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[Fa-Konferenz in Vancouver 2026] Schicksalsverbindungen in der Schule wertschätzen

14. September 2026 |   Von einem jungen Falun-Dafa-Praktizierenden in Westkanada

(Minghui.org) Grüße an den verehrten Meister. Grüße an die Mitpraktizierenden.

Ich bin in Kanada geboren und begann schon als kleines Kind gemeinsam mit meiner Familie, Falun Dafa zu praktizieren. Ich möchte einige Erfahrungen aus meiner Zeit in der Mittel- und Oberstufe teilen, bei denen es darum ging, Shen Yun bei meinen Mitschülern bekannt zu machen. Auch wenn das Ereignis an sich einfach erscheinen mag, hat mir das Nachdenken darüber geholfen, viele meiner Anhaftungen zu erkennen und mich unter der Anleitung des Fa zu erhöhen.

Ich blieb nicht gelassen, als ich verspottet wurde

Im letzten Jahr der Mittelstufe erlebte ich erhebliche Feindseligkeit vonseiten einiger chinesischer Austauschschüler. Wenn ich über Falun Dafa, Shen Yun oder die Verfolgung in China sprach, wiederholten einige Schüler die Propaganda der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), mit der ihnen das Gehirn gewaschen worden war. Sie verspotteten mich und warfen mir vor, gefährliche, fanatische oder „schizophrene“ Ideen zu verbreiten.

Ich war noch sehr jung und hatte kein reifes Verständnis dafür, wie man die Fakten über Falun Dafa und seine Verfolgung mit Weisheit erklärt. Als ein Schüler den Meister und Dafa offen beleidigte, war ich äußerst aufgebracht. In dem Glauben, Dafa zu verteidigen und meine Pflicht als stolzer Praktizierender zu erfüllen, stellte ich ihn lautstark zur Rede und versuchte mit Nachdruck, ihn zu widerlegen. Doch je emotionaler ich wurde, desto mehr lachte er, und als er merkte, dass er meinen „wunden Punkt“ getroffen hatte, wurde er noch extremer und schrieb immer abscheulichere, hassverzerrte Worte, um den Meister und Dafa zu verleumden.

Ich fühlte mich frustriert und besiegt. Erst viel später, als ich begann, nach innen zu schauen, erkannte ich, dass mein eigenes Verhalten Öl ins Feuer gegossen hatte. Sein Handeln war falsch, aber meine Aufgeregtheit, mein Konkurrenzdenken und mein Festhalten daran, im Recht zu sein, gaben ihm die Gelegenheit, weiterzumachen. Anstatt sein Gewissen zu wecken, bestärkte meine emotionale Reaktion den Eindruck, dass ich irrational und angriffslustig sei.

Ich hegte auch Groll gegen einige der chinesischen Schüler. Ich hielt sie für engstirnig, unvernünftig oder absichtlich bösartig. Ich dachte nicht immer daran, dass viele Menschen aus Festlandchina von Kindheit an der Propaganda der Kommunistischen Partei ausgesetzt waren. Wenn ich jemanden in die Kategorie „Feind“ einordnete, entsprach das der Denkweise eines gewöhnlichen Menschen. Meine Worte waren dann zwangsläufig von einer Verteidigungshaltung und scharfer Feindseligkeit geprägt. Ich dachte nicht mehr darüber nach, wie ich die guten Seiten dieses Menschen zum Vorschein bringen könnte. Stattdessen bereitete ich mich darauf vor, ihn zu besiegen, zu entlarven, bloßzustellen oder zum Schweigen zu bringen.

Der Meister sagte:

„Bei weltlichen Interessen unbewegt zu bleiben, Ärger und Hass lächelnd gegenüberzustehen, im Konflikt noch nach unseren eigenen Ursachen zu suchen – so etwas können gewöhnliche Menschen nicht. In der Praxis ist es während des Überwindens der Pässe sehr leidvoll.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in der Mitte der USA, 26.06.1999)

Streben nach Anerkennung

Als ich in der achten Klasse war, lernte ich eine Gruppe von Schülern der neunten Klasse kennen. Damals erschien es mir aufregend und wichtig, von älteren Schülern akzeptiert zu werden. Manchmal brachten sie uns nach der Schule Bubble Tea oder Essen von McDonald’s mit, und diese kleinen Gesten schienen unseren sozialen Status zu heben. In Wirklichkeit war mir ihre Meinung sehr wichtig. Ich wollte reif und interessant erscheinen, und mich würdig erweisen, dazuzugehören.

