(Minghui.org) Nachdem Meister Li im Jahr 2024 die Artikel „Die Drangsale, denen Dafa ausgesetzt ist“ und „Weckruf“ veröffentlicht hatte, begann ich, über meine Kultivierung im vergangenen Jahr eingehend nachzudenken. Dabei erkannte ich viele Anhaftungen, die mir zuvor gar nicht bewusst gewesen waren. Meine Erkenntnisse möchte ich hier gerne mitteilen.
Ich habe zwei Vorgesetzte, Anqiang und Ben; ich bin ihr einziger Mitarbeiter. Anqiang ist für die technischen Belange des Unternehmens zuständig, während Ben die täglichen Abläufe organisiert. Anqiang und ich arbeiten direkt mit den Kunden und erhalten Provisionen. Wir unterstützen uns gegenseitig. Wenn einer von uns einen größeren Auftrag erhält, arbeiten wir zusammen und teilen uns die Provision. Unsere Zusammenarbeit war stets harmonisch.
Anfang 2024 erhielt ich einen größeren Auftrag im Wert von 25.000 Yuan. Nachdem wir die Verhandlungen mit dem Kunden abgeschlossen hatten, waren sowohl Anqiang als auch Ben zufrieden. Zweimal schlug ich Anqiang vor, gemeinsam an dem Projekt zu arbeiten und die Provision zu teilen. Beide Male antwortete er jedoch, dass er lediglich sicherstellen wolle, dass der Auftrag zur Zufriedenheit des Kunden ausgeführt werde; einen Anteil an der Provision wolle er nicht.
Dieser Auftrag war sehr lukrativ, brachte aber auch erheblich mehr Arbeit und Zeitaufwand mit sich. Da ich davon ausging, dass Anqiang nichts von der Provision wollte, erledigte ich den Großteil der Arbeit selbst und bat nur bei einigen kleineren, einfacheren Aufgaben um Hilfe. Während des Projekts zahlte der Kunde zunächst eine erste Rate in Höhe von 10.000 Yuan, die vollständig auf meinen Namen gebucht wurde. Ich hatte jedoch vor, Anqiang 5.000 Yuan zu geben, sobald ich die letzte Rate in Höhe von 15.000 Yuan erhalten hätte, unabhängig davon, wie viel er tatsächlich zum Projekt beigetragen hatte. Als Praktizierender wollte ich seine Hilfe nicht umsonst annehmen.
Im Mai, etwa zu dem Zeitpunkt, als die letzte Zahlung fällig war, informierte mich Ben darüber, dass er die restlichen 15.000 Yuan bereits auf das Firmenkonto einbezahlt habe, um die Buchhaltung zu vereinfachen. Gleichzeitig erklärte er, dass Anqiang und ich die Provision aus diesen 15.000 Yuan jeweils zur Hälfte erhalten würden. Die erste Rate von 10.000 Yuan sei unter meinem Namen verbucht worden, aber die restlichen 15.000 Yuan würden gleichmäßig aufgeteilt werden. Ich antwortete zwar: „Okay, kein Problem“, war aber ganz und gar nicht damit einverstanden.
Äußerlich blieb ich gelassen, doch ich dachte: „Ich habe mich für diesen Auftrag völlig verausgabt und so viel Arbeit hineingesteckt und er hat kaum etwas getan und erhält trotzdem 7.500 Yuan Provision.“ Dann erinnerte ich mich daran, dass ich ihm erst vor Kurzem bei einem Auftrag im Wert von 2.000 Yuan geholfen hatte, ohne dafür etwas zu verlangen. Ich hatte erwartet, dass er mich diesmal genauso behandeln würde. Der Gedanke, dass er das Geld annehmen würde, verletzte und verärgerte mich. Unwillkürlich dachte ich: „Beim nächsten Mal werde ich genauso handeln!“
Sofort wurde mir klar, dass dieser Gedanke falsch war. Ich sagte mir: „Ich bin ein Kultivierender. So darf ich nicht denken. Ich muss meinen Weg aufrichtig gehen und darf mich nicht davon beeinflussen lassen, was die anderen tun. Ich kann meinen moralischen Maßstab nicht wegen des Verhaltens anderer herabsetzen.“
Nach außen arbeitete ich wie gewohnt weiter und ließ mir meine Unzufriedenheit nicht anmerken. Doch innerlich war ich weiterhin aufgewühlt. Dieses Unbehagen hielt recht lange an und jedes Mal, wenn ich an diesen Vorfall dachte, fühlte es sich an, als stecke mir eine Fischgräte im Hals. Ich wusste, dass ich nach innen schauen musste, um den Grund dafür zu finden. Es musste eine versteckte Anhaftung geben, die diese Reaktion auslöste. Daher fragte ich mich: „Warum bin ich so verärgert? Ist es Groll? Und woher kommt dieser Groll?“ In diesem Moment erkannte ich eine meiner Anhaftungen: das Streben.
