(Minghui.org) Derzeit werden für die 23. Fa-Konferenz für Dafa-Jünger aus China von Minghui.org Erfahrungsberichte gesammelt. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, über die innere Haltung und den Ausgangspunkt beim Schreiben solcher Beiträge zu sprechen.
Wenn man die Erfahrungen der vergangenen Jahre betrachtet, erhalten wir immer dann, wenn die Frist für die Einsendung der Beiträge zur Fa-Konferenz auf Minghui.org näher rückt, eine große Zahl von Artikeln. Besonders in der letzten Woche stapeln sich dann die Einsendungen. Die Mitpraktizierenden, die die Beiträge abtippen, arbeiten dann zusätzlich und machen Überstunden und auch diejenigen, die die Texte überarbeiten, sind Tag und Nacht damit beschäftigt.
Wenn sich eine große Zahl von Beiträgen ansammelt, ist das an sich kein wirkliches Problem. Es bedeutet lediglich, dass die beteiligten Mitpraktizierenden etwas mehr Mühe aufbringen und mehr Zeit und Energie dafür aufwenden müssen. Das ist an sich nicht schlimm. Das eigentliche Problem besteht darin, dass ein beträchtlicher Teil der Beiträge sowohl hinsichtlich der Anforderungen als auch hinsichtlich der Qualität der Artikel weit hinter dem zurückbleibt, was gefordert ist.
Aus den Artikeln lassen sich viele verschiedene Probleme erkennen. Manche schreiben hastig ein paar Zeilen, die sie dann einreichen, weil sie meinen, damit ihre Aufgabe gegenüber dem Meister erfüllt zu haben. Andere denken, dass es besser sei, überhaupt teilgenommen zu haben, als ein leeres Blatt abzugeben. Manche Mitpraktizierende sammeln einen Stapel nach dem anderen an Beiträgen und andere sagen ihnen dann sogar direkt: „Du hast so viele Beiträge gesammelt. Das zeigt, wie gut du dich kultivierst und wie fähig du bist.“ Darüber hinaus gibt es noch andere Vermischungen menschlicher Gedanken und Gefühle, die hier nicht alle einzeln aufgeführt werden können. Kurz gesagt: Die innere Haltung ist dabei nicht rein.
Eigentlich ist die Fa-Konferenz etwas ganz Besonderes und Feierliches. Doch wenn menschliche Gedanken und Anhaftungen aufkommen, entstehen dadurch Unzulänglichkeiten.
Jeder Mitpraktizierende, der an der Sammlung der Beiträge beteiligt ist – ganz gleich, ob beim Zusammenstellen der Beiträge, beim Überarbeiten oder beim Abtippen –, sollte sich fragen: Habe ich mich während dieses Prozesses selbst kultiviert? Ist meine innere Haltung rein?
Während wir Beiträge verfassen, sollten wir auf den Weg zurückblicken, den wir in unserer Kultivierung gegangen sind: Was haben wir erreicht und welche Erfolge und Erkenntnisse haben wir gewonnen? Wo gibt es noch Mängel und Dinge, die wir bedauern und die wir ergänzen und korrigieren müssen?
Wir sollten uns noch gewissenhafter kultivieren, uns miteinander vergleichen und voneinander lernen. Wir sollten uns gegenseitig ermutigen und gemeinsam Fortschritte machen, damit wir unser Gelübde und unsere Mission in dieser Welt noch besser und vollkommener erfüllen können.
Seit vielen Jahren arbeiten wir als Ganzes zusammen, um Beiträge für die chinesische Fa-Konferenz einzureichen. Einige qualitativ sehr gute Artikel werden während der Fa-Konferenz veröffentlicht, andere werden erst nach und nach veröffentlicht. Die Mitpraktizierenden, die sich daran beteiligen, tun dies mit der Haltung, gemeinsam unsere Aufgabe in der Kultivierung zu erfüllen. Sie schreiben, stellen Beiträge zusammen, überarbeiten Texte und tippen sie ab. Mit den Worten eines Mitpraktizierenden ausgedrückt, ist dies eine seltene Kultivierungsgelegenheit, die uns der Meister gegeben hat. Es ist eine Art praktische Übung innerhalb unserer Kultivierung und zugleich eine Lektion in der Kultivierung.
Manche Mitpraktizierende kultivieren sich im Alltag sehr solide, haben aber aufgrund ihres geringeren Bildungsniveaus Schwierigkeiten, ihre Erfahrungen selbst schriftlich auszudrücken. Dann schreiben Mitpraktizierende, die über entsprechende Fähigkeiten verfügen, den Beitrag für sie auf. Manche dieser Kultivierungserfahrungen sind sehr bewegend. Um sicherzustellen, dass der Artikel der Wahrheit entspricht, bewahrt derjenige, der den Text verfasst, die mündlich erzählte Schilderung des Praktizierenden grundsätzlich in ihrer ursprünglichen Form.