Über eine enge Freundin aus unserem Kreis lernte ich einen Neuntklässler kennen. Sie stellte ihn als einen Schüler aus Peking vor, der eine sehr feste Meinung vertrat und sich besonders für Politik interessierte. Er war intelligent, schulisch erfolgreich und beherrschte politische Fachbegriffe sowie die Sprache der Debatte meisterhaft. Zunächst schien er Falun Dafa gegenüber eine neutrale oder sogar etwas positive Haltung einzunehmen.

Allmählich wurde jedoch deutlich, dass seine scheinbare Neutralität eine Form von Spott gewesen war. In unseren Gesprächen zeigte er, dass ihm bewusst war, wie die KPCh Informationen manipulierte und Vorfälle inszenierte oder verzerrte, um Falun Gong zu diffamieren. Dennoch entschied er sich dafür, die Rhetorik der Partei gegen die Praktizierenden zu verwenden.

Ich fühlte mich völlig unvorbereitet und wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Seine Wortwahl und sein selbstsicheres Auftreten überwältigten mich. Ich hatte das Gefühl, dass eine Diskussion mit ihm zwecklos wäre; meine ruhigen Erklärungen wurden abgetan, noch bevor ich ausgesprochen hatte. Keiner der anderen Schüler in der Gruppe verteidigte mich; manche schlossen sich ihm sogar an, um gemeinsam auf mich einzureden und mich in die Enge zu treiben.

Anstatt eine friedliche und würdevolle Haltung zu bewahren, ließ ich mich dazu hinreißen, aufgebracht und irrational zu reagieren. In diesen Momenten klärte ich nicht über die wahren Umstände auf, sondern übte Vergeltung an Menschen, die meinen Stolz verletzt hatten. Durch dieses Verhalten schien ich bisweilen genau jene Lügen zu bestätigen, mit denen Praktizierende verleumdet wurden.

Zu anderen Zeiten verfiel ich ins andere Extrem. Ich versuchte, mich an den alltäglichen Frotzeleien der Gruppe zu beteiligen und so zu tun, als sei alles unwichtig, in der Hoffnung, sie würden das Bild, das sie sich von mir gemacht hatten, schließlich vergessen. Dabei vergaß ich manchmal, dass ich ein Praktizierender war. Anstatt aufrichtig und aufrecht zu bleiben, passte ich mich dem an, von dem ich glaubte, es würde mir ihre Akzeptanz sichern.

Irgendwann schien der Neuntklässler einzulenken. Er erzählte mir, er interessiere sich für das Studium von Religionen, einschließlich Falun Dafa, und fragte, ob er ein Exemplar des Zhuan Falun haben könne. Ich war begeistert. Voller Eifer überreichte ich ihm das Buch und hatte es sogar sorgfältig verpackt.

Später jedoch veröffentlichte er einen langen, bösartigen Aufsatz, in dem er das Zhuan Falun und Falun Gong kritisierte. Der Text war beeindruckend strukturiert und professionell verfasst. Er hatte offensichtlich enorm viel Zeit und Mühe investiert. Doch seine Schlussfolgerungen beruhten auf extremen Verzerrungen und falschen Interpretationen. Er zitierte Passagen, in denen der Meister über übernatürliche Fähigkeiten sprach sowie über die Beseitigung eines schlangenartigen Wesens, dessen Unterkörper sich in Wasser auflöste. Er riss diese Stellen aus dem umfassenderen Kontext der Kultivierung, behandelte sie als isolierte, wörtlich zu nehmende Behauptungen zur Steigerung des Ansehens von Falun Dafa und nutzte sie, um Falun Dafa als Betrug darzustellen.

