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CECC-Anhörung – ein eindringlicher Appell an Xi Jinping

25. September 2026 |   Von Minghui-Korrespondent Wang Ying

(Minghui.org) Am 22. September 2026 hielt die Congressional-Executive Commission on China (CECC) (Kongress-Exekutivkommission für China) eine Anhörung ab. Dabei standen Personen im Mittelpunkt, die in China inhaftiert und verfolgt werden, sowie Familien, die für die Freilassung ihrer Angehörigen kämpfen, und Menschen, die aufgrund ihrer öffentlichen Äußerungen im Ausland Repressalien ausgesetzt sind. Zu den bei der Anhörung erörterten Fällen gehörten unter anderem Falun-Gong-Praktizierende, Christen, Uiguren sowie US-Staatsbürger, die von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) inhaftiert wurden.

Zu den Rednern, die vor der Kommission aussagten, zählten Pastor Ezra Jin von der Beijing Zion Church (Zion-Kirche in Peking), der nach mehr als 260 Tagen Haft freigelassen worden war. Aussagen erfolgten außerdem vom Falun-Gong-Sprecher Erping Zhang, Rushan Abbas (Gründerin und Geschäftsführerin der Uiguren Bewegung), Nelson Wells Sr. (Vater von Nelson Wells, einem von den chinesischen Behörden inhaftierten US-Staatsbürger) sowie Tim Hunt (Bruder von Dawn Michelle Hunt, einer US-Staatsbürgerin, die ebenfalls zu Unrecht in China inhaftiert ist).

Abgeordneter Smith: Wir werden nicht wegsehen

In seiner Eröffnungsrede forderte der Abgeordnete Chris Smith, Ko-Vorsitzender der CECC, die Freilassung derjenigen, die aufgrund ihrer Überzeugungen, ihrer Meinungsäußerungen und ihres Eintretens für Grundrechte inhaftiert sind. Er nannte dabei ausdrücklich Christen, US-Staatsbürger, Uiguren und Falun-Gong-Praktizierende.

„Hinter jeder Statistik über politische Gefangene steht ein Mensch mit Hoffnungen und Träumen sowie einem Leben voller Isolation und Schmerz“, so der Abgeordnete Smith. „Doch heute sind wir hier, um zu sagen: Wir werden nicht wegsehen. Der wahre Preis liegt im Unterlassen des Protests. Schweigen ist keine Option.

Heute appellieren wir an Xi Jinping, all jene Frauen und Männer freizulassen, die für Gewissen und Güte stehen – als konkretes Zeichen von gutem Willen, Wohlwollen, Respekt und Stärke.“

Der Kongressabgeordnete Chris Smith, Ko-Vorsitzender der CECC, spricht bei der Anhörung am 22. September 2026 (Minghui.org)

Der Abgeordnete Smith betonte, man dürfe auch die Falun-Gong-Praktizierenden nicht vergessen, die seit Jahrzehnten Verfolgung erleiden: „Falun Gong wurde 1999 von der chinesischen Regierung verboten; Praktizierende, die sich weigern, ihrem Glauben abzuschwören, sehen sich Inhaftierung, erzwungener Organentnahme und anderen Formen der Unterdrückung ausgesetzt. Der Jahresbericht 2025 der Kommission verzeichnete 485 Falun-Gong-Praktizierende unter den bekannten Fällen aktueller Inhaftierungen. Doch die Unterdrückung endet nicht zwangsläufig am Gefängnistor.

Falun-Gong-Praktizierende, die hier in den Vereinigten Staaten leben, haben von Überwachung, Belästigung, Drohungen, körperlichen Übergriffen, Sachbeschädigungen und Repressalien gegen Angehörige in China berichtet. Das Justizministerium hat zudem Personen strafrechtlich verfolgt, die als Agenten der Volksrepublik China handelten und dabei gegen Falun-Gong-Praktizierende in den Vereinigten Staaten vorgingen.

