(Minghui.org) Ein Ehepaar in der Stadt Shulan, Provinz Jilin, war wiederholt ins Visier genommen worden, nachdem die Kommunistische Partei Chinas im Juli 1999 die Verfolgung ihres Glaubens, Falun Dafa, angeordnet hatte.
Der 69-jährige Xu Hongyu war 2004 zu drei Jahren Zwangsarbeitslager und 2018 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden; seine Frau Sun Xiuhua im November 1999 zu einem Jahr Zwangsarbeit und 2020 zu zwei Jahren Haft. Mit ihrer Gesundheit ging es zunehmend bergab, bis sie Anfang März 2026 im Alter von 64 Jahren verstarb.
Über ihren Tod wurde bereits in einem früheren Artikel berichtet. Es folgt nun ein persönlicher Bericht von Xu über die Verfolgung, die er seit 1999 erleiden musste.
Im September 1999 reiste ich gemeinsam mit meiner Frau und meinem jüngeren Sohn nach Peking, um das Recht einzufordern, Falun Dafa praktizieren zu dürfen. Auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen) wurden wir von meiner Frau getrennt. Mein damals neunjähriger Sohn wurde später verhaftet, weil er dort die Falun-Dafa-Übungen praktiziert hatte. Die Polizei legte ihm Handschellen an und brachte ihn zurück nach Shulan. Meine Frau kehrte wenig später erneut auf den Tiananmen-Platz zurück, wurde ebenfalls verhaftet, nach Shulan gebracht und dort inhaftiert. Nachdem ihr die Flucht gelungen war, reiste sie abermals nach Peking, um zu appellieren. Am 17. November 1999 wurde sie erneut festgenommen und zu einem Jahr Zwangsarbeit verurteilt.
Im Dezember 1999 reiste ich nach Guangzhou in der Provinz Guangdong, um an einer Konferenz zum Erfahrungsaustausch von Falun-Dafa-Praktizierenden teilzunehmen. Dort wurde ich zusammen mit der Mitpraktizierenden Ding Yan – die später an den Folgen der Verfolgung starb – verhaftet und im Gefängnis Tianhe festgehalten. Drei Wochen danach brachte mich der örtliche Polizeibeamte Jiang Litao zurück in meine Heimatstadt, wo ich in einer Gehirnwäsche-Einrichtung festgehalten wurde. Auch mir gelang schließlich die Flucht.
Im Juli 2000 wurde ich im Haus eines Mitpraktizierenden in Chengdu, Provinz Sichuan, verhaftet. Man hielt mich einen Monat lang im Bezirksgefängnis Jinniu fest und verlegte mich anschließend in eine andere Haftanstalt. Es gelang mir abermals, zu fliehen.
Im Jahr 2001 wurde ich erneut verhaftet und im Büro 610 der Stadt Baiqi festgehalten. Man zwang mich, eine Erklärung zu schreiben, in der ich versprach, nicht mehr nach Peking zu fahren, um zu appellieren. Nachdem die Beamten 100 Yuan von mir erpresst hatten, ließen sie mich frei.
Beamte der Polizeistation Baiqi verhafteten mich 2002 erneut. Durch Beziehungen wurde ich bald darauf freigelassen.
Am 9. Juli 2003 drang eine Gruppe Polizisten während meiner Abwesenheit gewaltsam in unser Haus ein. Liu Xuebing, ein Beamter der Polizeistation Fate, packte meinen jüngeren Sohn, der damals 13 Jahre alt war, an den Haaren und schlug ihn. Die Beamten brachten meine Frau zur Polizeistation Baiqi und schlugen auf sie ein, bis sie das Bewusstsein verlor. Als sie wieder zu sich kam, sah sie eine große Blutlache auf dem Boden und mehrere ihrer Vorderzähne waren locker.