Ich brach den Kontakt zu ihm ab. Lange Zeit bereute ich es zutiefst, ihm das Buch gegeben und so viel Zeit darauf verwendet zu haben, ihn umzustimmen. Ich hatte das Gefühl, versagt zu haben, weil ich ihm lediglich weiteres Material geliefert hatte, um Dafa anzugreifen.

Später, durch das Fa-Lernen, sah ich die Sache in einem anderen Licht. Jemandem die Gelegenheit zu geben, das Fa zu lesen, war an sich nicht falsch. Was ich jedoch hinterfragen musste, war die menschliche Anhaftung, die in mein Handeln eingeflossen war. Ich hatte mich von der Vorstellung hinreißen lassen, ihn endlich „überzeugen“ zu können. Ich wollte, dass sein Sinneswandel bewies, dass sich meine Mühe gelohnt hatte. Als er das Buch stattdessen nutzte, um einen weiteren Angriff zu formulieren, fühlte ich mich persönlich besiegt. Während des gesamten Prozesses hatte ich zu viel Wert darauf gelegt, ihn zu verändern, und kaum darauf geachtet, mich selbst zu kultivieren.

Allmählich begriff ich, dass die wahren Umstände zu erklären keine gewöhnliche Debatte ist. Es geht nicht darum, die Argumente eines anderen zu widerlegen. Es geht nicht darum, zur Schau zu stellen, wie viel wir wissen, oder den anderen dazu zu bringen, zuzugeben, dass wir recht haben. Das Ziel ist es, einem Lebewesen zu helfen, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden und die Chance zu erhalten, sich für eine bessere Zukunft zu entscheiden. Wenn mein Herz von Groll, Angst, Konkurrenzdenken oder dem Wunsch erfüllt war, meinen Ruf zu wahren, dann fehlte selbst den richtigen Worten womöglich die Reinheit und Barmherzigkeit, die sie hätten ausstrahlen sollen.

Shen Yun an der Oberschule bekannt gemacht

Als ich an die Highschool kam, trat ich der Musikabteilung und dem Konzertchor bei; das Umfeld fühlte sich wie ein Neuanfang an. Die chinesischen Schüler, die mich zuvor verspottet hatten, waren entweder nicht mehr in meiner Nähe oder schenkten meinem Tun keine große Beachtung mehr. Ich hatte das Gefühl, dass ein Teil des Drucks von mir abgefallen war. Ich leitete Werbebeiträge und Social-Media-Stories über Shen Yun weiter. Ich erzählte anderen von der Aufführung und fragte Lehrer, ob ich Plakate in der Schule aufhängen dürfe.

Damals war meine Begeisterung aufrichtig. Rückblickend betrachtet war sie jedoch manchmal mit Übereifer gepaart. Ich wollte unbedingt, dass sich die Leute die Show ansehen. Ich wollte, dass sie es sofort verstehen. Manchmal glaubte ich, ich könne sie überzeugen, wenn ich es nur ausführlich genug erklärte, leidenschaftlich genug sprach oder die Informationen oft genug wiederholte.

Während meiner ersten Jahre in der Musikabteilung der Highschool freundete ich mich mit einer Schülerin aus dem Abschlussjahrgang an, die ebenfalls im Konzertchor sang, eine talentierte Sängerin und Musikerin. Sie war stets herzlich und freundlich zu mir. Uns verband das gemeinsame Interesse an Gesang, Auftritten und Musik.

Eines Tages leitete ich ihr eine Shen-Yun-Werbung weiter. Anders als bei meinen sonstigen Bemühungen bereitete ich keine lange Erklärung vor. Ich hatte keine besonders hohen Erwartungen. Ich schickte sie eher beiläufig ab, fast so, als würde ich ihr die Information einfach nur anbieten und ihr die Entscheidung überlassen.

Zu meiner Überraschung reagierte sie fast sofort und voller Begeisterung. Sie sagte: „Ich habe Karten für mich und meine Mutter gebucht!“ Ihre Reaktion verblüffte mich. Normalerweise verspürte ich die Notwendigkeit, Shen Yun ausführlich erklären zu müssen, bevor jemand Interesse zeigte. Manchmal kamen die Leute selbst nach einem langen Gespräch nicht zur Aufführung. Diese Freundin hingegen brauchte keine große Überzeugungsarbeit. Sie sah die Information und beschloss einfach hinzugehen.

