(Minghui.org) Zheng Liqins Leben war einst von ständigen Umbrüchen geprägt. Sie wanderte von Taiwan in die Dominikanische Republik in der Karibik aus und pendelte nach ihrer Heirat zwischen den beiden Inseln hin und her.
Durch die vielen Veränderungen in Bezug auf Sprache, Familie, Beruf und Beziehungen war sie jahrelang angespannt und unruhig. Erst als sie sich 2007 entschied, nach Taiwan zurückzukehren und dort sesshaft zu werden, stabilisierte sich ihr Leben allmählich. Inmitten dieser Phase des Umbruchs entdeckte sie den „Anker“, jene stabilisierende Kraft, die ihr ein Gefühl innerer Ruhe vermittelte.
Zheng Liqin wurde in Taiwan geboren und wanderte im Alter von 13 Jahren mit ihrer Familie in die Dominikanische Republik aus. Später kehrte sie auf Wunsch ihrer älteren Familienangehörigen für ein arrangiertes Treffen (Blind Date) nach Taiwan zurück. Diese Begegnung führte zu einer Ehe.
Ihr Mann begleitete sie in die Dominikanische Republik, wo sie zehn Jahre lang im Feinkostgeschäft ihres Vaters mitarbeiteten. Als der Vater ihres Mannes später verstarb, schloss ihr Mann das Geschäft und kehrte nach Taiwan zurück, um sich um seine Mutter zu kümmern. Dieses ständige Hin- und Herreisen hatte bei Liqin einen Zustand von Anspannung und Unbehagen zur Folge.
Ein Jahr später kehrten sie in die Dominikanische Republik zurück. Ihr Sohn, der die Reisen natürlich mitmachte, sprach vor Ort Spanisch, besuchte eine englischsprachige Schule und sprach zu Hause Chinesisch. Das Beherrschen dreier Sprachen ist in der chinesischen Gemeinschaft der Dominikanischen Republik durchaus üblich.
Für Liqin war dies jedoch schwierig. Ihre Schulausbildung in Taiwan war durch den Umzug ins Ausland unterbrochen worden. Sie beendete daher die Mittelstufe in der Dominikanischen Republik und besuchte später, zurück in Taiwan, eine Abendschule, um ihren Schulabschluss nachzuholen. Erst mit fast 40 Jahren erlangte sie ihren Abschluss, beinahe zeitgleich mit ihrem Sohn. Liqin empfand die Rückkehr nach Taiwan als wunderbar, sie verspürte endlich ein Gefühl des Friedens.
Als dann ihre ältere Schwester das Geschäft ihres Vaters in der Dominikanischen Republik übernahm, eröffneten Liqin und ihr Mann ein eigenes Schnellrestaurant, in dem sie Pizza, Hamburger und andere Fast-Food-Gerichte verkauften. Es gab jedoch Kommunikationsprobleme ihres Mannes und der Angestellten auf Grund mangelnder Sprachkenntnisse. Liquin fühlte sich zwischen den Fronten zerrieben. Oft stritt sie sich mit ihrem Mann, was sie verbitterte und auslaugte.
Als ihr Mann einmal eine Reise nach Taiwan plante, sagte sie zu ihm: „Fahr ruhig! Ich habe es mir gut überlegt, wir können uns genauso gut scheiden lassen und getrennte Wege gehen.“ Die Situation war daraufhin sehr angespannt, doch da ihr Mann sie innig liebte, weigerte er sich, in die Scheidung einzuwilligen.
Anfang 2007 schenkte ihr jüngerer Bruder Liqin einen Computer, auf dem er ein Programm installierte, das, wie er ihr erklärte, von Menschen auf der ganzen Welt genutzt wurde. Sie musste lediglich ein Land auswählen. Wenn sich jemand meldete, konnte sie chatten und internationale Freundschaften schließen.