Nachdem der Artikel fertiggestellt wurde, wird er gemeinsam mit dem Mitpraktizierenden, der die Erfahrung mündlich geschildert hat, noch einmal überprüft, um festzustellen, ob es irgendwelche Fehler oder Ungenauigkeiten gibt. Wenn ein Mitpraktizierender bei der Überarbeitung eines Beitrags der Meinung ist, dass bestimmte Passagen gestrichen werden sollten, spricht er mit dem Betreffenden darüber und erklärt ihm, warum diese Worte entfernt werden sollten.
Dabei kann man miteinander darüber sprechen, dass die Artikel von Praktizierenden keine aufrüttelnden oder übermäßig ausschmückenden Formulierungen verwenden sollten. Sie sollten die tatsächlichen Erfahrungen wiedergeben und das Wesentliche herausarbeiten. Bei scharf formulierten Artikeln, die Elemente der Parteikultur enthalten, ist ein geduldiger Austausch mit dem jeweiligen Verfasser notwendig.
Wie der Mensch ist, so ist auch sein Text. Aus seinen Worten lässt sich erkennen, ob ein Praktizierender im Alltag über eine solide Grundlage in der Kultivierung verfügt. Auch sein Kultivierungszustand, seine Ebene und seine innere Haltung spiegeln sich deutlich in seinem Artikel wider. Groll, Vorwürfe gegenüber anderen oder die Neigung, die Ursache eines Problems außerhalb von sich selbst zu suchen, werden sich ebenfalls in den Worten zeigen.
Bereits während der normalen Kultivierung sollte man darauf achten, in welchen Bereichen man seine Anstrengungen in der Kultivierung verstärken muss und welche Aspekte man rechtzeitig korrigieren sollte. Auf dieser Grundlage können die Mitpraktizierenden ihre einzelnen Gedanken und Absichten noch einmal eingehend betrachten. Immer wieder stellt man fest, dass man durch das Schreiben eines Beitrags viele Probleme entdeckt, auf die man bei seiner bisherigen Kultivierung nicht geachtet hatte.
Dann schreibt man weiter und kultiviert sich weiter. Während des Schreibens schaut man nach innen und arbeitet weiter an sich selbst – bis der Artikel fertiggestellt ist. Mitpraktizierende, die mit einer aufrichtigen und korrekten inneren Haltung einen Beitrag einreichen, haben nach dessen Fertigstellung oft das Gefühl, dass sie die Schwierigkeiten und Konflikte, die sie in der Vergangenheit erlebt haben, noch einmal wirklich und ernsthaft durchleben und sich darin erneut geprüft haben.
Dadurch gewinnen sie neue Erkenntnisse, erfahren eine Erhöhung ihrer Ebene und machen weitere Fortschritte. Wer den Artikel dagegen lediglich als eine Aufgabe betrachtet oder nur deshalb teilnimmt, um nicht außen vor zu bleiben, kann diese wirkliche Veränderung, die aus einer aufrichtigen Kultivierung entsteht, nicht erfahren.
Ich möchte von einer anderen Begebenheit erzählen. Als einmal Beiträge zum Welt-Falun-Dafa-Tag gesammelt wurden, war eine Mitpraktizierende der Meinung, dass sie einen sehr guten und beeindruckenden Artikel geschrieben hatte. Vor Beginn der Fa-Konferenz träumte sie sogar davon, dass dieser Artikel in der Gemeinschaft eine starke positive Resonanz hervorrufen würde.
Die Autorin erzählte einer Mitpraktizierenden, die mit der Überarbeitung von Beiträgen beschäftigt war, von diesem Artikel. Diese hatte an der Überarbeitung des betreffenden Beitrags zu diesem Zeitpunkt noch nicht mitgewirkt und bat die Autorin deshalb, ihr den Artikel per E-Mail zu schicken. Der Artikel wurde von der Fa-Konferenz nicht angenommen. Daraufhin fragte die Autorin die Mitpraktizierende, die Beiträge überarbeitete: „Schau dir diesen Artikel bitte einmal an. Wo liegen deiner Meinung nach die Probleme?“
Die Mitpraktizierende antwortete: „Die Sprache in diesem Artikel ist sehr scharf, es gibt zu viele Kommentare und zu viele allgemeine Aussagen. Es gibt zwar einen groben Rahmen, aber es fehlen viele konkrete Details. Ein Artikel sollte die tatsächlichen Erfahrungen eines Praktizierenden wiedergeben. Beim Schreiben für die Erfahrungskonferenz müssen wir uns selbst kultivieren und an uns arbeiten. Wir müssen darüber nachdenken, was wir schreiben, wie wir es schreiben, wie wir es überarbeiten und warum wir etwas ändern. Auch bei der späteren Kultivierung im Alltag sollten wir auf die Probleme achten, die bei uns selbst vorhanden sind. Das ist der eigentliche Ausgangspunkt für die Teilnahme an der Ausschreibung. Es geht nicht einfach darum, um des Schreibens willen etwas zu schreiben.“
Später wurde dieser Artikel als gewöhnlicher Artikel auf Minghui.org veröffentlicht. Tatsächlich strich der Minghui-Redakteur, wie die Mitpraktizierende vorausgesagt hatte, einen großen Teil der scharf formulierten Passagen und entfernte auch einen beträchtlichen Teil der kommentierenden Ausführungen. Nach der Überarbeitung war der Artikel schlicht und klar. Er ließ sich flüssig und natürlich lesen und vermittelte dem Leser einen Eindruck von Klarheit und Reinheit.
