, nachdem sie mit dem Praktizieren begonnen hatte, verbesserte sich Frau Wangs Gesundheitszustand auf wundersame Weise: Sie konnte wieder gehen und war nicht mehr auf Pflege angewiesen.

Einen Monat später war der Krebs vollständig verschwunden. Alle Dorfbewohner wurden Zeugen ihrer Genesung. Doch einen weiteren Monat später verhaftete die Polizei Frau Wang und verbot ihr, Falun Dafa weiter auszuüben. Sie hielt an ihrem Glauben fest und erzählte den Polizisten von ihren Erfahrungen. Im Jahr 2020 wurde Frau Wang erneut von der KP Chinas verhaftet und rechtswidrig zu 5,5 Jahren Gefängnis verurteilt.

Falun-Dafa-Praktizierende hatten die wundersamen Wirkungen der Praxis am eigenen Leib erfahren. Unter der Parteiherrschaft werden sie jedoch seit 27 Jahren bis heute brutal verfolgt.

Laut Statistiken von Minghui.org wurden bis zur ersten Hälfte des Jahres 2026 mindestens 279 Praktizierende auf dem chinesischen Festland von der KP Chinas rechtswidrig verurteilt. Darunter sind 142 ältere Praktizierende über 60 Jahre, was einem Anteil von 51 Prozent entspricht. Darunter sind 77 im Alter von 60 bis 69 Jahren, 50 im Alter von 70 bis 79 Jahren, 14 im Alter von 80 bis 89 Jahren und einer über 90 Jahre.

Das ist das Paradoxon in China: Während die öffentlichen Finanzen schon seit Langem versagen, den Schwachen am unteren Ende der Gesellschaft die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen, verfolgt die Regierung gleichzeitig eine friedliche Meditationspraxis, die Menschen jeden Alters kostenlos zugutekommt. Infolgedessen werden diejenigen am unteren Ende der Gesellschaft in ihrer verzweifelten Lage zurückgelassen.

Leider ereigneten sich beide Tragödien in China aufgrund der totalitären Herrschaft der KP Chinas. Eine grundlegende Veränderung ist wahrscheinlich nur dann möglich, wenn die Menschen das Regime aufgeben.