Falun Dafa Minghui.org www.minghui.org AUSDRUCK

Kultivierung: Sich in jedem Augenblick des Lebens dafür entscheiden

2. September 2026 |   Von einem Falun-Dafa-Praktizierenden im Nahen Osten

(Minghui.org) Ich möchte eine meiner jüngsten Erfahrungen teilen. Eine Erfahrung, die mir zu einem neuen Verständnis verhalf und mir die Grenze zwischen „Angelegenheiten der gewöhnlichen Menschen“ und dem „Weg der Kultivierung“ klarer vor Augen führte. Ich erkannte neu, welchen Stellenwert die Kultivierung in meinem täglichen Leben tatsächlich einnehmen sollte.

Vor einigen Monaten stand eines der bedeutendsten Ereignisse im Leben meiner Familie bevor: die Hochzeit meines Sohnes. Von Anfang an war mir bewusst, dass diese Aufgabe viel Zeit und Energie erfordern würde. Es gab unzählige Dinge zu erledigen, von der Planung, über häufige Reisen bis hin zu verschiedenen Arrangements. Diese Angelegenheiten füllten meinen Alltag aus. Ich war täglich mit unterschiedlichsten Aufgaben beschäftigt und hatte das Gefühl, dass die Zeit wie im Flug verging.

In dieser Zeit wurde mir klar, dass ich als Falun Dafa-Praktizierender kaum noch Zeit für das Fa-Lernen und die Übungen fand. Oft sagte ich mir: „Wenn die Hochzeitsvorbereitungen erst einmal abgeschlossen sind, kehre ich zu meiner gewohnten Kultivierungsroutine zurück.“ So schob ich meine Kultivierung auf, bis meine täglichen Pflichten erledigt waren, und praktizierte nur dann, wenn noch Zeit übrigblieb.

Doch die Tage vergingen schnell, und jene zusätzliche Zeit ergab sich so gut wie nie.

Glücklicherweise verlief die Hochzeitsfeier sehr gut. Die Feier war harmonisch und hinterließ bei allen Familienmitgliedern und Gästen wunderbare, unvergessliche Erinnerungen. Alles schien zur Zufriedenheit verlaufen zu sein, doch nach der Hochzeit verspürte ich im tiefsten Innern eine seltsame Schwere und Traurigkeit.

Diese Traurigkeit rührte nicht von körperlicher Erschöpfung her, sondern von der Erkenntnis, dass ich in dieser Zeit nicht fleißig in meiner Kultivierung gewesen war und zugelassen hatte, dass weltliche Angelegenheiten den wichtigsten Teil meines Lebens verdrängten.

Durch den Blick nach innen erkannte ich, dass mein Fehler in meiner Prioritätensetzung lag. Ich hatte zugelassen, dass weltliche Angelegenheiten, so wichtig und scheinbar notwendig sie auch waren, die Kultivierung aus meinem Leben verdrängten. Ich fragte mich: „Praktiziere ich etwa nur, wenn ich Zeit habe? Bin ich etwa nur dann ein Praktizierender, wenn ich keine alltäglichen Verpflichtungen habe? Ich habe den Weg der Kultivierung als etwas gewählt, das zu jedem Tag und jedem Augenblick meines Lebens gehört, nicht nur für die Zeiten, in denen die alltäglichen Aufgaben erledigt sind und etwas Freizeit bleibt.“

Damals wurde mir klar: Wenn ich die Kultivierung in den Hintergrund stelle, laufen selbst die Dinge im Alltag nicht so reibungslos, wie ich es mir erhoffe. Wenn meine Gedanken nicht von den aufrichtigen Gedanken eines Kultivierenden geleitet werden, gehe ich Probleme ungeduldig, ängstlich, engstirnig und unruhig an. Oberflächlich betrachtet mögen die Dinge zwar weiterlaufen, doch tief in meinem Inneren habe ich die nötige Ruhe und Klarheit verloren.

Ich beschloss, künftig gleich nach dem Aufwachen und noch vor allen anderen Dingen, zuerst meinen Pflichten in der Kultivierung nachzukommen. Ich werde das Fa lernen, die Übungen machen, aufrichtige Gedanken aussenden, die aufrichtigen Gedanken bewahren und die wahren Umstände erklären. Diese Aufgaben müssen für mich Priorität haben und dürfen niemals auf „später“ verschoben werden. Würde ich diesen Grundsatz vernachlässigen, stünde mein ganzer Tag auf einem instabilen Fundament.

Nachdem ich zu dieser Routine zurückgekehrt war, erkannte ich deutlich, dass sich nicht nur meine Kultivierung verbesserte, sondern auch meine täglichen Angelegenheiten reibungsloser und harmonischer verliefen. Ich wurde ruhiger und brachte mehr Geduld und Weisheit im Umgang mit familiären und gesellschaftlichen Verpflichtungen auf.

Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass Kultivierung nichts vom Alltag Getrenntes ist und dass Praktizierende nicht nur in ihrer Freizeit praktizieren sollten. Die Kultivierung ist das Fundament unseres Lebens, auf dem alles andere aufbauen sollte. Wenn wir diesen Grundsatz richtig einordnen, wird unser Kultivierungsweg klarer, und die alltäglichen menschlichen Angelegenheiten fügen sich ganz natürlich an ihren richtigen Platz, ohne uns von unserem Weg abzubringen.

Ich hoffe, dass dieser Erfahrungsbericht andere Praktizierende daran erinnert, wie wichtig die Kultivierung ist, selbst in den geschäftigsten Phasen des Lebens. Entscheidet euch an jedem Tag in jedem Augenblick neu für die Kultivierung!

Abschließend möchte ich unserem barmherzigen Meister meine Dankbarkeit aussprechen; ich hoffe, dass ich mich fleißig kultivieren und eines Tages gemeinsam mit dem Meister in meine wahre Heimat zurückkehren kann.