Am Nachmittag desselben Tages wurde meine Frau zur Polizeistation Shulan gebracht. Bei einem Fluchtversuch sprang sie aus dem dritten Stock und erlitt mehrere Knochenbrüche. Sie wurde sieben Tage lang auf der Intensivstation behandelt, bis sich ihr Zustand stabilisierte.
Obwohl ich entkommen konnte, sah ich mich gezwungen, unterzutauchen, um einer weiteren Verfolgung zu entgehen.
Im Mai 2004 zogen wir nach Meishan in der Provinz Sichuan, wo mein älterer Sohn lebte, und versuchten, ein neues Leben zu beginnen. Als wir uns im November desselben Jahres mit einem örtlichen Praktizierenden trafen, wurden wir verhaftet. Die Polizei hielt meine Frau einen Monat lang in Gewahrsam. Ich wurde in die Haftanstalt des Bezirks Dongpo gebracht und später zu einer dreijährigen Haftstrafe im Zwangsarbeitslager Xinhua in der Stadt Mianyang, Provinz Sichuan, verurteilt. Da ich an meinem Glauben festhielt, wurde ich schwer gefoltert.
Im Jahr 2008 gingen wir nach Peking und bauten unser Geschäft als Anbieter von Hochzeitsdienstleistungen wieder auf. 2010 versuchte die örtliche Polizei, mich zu verhaften, und setzte später zusätzlich Gemeindeangestellte ein, um uns zu überwachen.
Da wir nicht mehr in Peking bleiben konnten, kehrten wir 2012 in die Stadt Shulan zurück und führten dort unser Geschäft als Hochzeitsveranstalter weiter. Während der Hochzeitszeremonien unserer Kunden verteilten wir oft Informationsmaterialien über Falun Dafa an sie. Einmal befand sich der Leiter des Büros 610 der Stadt Baiqi unter den Hochzeitsgästen und sah, wie wir die Materialien verteilten. Er meldete uns beim Büro 610 der Stadt Shulan und sprach bei der Sitzung des Dorfparteikomitees der Stadt Baiqi über den Vorfall. Er bezeichnete mich als einen lokalen „Falun-Dafa-Anführer“ und legte den Dorfbeamten nahe, mich auf die Überwachungsliste der Schlüsselfiguren zu setzen. Ich war nicht einmal ein Bürger der Stadt Baiqi. Der Dorfbeamte erzählte dies einem Freund, der die Information dann an mich weitergab.
Im Jahr 2016 stellte das Büro 610 der Stadt Shulan auf dem Gemeindefest der Stadt Fate Schautafeln auf, die Falun Dafa diffamierten. Mein jüngerer Sohn zerriss die Plakate vor den Augen der Menge. Er wurde von Beamten der örtlichen Polizeistation festgenommen und 20 Tage lang inhaftiert.
Am 18. Juli 2018 gegen 22 Uhr verhafteten mich mehrere Beamten zu Hause. Sie beschlagnahmten meine drei Computer, mehrere Drucker, Falun-Dafa-Bücher, Informationsmaterialien, Transparente sowie die Ausrüstung für die Organisation von Hochzeiten. Danach schleppten sie mich zur Polizeistation und zerrten mich gewaltsam auf die Tigerbank. Da ich beim Verhör nicht kooperierte, drohten sie mir, mich für den Rest meines Lebens im Gefängnis einzusperren.
Am nächsten Tag erschienen zwei Polizeichefs, um nach mir zu sehen. Als sie erfuhren, dass sie von mir nicht die gewünschten Informationen bekommen hatten, gaben sie den Beamten ein Zeichen, mich auf die Brust zu schlagen. Ich warnte sie davor, mich zu foltern, und betonte, dass ich ihnen absolut nichts erzählen würde.
Am 21. und 22. Mai 2019 verhandelte das Stadtgericht Shulan gegen mich und fünf weitere Praktizierende. Ich wurde zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt und um den 4. November 2019 herum in das Gefängnis Gongzhuling eingeliefert.
Als Li Mingyang, der Leiter der Gefängnisverwaltung, mich sah, drohte er, mir die Haut abzuziehen.