Zunächst war ich überaus begeistert. Ein Teil von mir dachte: „Ich habe es geschafft, jemanden davon zu überzeugen, sich Shen Yun anzusehen.“ Als ich diesen Gedanken bemerkte, wurde mir klar, dass ich mir etwas zuschrieb, zu dem ich kaum beigetragen hatte. Ich hatte lediglich eine Nachricht weitergeleitet. Es lag eindeutig nicht daran, dass meine Erklärung besonders eloquent gewesen wäre. Ich hatte ja kaum etwas erklärt.

Dadurch erkannte ich, dass vieles vielleicht schon vorher arrangiert war. Womöglich hatte ihr wissendes Ich nur auf diese Gelegenheit gewartet. Ich begann zu verstehen, dass die Rolle eines Praktizierenden manchmal nur darin besteht, eine Tür zu öffnen. Ob jemand diesen Weg beschreitet, mag von vielen Faktoren abhängen, die für uns unsichtbar sind.

Nachdem sie die Aufführung gemeinsam mit ihrer Mutter besucht hatte, erzählte sie mir persönlich (und teilte es auch in ihrer Social-Media-Story mit), wie tief berührt sie gewesen war. Sie war beeindruckt von der Verbindung aus Tragik, Komik, Mitgefühl und Güte in der Darbietung. Als ausgebildete Sängerin, bildende Künstlerin und Musikerin wusste sie die künstlerische Qualität besonders zu schätzen. Doch was ihr am stärksten in Erinnerung blieb, war nicht allein die technische Perfektion; sie empfand die Aufführung als Träger einer moralischen und spirituellen Botschaft. Sie schwärmte von den Farben; nach der Vorstellung bemerkte sie, dass die Farben auf der Bühne noch strahlender und schöner wirkten als in der Werbung.

Sie stimmte der Aussage der Liedtexte zu, wonach Atheismus und Evolutionstheorie Lehren seien, die den Glauben der Menschen an den Himmel und das Göttliche behindern könnten. Sie betrachtete Glauben nicht als etwas Rückständiges oder Irrationales. Vielmehr empfand sie Glauben als etwas Schönes, das den Menschen Trost, Sinn und moralische Kraft spenden kann. Besonders berührt war sie von der Schlussszene: Katastrophen, Krankheiten, politische Unruhen, Gewalt und Chaos überrollen die Welt der Menschen, und eine gewaltige Welle naht! Doch die Gläubigen und Gütigen werden von Gott erlöst.

Sie empfand die Botschaft als universell. Es spielte keine Rolle, ob jemand Chinese, Filipino, Koreaner oder Kanadier war, ob er Muslim, Christ oder Buddhist war oder einen anderen Hintergrund hatte. Die Sehnsucht nach dem Guten, nach Güte inmitten von Grausamkeit und Egoismus, nach Mitgefühl, Hoffnung und einer Verbindung zum Göttlichen, all das konnten Menschen unterschiedlichster Kulturen nachempfinden.

Ihre Worte berührten mich und ich erkannte durch sie etwas Wichtiges. Wenn ich früher für Shen Yun warb, konzentrierte ich mich oft darauf, wie ich die Aufführung am besten erklären könnte. Ich machte mir Sorgen, ob ich die richtigen Worte wählte oder ob ich auf alle möglichen Einwände eingegangen war. Doch meine Freundin hatte viele tiefgründige Erkenntnisse direkt aus der Aufführung selbst gewonnen, nicht durch meine Erklärungen. Mir wurde klar, dass die Kraft von Shen Yun nicht davon abhing, ob ich sie perfekt beschreiben konnte. Meine Aufgabe bestand lediglich darin, ihr zu ermöglichen, diese Erfahrung zu machen.