Eines Tages ging Liqin online, wählte Norwegen aus und wurde dort mit einem Mann verbunden. Zunächst unterhielten sie sich auf Englisch, doch als sie entdeckte, dass er auch Chinesisch sprach, wechselten sie zur chinesischen Sprache. Liqin fragte ihn: „Sie sind Chinese. Wie kommt es, dass Sie so weit weg leben, in einem Land voller Eis und Schnee?“ Der Mann erzählte ihr eine tragische Geschichte: Einst hatte er in China in einer glücklichen Familie gelebt, war jedoch verfolgt worden, weil er Falun Dafa praktizierte. Mit Hilfe von Freunden floh er allein; seine Reise führte ihn über Thailand schließlich nach Norwegen.
Die Geschichte des Mannes erschütterte Liqin zutiefst. Sie fragte sich: „Wie kann so etwas Schreckliches in der heutigen Zeit überhaupt geschehen?“ Sie war so aufgewühlt, dass sie sich drei Tage lang nicht traute, dem Mann eine Nachricht zu schreiben. Als sie sich wieder beruhigt und den Kontakt wieder aufgenommen hatte, sagte er zu ihr: „Ein Buch hat mein Leben verändert, es heißt Zhuan Falun. Es ist ein kostbares Buch; ich kann Ihnen nur wärmstens empfehlen, es zu lesen.“
Liqin lud sich die E-Book-Version des Zhuan Falun von der Website herunter. Je mehr sie darin las, desto mehr war sie gefesselt von dem Buch. Sie las es innerhalb von zwei Tagen komplett durch.
Mitte 2007 beschloss Liqin, sich gemeinsam mit ihrem Mann in Taiwan niederzulassen und nicht mehr in die Dominikanische Republik zurückzukehren. Danach begann sie, Übungsplätze der Falun-Dafa-Praktizierenden aufzusuchen, um an den morgendlichen Übungen teilzunehmen. Anfangs verstand sie nicht, was Kultivierung eigentlich bedeutet, da sie damit beschäftigt war, sich an ihr neues Leben zu gewöhnen und Arbeit zu suchen. Aus diesem Grund ging sie nur an Feiertagen zum Üben. Obwohl sie auf eine solch wunderbare, einmalige Gelegenheit gestoßen war, war ihr nicht bewusst, wie überaus kostbar diese tatsächlich war.
Zheng Liqin bei der fünften Übung, einer Meditation
Eines Tages bemerkte Liqin, dass die rechte Seite ihres Gesichts eingefallen war; sie konnte den Mund nicht weit öffnen, das Essen bereitete ihr Schmerzen und ihr Kiefer gab beim Sprechen ein klickendes Geräusch von sich; ein Zustand, der medizinisch als Kiefergelenkstörung (oder auch als TMJ-Störung bezeichnet) bekannt ist. Der Arzt erklärte, die Ursache sei Stress.
Die Behandlung bestand aus der Einnahme von Kalziumpräparaten und dem Tragen einer Aufbissschiene zur Korrektur der Fehlstellung. Es dauerte ein Jahr, bis ihre Zähne wieder richtig ausgerichtet waren, sie normal essen konnte und beim Sprechen keine ungewöhnlichen Geräusche mehr auftraten.
Die eingefallene Stelle an ihrer rechten Wange hatte sich jedoch nicht gebessert. Bei einem Kontrolltermin fragte sie den Arzt: „Was kann ich dagegen tun? Es sieht unschön aus, ich bin doch eine Frau.“ Der Arzt beruhigte sie: „Die Medizin hat heutzutage große Fortschritte gemacht, machen Sie sich also keine Sorgen. Wir können einen kosmetischen Eingriff vornehmen.“
Ganz gleich, wie sehr der Arzt es ihr auch zu erklären versuchte, sie konnte sich nicht dazu durchringen. Auf dem Heimweg vom Krankenhaus weinte sie ununterbrochen. Ihr Mann, der sie begleitete, wusste nicht, wie er ihr helfen oder sie trösten sollte.