Am Nachmittag brachte mir der Insasse Ma Tao eine Häftlingsuniform. Der Wärter Li Kai befahl mir, Erklärungen zu unterschreiben, in denen ich mich von Falun Dafa lossagte. Ich weigerte mich, die Uniform anzuziehen und die Erklärungen zu unterschreiben. Daraufhin stießen mich drei Wärter kopfüber auf den Boden. Ma zog mir das Hemd aus und schlug mir mit seinen Schuhen auf den Rücken. Dann traktierten sie meinen Kopf mit drei Elektrostäben. Nach 20 Minuten begannen sie, mich mit den Elektrostäben zu schlagen. Li Mingyang drohte mir zudem, mit den Elektrostäben meinen Genitalbereich zu schocken. Noch bevor ich reagieren konnte, versetzte mir jemand einen Stromstoß in den Nacken. Ich schlug mit der Stirn auf dem Boden auf, sodass der Bereich um meine Augen anschwoll. Erst dann hörten die Wärter auf, mich zu foltern, und befahlen den Häftlingen, mich in die Zelle zu bringen.
Nachstellung der Folter: Elektroschocks
Der Häftling Guan Naiyou befahl mir, mit dem Gesicht zur Wand zu stehen. Als es Zeit für das Abendessen war, brachten sie mir eine Schüssel mit übermäßig gesalzenem Maisbrei. Ich war so hungrig, dass ich alles aufaß. Zwei Häftlinge, die eine aufgeschobene Todesstrafe verbüßten, darunter Li Jianyang, zerrten mich zur Toilette und verrieben grobes Salz auf meinem verletzten Rücken. Trotz der starken Schmerzen gab ich keinen Laut von mir.
Am nächsten Tag bestellte mich Wärter Li Kai in sein Büro und befahl mir, vor ihm und zwei anderen Wärtern niederzuknien. Ich weigerte mich. Wärter Shen Xudong versetzte mir fünf Minuten lang mit einem Elektrostab Stromstöße an Händen und Armen. Dann fragten sie mich, ob es in meiner Familie noch andere Falun-Dafa-Praktizierende gäbe. Ich nannte meine Frau. Daraufhin verlangten sie die Telefonnummern meiner Söhne und gaben an, meine Familie dazu zu bringen, mich „umerziehen“ zu lassen. Ich schwieg.
Am dritten Tag brachten mich Wärter Li Kai und fünf Insassen zur Untersuchung ins Gefängniskrankenhaus. Der Arzt sah die Schwellung um mein Auge und fragte mich, was passiert sei. Mit einem Blick auf Li erklärte ich, dass er mich geschlagen habe. Darauf schlug der Insasse Guan mir so heftig ins Gesicht, dass ich beinahe das Bewusstsein verlor. Er trat er mir auf das Bein, zerrte mich aus dem Raum und zwang mich, mit dem Gesicht zur Wand im Flur zu stehen. Nach einer halben Stunde befahl mir Guan, hereinzukommen und ein Blatt Papier zu unterschreiben. Ich konnte den Inhalt nicht klar erkennen und weigerte mich. Guan packte meine Hand und zwang mich, das Dokument zu unterschreiben.
Ich bekam kein Abendessen, dafür schlug mir der Insasse Li Jianyang mit einer mit Wasser gefüllten Flasche auf den Kopf. Durch die ständigen Schläge, Beschimpfungen, Stehfolter und den Hunger war ich sehr schwach und mir war schwindelig.
Am fünften Tag brachten sie mich erneut ins Gefängniskrankenhaus. Dort stellte man bei mir einen gefährlich hohen Blutdruck fest. Von da an gaben sie mir zu jeder Mahlzeit gesalzenen Brei und etwas Wasser.
