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69-Jährige stirbt fünf Monate nach Freilassung aus Gefängnis

24. November 2021 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Hebei, China

(Minghui.org) Am 31.Oktober 2021 verstarb eine 69-jährige Falun-Dafa-Praktizierende. Fünf Monate zuvor war sie aus einer dreijährigen Haftstrafe freigelassen worden.

Liu Yaqin lebte in der Stadt Sanhe, Provinz Hebei. Seit Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 wurde sie zweimal zu insgesamt sieben Jahren Haft verurteilt. Um sie zur Aufgabe ihres Glaubens zu zwingen, wurde sie verprügelt und musste über lange Zeit auf einem kleinen Hocker sitzen. Die Wärter folterten sie auch auf andere Weise.

Liu hatte am 4. Dezember 1996 damit begonnen, Falun Dafa zu praktizieren. Dadurch wurde sie von zahlreichen Krankheiten befreit, unter denen sie über zehn Jahre gelitten hatte, wie tuberkulöse Rippenfellentzündung, Pleuraerguss, Unterleibsentzündung und Darmkrebs.

Dieser Artikel gibt nur einen kleinen Einblick in ihr unendliches Leid aufgrund der brutalen Verfolgung durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh).

Fünf Monate Haft

Nach Beginn der Verfolgung reiste Liu am 20. Februar 2000 von Hegang in der Provinz Heilongjiang nach Peking, um sich für Falun Dafa einzusetzen. Gleich nach ihrer Ankunft wurde sie verhaftet und in das Pekinger Verbindungsbüro von Hegang gebracht, wo sie mit anderen Praktizierenden in einem fensterlosen Raum gefesselt wurde. Der Gang zur Toilette wurde ihr verboten.

Die Beamten brachten Liu nach Hegang zurück. Sie wurde auf der Polizeiwache Lulinshan festgehalten und gezwungen, jeden Tag von morgens bis abends mit gestreckten Beinen auf dem Boden zu sitzen. Später wurde sie für fünf Monate in die Haftanstalt Nr. 1 Hegang verlegt. Beamte erpressten von ihr 2.000 Yuan (etwa 270 Euro).

Nach ihrer Freilassung verlangte die Polizei, dass Liu sich täglich dort meldet. Als sie dem nicht nachkam, überwachte ein Polizist sie am Arbeitsplatz.

Zu vier Jahren Gefängnis verurteilt

Am 28. April 2002 wurde Liu von Beamten der Polizei Xinjian festgenommen. Am Abend brachte man sie zunächst in die Haftanstalt Nr.2 Hegang. Später verurteilte sie das Bezirksgericht Xing´an zu vier Jahren Gefängnis, die sie in der Haftanstalt Nr. 1 Hegang antrat.

Im Oktober 2002 wurde Liu ins Frauengefängnis Heilongjiang überführt. Bei der ärztlichen Untersuchung diagnostizierte der Arzt bei ihr Tuberkulose. Trotzdem zwangen die Wärter der Haftanstalt das Gefängnis, sie aufzunehmen.

Im Gefängnis unterzogen die Wärter Liu einer Leibesvisitation und schnitten ihr die Haare ab, um sie zu demütigen. Gemeinsam mit anderen neu eingelieferten Häftlingen wurde Liu zum Ausbildungsteam gebracht. Jeden Tag mussten alle Gefangenen dieser Abteilung in einer Reihe stehen, um sich das Gesicht zu waschen und die Toilette zu benutzen. Den ganzen Tag lang musste sie still sitzen oder hocken. Als Liu sich einmal nicht hinhockte, schlug ihr der Gruppenleiter brutal auf die Beine und fesselte sie mit Handschellen an ein Heizungsrohr. Zudem beauftragten Gefängniswärter eine Gefangene, Liu zu misshandeln.

Nach einiger Zeit im Ausbildungsteam wurde Liu in Abteilung sieben gebracht, wo sie Zwangsarbeit leisten musste. Gemeinsam mit anderen Praktizierenden weigerte sie sich. Daraufhin wurden die Praktizierenden gefoltert und mussten lange Zeit regungslos auf einem kleinen Hocker sitzen.

Draußen in der Kälte stehen

Praktizierende wurden im Gefängnis auch der Kälte ausgesetzt und bekamen kaum etwas zu essen. Im Winter ist es in Harbin sehr kalt. Eines Morgens im November 2003 heulte ein eisiger Nordwind. Liu und Dutzende Mitpraktizierende mussten in leichter Bekleidung im Freien verbringen und bis zur Abenddämmerung mit dem Gesicht zur Wand stehen. Sechs aufeinanderfolgende Tag wurde Liu dieser Folter ausgesetzt, eine andere Praktizierende musste dies acht Tage erdulden.

Mit Handschellen gefesselt und aufgehängt

Vom 28. Juli bis November 2004 wurden Liu und andere Praktizierende mit unterschiedlichen Methoden gefoltert. Tagsüber wurden ihnen die Hände hinter dem Rücken gefesselt oder sie wurden mit Handschellen am oberen Rahmen des Etagenbettes aufgehängt. Nachts fesselten die Wärter ihnen die Hände am unteren Bettrahmen.