Ich suchte weiter, schaute tiefer nach innen: „Strebe ich nach persönlichem Gewinn? Eigentlich nicht, materielle Dinge sind mir nicht so wichtig. Was also strebe ich dann an?“ Da wurde mir klar, dass ich nach Ansehen und Zuneigung strebe. Materielle Belohnungen waren mir zwar relativ gleichgültig, doch ich wollte, dass andere meinen Einsatz anerkannten, mir dankbar waren und sich an meine Güte erinnerten. Im Grunde ging es mir darum, meine emotionalen Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn andere nicht so reagierten, war ich enttäuscht und verbittert.
Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass mein Bedürfnis nach emotionaler Befriedigung eine Form des Strebens war! Ich erinnerte mich daran, dass ich früher zu Freunden gesagt hatte: „Wenn wir keine Gegenleistung wollen, sollten wir es auch nicht tun, oder?!“ Ist dieses „Erwarten einer Gegenleistung“ nicht ebenfalls eine Form des Strebens? Wenn ich jemandem half, erwartete ich insgeheim seine Anerkennung und Wertschätzung.
Schon lange wollte ich in der Lage sein, unerkannt zu unterstützen, doch es fiel mir äußerst schwer. Wenn ich etwas für jemanden tat, ohne dass die Person davon wusste, war ich unruhig und unzufrieden. Insgeheim hoffte ich, dass sie es doch irgendwie herausfinden würde. Mir wurde klar, dass dies ein starkes Verlangen nach Anerkennung war.
Außerdem entdeckte ich meine Neigung zur Eifersucht, zum Neid. Als ich neu in der Firma war, hielt ich Anqiang für nicht besonders kompetent, eher auf dem Niveau eines Praktikanten. Deshalb brachte ich ihm vieles bei und half ihm bei den Aufgaben, die ihm schwerfielen. Das tat ich aus freien Stücken. Obwohl sich seine Fähigkeiten allmählich verbesserten, hielt ich ihn weiterhin für durchschnittlich. Wenn Kunden ihn mir vorzogen oder seine Umsätze höher waren, fühlte ich mich nicht wohl. Dann dachte ich: „Mit seinen Fähigkeiten! Warum entscheiden sich manche Kunden für ihn? Diese Leute haben wirklich keine Ahnung!“
Ich erinnerte mich auch an eine Situation, in der Anqiang an einem Projekt arbeitete und ich ihm nebenbei half. Als ich ihm bei der Arbeit zusah, überkam mich ein Gefühl der Überlegenheit. Ich freute mich hämisch und dachte: „Der Kunde hat mich nicht beauftragt, demnach wird das Ergebnis bestimmt schrecklich schlecht ausfallen!“ In diesem Moment erkannte ich plötzlich, dass ich neidisch war. Mir fiel sogar auf, wie unschön mein Gesichtsausdruck wurde, als dieser Neid in mir hochkam.
Ich fragte mich, was diesen Neid ausgelöst hatte. Mir wurde klar, dass mein Wunsch nach Ansehen und persönlichem Gewinn – insbesondere nach Anerkennung – unerfüllt geblieben war. In meinen Augen war Anqiang inkompetenter als ich, erzielte jedoch größere Erfolge. Das verletzte mein Selbstwertgefühl und machte mich wütend. Gleichzeitig bemerkte ich, dass ich dazu neigte, andere zu belehren, weil ich meine eigenen Fähigkeiten für überlegen hielt. Ich sah auf andere herab und wollte sie ständig korrigieren.
Ein Praktizierender schrieb einmal in seinem Erfahrungsbericht, dass Neid sich dann zeige, wenn man sich nicht über das Glück anderer freuen könne. Mir wurde klar, dass genau das auf mich zutraf. Wenn Anqiang etwas gut machte, war ich verärgert und konzentrierte mich auf seine Schwächen, statt mich ehrlich mit ihm zu freuen. Von Neid getriebene Gedanken widersprechen den Prinzipien des Universums; sie sind dämonisch und egoistisch. Ich muss aber ein gütiger Kultivierender werden und den Neid ablegen.
Darüber hinaus stellte ich fest, dass meine Anhaftung an eigenen Interessen noch immer stark war. Selbst kleine Verluste beunruhigten mich. Dabei wurde mir klar, dass sich die eigenen Interessen nicht nur auf materielle Dinge beziehen, sondern sich in allen Bereichen des Lebens zeigen können, und zwar überall dort, wo wir Vorteile für uns selbst suchen oder uns das Leben erleichtern wollen. Diese Anhaftung muss beseitigt werden.
Durch diese Erfahrung erkannte ich meine Neigung zu Eigennutz, Neid, Konkurrenzdenken und Groll. Mir wurde auch bewusst, dass sie eng miteinander verflochten sind und sich gegenseitig verstärken. Ihr Ausgangspunkt liegt im Egoismus. Immer wenn mein Ego und meine Selbstsucht berührt wurden, fühlte ich mich respektlos behandelt.
Heute schätze ich diese Erfahrungen sehr und bin aufrichtig dankbar, dass dies alles passiert ist. Denn sie haben mir tief verborgene menschliche Anschauungen und Anhaftungen aufgezeigt, derer ich mir zuvor nicht bewusst gewesen war. Nun hege ich keinen Groll mehr gegen Anqiang, mein Herz hat wirklich Frieden gefunden.