Die Diagnose des Arztes lautete, dass die Delle mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 bis 90 Prozent bleiben würde, auch wenn sie von der eigentlichen Erkrankung genesen war. Liqin war verzweifelt, sie war doch erst dreißig! Sie dachte: „Nun gut! Da selbst der Arzt nichts daran ändern kann, muss ich die Realität wohl akzeptieren. Von nun an werde ich ein ruhiges, gewöhnliches Leben führen und mich gewissenhaft im Falun Dafa kultivieren.“
Obwohl Liqin das Zhuan Falun bereits 2007 einmal gelesen hatte, verstand sie immer noch nicht, was Kultivierung bedeutete. Sie glaubte, es genüge, die Übungen nur an Feiertagen zu praktizieren, ohne zu wissen, dass es bei der Kultivierung vor allem um die Veredelung des eigenen Herzens geht und dass man regelmäßig die Dafa-Bücher lesen und die darin enthaltenen Prinzipien befolgen muss, um das eigene Reden und Handeln zu reflektieren. Nur so kann man seinen Charakter erhöhen. Erst im Jahr 2013 begriff sie es.
Im Jahr 2013 fand das Taiwan-Laternenfest in der Region Hsinchu statt. Falun-Dafa-Praktizierende wollten diese Gelegenheit nutzen, um die Lehre zu verbreiten, daher entwarfen und bauten sie gemeinsam ein riesiges „Fa-Boot“: Fünf Stockwerke hoch und in glänzendem Gold, das zur auffälligsten Attraktion des Festes wurde. Liqin hatte das Glück, am Bau des Bootes mitwirken zu können. Während sie die Fa-Erklärungen las und sich mit anderen Praktizierenden darüber austauschte, erkannte sie plötzlich, dass es tatsächlich einen Kultivierungsweg gab und dass sie, ohne sich dessen bewusst zu sein, sechs Jahre vergeudet hatte. Glücklicherweise war es noch nicht zu spät.
Nachdem sie ihren Kultivierungsweg ernsthaft begonnen hatte, verschwand ihre Schlaflosigkeit, ihre körperliche und geistige Gesundheit verbesserten sich und sie wurde ausgeglichener. Ihre Familie lebte harmonisch zusammen und sie betonte oft, wie sehr sie von Falun Gong profitieren würde. Ihr Mann wandte dann immer ein: „Nein, nein, ich bin derjenige, der am meisten davon profitiert.“ Er meinte damit, dass seine Frau durch ihre Kultivierungspraxis rücksichtsvoller und sanftmütiger geworden war, eine Veränderung, die er als ihr Ehemann am tiefsten spürte.
Im Jahr 2014 kam Shen Yun Performing Arts nach Taiwan. Liqin verabredete sich mit einer Freundin, um die Aufführung zu besuchen. Noch vor Beginn der Vorstellung, als sie im Zuschauerraum im dritten Stock saß, bemerkte sie die Platzanweiserinnen in ihrer eleganten traditionellen Kleidung und mit hochgestecktem Haar. Sie wirkten so anmutig wie Himmelswesen. Liqin dachte bei sich: „Oh, wie wunderbar. Wie schön wäre es, wenn ich auch als so eine Platzanweiserin arbeiten könnte!“
Zu ihrer Überraschung geschah etwas, fast wie durch Telepathie, kaum dass sie diesen Gedanken gefasst hatte: Die Verantwortliche lud sie ein, im folgenden Jahr bei der Betreuung der Gäste für Shen Yun mitzuhelfen. Ihr Traum sollte wahr werden, sie war überglücklich!
Doch ein zweiter Gedanke ließ sie zögern: Sie trug ihre Haare gewohnheitsmäßig lang, um die Einbuchtung auf der rechten Seite ihres Gesichts zu kaschieren. Ein Makel, der sichtbar geworden wäre, wenn sie die Haare zu einem Knoten hochgesteckt hätte. Sie erkannte, dass sie gegenüber der Koordinatorin ehrlich sein und die Aufgabe höflich ablehnen sollte. An jenem Abend stand sie vor dem Spiegel und versuchte, ihr Haar hochzustecken. Als sie ihr Spiegelbild betrachtete, staunte sie: Die rechte Seite ihres Gesichts war nicht mehr eingefallen, sie war geheilt! Es war schlichtweg unglaublich! Tränen stiegen ihr in die Augen. Sie war Zeugin des Wunders von Falun Dafa geworden.