Folter-Nachstellung: Hände am oberen Teil des Etagenbettes gefesselt

Folter-Nachstellung: Hände am unteren Rahmen des Bettes gefesselt

Eines Tages weigerten sich Liu und mehrere Praktizierende auf dem Rückweg von einem Lehrgang, die Gefängnisuniformen und Namensschilder zu tragen. Ihnen wurden die Hände hinter dem Rücken gefesselt, wobei eine Hand über die Schulter nach unten und die andere von der Hüfte nach oben gezogen wurde. Dann wurden sie an den Handschellen aufgehängt. Die Folter war extrem schmerzhaft und verursachte Schwellungen an den Armen. Manche Praktizierende konnten die Schmerzen nicht ertragen und standen kurz vor der Ohnmacht.

Folter-Nachstellung: An Handschellen gefesselt und aufgehängt

Liu wurde für zwei Wochen in Isolationshaft gesperrt. Jeden Tag musste sie mit gefesselten Händen auf dem kalten Boden sitzen. Außerdem beschimpften zwei Gefangene die Praktizierende auf üble Weise. Die Fenster der Einzelzelle waren mit Zeitungspapier abgedeckt, damit man von außen nichts von der Verfolgung mitbekam.

Liu wurde eine Zeit lang am Schlafen gehindert. Wenn sie einschlief, spritzten die Wärter ihr Wasser ins Gesicht. Außerdem wurden ihr die Hände hinter dem Rücken mit Handschellen gefesselt und sie musste den ganzen Tag lang an der Wand stehen. Damit der Raum feuchter und kälter wird, schüttete eine Gefangene eimerweise Wasser auf den Boden.

Erneut festgenommen und inhaftiert

Liu wurde 2006 aus dem Gefängnis entlassen und zog zu ihrem Sohn in die Stadt Sanhe, Provinz Hebei.

2014 wurde die Praktizierende verhaftet, weil sie Informationsmaterialien über Falun Dafa an Menschen in ihrer Heimatstadt Hegang verschickt hatte. Zwei Monate lang wurde sie festgehalten, bevor sie gegen Kaution freigelassen wurde.

Zweite Haftstrafe

Eines Tages im Jahr 2015 wurde Liu aufgefordert, sich bei der Polizei Xiangyang zu melden. Da sie ihren Mann zu einer medizinischen Behandlung in die über 4.800 Kilometer entfernte südliche Provinz Hainan begleitet hatte, kam sie der Aufforderung nicht nach. Daraufhin setzte die Polizei ihren Namen auf die Fahndungsliste und veröffentlichte die Meldung im Internet.

Am 22. Juli 2018 kehrte Liu zurück nach Hegang, um ihre rechtwidrig ausgesetzte Rente einzufordern. Im Bus wurde sie verhaftet und sodann ins Untersuchungsgefängnis Sanhe gebracht. Sechs Tage später brachten Beamte sie ins Untersuchungsgefängnis Hegang.

Später erhob der Staatsanwalt der Bezirksstaatsanwaltschaft Xing´an, Meng Xianrong, Anklage und leitete den Fall an das örtliche Gericht weiter. Liu wurde zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 3.000 Yuan (rund 400 Euro) verurteilt. Sie legte Berufung beim Mittleren Gericht Hegang ein, die zurückgewiesen wurde. Beamte brachten Liu ins Frauengefängnis Heilongjiang, wo sie zehn Monate inhaftiert war.

Über 50 Tage auf einem kleinen Hocker sitzen

Gleich nach ihrer Ankunft im Gefängnis wurde Liu der „Gruppe zur Umerziehung“ zugeordnet. Fünf Gefangene folterten die Praktizierenden, um sie dazu zu bringen ihren Glauben aufzugeben.

Als Liu sich weigerte, eine Verzichtsklärung zu schreiben, zwangen die Insassen sie, bis 2:00 Uhr nachts aufrecht auf einem kleinen Hocker zu sitzen, wobei sie ihre Beine geschlossen halten und die Hände in den Schoß legen musste. Sobald sie die Augen schloss, bespritzten die Gefangenen sie mit Wasser. Gegen 4:30 Uhr wurde Liu wieder geweckt. 50 Tage dauerte diese Folter, bei der auch das Essen und der Gang zur Toilette eingeschränkt wurden.

Folter-Nachstellung: Sitzen auf einem kleinen Hocker

Von Insassen verprügelt

Am Morgen des 17. Januar 2021 wurde die 76-jährige Falun-Dafa-Praktizierende Zhang Kuihua in Lius Zelle gebracht. Weil sie sich weigerte, Falun Dafa zu verleumden, wurde sie beschimpft und verprügelt.

Liu sagte ein paar Worte, um Zhang zu trösten, und wurde dafür von der Aufseherin Gao Wentao beschimpft. Andere Häftlinge schlugen und ohrfeigten Liu direkt vor der Überwachungskamera. Als die Wärterin Tao Shuping dies sah, lächelte sie die Gefangene Yang Xu an und bat sie, Liu abseits der Kameras auf dem Flur zu schlagen.

Durch die Folter bekam Liu blaue Flecke und litt an starken Schmerzen im Brustbereich. Wenn sie aufstehen wollte, musste sie sich an der Bettleiter festhalten. Sie brauchte 20 Tage, um sich wieder zu erholen.

Frühere Berichte:

Provinz Hebei: Falun-Dafa-Praktizierende während zwei Haftstrafen von insgesamt sieben Jahren gefoltert

Ms. Liu Yaqin Recounts Four Years of Abuse and Torture in Heilongjiang Women's Prison


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.