Ich neige zu negativem Denken. Wenn Probleme auftreten, bewerte ich die Situation oft viel schlimmer, als sie tatsächlich ist, weil mir starke aufrichtige Gedanken fehlen. Als zum Beispiel bei einem größeren Projekt ein kleines Problem auftrat, war der Kunde unzufrieden und bemängelte immer wieder Fehler. Früher hatte er mir vertraut, doch nach diesem Vorfall schien dieses Vertrauen erschüttert zu sein.
Seine Unzufriedenheit nahm ich mir sehr zu Herzen. Da ich wenig Erfahrung mit so großen Projekten hatte, beunruhigte mich seine Reaktion. Ich machte mir ständig Sorgen darüber, was als Nächstes passieren würde und was ich tun könnte, falls der Kunde auch nach Abschluss noch unzufrieden sein sollte. Negative Gedanken überwältigten mich, mein Herz war schwer und ich war niedergeschlagen.
Eines Tages wurde mir plötzlich klar, dass ich die Situation mit aufrichtigen Gedanken angehen sollte. Ich praktiziere Falun Dafa und sollte alles auf der Grundlage des Fa gütig lösen. Ich darf nicht zulassen, dass die alten Mächte die Situation ausnutzen und meine Kultivierung stören. Mir sollte zudem klar sein, dass ich die Situation gut bewältigen kann! Somit sandte ich aufrichtige Gedanken aus, um die bösartigen Faktoren zu beseitigen, die diese Angelegenheit störten.
Das war nicht leicht. Es gab viele Schwierigkeiten und schon nach der ersten Hälfte der Arbeit war ich völlig erschöpft. Zu Beginn der zweiten Hälfte wurde mir jedoch klar, dass ich aufrichtige Gedanken aussenden sollte, um die störenden Faktoren zu beseitigen. An diesem Morgen sandte ich während der Arbeit aufrichtige Gedanken aus und plötzlich fühlte ich mich überhaupt nicht mehr müde. Im Gegenteil: Ich arbeitete viel schneller, hatte weniger Probleme und konnte die Arbeit sogar früher als geplant abschließen. Nachdem alles fertiggestellt war, war der Kunde und seine Familie sehr zufrieden. Alle vorherigen Probleme hatten sich aufgelöst.
Diese Erfahrung lehrte mich eine wichtige Lektion: Falun-Dafa-Praktizierende müssen stets aufrichtige Gedanken bewahren. Wenn unsere aufrichtigen Gedanken stark sind, können überall Wunder geschehen.
Nachdem ich die Artikel des Meisters „Die Drangsale, denen Dafa ausgesetzt ist“ und „Weckruf“ gelesen hatte, erkannte ich eine Lücke in meiner Kultivierung: Ich war selbstzufrieden geworden; meine Kultivierung hatte sich zunehmend zu einer Formalität entwickelt. Obwohl ich viele Dinge tat, tat ich sie nicht mit ganzem Herzen; ich erledigte sie eher mechanisch.
Zum Beispiel begann ich kürzlich, in meiner Pause bei der Arbeit das Fa auswendig zu lernen. Es schien, als wäre ich sehr fleißig. Doch sobald ich damit fertig war, dachte ich, alles getan zu haben. Deshalb betrachtete ich alles wie bisher. Ich nahm das Fa nicht in mein Herz auf und hielt mich in schwierigen Situationen nicht an die Maßstäbe des Fa.
Obwohl ich die drei Dinge konsequent tat, geschah dies oft nur aus Pflichtgefühl. Ich war nachlässig, selbstzufrieden und strebte nach Bequemlichkeit. Ich dachte, solange ich dem Meister bei der Errettung von Lebewesen hälfe, würde ich mich bereits kultivieren; und das reiche aus. Nur wenn ich Menschen die Wahrheit über Falun Dafa und die Verfolgung erklärte, konzentrierte ich mich wirklich. Doch selbst dann dachte ich häufig daran, wie viel ich bereits für Dafa getan hatte. Ich achtete jedoch nicht darauf, ob ich mich durch diese Erfahrungen kultivierte. Manchmal ignorierte ich sogar meine eigenen Lücken und war nicht bereit, mich ihnen zu stellen und sie zu überwinden. Allmählich stumpfte mein Hauptbewusstsein ab. Nach und nach war ich von einem gewöhnlichen Menschen kaum noch zu unterscheiden. Ich verbrachte viel Zeit in einem Zustand, in dem ich mich nicht wirklich kultivierte, und fühlte mich dennoch recht zufrieden. Deshalb blieb mein Kultivierungszustand lange Zeit unverändert – ohne irgendeinen Durchbruch.
Als ich den Artikel „Weckruf“ las, hatte ich das Gefühl, dass jedes Wort des Meisters direkt an mich gerichtet war. Ich bin dem Meister zutiefst dankbar, dass er mich aufgeweckt und mir meine Schwächen gezeigt hat. In Zukunft werde ich mich fleißiger kultivieren und der barmherzigen Erlösung des Meisters würdig sein!