Nach der Aufführung kritisierten einige ihrer Freunde sie dafür, dass sie sich die Vorstellung angesehen hatte. Früher hätten mich solche Äußerungen sofort emotional aufgewühlt. Doch meine Freundin schloss sich nicht einfach der Meinung ihres Umfelds an. Sie sagte mir, sie empfinde die Kommentare ihrer Freunde als uninformiert, stark vereinfachend und, angesichts dessen, was sie selbst gesehen hatte, geradezu beleidigend. Sie waren nicht bei der Aufführung gewesen und hatten sich nicht die Zeit genommen, sie zu verstehen. Meine Freundin vertraute auf ihre eigene Erfahrung.

Ich erkannte auch, dass ganz gewöhnliche Menschen bisweilen bewundernswerten Mut zeigen. Sie war bereit, zu ihren echten Gefühlen zu stehen, auch wenn ihre Freunde anderer Meinung waren. Das brachte mich dazu, mich zu fragen: Könnte ich als Praktizierender angesichts von Kritik genauso gelassen bleiben?

Einige Zeit nach dem Besuch von Shen Yun erzählte mir diese Freundin von einem außergewöhnlichen Traum. In diesem Traum befand sie sich inmitten einer Szene, die dem Auftakt einer Shen-Yun-Aufführung ähnelte. Sie trug traditionelle chinesische Kleidung und stand in einer prachtvollen himmlischen Welt. Sie erinnerte sich daran, dass sie vor dem Schöpfer das Gelübde abgelegt hatte, in die Menschenwelt hinabzusteigen.

Da sie keine Praktizierende war und kein Verständnis für die Konzepte der Kultivierung besaß, versuchte sie, das Erlebte mit ihren eigenen Worten zu beschreiben. Sie sah auch meinen Klavierbegleiter aus unserem Konzertchor, den wir beide kannten. Im Traum stand er neben ihr und trug ein rotes traditionelles chinesisches Gewand mit langen Ärmeln. Dann begann sie ihren Abstieg. Sie spürte, wie sie sich durch verschiedene Ebenen nach unten bewegte, bis sie schließlich an einem Ort ankam, der wie ein alter chinesischer Kaiserhof wirkte.

Was mein eigenes Verständnis der Kultivierung betrifft, so erinnerte mich ihr Erlebnis daran, dass die Verbindung der Menschen zu Dafa oft viel tiefer ist, als es auf den ersten Blick scheint. Doch anstatt mich von dem Traum selbst mitreißen zu lassen, schien mir eine andere Frage wichtiger: Hatte ich meine Verantwortung mit reinem Herzen erfüllt?

Zwei Freunde sehen sich Shen Yun an

Ein weiteres Erlebnis betraf zwei meiner engsten Freunde. Die eine war meine beste Freundin, seit wir in der sechsten Klasse waren; den anderen hatte ich in der achten Klasse kennengelernt. Wir schlossen sofort Freundschaft, und schließlich fühlten wir uns zu dritt eher wie Geschwister als wie Freunde. Ein weiterer Freund von uns organisierte eine Mathe-Nachhilfegruppe in der Bibliothek. Wir beschwerten uns zwar darüber, dort hingehen zu müssen, doch meine Freundin und ich lachten fast den ganzen Weg dorthin, und insgeheim genossen wir diesen festen Termin.

Später erzählte mir meine Freundin, dass sie meine einfachere und unbeschwertere Lebenseinstellung schätzte. Sie empfand es so, dass in anderen Freundeskreisen oft Klatsch, Streit und die Überzeugung herrschten, man müsse ständig „für sich selbst kämpfen“, während ich eher dazu neigte, die positiven Seiten einer Situation zu sehen. Ihre Worte freuten mich, doch sie offenbarten auch eine weitere Anhaftung. Ich genoss es, als der freundliche, unkomplizierte und vergleichsweise reine Freund wahrgenommen zu werden. Ich hatte nicht nur eine Anhaftung an Beliebtheit, sondern auch an das Image, über dem Streben nach Beliebtheit zu stehen. Anstatt für Modebewusstsein oder Macht bewundert zu werden, wollte ich für meine Unbeschwertheit und moralische Festigkeit geschätzt werden. Dieses Image klang zwar besser, blieb aber dennoch ein Image.

