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Todesmeldung: Heiligabend starb diese Bewohnerin von Shanghai in der Haft – ohne familiären Beistand

11. Januar 2023 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in Shanghai, China

(Minghui.org) Letzten Heiligabend starb eine fast 70-Jährige in einer Haftanstalt. Sie war zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil sie Falun Dafa praktizierte.

Jiang Linying

Jiang Linying lebte in Shanghai, China. Am Nachmittag des 24. Dezember 2022 rief die Haftanstalt des Bezirks Baoshan ihren Mann an, um ihm mitzuteilen, dass seine Frau aufgrund eines kritischen Zustandes ins Krankenhaus gebracht worden sei. Auf die Frage, wie es ihr konkret gehe und in welcher Klinik sie sich befinde, erwiderte der Anrufer, dass diese Informationen vertraulich seien. Die Bitte, seine Frau besuchen zu dürfen, wurde abgelehnt.

Stunden später rief ein anderer Wärter der Haftanstalt von einem Mobiltelefon (+86-18100051158) an. Er sagte, Jiang leide unter Atembeschwerden und ihr Arzt habe mitgeteilt, dass sie sich in einem kritischen Zustand befinde. Das Besuchsrecht wurde erneut verweigert. Es sei ausreichend, dass man die Familie über die aktuelle Lage informiert habe, hieß es. Die Angehörigen waren empört und forderten den Wärter auf, alles zu tun, um Jiangs Leben zu retten.

Um 22:29 Uhr rief der Wärter mit der oben genannten Nummer erneut an. Er teilte mit, dass Jiang verstorben sei. Ob die Familie den Leichnam sehen durfte, ist nicht bekannt.

Rückblick

Früher arbeitete Jiang in einer Textilfabrik. Im Februar 1999 begann sie, Falun Dafa zu praktizieren. Als das kommunistische chinesische Regime im Juli 1999 die Verfolgung befahl, hielt Jiang an ihrem Glauben fest und geriet dadurch ins Visier der Behörden. Zweimal wurde sie für dreieinhalb beziehungsweise drei Jahre ins Gefängnis sowie für ein Jahr und drei Monate ins Arbeitslager gesperrt.

Während der Haft folterte man Jiang. Ihr wurden auch Medikamente gespritzt, wodurch ihr Zentralnervensystem geschädigt wurde. Darüber hinaus wurde sie brutal geschlagen, gezwungen, längere Zeit regungslos zu stehen oder auf einem kleinen Hocker zu sitzen. Sie durfte nicht zur Toilette, wurde hungern gelassen oder das Gegenteil: Man zwang sie, übermäßig viel zu essen.

Am 25. Oktober 2018 kamen Beamte zu Jiangs Wohnung. Sie verlangten, dass sie in der Zeit der Internationalen Importmesse in Shanghai, die vom 5. bis 10. November 2018 stattfinden sollte, ihre Wohnung nicht verlassen dürfe. Sollte sie hinausgehen, um mit anderen über Falun Dafa zu sprechen, würde sie verhaftet, hieß es. „Wenn Sie sich um Ihre alte Mutter kümmern wollen, bleiben Sie zu Hause! Wenn Sie nicht auf uns hören, müssen Sie damit rechnen, ins Gefängnis zu kommen!“, so die Drohung.

Am 3. Februar 2021 schikanierten Polizisten Jiang und forderten sie auf, eine Erklärung zu unterschreiben und auf Falun Dafa zu verzichten. Als sie sich weigerte, führten die Beamten sie ab und durchsuchten die Wohnung. Jiangs Computer und ihre Falun-Dafa-Bücher wurden beschlagnahmt. Zudem stellte die Polizei 274 Banknoten im Wert von 2.900 Yuan (400 Euro) sicher, die Botschaften über Falun Dafa enthielten. Über Jiangs Festnahme war ihre Mutter derart erschüttert, dass sie kurz darauf starb.

Die Beamten brachten Jiang ins Untersuchungsgefängnis Baoshan. Indes suchten Polizisten die Geschäfte in der Nähe ihrer Wohnung auf und wollten von den Verkäufern wissen, ob Jiang dort die bedruckten Geldscheine verwendet hätte. Vier Zeugen behaupteten, dass sie mit dem Geld Ende Januar/Anfang Februar Gemüse bezahlt hätte.

Am 9. März wurde Jiangs Verhaftung genehmigt. Am 26. März erlitt sie einen Asthmaanfall. Sie hatte Husten und anhaltendes Fieber. Erst am 2. April brachten die Wärter Jiang zum Arzt. Er diagnostizierte eine durch Asthma verursachte Lungenentzündung.

Anfang Mai 2021 legte die Polizei Jiangs Fall der Staatsanwaltschaft des Bezirks Baoshan vor. Ihre Familie war in großer Sorge und beantragte ihre Freilassung, doch vergebens. Nach über einem Jahr Haft verurteilte das Bezirksgericht Jing'an die Praktizierende zu vier Jahren Gefängnis. Ihre Berufung wurde vom lokalen Mittleren Gericht zurückgewiesen.

Beteiligt an der Verfolgung:

Haftanstalt des Bezirks Baoshan: +86-21-28959537Wärter der Haftanstalt, der Jiangs Familie über ihren Tod informierte: +86-18100051158Tang Min, Leiter des Baoshan District Detention Center: +86-21-28959530

Frühere Berichte:

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