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Nach neun Jahren Haft: Pekinger Lehrerin erneut verhaftet

27. September 2021 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in Peking, China

(Minghui.org) Nach insgesamt neun Jahren Haft wurde eine ehemalige Grundschullehrerin in Peking erneut verhaftet, weil sie Falun Dafa [1] praktiziert. Dieser Glauben wird seit 1999 von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) verfolgt.

Die 44-jährige Gong Ruiping, eine ausgezeichnete Lehrerin der Grundschule Chenguan, wurde am 20. Juli 2021 von Beamten der Polizeiwache Yuyang verhaftet. Seitdem ist sie im Bezirksuntersuchungsgefängnis Shunyi inhaftiert. Als sie aus Protest gegen die Verfolgung in Hungerstreik trat, wurde sie zwangsernährt. Die Wärter legten ihr Handschellen und Fußfesseln an, weil sie versucht hatte zu erklären, was es mit Falun Dafa auf sich hat.

Gong Ruiping

Gong lernte im Mai 1996 die Meditationslehre Falun Dafa kennen. Nachdem sie sich drei Tage lang die Vorträge des Begründers, Meister Li Hongzhi, angesehen hatte, verschwand das Engegefühl in der Brust sowie ihre Kurzatmigkeit, die Nervenschwäche und Rückenschmerzen, unter denen sie seit der Entbindung gelitten hatte.

Weil sie so sehr von der Meditationspraxis profitiert hatte, fühlte sich Gong verpflichtet, nach dem Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 den Menschen ihre Geschichte zu erzählen. Dafür wurde sie mehr als neun Jahre lang inhaftiert, darunter vier Jahre im Gefängnis und über fünf in Haftanstalten, Arbeitslagern und Gehirnwäsche-Einrichtungen. Während der Haft wurde sie geschlagen, zwangsernährt und mit Elektroschocks gequält. Man spritzte ihr giftige Substanzen und sie musste sogar Urin trinken. Ein Polizist vergewaltigte sie mehrfach.

Brutale Prügel

Über 20 Polizisten und Mitarbeiter des Amtes für Bildung des Kreises Pinggu kamen am 2. Juli 2001 zu Gongs Wohnung und verschleppten sie in das Zwangsarbeitslager Xin‘an. Bei ihrer Ankunft prügelten Wärter und Gefangene auf sie ein.

Gong schilderte: „Sie stopften mir Papier in den Mund, drückten meine Nase zu und deckten mir die Augen ab. Ich konnte nicht atmen und wurde fast bewusstlos. Dann hörte ich jemanden sagen: ‚Sie ist in Gefahr, lasst uns aufhören.‘ Ich holte tief Luft und kam wieder zu mir. Ich sah, dass Wang Qiying mir noch immer den Mund zuhielt. Sie war es auch, die mir das Papier in den Mund gestopft hatte. Als sie merkte, dass ich sie anschaute, versperrte sie mir die Sicht mit einem Buch. Dann schlug sie noch härter zu. Sie zog mir an den Haaren, schlug meinen Kopf immer wieder gegen die Wand und ohrfeigte mich. Dann wurde ich wieder bewusstlos.“

Folter-Zeichnung: Schläge

Danach brachten Beamte Gong in eine Gehirnwäsche-Einrichtung. Als sie zu sich kam, bemerkte sie, dass sie ein geschwollenes Gesicht und überall am Körper blaue Flecke hatte. Ihr linkes Auge konnte sie kaum öffnen; die Knie waren verletzt und bluteten. Ihr Rock war zerrissen.

Am nächsten Tag wurde sie von Wang Hongjing, dem Leiter des Büros 610 des Kreises Pinggu; Wang Qiying, Li Cuilan und Yang (Vorname unbekannt), dem Abteilungsleiter von der Pekinger Polizei, auf dem Boden herumgeschleift und verprügelt. Damit wollten sie sie zwingen, ihren Glauben aufzugeben. Gong war schwindlig und konnte nichts mehr hören. Wang Qiying schrie sie an und übergoss sie mit kaltem Wasser.