Schließlich lud ich beide zu Shen Yun ein. Mein langjähriger Freund wollte herausfinden, was es mit der ganzen Begeisterung auf sich hatte, da ich oft von Shen Yun sprach und schilderte, wie außergewöhnlich ich die Aufführung fand. Er war mein bester Freund, und ich glaube, er war auch neugierig zu verstehen, warum mir die Vorstellung so viel bedeutete. Meine andere enge Freundin freute sich darauf, eine große Theateraufführung zu besuchen. Sie freute sich darauf, ein elegantes Kleid zu tragen, sich aufwendig zu schminken und einen kultivierten Abend im Theater zu genießen, ganz so, wie es für Teenager natürlich ist.

Als Schüler der zehnten Klasse hatten sie nicht genug Geld, um die vollen Ticketpreise zu bezahlen. Meine Eltern boten mir an, mir zehn Dollar zu zahlen, wann immer ich meinem jüngeren Bruder Klavierunterricht gab. Ich beschloss sofort, ihn in dieser Woche jeden Tag zu unterrichten. Auf diese Weise konnte ich genug verdienen, um einen beträchtlichen Teil der Tickets für beide Freunde zu bezahlen. Meine Bereitschaft, diesen Aufwand zu betreiben, entsprang einer ehrlichen Absicht. Ich wollte, dass die beiden etwas Kostbares erlebten, und war bereit, dafür Zeit und Geld zu opfern.

Als ich jedoch später nach innen schaute, erkannte ich, dass sich mit dieser Aufrichtigkeit eine weitere Anhaftung vermischte: Ich wollte auch derjenige sein, der sie erfolgreich zu Shen Yun gebracht hatte. Ich hatte mir im Geiste bereits ein bestimmtes Ergebnis ausgemalt. Ich stellte mir vor, wie sie die Aufführung besuchten, begeistert waren und mir hinterher bestätigten, dass ich mit meiner Einschätzung, wie wunderbar die Vorstellung sei, recht gehabt hatte. Ihre Reaktion würde nicht nur Shen Yun in ihren Augen aufwerten, sondern auch mein Urteilsvermögen, meinen Geschmack, meine Beharrlichkeit und meine Identität als denjenigen bestätigen, der sie damit bekannt gemacht hatte.

Die eigentliche Handlung, das Geld für die Eintrittskarten zu verdienen, war nicht das Problem. Die Herausforderung bestand vielmehr darin, mich zu engagieren, ohne mein Ego an das Ergebnis zu knüpfen.

Nachdem die finanziellen Schwierigkeiten teilweise gelöst waren, tauchte ein weiteres Hindernis auf. Die Eltern meiner Freundin waren sehr streng. Aus ihrer Sicht war es völlig inakzeptabel, ihrer jugendlichen Tochter zu erlauben, abends mit zwei Jungen auszugehen, ganz gleich, wie vertrauenswürdig wir uns selbst einschätzten.

Sobald ich davon erfuhr, hatte ich wieder das Gefühl, das Problem persönlich lösen zu müssen. Ich bot an, direkt mit ihren Eltern zu sprechen und sie davon zu überzeugen, dass wir verantwortungsbewusst seien. Einmal schlug ich sogar scherzhaft vor, sie solle ihren Eltern sagen, ich sei schwul – was ich nicht war –, damit sie mich nicht als potenziellen romantischen Partner betrachteten; so verzweifelt war ich, sie ins Theater zu bekommen. Rückblickend zeigte dieser Gedanke, wie weit mich mein Festhalten an dem gewünschten Ergebnis bereits geführt hatte. Ich war bereit, etwas Unwahres vorzuschlagen, um ein Ziel zu erreichen, das ich für gut und rechtschaffen hielt. Doch wie konnte eine Handlung, die darauf abzielte, jemandem zu ermöglichen, Shen Yun zu erleben, auf etwas beruhen, das der Wahrhaftigkeit widersprach?

