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77-Jähriger aus Liaoning inhaftiert, drei Jahre Haft

16. Oktober 2026 |   Von einem Falun-Gong-Praktizierenden in China

(Minghui.org) Ein 77-jähriger Mann aus der Stadt Dalian in der Provinz Liaoning wurde Anfang September 2026 in das Gefängnis Jinzhou gebracht, nachdem er wegen des Praktizierens von Falun Gong zu drei Jahren Haft verurteilt worden war. Seine Familie wurde weder über die Anklageerhebung noch über die Gerichtsverhandlung oder die anschließende Verlegung ins Gefängnis informiert.

Herr Dong Xunsheng

Dong Xunsheng wurde am 19. März 2025 von Chen Junjiang, einem Beamten der Polizeistation Paoya, und acht Zivilbeamten der Staatssicherheitsabteilung der Stadt Dalian festgenommen. Die Beamten erklärten, er sei angezeigt worden, weil er Falun-Gong-Plakate aufgehängt habe. Sie beschlagnahmten seine Falun-Gong-Bücher, ein Foto des Begründers von Falun Gong sowie seinen Computer. Noch am selben Tag brachten sie ihn in das Kriminaluntersuchungszentrum an der Zhangqian-Straße. Am 21. März wurde er im Rahmen einer strafrechtlichen Inhaftierung in die Haftanstalt der Stadt Dalian verlegt.

Bei der vor der Inhaftierung vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchung wurden bei Dong Krätze und eine Mitralklappenstenose (eine Verengung der Herzklappe) festgestellt. Obwohl sein Gesundheitszustand gegen eine Inhaftierung sprach, erklärte ihn der untersuchende Arzt für haftfähig. Er begründete dies damit, dass keine Lebensgefahr bestehe, solange Dong körperlich anstrengende Tätigkeiten vermeide.

Anfang August 2025 erkundigte sich Dongs Familie bei der Staatsanwaltschaft des Bezirks Ganjingzi nach dem Stand seines Verfahrens. Dort erfuhr sie, dass der Fall wegen unzureichender Beweise an die Polizei zurückverwiesen worden war. Daraufhin suchten die Angehörigen die Polizeistation Paoya auf und forderten Dongs Freilassung.

Der zuständige Beamte Kong Qingzhe erklärte jedoch, der Staatsanwalt sei derzeit zu stark ausgelastet, um sich mit dem Fall zu befassen. Deshalb bearbeite die Polizei ihn erneut. Dafür stehe ihr eine Frist von 20 Tagen zur Verfügung, um den Fall erneut bei der Staatsanwaltschaft einzureichen. Eine Freilassung Dongs komme unter keinen Umständen infrage. Kong weigerte sich zudem, ein Schreiben der Familie entgegenzunehmen. Darin hatten die Angehörigen grundlegende Informationen über Falun Gong zusammengestellt und darauf hingewiesen, dass die Verfolgung keine rechtliche Grundlage habe.

Am 5. März 2026 erhielt die Familie einen Anruf vom Bezirksgericht Ganjingzi. Dabei erfuhr sie, dass Dong zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (etwa 2.600 Euro) verurteilt worden war. Der Anrufer verweigerte jedoch nähere Auskünfte über das Gerichtsverfahren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Familie weder von der Anklageerhebung noch von der Gerichtsverhandlung erfahren.

Auch über Dongs Verlegung in das Gefängnis Jinzhou Anfang September 2026 wurden seine Angehörigen nicht benachrichtigt. Später erfuhren sie, dass er dort in der Abteilung 17 für ältere und gesundheitlich geschwächte Häftlinge untergebracht ist.

Frühere Verfolgung

Dong wurde im August 1949 geboren und begann 1996, Falun Gong zu praktizieren. Seine zahlreichen gesundheitlichen Beschwerden, darunter eine angeborene Mitralklappenstenose, verschwanden schon bald. Doch infolge der wiederholten Schikanen und Inhaftierungen, denen er seit Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 wegen seines Glaubens ausgesetzt war, trat das Herzleiden erneut auf.

Am 31. Januar 2001 wurde Dong festgenommen, nachdem ihn jemand wegen der Verteilung von Informationsmaterialien über Falun Gong bei der Polizei gemeldet hatte. Anschließend wurde er für drei Jahre in ein Zwangsarbeitslager eingewiesen.

Während seiner Haft im Zwangsarbeitslager der Stadt Dalian trat Dong aus Protest in den Hungerstreik. Als die Wärter seinen Mund gewaltsam öffneten, um ihn zwangszuernähren, verlor er zwei Zähne. Bei einer weiteren Gelegenheit ließen die Wärter Guo Peng und Qin ihn in ihr Büro bringen. Gemeinsam mit mehreren Häftlingen drückten sie Dong zu Boden, zogen seine Kleidung hoch und versetzten ihm mit sechs Elektroschockstäben Stromschläge.

Nach seiner Freilassung litt Dong unter starken Schwellungen und hatte Schwierigkeiten beim Gehen. Er verlor seine Arbeitsstelle und konnte wegen seines Festhaltens an Falun Gong keine neue Anstellung finden. Die Familie musste mit dem geringen Einkommen seiner Frau und der finanziellen Unterstützung anderer Angehöriger auskommen. Erst als Dong das Rentenalter erreichte und eine Rente bezog, verbesserte sich ihre finanzielle Lage.

Frühere Berichte:

76-Jähriger wegen Falun Dafa zu drei Jahren Haft verurteilt

75-Jähriger wegen seines Glaubens an Falun Dafa festgenommen