Mein Verständnis über die Betonung der Tugend bei der Kultivierung

(Minghui.org) Vor kurzem sprachen meine Mitpraktizierenden und ich darüber, wie alte Kultivierungsschulen die Falun Dafa-Jünger stören.

Scheinbar haben sich viele Praktizierende vom weltlichen Leben abgeschottet, was natürlich das Erretten von Lebewesen schwerer macht. Außerdem können Nicht-Praktizierende – und sogar ihre Familienangehörigen – uns und das was wir tun, oft nicht verstehen.

Viele Menschen, insbesondere die Chinesen, meinen, dass es das Kennzeichen wahrer Kultivierung sei, in einsamen Tempeln auf den hohen Bergen zu leben. Doch die Praktizierenden müssen sich über diesen Punkt sehr klar sein, sonst erfüllen wir möglicherweise nicht die Anforderungen Dafas.

Der Meister sagte uns, dass keine Kultivierungsschule aus der Vergangenheit unserer heutigen Kultivierungsform als Vorbild oder Anleitung dienen kann. Die alten Mächte behaupten, dass sie nur die traditionellen Kultivierungsmethoden und Schulen kennen. Deshalb wagen sie es, den sorgfältigen Arrangements des Meisters zu schaden. Wenn wir uns nicht über die Kultivierung im Dafa klar sind, werden wir möglicherweise auf die Arrangements der alten Mächte hereinfallen, anstatt den Arrangements des Meisters zu folgen.

Einige Praktizierende haben das Gefühl, dass sich unsere Kultivierung dem Ende nähert. Sie sind voller Existenzangst, Ungeduld und Furcht. Aber wenn man sich um zukünftige Ereignisse Sorgen macht, kann man an und für sich seinen Charakter nicht verbessern.

Zum Beispiel sollten unsere Medien, die sich auf Dafa beziehen, in der alltäglichen Welt verankert sein. Doch Schlüsselpersonen vermeiden seit so langer Zeit den Kontakt mit alltäglichen Menschen, dass es für ihre Medienprojekte nun schwer ist, in der Gesellschaft Fuß zu fassen.

Wenn man sich von der alltäglichen Welt abschottet, kann das dazu führen, dass man die Dinge sehr subjektiv betrachtet. Wir haben dann weniger Kontakt mit alltäglichen Menschen, wodurch es uns schwerfällt, sie zu verstehen.

Manche Praktizierende haben Angst, von der alltäglichen Gesellschaft negativ beeinflusst zu werden. So bleiben sie für sich alleine. Was immer diese Praktizierenden machen, wird oft von den Menschen um sie herum missverstanden. Hat das nicht eine kontraproduktive Wirkung auf unsere Mission in der Welt?

Wenn wir die traditionellen Formen ablegen und dies als ein Kriterium für die Kultivierung ansehen, würde uns weder die Zukunft tangieren, noch könnten wir zur Ruhe kommen, um von den alltäglichen Menschen zu lernen. Zudem würde sich unsere Ebene nicht erhöhen und unsere Fähigkeit, Lebewesen zu erretten, nicht verbessern. Wie könnten dann unsere Erfahrungen den zukünftigen Generationen als Referenz dienen?

Der Meister betont in seiner Lehre immer wieder die Tugend. Vor kurzem kam ich zu der Erkenntnis, dass die Tugend ein sehr wichtiger Bestandteil der Kultivierung im Dafa ist. Doch viele Praktizierende scheinen sie nicht ernst zu nehmen.

Der Meister sagte:

„Manche Qigong-Meister sagen: Wenn man nicht auf De achtet und Kultivierungsfähigkeiten bekommt, wird man leicht Schlechtes tun. Ich sage, das ist eine falsche Aussage, es ist überhaupt nicht so. Wenn du nicht auf deine De achtest und deine Xinxing nicht kultivierst, werden überhaupt keine Kultivierungsfähigkeiten auftauchen.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, S. 126)

„Wie viele Menschen üben Qigong mit den richtigen Gedanken? Beim Praktizieren muss man auf De achten, Gutes tun und barmherzig sein, an jedem Ort und zu jeder Gelegenheit soll man sich auf diese Weise fordern.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, S. 180)

Denkt mal nach: Wenn wir nicht auf unsere Tugend und auf die Erhöhung unserer Xinxing achten, könnten wir tendenziell auf bestimmte Formen der Kultivierung eigensinnig werden, statt auf die Essenz der Kultivierung zu achten. In diesem Fall wäre unsere Kultivierung dann nichts anderes als eine Änderung unseres Lebensstils.

Wenn man ins Extrem geht, hat das nicht nur einen negativen Effekt für Dafa. Sondern es wird auch beschwerlich, die wahren Umstände der Verfolgung zu erklären, Lebewesen zu erretten und das Böse in anderen Räumen zu vernichten.

Der Meister hat uns gelehrt:

„Du bist immer barmherzig und gut zu allen, ganz gleich, was du tust, du denkst immer an andere. Jedes Mal, wenn du auf Probleme stößt, denkst du zuerst, ob es andere ertragen können oder nicht und ob es anderen schadet, dann wird es keine Probleme mehr geben.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, S. 243)

Ich habe erkannt, dass die Tatsache, zuerst an andere zu denken, eine Voraussetzung dafür ist in der Gesellschaft ein guter Mensch zu sein und ein notwendiger Schritt, uns zu erhöhen. Unter der Anleitung des Dafa beginnt man als guter Mensch, erhöht sich beständig und erreicht zum Schluss eine göttliche Ebene. Kann man das erreichen, während man Teil der alltäglichen Gesellschaft ist? Natürlich kann man das!

