Kultivieren wir uns wirklich standhaft?

(Minghui.org) Seit ich mich im Falun Dafa [1] kultiviere, sind im Handumdrehen bereits 21 Jahre vergangen. Wenn ich auf meinen Kultivierungsweg zurückblicke, erscheint es mir nur wie ein Augenblick. Ich habe oft mitbekommen, dass manche Mitpraktizierende in meiner Umgebung über die Frage des Endes der Fa-Berichtigung diskutiert haben. Ich habe das nicht getan. Da ich mich noch nicht gut kultiviert habe und es noch nicht zu Ende ist, muss ich die Zeit gut nutzen, um mich gut zu kultivieren.

Nachdem ich einmal an der Aufklärung über die Hintergründe von Falun Dafa gearbeitet hatte, war ich ziemlich müde und ging früher ins Bett als sonst. Nach einer Weile tauchte plötzlich ein Gedanke in meinem Kopf auf: „Wenn es heute vorbei wäre, hätte das wirklich schreckliche Konsequenzen für mich!“ Ich schreckte sofort auf. Zwar lerne ich das Fa seit vielen Jahren, aber es gibt immer noch so viele menschliche Gesinnungen, die ich noch nicht abgelegt habe. Ich betrachte viele Dinge immer noch mit menschlichen Anschauungen. Beispielsweise betrachte ich „schlechte Sachen“ wie ein gewöhnlicher Mensch.

Vor einiger Zeit wurde unter den Mitpraktizierenden Kritik geäußert. Sie bezog sich auch auf mich und ich fühlte mich ungerecht behandelt. Ich lasse mich kaum von Ruhm und Reichtum gewöhnlicher Menschen beeinflussen. Aber wie konnte es unter Mitpraktizierenden zu einer solch ungerechten Behandlung kommen? Diesen Pass konnte ich lange Zeit nicht überwinden. Mir war zwar klar, dass niemand so sein kann wie der Meister, aber Kritik von Mitpraktizierenden bereitete mir Unbehagen. Obwohl ich äußerlich ruhig geblieben war und nichts sagte, verhielt ich mich seitdem denjenigen gegenüber anders, die diese Kritik geübt hatten. Nun fragte ich mich: „Wenn jetzt alles enden würde, kann man dann mit dieser Gesinnung in den Himmel kommen?“

Ich ging in mich und erkannte, dass ich mich mit der Kritik auseinandersetzen und mein eigenes Problem dahinter finden musste. Ein Gesichtspunkt der geäußerten Kritik hatte mich besonders berührt. War das nicht gerade eine menschliche Gesinnung, die ich loszulassen hatte? War es nicht eine gute Sache, dass ich unter Ungerechtigkeit litt? War es für mich nicht umso besser, je heftiger ich kritisiert wurde? Niemand ist besonders, niemand kann den Meister verkörpern. Die Sache existierte doch schon gar nicht mehr, woran hielt ich denn dann noch fest?

Der Meister sagt:

„Der Druck, der von außerhalb der Dafa-Jünger kommt, ist eine Prüfung und stellt eine Chance für ein fleißiges Voranschreiten dar. Die Konflikte oder der Druck, der von innerhalb der Dafa-Jünger kommt, sind ebenfalls eine Prüfung und gleichfalls eine Chance für ein fleißiges Voranschreiten.“ (Li Hongzhi, Ein Grußschreiben an die europäische Fa-Konferenz, 05.11.2016)

Der Meister sagt auch:

„Bei der Kultivierung wird das Herz der Menschen kultiviert. Und man kultiviert sich selbst. Nur wenn man in der Lage ist, bei Problemen, Konflikten, Schwierigkeiten oder wenn man ungerecht behandelt wird, nach innen zu schauen und Fehler bei sich selbst zu suchen, ist es wahre Kultivierung. Erst dann kann man sich ständig erhöhen und den Weg der Kultivierung auf aufrichtige Weise gehen und zur Vollendung kommen!“ (Li Hongzhi, Grußwort an die Fa-Konferenz in Taiwan, 27.11.2016)

Ich bin mir klar darüber geworden, dass das eine Gelegenheit für mich war, meinen eigenen Weg zu gehen und mich selbst gut zu kultivieren. Danach hatte ich das Gefühl, als sei mir ein großer Stein vom Herzen gefallen.

Von dieser Erkenntnis her habe ich tiefer in meinem Inneren gesucht und ein tief verborgenes Eigeninteresse gefunden. Der Grund meiner Unausgeglichenheit war die Sorge, dass die Kritik vonseiten der Mitpraktizierenden sich nachteilig auf meine Kultivierung und meine Zukunft auswirken könnte. Das einzig Richtige ist, nach dem Dafa zu handeln. Solange wir bei jeder Angelegenheit nach innen schauen, kann eine schlechte Sache zu einer guten Sache werden. Indem ich meine Sorge um Verluste und mein Streben nach großer Tugend gefunden hatte, hatte ich mich erhöht. Das war eine vom Meister arrangierte Gelegenheit zu meiner Erhöhung.

Der Meister sagt:

„Ein Kultivierender ist stets dabei, sich selbst zu kultivieren. Eine kleine Veränderung am menschlichen Herzen bedeutet schon eine Erhöhung. Alle Gottheiten sehen das.“ (Li Hongzhi, Ein Grußschreiben an die europäische Fa-Konferenz, 05.11.2016)

Milarepa wurde von seinem Meister geschlagen und beschimpft. Oberflächlich gesehen hatte es keinen Grund dazu gegeben. Er hatte nichts falsch gemacht, wurde aber trotzdem geschlagen und beschimpft. Sein Herz blieb jedoch unberührt; er hatte keinerlei schlechte Gedanken. Sein Meister half ihm damit, sein Karma zu beseitigen. Sollte ich als Dafa-Praktizierender nicht noch besser sein als ein Kultivierender aus alten Zeiten? Warum hatte ich einen so großen Abstand zu ihm? Ich war tief beschämt und habe erkannt, dass es dabei um die Frage geht, ob man grundsätzlich an den Meister glaubt oder nicht. Milarepa hatte einen festen Glauben an seinen Meister und daher konnte er das.

Ich sollte mich wirklich fragen: Bin ich wirklich standhaft? Wenn man wirklich standhaft bleiben und fest an den Meister und das Dafa glauben kann, wird sich all der Nebel auflösen, ganz gleich, ob er von innen oder von außen kommt.


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.