Einmal erzählte mir Li Jianyang, dass die meisten Insassen, die sich an der Verfolgung von Praktizierenden beteiligten, Schwerverbrecher seien, die eine aufgeschobene Todesstrafe verbüßten. Er sagte, dass niemand die Folter hier überleben könne – und selbst wenn, würde er nicht in der Lage sein, das Gefängnis aus eigener Kraft zu verlassen. In manchen Fällen wäre man lieber tot als lebendig, dennoch hielten sie einen am Leben, um einen zu foltern. Einmal sei ein sehr standhafter Praktizierender in weniger als zwei Jahren zu Tode gefoltert worden. Nach seinem Tod habe das Gefängnis das Krankenhaus angerufen und ein Video gedreht, in dem die Ärzte vorgaben, ihn wiederzubeleben. Einmal sei ein Praktizierender an ein großes Rad festgebunden und das Rad immer weitergedreht worden. Als der Praktizierende ohnmächtig wurde, hätten ihn die Wärter in ein großes leeres Metallfass gesteckt und mit Holzstöcken auf das Fass eingeschlagen; danach habe er nicht mehr stehen können.
Am 18. Tag kam Yan Litao, ein Wärter, der auf die Verfolgung von Falun Dafa spezialisiert war, mit drei ehemaligen Praktizierenden, darunter meinem Verwandten Yang, zu mir, um mich „umzuerziehen“. Als die Wärter nicht in der Nähe waren, erzählte mir Yang, dass er nach acht Monaten Folter nachgegeben habe; da seine Haftzeit bald abgelaufen sei, wolle er dort nicht sterben. Ich verstand, was er durchgemacht hatte, und konnte nicht anders, als zu weinen.
Kurz darauf kehrten die Wärter mit mehreren sogenannten „Garantieerklärungen“ zurück, in denen man Falun Dafa abschwören musste. Zhou Qingzhu, ein ehemaliger Praktizierender, ergriff meine Hand und setzte meine Unterschrift unter die Dokumente. Anschließend sagte Wärter Yan: „Jetzt kannst du wieder normal essen und trinken.“
Einen Monat später verlegte man mich in eine für die Verfolgung von Falun-Dafa-Praktizierenden eingerichtete Abteilung. Die Wärter versuchten, mich zu zwingen, weitere Erklärungen zu schreiben, in denen ich auf Falun Dafa verzichten und es anprangern sollte. Ich weigerte mich entschlossen. Die Insassen und der ehemalige Praktizierende Liu Meng zwangen mich, jeden Tag Videos anzusehen, die Falun Dafa diffamierten – bis zum Tag meiner Freilassung am 18. Mai 2021.
Eines Tages rief Wärter Hao Kai alle Praktizierenden in einem Unterrichtsraum zusammen und händigte uns Formulare für eine Haftverkürzung aus. Dann befahl er uns, einen nach dem anderen, Falun Dafa und dessen Begründer zu verleumden. Als ich an der Reihe war, erzählte ich, wie ich durch das Praktizieren profitiert hatte. Hao zerriss das Dokument und schnaubte: „Erwarte ja nicht, dass dir auch nur ein Tag deiner Haftzeit erlassen wird!“
Im Jahr 2020 hörten wir, dass die Zentrale Disziplinarkommission zu einer Inspektion ins Gefängnis kommen würde. Die Wärter befahlen uns, Berichte zu unterschreiben, die besagten, dass das Gefängnis „uns mit Geduld erziehe und mit Sorgfalt behandle, und uns weder schlage noch verbal misshandle“. Ich kooperierte nicht.
Frühere Berichte:
Todesmeldung: Frau aus Jilin stirbt vier Jahre nach zweijähriger unrechtmäßiger Haftstrafe
Im Gefängnis von Gongzhuling: Elektroschocks und Folter durch Fesselungen
Massenverhaftung im Juli 2018 – sechs der Falun-Dafa-Praktizierenden immer noch in Haft
Shulan, Provinz Jilin: 12 Falun-Dafa-Praktizierende in einer Nacht verhaftet
Over 30 Falun Gong Practitioners Tortured in the Ninth Ward of Gongzhuling Prison