Die heutige Anhörung ist ein eindringlicher Appell an Xi Jinping.“ 

Der Abgeordnete schloss mit den Worten: „Lassen Sie diese wunderbaren Menschen frei.“

Kongressabgeordneter: Menschenrechtsfragen dürfen nicht durch diplomatische Beziehungen in den Hintergrund gedrängt werden

Der Kongressabgeordnete Jim McGovern, Mitglied der CECC, erklärte, eine der größten Ängste von Gewissensgefangenen sei die Furcht, von der Welt vergessen zu werden. Die Bedeutung der Menschenrechtsarbeit liege darin, den zu Unrecht Inhaftierten zu zeigen, dass es nach wie vor Menschen gibt, die für ihre Freiheit kämpfen.

„Hinter jeder Namensliste stehen echte Menschen. Menschen, die ihre Familien nicht sehen, nicht in ihrem Zuhause leben, ihre Ziele nicht verfolgen und keine grundlegenden Freiheiten genießen können“, betonte er.

Der Abgeordnete McGovern spricht bei der Anhörung (Minghui.org)

McGovern erklärte, dass die US-Außenpolitik den Rahmen der Menschenrechte nicht aufgeben dürfe. Selbst wenn diplomatische Verhandlungen zur Freilassung einzelner Gewissensgefangener führen könnten, sollten die Vereinigten Staaten dennoch danach streben zu verhindern, dass Menschen aus politischen Gründen zu Unrecht inhaftiert werden.

Der Kongressabgeordnete Suhas Subramaniam spricht bei der Anhörung (Minghui.org)

„Ich verstehe die Bedeutung der Diplomatie sowie bilateraler und multilateraler Beziehungen“, erklärte der Kongressabgeordnete Suhas Subramaniam. „Aber ich verstehe auch, dass man diese nicht opfern muss, um Menschenrechtsverletzungen sowie den Umgang mit Menschen und mit amerikanischen Staatsbürgern im Ausland zur Sprache zu bringen.“

Er sei der Ansicht, dass Menschenrechte und der Umgang mit US-Staatsbürgern bei bilateralen Gesprächen mit China konsequent thematisiert werden sollten.

Erping Zhang: Verfolgung von Falun Gong reicht von China bis in die USA

Der Falun-Gong-Sprecher Erping Zhang informierte die Anhörung über die anhaltende Verfolgung von Falun Gong durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) sowie über das Ausmaß des Drucks, der bis in die Vereinigten Staaten reicht.

Der Falun-Gong-Sprecher Zhang Erping spricht bei der Anhörung (Minghui.org)

Zhang erklärte, dass die KPCh im Jahr 1999 mit der Unterdrückung von Falun Gong begonnen habe und die Verfolgung bis heute andauere. Gleichzeitig komme es auch in den Vereinigten Staaten zu Drohungen, Belästigungen, Überwachung und Vergeltungsmaßnahmen gegen die Familien von Praktizierenden im Ausland.

„Die Website Minghui, die Berichte aus ganz China sammelt, hat seit 1999 mehr als 5.300 Todesfälle infolge von Misshandlungen dokumentiert“, sagte er. „Im vergangenen Jahr verurteilten chinesische Gerichte mehr als 550 Menschen zu Haftstrafen, nur weil sie Falun Gong praktizieren, und die Polizei nahm fast 5.000 weitere Personen fest oder schikanierte sie.“

Zu den Opfern zählen auch Familienangehörige einiger US-Amerikaner. Grace Chen, eine Soldatin der US-Armee, kam im Alter von fünfzehn Jahren in die Vereinigten Staaten, um Musik zu studieren. Im Jahr 2020 wurden ihre Eltern in China inhaftiert, nachdem sie im Haus eines Freundes Falun-Gong-Bücher gelesen hatten. Zhang berichtete, dass die beiden später freigelassen wurden. Grace erfuhr jedoch, dass ihr Vater während der Haft gefoltert worden war – unter anderem wurde er mit kaltem Wasser übergossen, Schlafentzug ausgesetzt, mit heißem Wasser verbrüht und gezwungen, Urin zu trinken. Da Grace im US-Militär dient, hat sie ihre Eltern seit sechs Jahren nicht mehr gesehen und sorgt sich ständig um deren Sicherheit.