Diese Erfahrung hat mich sehr inspiriert. Bei der Kultivierung müssen wir gewissenhaft, ernsthaft und streng mit uns selbst sein.
Tatsächlich unterscheiden sich die von Praktizierenden geschriebenen Artikel grundlegend von den Beiträgen gewöhnlicher Menschen bei einem Schreibwettbewerb. Gewöhnliche Menschen versuchen bei solchen Ausschreibungen eine gute Platzierung oder Auszeichnungen zu erreichen, und wenden dafür alle möglichen Gedanken und Mittel auf. Übertreibungen, Fälschungen und sogar finanzielle Anreize können dabei vorkommen. Es werden alle möglichen Mittel eingesetzt.
Praktizierende hingegen legen gerade Wert darauf, Falsches und Unwahres abzulehnen, leere Worte und übertriebene Aussagen zu vermeiden und nach größtmöglicher Wahrhaftigkeit zu streben. Sie sollten keine menschlichen Anhaftungen wie beispielsweise den Wunsch, sich zu zeigen, in ihre Texte hineinmischen. Deshalb befinden sich alle Mitpraktizierenden, die an der Ausschreibung teilnehmen, während dieses gesamten Prozesses selbst in der Kultivierung.
Die Mitpraktizierenden, die an der Zusammenstellung der Beiträge beteiligt sind: Habt ihr bei der Zusammenstellung gemeinsam mit den anderen Mitpraktizierenden die Ausschreibung von Minghui.org sorgfältig gelesen? Habt ihr nach dem Lesen der eingereichten Beiträge die Probleme erkannt, die bei den Mitpraktizierenden in ihrer Kultivierung vorhanden sind? Habt ihr euch offen und ehrlich mit ihnen darüber ausgetauscht?
Manche Mitpraktizierende haben die Ausschreibung für die chinesische Fa-Konferenz tatsächlich gar nicht gelesen. Erst nachdem sie von den Mitpraktizierenden in ihrem Umfeld immer wieder daran erinnert und ermutigt wurden, verfassten sie einen Beitrag.
Manche dieser Beiträge waren nur etwas mehr als hundert chinesische Schriftzeichen lang und schilderten ganz allgemein, wann die betreffende Person das Fa erhalten hatte und wie sehr sie vom Dafa profitiert hatte. Andere reichten gleich ein Dutzend oder mehr Artikel auf einmal ein, von denen jeder etwas mehr als hundert chinesische Schriftzeichen umfasste. Format, Inhalt und Formulierungen waren nahezu gleich. Selbst die Titel unterschieden sich kaum voneinander; lediglich die Pseudonyme der Autoren waren verschieden.
In manchen Artikeln wurde beim Erklären der wahren Umstände gegenüber Menschen gesagt: Wenn jemand damit einverstanden sei, aus der Kommunistischen Partei Chinas und ihren angeschlossenen Organisationen auszutreten, dann bedeute ein Nicken oder Lächeln bereits, dass er dem Austritt zugestimmt habe. Solche Aussagen entsprechen nicht den Tatsachen.
Andere Artikel waren langatmig und inhaltsleer, sodass nach der Überarbeitung nur noch sehr wenig vom ursprünglichen Text übrig blieb. Bei solchen Beiträgen, die die Anforderungen nicht erfüllen, geraten die Mitpraktizierenden, die sie abtippen oder zur Veröffentlichung einreichen, in einen Konflikt. Tippt man einen solchen Artikel ab, hat er kaum einen wirklichen Nutzen. Tippt man ihn nicht ab, könnte es so aussehen, als würde man den betreffenden Mitpraktizierenden absichtlich daran hindern, an der Fahui teilzunehmen.