Dadurch erkannte ich, dass ein scheinbar rechtschaffenes Ziel nicht automatisch jede Methode rechtschaffen macht. Wenn ich zu sehr an Ergebnissen hänge, beginne ich womöglich, unangemessenes Verhalten zu rechtfertigen: „Es dient dazu, jemanden zu erretten, also spielt es keine Rolle, wie ich es anstelle.“ Doch Kultivierung erfordert, dass man sowohl das Herz als auch die Mittel prüft, nicht nur das angestrebte Ziel.

Eine Zeit lang schienen all meine Pläne zu scheitern. Jede Lösung, die ich mir ausdachte, brachte ein neues Hindernis mit sich. Schließlich wurde mir klar, dass ich extrem unruhig geworden war. Ich wollte von mir sagen können, dass ich durch meinen Einsatz zwei gewöhnliche Menschen zu Shen Yun gebracht hatte.

Hinter meinem Eifer verbarg sich der Wunsch, mich selbst zu bestätigen. 

Der Meister sagte:

„‚Ohne trachten kommt es von selbst.‘“ (Fa-Erklärung auf der Konferenz in Sydney, 1996)

Ich glaubte, dass sorgfältige Planung, Überzeugungsarbeit, Mühe und Druck den Erfolg garantieren würden. Natürlich musste ich mich weiterhin aufrichtig bemühen. Loslassen bedeutete nicht, passiv oder gleichgültig zu werden. Doch nachdem ich getan hatte, was vernünftigerweise in meiner Macht stand, musste ich die Unruhe, den Wunsch, alle Beteiligten zu kontrollieren, und die Erwartung, dass sich die Dinge nach meinem Plan entwickeln müssten, loslassen. Als ich an einem Ticketstand in einem Einkaufszentrum für Shen Yun warb, traf ich oft auf Menschen, die sich durch keine noch so gute Verkaufstechnik sofort überzeugen ließen. In solchen Momenten sandte ich neben der aufrichtigen und professionellen Erläuterung der Aufführung intensiv aufrichtige Gedanken aus.

Mir war klar, dass aufrichtige Gedanken keine übernatürliche Verkaufstechnik waren, um mein Gegenüber dazu zu bringen, mir zuzuhören. Auch durfte ich sie nicht mit dem Hintergedanken einsetzen: „Diese Person muss tun, was ich will.“ Stattdessen versuchte ich, zur Ruhe zu kommen, Störungen in meinen eigenen Gedanken zu beseitigen und aufrichtig zu wünschen, dass die wissende Seite der Person die Gelegenheit erhielte, die Kostbarkeit dessen zu erkennen, was ihr dort begegnete.

Ich begann, aufrichtige Gedanken auszusenden, ohne zu versuchen, das genaue Ergebnis zu erzwingen. Ich versuchte, den Gedanken loszulassen, dass ich derjenige sein müsse, der alles in die Wege leitet. Ich machte mir bewusst, dass meine Freunde keine Trophäen waren, die den Erfolg meiner Aufklärungsarbeit belegten. Sie waren eigenständige Individuen mit eigenen Entscheidungen, Lebensumständen und Wegen.

Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, was sich in der Einstellung ihrer Eltern geändert hat oder warum. Ich weiß nur, dass ihre Eltern ihr schließlich die Teilnahme erlaubten, nachdem ich zur Ruhe gekommen war und aufgehört hatte, die Sache erzwingen zu wollen. Aus meiner begrenzten Sichtweise heraus konnte ich nur dankbar dafür sein, dass sich die Umstände änderten, nachdem ich meinen eigenen Zustand korrigiert hatte. Schließlich besuchten beide, meine Freundin und mein Freund, Shen Yun.

Erst später begriff ich die Bedeutung des Zeitpunkts ihres Besuchs. In unserer Generation und unserem sozialen Umfeld kursierten heftige, feindselige Anschuldigungen gegen Shen Yun. Die Behauptung „Shen Yun ist eine Sekte“ hatte sich fast zu einem Dogma entwickelt. Manche Leute wiederholten sie beiläufig, als würde dieses Etikett bereits alle Fragen klären und eine eigene Auseinandersetzung mit der Sache überflüssig machen.

