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Lernen, freundlich mit anderen zu sprechen

21. September 2026 |   Von einem Dafa-Praktizierenden in Festlandchina

(Minghui.org) Obwohl ich inzwischen dreißig Jahre alt bin und mich seit zwanzig Jahren kultiviere, ist mir erst in den letzten Jahren bewusst geworden, dass ich noch immer nicht gelernt habe, freundlich mit anderen zu sprechen. Früher sagten gelegentlich andere zu mir: „Warum sprichst du so schroff?“ oder „Kannst du nicht vernünftig mit mir sprechen?“ Doch ich dachte nicht ernsthaft darüber nach. Später heiratete ich meine Frau. Sie ist sanftmütig und spricht mit leiser, ruhiger Stimme. Nachdem es zwischen uns wegen meiner Ausdrucksweise einige unangenehme Situationen gegeben hatte, erkannte ich erst, dass ich mich in dieser Hinsicht sehr schlecht kultiviert hatte.

Im Folgenden möchte ich zusammenfassen, woran sich meine unfreundliche Art zu sprechen zeigt. Ich hoffe, dass dies den Mitpraktizierenden als Anregung dienen kann.

Mit Gegenfragen reagieren – Ungeduld

Ein deutliches Zeichen dafür, dass ich nicht freundlich mit anderen sprechen kann, ist meine Neigung, mit Gegenfragen zu antworten. Wenn mich zum Beispiel ein Familienangehöriger daran erinnert, etwas zu erledigen, sage ich etwa: „Habe ich das nicht gerade schon gemacht?“ oder: „Bin ich nicht gerade dabei?“ Unausgesprochen steckt dahinter die Bedeutung: Es ist doch schon erledigt oder ich bin bereits dabei – warum fragst du noch?

Dahinter stehen Ungeduld und der Widerwille, sich von anderen etwas sagen zu lassen.

Tatsächlich möchte mich der andere oft nur freundlich an etwas erinnern. Doch ich reagiere sofort abwehrend darauf. Auch das ist eine Erscheinungsform davon, „sich nichts sagen lassen zu wollen“. Der andere hat vielleicht noch nicht einmal irgendeine unfreundliche Haltung gezeigt, und dennoch kann ich seine Worte schon nicht ertragen.

Ein solches Verhalten ist noch weit von der grundlegenden Anforderung an einen Kultivierenden entfernt. Der Meister sagt:

„Wenn er dich schlägt, schlägst du nicht zurück; wenn er dich beschimpft, schimpfst du nicht zurück, einfach so.“ (Fa-Erklärung in Sydney, 1996)

Mit finsterer Miene sprechen – ein Mangel an Güte

Eine weitere Erscheinungsform ist, beim Sprechen keinerlei freundlichen Gesichtsausdruck zu zeigen oder sogar ein finsteres Gesicht zu machen. Im Alltag ist es so: Wenn Familienangehörige über etwas Erfreuliches sprechen, zeigt sich auf ihren Gesichtern ein Lächeln. Doch meine Mutter, die ebenfalls Falun Dafa praktiziert, und ich gehen manchmal nicht auf ihre Freude ein und bleiben ausdruckslos, sodass auch den anderen das Lächeln auf den Lippen erstarrt.

Obwohl es in unserer Familie zwei Dafa-Praktizierende gibt – meine Mutter und mich –, herrscht bei uns nicht die friedliche und harmonische Atmosphäre, die eigentlich da sein sollte. Meine Frau hingegen lächelt immer, wenn sie spricht. Ich habe erkannt, dass sie gekommen ist, um mir zu helfen, meine eigenen Probleme zu erkennen.

Mit finsterer Miene zu sprechen, zeugt zunächst von einem Mangel an Güte. Es fehlen die Barmherzigkeit und die innere Ruhe, die ein Kultivierender haben sollte. Außerdem verbirgt sich dahinter die Gesinnung, auf andere herabzusehen. Innerlich beurteilt man den anderen: Was gibt es daran überhaupt zu freuen? Aus welcher Gesinnung heraus freut er sich darüber? Ist es angemessen, dass er so etwas sagt? Ist das, worüber er sich freut, moralisch richtig?

Durch das Fa habe ich erkannt, dass ich nicht ständig auf andere schauen, sondern mehr bei mir selbst nach meinen Anhaftungen suchen sollte. Selbst wenn gewöhnliche Menschen etwas falsch machen, sollte ich ihnen gegenüber nachsichtig sein, so wie gegenüber den Lebewesen in meiner eigenen Welt, und ihnen stets mit Güte begegnen. Früher dachte ich immer, nur meine Mutter würde eine so finstere Miene machen. Jetzt stelle ich fest, dass ich selbst genauso bin. Früher hatte ich meinen Blick immer nur auf andere gerichtet. Das war wirklich nicht richtig.