Wenn ein Problem bei unserer Kultivierung auftaucht, kommt es doch daher, dass wir nicht auf die Tugend geachtet, nicht zuerst an andere gedacht bzw. uns nicht wie ein guter Mensch mit hoher Moral verhalten haben.

Wir kultivieren Hauptbewusstsein, während wir in der alltäglichen Welt leben. Unsere Eigensinne abzulegen heißt nicht, unser normales Leben aufzugeben. Jeder und alles in dieser Welt ist für Dafa gekommen. Unsere Arbeits- und Familienumgebungen repräsentieren kleine Welten, die von Dafa errichtet wurden.

Es sind genau diese Umgebungen, in denen wir aufsteigen, göttliche Wahrheiten erkennen, Lebewesen erretten und Dafa bestätigen können. Wenn wir dieses Leben wegschieben; wenn wir darauf bestehen, alltägliche Menschen zu meiden – wegen unseren menschlichen Eigensinne – dann werden diese Leben oder Welten umsonst hierhergekommen sein.

Um ein guter Mensch zu sein, darf man außerdem keinen Eigensinn auf Zeit haben. Wenn der Meister unsere Leben in diesem Raum nicht verlängert hätte und wenn das Kultivierungssystem des Meisters nicht in der Öffentlichkeit verbreitet worden wäre, wäre diese Ebene der Existenz bereits vor langer Zeit vernichtet worden.

Unsere Leben wurden verlängert, weil wir Dafa praktizieren. Ist das nicht ein Neubeginn, statt ein Ende? Da das alte Universum garantiert zu Ende geht, warum sollten wir noch auf Zeit eigensinnig sein?

Mir ist klargeworden, dass wir an unseren ewigen Status denken sollten, also was wir in Zukunft und bis in alle Ewigkeit sein werden, wenn wir dem Grundsatz Wahrhaftigkeit-Barmherzigkeit-Nachsicht folgen.

Manche Praktizierende denken: „Es bleibt nur noch sehr wenig Zeit bis zur Fa-Berichtigung, deshalb muss ich mich schleunigst wie ein guter Mensch verhalten!“ Verhalten sich diese Menschen nur deshalb gut, weil „nur noch wenig Zeit bleibt“? Haben sie nur die Absicht, sich selbst zu retten?

Was werden sie tun, wenn dieses kosmische Kapitel zu Ende gegangen ist? Werden sie dann endlich erleichtert und entspannt sein? „Puh! Ich habe es gerade noch geschafft!“ Ist ein guter Mensch nur dann gut, wenn es seinen Bedürfnissen und Begierden gelegen kommt? Das Ziel sollte sein, bis in alle Ewigkeit ein guter Mensch zu sein.

Wir können uns nicht kultivieren, wenn wir Bedingungen stellen. Egal welche Ebene wir in Zukunft auch erreichen, es wurde uns ermöglicht, indem wir Dafa folgen. Es gibt keine Abkürzungen bei der Kultivierung.

Genau genommen sind wir nicht hergekommen, um irgendetwas abzuschließen. Wir wollen, dass alle Leben im neuen Universum weiterbestehen. Wir wollen allen Lebewesen helfen, zusammen mit uns besser zu werden.

So sind wir in gewissem Sinne alle wie Eltern. Werden wir nicht für die Lebewesen in unseren eigenen zukünftigen Welten verantwortlich sein? Ist das nicht ein Neuanfang für die Ewigkeit, anstatt ein Ende?

Wenn wir die Dinge aus dieser Sicht betrachten, fällt es uns leichter, uns zu beruhigen. Dann werden wir neue Dinge in der Welt lernen können, Kontakt mit alltäglichen Menschen aufnehmen und langfristige Unternehmensziele setzen.

Ist Shen Yun nicht ein Langzeitprojekt? Gibt uns der Meister nicht ein Beispiel, wie man die Dinge in der alltäglichen Welt betrachten soll? Wieso können wir nicht vom Meister lernen? Liegt das an dem Einfluss der alten Kultivierungsschulen und unserem Eigensinn auf Zeit?

Shen Yun besteht aus einer Gruppe professionell trainierter Praktizierender. Trotzdem müssen sie am Unterricht und an Prüfungen teilnehmen, um sich das Wissen der alltäglichen Menschen anzueignen.

Wenn Shen Yun auf den Lehren alter Kultivierungsschulen basieren würde und das Projekt von Praktizierenden geleitet werden würde – so wie andere Projekte zu Dafa – würden dann nicht die meisten von uns denken, dass das Einstudieren von Tanzfertigkeiten ein Eigensinn wäre? Wäre es dann möglich für Shen Yun, internationale Standards zu erreichen?

Liegt es an unserem Eigensinn auf die Konzepte der alten Kultivierungsschulen und an unserem Eigensinn auf Zeit, dass Praktizierende, die in Dafa-Projekten eingespannt sind, sich nur sehr wenig Mühe geben, ihre beruflichen Qualifikationen zu verbessern?

Wenn wir die Ziele unserer Langzeitprojekte ohne Störungen der alten Kultivierungsschulen; ohne verschiedene menschliche Ansichten über die Kultivierung in Abgeschiedenheit und ohne einen Eigensinn auf Zeit betrachten könnten, dann würden wir sicherlich spüren, dass es noch zahllose Lebewesen gibt, die noch immer errettet werden müssen.

Außerdem würde uns klar sein, dass unsere beruflichen und sozialen Qualifikationen verbessert werden müssen, um mit Menschen jeder sozialen Schicht effektiv zu interagieren und sie zu erretten.

Wenn wir alle so denken, werden wir uns nicht mehr darum sorgen, wann die Fa-Berichtigung in der Menschenwelt beginnt, sondern wir würden aufrichtig hoffen, dass ihre Ankunft verzögert werden kann, um noch mehr Lebewesen zu erretten!