Zhang betonte, die KPCh habe die Verfolgung auf das Ausland ausgeweitet, und verwies dabei auf Dokumente des US-Justizministeriums zu den Fällen von John Chen und Lin Feng. Aus diesen Unterlagen geht hervor, dass die beiden Männer auf Anweisung der KPCh gezielt gegen Falun-Gong-Praktizierende in den USA vorgingen. Zudem versuchten sie, einen verdeckten Ermittler, der sich als Beamter der US-Steuerbehörde IRS ausgab, zu bestechen, damit dieser den Steuerbefreiungsstatus von Organisationen der Falun-Gong-Praktizierenden aufhebt. Beide Männer bekannten sich später schuldig. Lin wurde im September 2024 zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt, Chen im darauffolgenden November zu 20 Monaten Haft.

Laut einer Untersuchung des Falun Gong Information Center (FDIC) vom Juni 2026 wurden mehr als 600 Fälle grenzüberschreitender Verfolgung in 30 Bundesstaaten dokumentiert. Von denen sind über 1.000 in den USA lebende Falun-Gong-Praktizierende betroffen. Zu den Verfolgungshandlungen gehören körperliche Gewalt, Belästigung, Beschimpfungen, Gewaltandrohungen, Überwachung sowie Vergeltungsmaßnahmen gegen Angehörige auf dem Festlandchina.

Seit 2024 kommt es zudem immer wieder zu Gewalt- und Morddrohungen gegen Praktizierende, deren Familien sowie gegen Künstler, Mitarbeiter und Veranstaltungsorte von Shen Yun Performing Arts. Einige dieser Drohungen richteten sich auch gegen US-Behörden und Amtsträger, die Falun-Gong-Praktizierende unterstützen.

Zhang machte zwei Vorschläge: „Erstens bitten wir die [US-]Regierung, während des bevorstehenden Besuchs von Xi Jinping die anhaltende Verfolgung von Falun Gong in China sowie die grenzüberschreitende Unterdrückung von Praktizierenden in den Vereinigten Staaten zur Sprache zu bringen und die Freilassung derjenigen zu fordern, die allein aufgrund ihres Glaubens inhaftiert sind. Ein solches Vorgehen würde das Engagement der USA für Menschenrechte, nationale Sicherheit und den Schutz ihrer Bürger unterstreichen.

Zweitens drängen wir den Kongress darauf, die ausstehende Gesetzgebung gegen den Organraub voranzutreiben und auf den bereits eingeleiteten Maßnahmen gegen grenzüberschreitende Unterdrückung aufzubauen. Insbesondere hoffen wir, dass künftige Bemühungen auch die aus dem Ausland gesteuerten Gerichtsverfahren gegen US-Bürger adressieren und sicherstellen, dass den Opfern klare Wege zur Wiedergutmachung offenstehen.“

Pastor Ezra Jin über 260 Tage lang in Haft

Ezra Jin, Gründer und Pastor der Zion-Kirche in Peking, schilderte seine Erfahrungen während seiner mehr als 260-tägigen Haft.

Ezra Jin (Minghui.org)

Jin berichtete, dass die Kirche in China schon lange unter dem Druck der Behörden stehe. Im Jahr 2018 schlossen Hunderte von Polizeibeamten gewaltsam Gottesdienststätten. Am 9. Oktober 2025 fanden in elf Städten des Landes zeitgleich Razzien statt, bei denen etwa 30 Pastoren und Gemeindeleiter festgenommen wurden; 18 Personen wurden in Strafhaft genommen. Stand Juli 2026 befinden sich noch immer acht Mitglieder der Zion-Kirche in Haft.

Jin gab an, er sei zunächst wegen der illegalen Nutzung von Informationsnetzwerken angeklagt worden; später seien die Vorwürfe jedoch auf illegale Geschäftstätigkeit und Betrug geändert worden. Am 3. Juli 2026 wurde er nach mehr als 260 Tagen Haft freigelassen, nachdem die Staatsanwaltschaft die Anklage gegen ihn zurückgezogen hatte. Anschließend durfte er in die Vereinigten Staaten reisen.