Im Befehlston sprechen – Überheblichkeit

Einmal wies ich meine Frau an, etwas zu erledigen. Daraufhin rief sie mir unter Tränen zu: „Du bist immer so!“ Ich verstand überhaupt nicht, was sie meinte. Später sagte sie weinend: „Du sprichst immer so von oben herab. Du behandelst mich überhaupt nicht wie einen gleichberechtigten Menschen.“

Mir wurde bewusst, dass ich schon seit meiner Kindheit in der Schule recht gut gewesen war und mich selbst für sorgfältig, gut organisiert und fähig hielt. Daher plante und organisierte ich gern alles und setzte unbewusst voraus, dass die anderen meinen Anweisungen folgen sollten. Dabei stellte ich mich über andere: Ich hielt ihre Planungen für unpassend und ihre Gedanken für unwichtig. Auch konnte ich die Meinungen anderer nicht wirklich annehmen. Ich trat sehr dominant auf und entwickelte dabei Überheblichkeit.

Außerdem ließ ich im Alltag häufig meine Planungen oder Worte Revue passieren und war sehr zufrieden damit, wie gut ich alles geregelt hatte, und nährte dadurch meine Selbstgefälligkeit und mein Geltungsbedürfnis. Streng genommen ist dies bereits ein Vorzeichen dafür, dass Dämonen aus dem eigenen Herzen entstehen.

In vorwurfsvollem Ton sprechen – Groll

„Ich habe dir doch schon längst gesagt, dass du es so und so machen sollst!“ „Ich habe dir doch gesagt, dass du es so und so machen sollst. Warum hast du es nicht getan?!“

Wenn jemand nicht nach meinen „Ratschlägen“ gehandelt hatte und das Ergebnis schlecht ausfiel, machte ich ihm häufig mit solchen Sätzen Vorwürfe. Dahinter stand: „Wenn du auf mich gehört hättest, wäre es nicht so weit gekommen.“ Besonders in der Zeit, als meine Frau ihre Arbeitsstelle kündigte und nach einer neuen Stelle suchte, entwickelten sich die Dinge nicht so, wie wir es geplant hatten. Manchmal konnte ich meine Xinxing nicht bewahren und sprach solche Worte voller Groll aus.

Wenn die Dinge für jemanden nicht gut laufen, fühlt er sich ohnehin schon schlecht. Doch anstatt ihm anhand der Fa-Grundsätze zu helfen, die Situation richtig zu betrachten, machte ich ihm Vorwürfe und streute damit noch Salz in seine Wunde.

Letztlich entscheidet der Meister über alles. Die Arrangements, die wir selbst für gut halten, entspringen menschlichen Gesinnungen und dem Wunsch nach einem angenehmen Leben. Doch die Arrangements des Meisters sind die besten, auch wenn vorübergehend nicht alles reibungslos verläuft. Als Kultivierende sollen wir sowohl Arrangements, die unseren Wünschen entsprechen, als auch solche, die ihnen nicht entsprechen, gelassen annehmen. Zeigen sich nicht in beidem menschliche Gesinnungen? Genau diese sollen wir als Kultivierende ablegen.

Was ich tun soll, ist, innerhalb der Arrangements des Meisters aufmerksam darauf zu achten, welche menschliche Gesinnung zum Vorschein kommt, und sie beseitigen.

Andere mit Worten antreiben – Ungeduld

„Lass es einfach so! Lass es einfach so!“ „Lass es sein! Lass es sein!“ „Lass das und mach schnell das andere!“ Auch solche drängenden Worte sage ich häufig.

Wenn ich etwas vorhabe, möchte ich es immer möglichst schnell erledigen. Deshalb bin ich innerlich ständig in Eile und komme nicht zur Ruhe. Meine Frau, die nicht praktiziert, bleibt dagegen meist ruhig und gelassen. Sie sagt auch manchmal, dass ich beim Kochen und Gemüseschneiden zu hastig sei und mich deshalb in den Finger schneide. Ich dagegen hielt mich immer für flink und meinte, meine Frau sei zu bedächtig und trödle gern bei der Arbeit.

In Wirklichkeit hatte ich eine Anhaftung an das Erledigen von Dingen und war ungeduldig. Mir fehlt die Ruhe und Ausgeglichenheit eines Kultivierenden, und ich habe den Zustand von „ruhig, langsam und rund“ noch nicht erreicht (Falun Gong Der Weg zur Vollendung, Kapitel 5: Die Übungen, Vierte Übung).

Dahinter verbarg sich außerdem mangelnder Glaube an den Meister und das Fa, weil ich meine, mein eigenes Handeln sei für die Entwicklung der Dinge besonders wichtig. Doch alles verläuft nach den Arrangements des Meisters. Worüber sollte ich mich also so beeilen?

Schlusswort

Dass ich nicht freundlich mit anderen sprechen kann, ist im Grunde ein Problem meiner Xinxing. Erst beim Schreiben dieses Artikels wurde mir bewusst, auf wie viele Arten sich dies bei mir zeigt und wie viele menschliche Gesinnungen dahinterstecken.

Nach so vielen Jahren der Kultivierung habe ich noch nicht einmal gelernt, freundlich mit anderen zu sprechen. Die Menschen in meinem Umfeld sind wirklich ein Spiegel für mich: Sie zeigen mir meine eigenen menschlichen Gesinnungen und Unzulänglichkeiten.

In Zukunft möchte ich mehr bei mir selbst nachschauen und mich weniger daran festhalten, ob andere recht oder unrecht haben. Ich möchte diese menschlichen Gesinnungen so bald wie möglich beseitigen und die Anforderungen des Fa erreichen.

Meine Ebene ist begrenzt. Falls etwas nicht richtig ist, bitte ich die Mitpraktizierenden um Korrektur.