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Misshandlungen im Zweiten Frauengefängnis der Provinz Liaoning

16. Januar 2026 |   Von einer Falun-Dafa-Praktizierenden in China

(Minghui.org) Eine Falun-Dafa-Praktizierende namens Mei (Pseudonym) berichtete kürzlich über ihre Erlebnisse und Beobachtungen im zweiten Frauengefängnis der Provinz Liaoning. Es ist unklar, ob sie sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts noch dort in Haft befindet.

Laut Mei nutzen die Gefängnisbehörden Haftzeitverkürzungen als Anreiz für die kriminellen Insassinnen, damit sie Falun-Dafa-Praktizierende foltern. Beide Gefangenengruppen werden außerdem zu harter Arbeit gezwungen, um Geld für das Gefängnis zu erwirtschaften, wobei keinerlei Rücksicht auf ihr Wohlergehen genommen wird.

Die Gefängnisbehörden prahlen damit, die Insassen auf zivilisierte Weise zu reformieren und „umzuerziehen“. Doch viele Häftlinge geben an, dass sie durch die „Reformmaßnahmen“ des Gefängnisses nur noch schlimmer geworden seien. Der Grund dafür ist, dass die schwere Arbeitsbelastung und die harten Lebensbedingungen sie oft dazu bringen, die Beherrschung zu verlieren und ihre Frustration an anderen auszulassen.

Misshandlung von Falun-Dafa-Praktizierenden

Nach ihrer Einlieferung ins Gefängnis werden Falun-Dafa-Praktizierende rund um die Uhr von kriminellen Mithäftlingen überwacht. Diese zwingen sie, täglich mehr als zehn Stunden zu stehen, und fordern sie auf, Erklärungen zum Widerruf ihres Glaubens an Falun Dafa zu verfassen. Weigern sich die Praktizierenden, diesen Anordnungen nachzukommen, werden sie von den Mithäftlingen geschlagen, beschimpft und sind dann weiteren Misshandlungen ausgesetzt. Dazu gehören unter anderem Schlafentzug, das Verbot der Toilettenbenutzung sowie die Verweigerung von Möglichkeiten zur Körper- und Kleiderhygiene. Zudem ist es ihnen untersagt, Dinge des täglichen Bedarfs einzukaufen oder Anrufe von ihren Familien entgegenzunehmen.

Eine Praktizierende durfte im Winter keine warme Kleidung tragen, weil sie in ihrem Glauben standhaft blieb. Zudem gossen die Insassen Wasser auf ihre Bettwäsche.

Praktizierende und Nicht-Praktizierende gezwungen, Schwerstarbeit zu verrichten

Mei enthüllte, dass alle Falun-Dafa-Praktizierenden gemeinsam mit kriminellen Häftlingen zur Zwangsarbeit herangezogen werden. Das Gefängnis hatte einen Vertrag mit Li-Ning Limited (einem Sportbekleidungsunternehmen) und musste täglich über 400 Oberteile sowie 700 bis 800 Hosen produzieren. Das Gefängnis erhielt über 20 Yuan (etwa 2,47 Euro) für jedes Oberteil und 10 Yuan (etwa 1,23 Euro) für jede Hose.

Um seinen vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen, zwang die Gefängnisbehörde die inhaftierten Falun-Dafa-Praktizierenden und andere Gefangene, täglich mehr als zehn Stunden zu arbeiten. Laut Mei befanden sich allein auf ihrer Etage über 180 Personen. Sie mussten um 5 Uhr morgens aufstehen und sich abwechselnd die Zähne putzen und das Gesicht waschen. Anschließend gingen sie um 6 Uhr morgens in die Werkstatt, um dort zu frühstücken. Das Frühstück bestand aus einem kleinen Biskuitkuchen, einem Ei und einem Löffel Reisbrei.

Der Arbeitstag begann offiziell gegen 6:50 Uhr und endete gegen 19:30 Uhr. Erst gegen 20:00 Uhr durften alle in ihre Zellen zurückkehren. Diejenigen, deren Arbeitsleistung unzureichend war, wurden bestraft. Unter anderem mussten sie in ihren Zellen stehen oder hocken und es war ihnen verboten, sich die Zähne zu putzen oder Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen.

Die Wärter gewährten am Ende des Tages lediglich anderthalb Stunden für die Körperpflege (von 20:00 bis 21:30 Uhr). Da sich über 180 Personen auf Meis Etage befanden, blieben jedem nur fünf Minuten, um sich die Haare zu waschen, zu duschen und die Kleidung zu reinigen. Im einzigen Badezimmer gab es zehn Duschkabinen. Die Wärter erlaubten den Insassen nicht, ihren Darm zu entleeren. Viele hatten große Schwierigkeiten, den Stuhlgang zurückzuhalten, da ihnen auch die Benutzung der Toilette in der Werkstatt untersagt war. Dort gab es lediglich eine zehnminütige Toilettenpause, die sich jeweils 50 Insassen pro Gruppe abwechselnd teilen mussten.

Der Sommer war besonders grausam. Die Temperatur in der Werkstatt erreichte häufig über 40 °C, und es fühlte sich an wie in einer Sauna. Die meisten Insassen litten unter Hitzepickeln am ganzen Körper. Einige reagierten allergisch auf den Stoff, aus dem die Kleidung hergestellt wurde. Andere hatten Erkältungen und Fieber. Dennoch mussten sie weiterarbeiten, andernfalls wurden sie bestraft. Eine Teamleiterin (eine Insassin, die die Kleiderproduktion beaufsichtigte) schimpfte ständig mit den anderen. Sie hatte eine tägliche Produktionsvorgabe zu erfüllen und wurde entsprechend bestraft oder belohnt.

Eine Insassin, die keine körperlich anstrengende Arbeit verrichtete, erlitt einen Rückfall ihrer Herzerkrankung und wurde ins Krankenhaus gebracht. Wenige Tage später wurde sie entlassen und musste erneut in der Werkstatt Kleidung nähen. Eine andere Insassin hatte eine Operation hinter sich und wurde ebenfalls angewiesen, schwere Arbeit zu verrichten, noch bevor sie vollständig genesen war. Eine dritte litt an einer Hüftkopfnekrose, musste jedoch weniger als drei Monate nach ihrer Operation wieder arbeiten. Sie weinte vor Schmerzen. Einige weitere Insassinnen saßen im Rollstuhl, mussten aber dennoch Kleidung nähen. Ein Abteilungsleiter brüllte über einen Lautsprecher: „Unsere Abteilung duldet keine Faulenzer!“

Viele Häftlinge, die keine Praktizierenden waren, sehnten sich nach den Tagen der Inspektion durch die Staatsanwaltschaft. Während der Inspektion wagten es die Wärter nicht, die Häftlinge Überstunden leisten oder sonntags arbeiten zu lassen. Eine Gefangene plante, sich beim Inspektor zu beschweren, wurde daraufhin jedoch in Einzelhaft gesperrt.

Jedes Mal, wenn eine Gefangene zum Büro des Oberwärters ging, musste sie vor der Tür innehalten und in halb kniender Position mit einem angewinkelten Bein „Meldung“ rufen. Solange der Oberwärter nicht „Herein“ sagte, durfte sie weder aufstehen noch eintreten.

Frühere Berichte:

Zwangsarbeit und Folter im Zweiten Frauengefängnis der Provinz Liaoning

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Persönlicher Bericht: Wie ich im zweiten Frauengefängnis der Provinz Liaoning gefoltert wurde (Teil II)