Seit Liqin begonnen hat, sich ernsthaft zu kultivieren, richtet sie ihr Verhalten nach den Prinzipien des Fa aus. Der Meister erklärt, dass karmische Verbindungen alles bestimmen. Ganz gleich, ob die Bindungen in diesem Leben wohlwollend oder feindselig sind, man muss sie mit Güte auflösen.
Vielleicht schuldet man jemandem aus einem früheren Leben noch etwas, weshalb die andere Person einen nun so behandelt. Doch die Prinzipien zu verstehen, ist das eine; sie in die Praxis umzusetzen, ist etwas anderes.
Bevor sie nach Taiwan zurückkehrte, hatte Liqin in der Dominikanischen Republik ein Grundstück gekauft und dort ein Haus gebaut. Da sie plante, sich dauerhaft in Taiwan niederzulassen, wollte sie die Immobilie nun verkaufen und beauftragte ihren jüngeren Bruder mit der Abwicklung des Verkaufs. Es dauerte jedoch mehr als ein Jahrzehnt, bis die Angelegenheit geklärt war, da sie es mit einem schwierigen Nachbarn zu tun hatte.
Wann immer ihr Bruder Kaufinteressenten zur Besichtigung des Hauses mitbrachte, verscheuchte der Nachbar sie. Ihr Bruder rief sie dann immer verärgert an und berichtete vom Vorgehen des Nachbarn. Liqin tröstete ihn dann mit den Worten: „Das macht nichts. Vielleicht schulden wir ihm etwas – womöglich haben wir ihn in einem früheren Leben schlecht behandelt, weshalb er uns jetzt so behandelt.“ Sie fügte hinzu:
„Es ist, wie Meister Li sagt:
,Was deins ist, wirst du nicht verlieren; was nicht deins ist, kannst du auch nicht erkämpfen.‘“ (Zhuan Falun, 2019, S. 354)
Auch zu ihrem Mann sagte sie: „Betrachten wir es einfach wie ein gescheitertes Geschäftsvorhaben – im Geschäftsleben gibt es Gewinne und Verluste. Wenn es sich nie verkaufen lässt, können wir das Haus verschenken. Machen wir uns deswegen einfach keine Sorgen mehr.“ Ihr Mann stimmte ihr zu.
Liqin erinnerte sich daran, dass sich in dem Haus in der Dominikanischen Republik im obersten Stockwerk ein großer Wassertank befand. Oft fehlte der Deckel. Im Sommer sprangen dann die Nachbarskinder in den Tank, um darin zu baden. Das störte sie sehr, sodass sie den Nachbarn grollte.
Während sie darüber nachdachte, besann sie sich auf die Lehre des Meisters und erkannte, dass auch „Groll“ eine Anhaftung war, die sie durch Kultivierung ablegen musste. Innerhalb eines Augenblickes erlebte sie einen Durchbruch und löste den Groll gegen den Nachbarn, der sich über mehr als ein Jahrzehnt angestaut hatte, vollständig auf!
Dann geschah etwas Unerwartetes. Kurz darauf rief ihr Bruder an und teilte ihr mit, dass das Haus verkauft worden sei. Es war wunderbar! Sie war voller Dankbarkeit gegenüber dem Meister und spürte den immensen Nutzen der Dafa-Praxis.
Es schien, als hätte der Meister, nachdem er die Erhöhung ihrer Xinxing gesehen hatte, die Prüfung beseitigt und dafür gesorgt hatte, dass sich alles zum Guten fügte. Liqin war überglücklich, die karmische Verbindung zu ihrer Nachbarin endlich durch Güte aufgelöst zu haben.
Liqin ist zutiefst dankbar für die barmherzige Führung des Meisters auf ihrem Kultivierungsweg. Sie nimmt sich vor, in Zukunft noch fleißiger zu sein, um den mühevollen Arrangements des Meisters gerecht zu werden. Zudem hofft sie, dass alle Menschen mit einer schicksalhaften Verbindung das Fa erhalten und sich kultivieren können, damit sie die Schönheit des Dafa erleben und im Licht des Buddha baden dürfen.