Nach seiner Freilassung äußerte Jin Besorgnis über andere gläubige Menschen, die weiterhin inhaftiert sind, und rief den US-Kongress dazu auf, die Menschenrechtslage von Gläubigen in China weiterhin zu verfolgen.

Rushan Abbas: Der Druck trifft auch Familien im Ausland

Rushan Abbas, Gründerin und Geschäftsführerin der Organisation „Uyghur Movement“, schilderte die Erlebnisse ihrer Schwester Gulshan Abbas, als diese von den chinesischen Behörden festgenommen und zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde.

Rushan Abbas (Minghui.org)

Abbas berichtete, dass ihre Schwester im September 2018 verschleppt wurde – nur fünf Tage, nachdem sie sich in Washington öffentlich zur Masseninternierung von Uiguren geäußert hatte. Abbas selbst sah sich seit ihrem anhaltenden öffentlichen Engagement mit Morddrohungen, Cyberangriffen und Desinformationskampagnen konfrontiert. So wurden kürzlich die Hochzeitseinladungen für ihren Sohn manipuliert. Etliche Verwandte und Freunde scheuen sich, an der Feier teilzunehmen, da sie Vergeltungsmaßnahmen gegen ihre in China lebenden Familien fürchten.

Zudem schilderte Abbas, wie ihr Ehemann im März dieses Jahres in Malaysia fast 22 Stunden lang festgehalten und anschließend in die USA abgeschoben wurde. Sie appellierte an den US-Kongress, den Fall ihrer Schwester sowie Themen wie Zwangsarbeit, Familientrennung und grenzüberschreitende Unterdrückung weiterhin aufmerksam zu verfolgen.

Vater fordert Freilassung seines Sohnes

Nelson Wells Sr., der Vater von Nelson Wells Jr. (einem US-Staatsbürger, der von der KPCh festgehalten wird), sagte aus und forderte die US-Regierung auf, sich für die Freilassung seines Sohnes einzusetzen.

Nelson Wells Sr. (Minghui.org)

Wells berichtete, sein Sohn sei 2014 nach China gereist. Kurz vor seiner Abreise sei er von einer Person gebeten worden, eine Tasche mitzunehmen. Chinesische Behörden behaupteten später, diese habe Drogen enthalten. Nelson wurde zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt, wobei die Strafe später auf 22 Jahre reduziert wurde. Nach aktuellem Stand soll er im Jahr 2041 freigelassen werden.

Wells erklärte, sein Sohn sitze seit mehr als zwölf Jahren in Haft. Sein Gesundheitszustand habe sich drastisch verschlechtert. Nelsons zwölfjährige Tochter kam während seiner Inhaftierung zur Welt. Sie hat ihren Vater noch nie persönlich getroffen und kennt ihn nur von Fotos. Wells hofft, dass sein Sohn sowie eine weitere in China inhaftierte US-Bürgerin, Dawn Michelle Hunt, freigelassen werden.

Tim Hunt: Schwester seit 12 Jahren inhaftiert

Tim Hunt, der Bruder von Dawn Michelle Hunt (einer US-Staatsbürgerin, die von der KPCh festgehalten wird), berichtete über den körperlichen und geistigen Zustand seiner Schwester nach zwölf Jahren Haft und forderte die US-Regierung auf, sich weiterhin für ihre Freilassung einzusetzen.

Tim Hunt (Minghui.org)

Hunt berichtete, er habe seine Schwester kaum wiedererkannt, als er sie im Juli besuchte. Sie wirkte gebrechlich, sichtlich gealtert und gebeugt. Es fiel ihr schwer, Blickkontakt zu halten, und ihre Aufmerksamkeit schweifte ab. Wiederholt fragte sie, wann sie freigelassen würde.

Hunt erklärte, Dawn habe nicht bei ihrem Vater Gene Hunt sein können, als dieser im Januar starb. Er drängte die US-Regierung, sich weiterhin nachdrücklich für die Freilassung seiner Schwester sowie anderer in China inhaftierter US-Bürger einzusetzen. Zwölf Jahre seien eine sehr lange Zeit.