Solche Situationen gibt es schon seit vielen Jahren. Im vergangenen Jahr hatten die beteiligten Mitpraktizierenden schließlich, nachdem sie unter großem Zeitdruck die Beiträge abgetippt und überarbeitet hatten, die Frage aufgeworfen: Wie sollen wir in Zukunft mit solchen Beiträgen umgehen, die die Sache nur oberflächlich erledigen? Was sollen wir mit den großen Mengen an Beiträgen machen, die die Anforderungen nicht erfüllen? Denn in diesen Beiträgen kommt die Ebene eines Praktizierenden oft nicht zum Ausdruck. Stattdessen sind sie voller menschlicher Gedanken und Gefühle sowie voller überflüssiger Worte. Die Mitpraktizierenden, die beim Abtippen helfen, fühlen sich dadurch körperlich und geistig erschöpft.
Nachdem ich solche Rückmeldungen gehört hatte, wollte ich schon seit längerer Zeit über dieses Thema sprechen. Erst heute habe ich mich schließlich dazu entschlossen, darüber zu schreiben.
Wenn das Schreiben eines Beitrags Teil unserer Kultivierung ist, dann müssen wir Mitpraktizierenden, die einen Artikel schreiben, unbedingt mit einer reinen inneren Haltung ans Werk gehen und unsere eigenen Erfahrungen ernsthaft und sorgfältig niederschreiben. Nachdem ein Artikel fertiggestellt ist, werden noch viele weitere Mitpraktizierende daran beteiligt sein und gemeinsam daran arbeiten, den Beitrag fertigzustellen und einzureichen.
Wenn ein Mitpraktizierender also nur deshalb einen Beitrag einreicht, weil er kein „leeres Blatt“ abgeben möchte, und einfach einen Artikel verfasst, der die Anforderungen nicht erfüllt, um die Sache irgendwie hinter sich zu bringen – was ist das dann für ein Problem? Man täuscht damit nicht nur andere, sondern auch sich selbst.
Vielleicht wollte der Mitpraktizierende es gar nicht bewusst so machen. Dann sollte man sich nicht dazu zwingen. Man kann stattdessen einen Mitpraktizierenden bitten, beim Schreiben zu helfen, oder mehr Zeit darauf verwenden, Lebewesen zu erretten.
Darüber hinaus gibt es bei der Ausschreibung Mitpraktizierende, die unbewusst verschiedenen menschlichen Anhaftungen nachgeben. Sie haben das Gefühl, anders als die anderen zu sein, sich besonders gut zu kultivieren oder etwas Besonderes zu sein.
Sie versuchen, anderen Mitpraktizierenden vorzuschreiben, was sie auf diese oder jene Weise tun sollen, und bilden kleine Gruppen oder Kreise, anstatt offen und aufrichtig miteinander umzugehen. Durch unangemessene Worte, Handlungen und Gedanken können sie dadurch auch Distanz und Reibungen zwischen den Mitpraktizierenden verursachen.
Alle Mitpraktizierenden, die sich daran beteiligen, sollten diese Gelegenheit nutzen, um einmal über sich selbst nachzudenken: Wir dürfen eine solch heilige Angelegenheit nicht mit starken menschlichen Anhaftungen angehen. Wir dürfen unseren eigenen Kultivierungsweg nicht selbst behindern.
Die von Praktizierenden geschriebenen Artikel und Beiträge unterscheiden sich von den Artikeln gewöhnlicher Menschen. Bei uns steht die Kultivierung im Vordergrund, nicht die äußere Form. Es geht auch nicht darum, dass man unbedingt an einer Fahui teilnehmen muss und daraus dann dieses oder jenes ableitet.
In der diesjährigen Fahui haben die Mitpraktizierenden bereits erkannt, dass ein Erfahrungsbericht eines Praktizierenden nicht einfach eine Auflistung von Ereignissen ist. Vielmehr geht es darum, auf den eigenen Kultivierungsweg zurückzublicken und darzustellen, wie man während der Kultivierung auf unterschiedlichen Ebenen die Prinzipien des Fa erkannt hat und wie man diese Erkenntnisse genutzt hat, um seine eigene Kultivierung anzuleiten.
Auf diese Weise lehnt man die Arrangements der alten Mächte ab, geht entschlossen den vom Meister arrangierten Weg und beschreibt den Prozess der Veränderung von der menschlichen Natur hin zur Buddha-Natur. Wenn wir unseren eigenen Weg beschreiben, auf dem wir uns von einem Menschen zu einem erleuchteten Wesen kultivieren, wie könnten wir eine solche Angelegenheit dann nicht ernst nehmen?
Das sind meine persönlichen Erkenntnisse. Sollte etwas unangemessen sein, bitte ich um barmherzige Hinweise und Korrektur.