Aus Protest gegen die Misshandlungen trat Gong in Hungerstreik – und wurde zwangsernährt. Die Wärter führten ihr einen Schlauch in die Nase ein, sodass sie stark blutete. Sie mischten ihr Abführmittel ins Essen. Als Folge hatte sie ein Dutzend Mal am Tag Durchfall. Wang Hongjing vergewaltigte sie mehrmals in einem Hotelzimmer. Um die Verbrechen zu vertuschen, erlaubten die Behörden Gongs Mann zunächst nicht, sie zu besuchen, sondern erst, als sie sich von den Verletzungen erholt hatte.

Am 13. Juli 2001 wurde Gong ins Gefängnis Pinggu verlegt. Der Wärter Hu Dongshan verprügelte sie und trat ihr in den Bauch sowie gegen Kopf und Beine. Dabei wurde Gongs Knöchel verletzt. Schließlich wurde sie gefesselt.

Sechs Tage später, am 19. Juli, versuchten die Wärter, die Praktizierende zur weiteren Verfolgung in die Nervenklinik Hanzhuan zu bringen. Gong entkam und tauchte unter.

Zum Trinken von Urin gezwungen

Am 17. Juli 2001 wurde Gong erneut verhaftet, weil sie mit Menschen über Falun Dafa gesprochen hatte. Abermals hielt man sie in einer Gehirnwäsche-Einrichtung fest. Ein Polizist fesselte sie mit einem zerrissenen Bettlaken und hängte sie auf. Über einen Monat lang durfte Gong nicht schlafen. Die Polizisten befahlen Gefangenen, sie mit einer Fliegenklatsche zu schlagen. Einmal schlug ihr eine Gefangene etwa 500 Mal ins Gesicht.

Die Wärter verboten Gong auch, die Toiletten zu benutzen, sodass sie sich in ihre Hose erleichtern musste. Die verschmutzte Hose durfte sie jedoch nicht wechseln. Ein Wärter zwang Gong, Urin zu trinken. Die Gefangenen Wu Yaxian und Zhang Jin´e entkleideten die Praktizierende auf Befehl der Wärter und öffneten die Fenster, sodass sie im Zug stand.

Ein anderes Mal fesselten Gefangene Gong an einen Stuhl und kippten sie damit nach hinten. Dann flößten sie ihr Alkohol ein, obwohl sie wussten, dass Falun-Dafa-Praktizierende keinen Alkohol trinken. Wu Yaxian sagte: „Wenn du Falun Gong nicht aufgibst, werden wir dafür sorgen, dass du entweder deinen Verstand oder dein Leben verlierst!“

Vier Jahre Folter im Pekinger Frauengefängnis

Um das chinesische Neujahr 2002 wurde Gong zu vier Jahren Haft im Pekinger Frauengefängnis verurteilt. Unmittelbar nach ihrer Inhaftierung legten ihr die Wärter Handschellen an. Dann wurde sie verprügelt und mit Elektroschocks gequält.

Eine Gefangene trat Gong mehrere Tage lang gegen das Bein. Andere peitschen ihr mit einem Gürtel den Rücken aus und stachen ihr mit einer Kugelschreibermine in die Handfläche.

Gong erinnerte sich: „Eines Tages wies Gefängniswärter Liu Shuping mehrere Gefangene an, mich aus dem Gebäude in ein abgelegenes, baufälliges Haus zu tragen. Aus Angst, dass jemand hereinkommen könnte, schlossen sie die Tür ab. Dann fesselten sie mich mit Haltegurten und zwangen mich, auf dem Boden zu sitzen. Sie drückten mir den Oberkörper so fest wie möglich nach vorne. Meine Brust berührte fast vollständig die Beine. Dann setzte sich eine Gefangene auf meinen Rücken. Ich spürte, wie Sehnen rissen und Knochen brachen. Mir blieb nichts anderes übrig, als laut zu schreien.

Als sie die Fesseln lösten, dachte ich, die Folter sei vorbei. Doch Wärter Chen Jing hob mein rechtes Bein an und schmetterte es wieder zu Boden. Ich hatte unerträgliche Schmerzen und musste unaufhörlich schreien. Es dauerte mehrere Monate, bis die Schmerzen in den Beinen nachließen. Seither sind Oberschenkel und Zehen taub, sodass ich nicht normal gehen kann.“

Gong schilderte, dass sie zudem acht Monate lang in einer Intensivabteilung festgehalten wurde, weil ein Wärter ein Schriftstück über Falun Dafa in ihrem Kopfkissen entdeckt hatte. Man brachte die Praktizierende in einen kleinen Raum, verdeckte die Überwachungskamera und prügelte auf sie ein. Die Gefangene Li Cuiwen schlug ihr mit einem Stock auf den Kopf und stach sie mit einer Nadel an den Ohren.

