(Minghui.org) Ein 55-jähriger Mann aus Jianyang, Chengdu, Provinz Sichuan, wurde am 10. Februar 2026 nach zweieinhalb Jahren Haft freigelassen. Der Grund seiner Haft war, dass er Falun Dafa praktiziert.
Minghui.org berichtete bereits über die Verhaftung und Verurteilung von Yang Yifan. Hier präsentieren wir weitere, bisher nicht bekannte Details.
Am 19. Mai 2023, gegen 11 Uhr, befand sich Yang, ein ehemaliger Mitarbeiter des Aerospace-Werks 7111, auf dem Heimweg vom Einkaufen, als zwei Zivilbeamte um die 30 sich ihm näherten und ihm Handschellen anlegten. Einer der Beamten zeigte seinen Dienstausweis.
Sie brachten Yang zu einem schwarzen Auto, das unter einer Autobahnbrücke geparkt war, durchsuchten ihn und beschlagnahmten über 2.000 Yuan (ca. 240 Euro) Bargeld, seinen Hausschlüssel und sein Handy. Sie gaben an, vom Büro des Ministeriums für Staatssicherheit in Chengdu zu sein. Außerdem sagten sie, die örtliche Polizei kenne Yang möglicherweise nicht, sie hingegen würden ihn sehr gut kennen.
Die Beamten brachten Yang zum Polizeirevier Jianyang. Dort hielten sie ihn in einem Verhörraum fest und fesselten ihn auf einen Metallstuhl. Nachdem sie ihn gezwungen hatten, seine Adresse preiszugeben, durchsuchten sie seine Mietwohnung und beschlagnahmten zwei Computer, ein Handy, 24.000 Yuan (ca. 2.880 Euro) Bargeld und seinen Ausweis. Sie versuchten, ihn zur Preisgabe seines Handy-Passworts zu zwingen. Er weigerte sich, selbst nachdem ein Beamter seine Handschellen fester angezogen hatte.
Yang wurde nach der Razzia zurück zur Polizeiwache gebracht. Sieben Beamte, unter der Leitung eines Mannes um die Sechzig, bearbeiteten seinen Fall. Nach Abschluss der Formalitäten brachten sie ihn zur Polizeiwache Qinglong in Chengdu und übergaben ihn dort zwei Beamten.
Die beiden Beamten vernahmen Yang zu grundlegenden Informationen. Anschließend wurde er zur körperlichen Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht und danach in der Gehirnwäsche-Einrichtung Xinjin inhaftiert. Ihm wurde „Anstiftung zum Umsturz der Staatsgewalt“ vorgeworfen.
Da die Polizisten Yang auf dem Weg zur Gehirnwäsche-Einrichtung die Augen verbunden hatten, wusste er zunächst nicht, wo er sich befand. Er wurde von zwei Personen bewacht, die ihm den Namen der Einrichtung nicht verrieten.
Da Yang bereits 2013 in der Gehirnwäsche-Einrichtung festgehalten worden war, dauerte es nicht lange, bis er den Ort wiedererkannte, obwohl viele Gebäude völlig neu waren.
Zwei Tage später kamen acht Beamte vom Chengduer Ministeriums für Staatssicherheit, um Yang zu verhören. Sie zeigten ihm Fotos einer anderen Falun-Dafa-Praktizierenden, Wang Ping, und fragten ihn, ob er sie kenne. Yang sah auf den Handys zahlreiche Fotos verschiedener Praktizierender aus ganz Sichuan. Die Stasi-Beamten befragten ihn auch zu einem Bluetooth-Server und anderen Praktizierenden. Er verweigerte jegliche Aussage.
Einige Tage später wurden Yang erneut die Augen verbunden und er wurde zur Vernehmung auf die Polizeiwache Huaqiao gebracht. Dort wurden Fotos von ihm mit Gegenständen gemacht, die in seiner Wohnung beschlagnahmt worden waren, obwohl viele davon nichts mit Falun Dafa zu tun hatten.
Die Polizei verhörte Yang zwei weitere Male und stellte ihm dieselben Fragen. Er gab jedes Mal dieselbe Antwort. Während seiner Gerichtsverhandlung zwei Jahre später behauptete der Richter, er habe die Antworten „validiert“, indem er jedes Mal dasselbe wiederholt habe.
Am 5. November 2023 erschienen zwei Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft des Bezirks Chenghua in Chengdu in der Gehirnwäsche-Einrichtung und übergaben Yang den Haftbefehl. Darin wurde ihm nun „Untergrabung der Strafverfolgung durch eine Sektenorganisation“ vorgeworfen, die übliche Anklage, mit der die Behörden Falun-Dafa-Praktizierende ins Gefängnis bringen.
Yang und Wang wurden am 9. November 2023 von der Gehirnwäsche-Einrichtung Xinjin in die Haftanstalt Chengdu verlegt.
Am 25. Juli 2025 wurden Yang und Wang vom Bezirksgericht Chenghua angeklagt. Neun Angehörige der beiden Praktizierenden nahmen an der Verhandlung teil. Die Justizbeamten fotografierten ihre Ausweise und untersagten ihnen, ihre Mobiltelefone mit in den Gerichtssaal zu bringen. Der Vorsitzende Richter Pu Li und die beiden anderen Richter trugen während der Verhandlung Masken.
Wangs Sohn vertrat seine Mutter als Laienverteidiger und plädierte für sie auf nicht schuldig.
Yangs Anwalt, der versprochen hatte, seine Unschuld zu verteidigen, plädierte trotz seines Einspruchs auf schuldig. Der Anwalt legte lediglich die Krankenakten von Yangs kranker Mutter vor und beantragte eine mildere Strafe, damit sein Mandant bald freigelassen werden und sich um seine Mutter kümmern könne.
Yang konnte aufgrund seiner Hörbehinderung weder den Staatsanwalt noch den Richter oder seinen Anwalt deutlich verstehen. Er schaffte es jedoch, selbst auszusagen, und beteuerte, durch Falun Dafa kein Gesetz gebrochen zu haben.
Der Richter verurteilte Yang und Wang am Ende der Verhandlung zu jeweils zweieinhalb Jahren Haft und einer Geldstrafe von je 10.000 Yuan (ca. 1.200 Euro).
Beide Praktizierende legten beim Mittleren Gericht der Stadt Chengdu Berufung ein, welches die ursprünglichen Urteile am 7. Dezember 2025 bestätigte.
Yang wurde am 19. Dezember 2025 in die Haftanstalt des Bezirks Wenjiang verlegt und am 10. Februar 2026 freigelassen.
Wang, die am 10. Mai 2023 festgenommen worden war, wurde am 6. Februar 2026 freigelassen.
Frühere Berichte:
Zwei Falun-Dafa-Praktizierende am selben Tag verurteilt (Stadt Chengdu, Provinz Sichuan)
Verspätete Meldung: Mann aus Sichuan festgenommen
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