Was mich besonders berührte, war, dass meine enge Freundin sich nicht etwa schämte oder sich von dem Erlebnis distanzierte. Sie sagte, die Botschaften hätten sie tief angesprochen. Für sie waren die Künstler freundliche Menschen, die Unterdrückung erlebt hatten und nun ihren Glauben zum Ausdruck bringen sowie die Schönheit der traditionellen Kultur in der modernen Welt bewahren wollten. Sie schilderte die Aufführung so, wie sie sie persönlich wahrgenommen hatte.

Die erstaunlichste Veränderung zeigte sich jedoch bei meinem langjährigen Freund. Während der Schulzeit, als meine Mitschüler Falun Dafa und Shen Yun angriffen, hatte er Angst gehabt, Partei zu ergreifen. Obwohl er mein bester Freund war, wagte er es nicht, Dafa öffentlich zu verteidigen. Damals hatte mich seine Zurückhaltung bisweilen enttäuscht. Weil er mein bester Freund war, ging ich unbewusst davon aus, dass er mich unterstützen müsste. Ich verwechselte persönliche Loyalität mit dem aufrichtigen Verständnis eines Menschen für die Wahrheit.

Später stieß ich auf eine Kommentarspalte unter einem Beitrag, der Anschuldigungen gegen Shen Yun enthielt. Ich sah, dass mein langjähriger Freund dort Stellung bezogen und Shen Yun sowie die Falun-Dafa-Praktizierenden verteidigt hatte. Was mich besonders bewegte, war die Tatsache, dass ich gar nicht anwesend gewesen war. Er wusste nicht, dass ich seinen Kommentar sehen würde. Er erklärte, er habe die Show selbst besucht; die Botschaften seien friedlich, und die Anschuldigungen, es handele sich um eine Sekte, beruhten auf falschen Informationen.

Während der Schulzeit hatte er sich geweigert, Position zu beziehen, selbst wenn ich an seiner Seite stand. Nun, ohne mein Beisein, äußerte er sich aus eigenem Antrieb und gemäß seinem Gewissen. Das berührte mich weit stärker, als wenn er mich in einem Streit verteidigt hätte, nur weil ich sein bester Freund war. Diese Veränderung war sein eigenes Werk.

Doch die aufrichtige Entscheidung eines Menschen lässt sich nicht durch Freundschaft, emotionale Verpflichtung oder Druck erzwingen. Die Verteidigung durch meinen langjährigen Freund war gerade deshalb so bedeutsam, weil ich ihn nicht dazu aufgefordert hatte. Sie erfolgte in meiner Abwesenheit und ohne, dass er einen Vorteil für sich erwarten könnte, weil er mir einen Gefallen getan hatte.

Abschließende Bemerkungen

Die Aufklärung über die Fakten sollte vernünftig, weise und barmherzig erfolgen. Man sollte weder Groll gegenüber jenen hegen, die einen missverstehen, noch Ängste gegenüber jenen, die zögern, oder Stolz gegenüber jenen, die loben und annehmen.

Diese Erfahrungen halfen mir, meine Anhaftungen an meinen Ruf, an gesellschaftliche Anerkennung, daran, recht zu haben, gelobt zu werden und sofortige Ergebnisse zu sehen, zu erkennen. Ich bin dankbar, dass meine Freunde die Gelegenheit hatten, Shen Yun zu sehen und sich ein eigenes Bild zu machen.

Ich bin auch dankbar dafür, dass diese Erfahrungen so viele Anhaftungen in mir offengelegt haben. Für die Zukunft hoffe ich, die Fakten mit mehr Demut, Weisheit und Barmherzigkeit zu erklären und mir stets bewusst zu sein, dass der Prozess der Errettung von Lebewesen zugleich ein Prozess meiner eigenen Kultivierung ist.

Von einem unreifen und naiven jungen Praktizierenden habe ich mich allmählich zu einem jungen Falun-Dafa-Praktizierenden mit einem reiferen Verständnis von Kultivierung entwickelt.

Ich bin zutiefst dankbar für den barmherzigen Schutz und die Fürsorge des Meisters auf jedem Schritt meines Weges. Dies ist mein Verständnis auf meiner gegenwärtigen Ebene. Bitte weist mich barmherzig auf alles hin, was noch verbessert werden kann.