Sie fesselten Gong an die Rückenlehne eines Stuhls und zogen ihren Körper so weit wie möglich nach vorne, sodass sie kaum atmen konnte. Als nächstes schoben sie Gong mit dem Stuhl in eine Ecke und befahlen einer Gefangenen, sich auf den Stuhl zu setzen, sodass sich Gong nicht mehr bewegen konnte.

„Es war extrem schmerzhaft und ich konnte nicht aufhören zu schreien. Sie haben laut gelacht“, erinnert sich Gong.

„Da ich mich noch immer weigerte, meinen Glauben aufzugeben, probierten sie eine andere Methode, indem sie meinen Oberkörper nach hinten beugten. Ich bekam kaum Luft. Wärter Chen Jing hielt mich an den Haaren fest und schlug meinen Kopf ständig gegen die Wand. Die Stirn war verletzt und ich blutete am rechten Knöchel. Noch immer habe ich Narben am rechten Fußgelenk“, berichtet die Praktizierende.

Folternachstellung: Gefesselt und unter den Stuhl geklemmt

Acht Monate später wurde Gong in eine andere Abteilung verlegt, aber die Folter ging weiter. Abteilungsleiter Huang Qinghua befahl fünf Gefangenen, sie zu quälen. Aus Protest gegen die Verfolgung trat Gong in Hungerstreik und wurde erneut zwangsernährt.

Erster Aufenthalt im Arbeitslager

Vor den Olympischen Spielen 2008 in Peking wurde Gong auf dem Heimweg von der Arbeit verhaftet. Die Behörden verhängten zweieinhalb Jahre Arbeitslager gegen sie. Nachdem sie einen Monat in einem Versandzentrum in Peking festgehalten worden war, brachten Beamte sie ins Frauenzwangsarbeitslager Wuhan, Provinz Hubei. Während der Olympiade sollte vermieden werden, dass Praktizierende internationales Aufsehen erregen und die Verfolgung in China aufdecken.

Im Arbeitslager Wuhan ließen die Wärter Gong nicht schlafen. Als sie aus Protest gegen die Verfolgung in Hungerstreik ging und zwangsernährt wurde, setzten die Wärter einen Mundöffner ein. Damit hielten sie den Mund so weit offen, dass Gong dachte, ihre Wangen würden aufgerissen. Durch die Zwangsernährung wurden ihr die Zähne gelockert, sodass sie kaum essen konnte.

Die Wärter folterten sie auch mit Elektroschocks, ohrfeigten sie und hängten sie mit den Handgelenken an ein Fenstergitter. Gong schmerzten die Arme dermaßen, dass sie ohnmächtig wurde.

Folter-Nachstellung: Aufgehängt

Gong musste tagsüber anstrengende unbezahlte Arbeit verrichten und nachts zwei Stunden lang die Waschräume putzen oder stillstehen.

2010 wurde sie freigelassen und verdiente zunächst mit Gelegenheitsjobs ihren Lebensunterhalt. Im Jahr 2012 nahm sie eine Stelle in einem privaten Kindergarten in einem Vorort von Peking an und lebte dort vorübergehend.

Zweiter Aufenthalt im Arbeitslager

Am 29. August 2012 brachen Beamte der Polizeiwache Henanzhai in Gongs Wohnung ein und nahmen sie fest. Ihre Falun-Dafa-Bücher, Informationsmaterialien und zwei Mobiltelefone wurden beschlagnahmt. Gong wurde mit zwei Jahren und neun Monaten im Frauenzwangsarbeitslager Peking bestraft. Dort musste sie über zehn Stunden am Tag regungslos auf einem kleinen Hocker sitzen. Wenn sie sich bewegte, schlugen und beschimpften Gefangene die Praktizierende. Durch die Folter waren ihre Beine lange Zeit taub.

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[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.