Dem Tod entkommen: Neun Jahre Folter – ein persönlicher Bericht

(Minghui.org) Eine Falun-Dafa-Praktizierende war insgesamt neun Jahre interniert – das heißt auch, neun Jahre gefoltert. Nur weil sie ihren Glauben an Falun Dafa [1] nicht aufgeben wollte.

2001 wurde Zhang Zhiqin der Polizei gemeldet, weil sie Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte. Man sperrte die Praktizierende aus der Stadt Fushun, Provinz Liaoning für zwei Jahre in ein Zwangsarbeitslager. Dort brachte ein betrunkener Wärter sie fast um. Er schlug sie so brutal, dass ihr Schädel brach und eine Niere riss.

Im Jahr 2009 wurde Zhang erneut verhaftet und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Nach ihrer Rückkehr ließ ihr Mann sich unter dem ständigen Druck der Behörden scheiden. Sechs Monate vor Ablauf der Haftzeit starb Zhangs Mutter. Ein Jahr nach ihrer Freilassung starb ihr Vater.

Zhang Zhiqin

Im Folgenden berichtet Zhang über die Folter, die sie während ihrer insgesamt neun Jahre währenden Haftzeit erlitt.

Dem Tod knapp entkommen – meine Zeit im Zwangsarbeitslager Wujiabao

Am 30. Oktober 2001 wurde ich festgenommen, weil ich Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte. Die Behörden brachten mich für zwei Jahre ins Zwangsarbeitslager Wujiabao. Dort wurde ich misshandelt und gefoltert. Dem Tod entkam ich nur um Haaresbreite.

Barbarische Schläge

Anfang 2002 war ich nach einem zweiwöchigen Hungerstreik stark untergewichtig. Der Abteilungsleiter Wu Wei kam betrunken in meine Zelle. Er packte meine Haare, schlug mir immer wieder ins Gesicht und trat mich. Ich fiel, er trat mir aber weiter gegen den Kopf. Er schlug so heftig mit einem Holzstuhl auf mich ein, dass der Stuhl zerbrach. Dann ging er.

Zwei Wärter schleppten mich in eine andere Zelle. Ich bemerkte, dass Wu dort schon wartete. Er schlug mich mit Holzlatten und drohte, mich in die Leichenhalle zu bringen, wenn ich nicht auf Falun Dafa verzichten sollte. Ich wurde ohnmächtig und wachte erst wieder im Zweiten Krankenhaus Fushun auf. Eine weibliche Gefangene brachte ein Leichentuch für mich, weil der Arzt schon darauf wartete, meinen Tod zu melden. Mein Körper war damals so geschwollen, dass ich zunächst nicht an den Tropf gehängt werden konnte.

Ich war mit blauen Flecken übersät und es tat sogar weh zu atmen. Wenn ich meine Notdurft verrichten wollte, musste mir jemand helfen. Mir fielen die Haare aus. Mein Schädel war eingeschlagen und ich war taub. Mein Gesicht war entstellt. Mein Schambereich war so geschwollen, dass ich nicht mehr urinieren konnte. Ich hing am Tropf. Eine Krankenschwester sagte mir, dass meine inneren Organe geschädigt seien und eine Niere versagt habe.

Ich hatte so starke Schmerzen, dass ich versuchte, mich umzubringen. Ich zog den Tropf ab. Als  ein Wärter das bemerkte, trat er mir ins Gesicht, bis es über und über mit Blut verschmiert war. Sechs Monate lang war ich bettlägerig. Auch danach brauchte ich Hilfe, wenn ich zur Toilette musste. Ich konnte den Rücken nicht aufrichten und auch das rechte Bein nicht ausstrecken. Eine Sehne hinter dem Knie war gerissen.

Neun Tage stillstehen

Einige Zeit später kam ich in eine Einzelzelle. Dort musste ich mit erhobenen Armen stillstehen. Dabei berührte mein Körper eine Wand. Es gab immer ein paar männliche Gefangene, die mich beobachteten. Wenn ich mich bewegte oder einschlief, wurden sie tätlich. Wenn ich schläfrig wurde und zusammenbrach, traten sie mich, bis ich wieder aufstand.

Als ich die männlichen Gefangenen beschimpfte, wenn sie manchmal sexuell tätlich wurden, hielten sie mir den Mund zu, rissen mich an den Haaren und schlugen mir ins Gesicht. Neun Tage lang stand ich in derselben Position. Während dieser Zeit durfte ich mich zu den Mahlzeiten für ein paar Minuten hinsetzen und zweimal täglich die Toilette benutzen. Meine Mahlzeit bestand aus einem kleinen Dampfbrötchen und Gemüsebrühe.

Mit Elektroschlagstöcken geschockt und Gummiknüppeln geschlagen

Eines Tages brachten drei Wärter mich und sechs andere Praktizierende in eine Zelle und begannen, unsere Gesichter mit Elektroschlagstöcken zu schocken. Als sie mich schockten, fühlte es sich an, als ob mir Nadeln ins Gesicht stächen. Das Gesicht einer Praktizierenden war voller Blasen, das einer anderen war entstellt.

Später kam ein Wärter mit einem 50 Zentimeter langen mit Stacheln besetzten Gummiknüppel und verprügelte uns stundenlang.

Schläge mit dem Besenstiel

Ein Wärter wollte meine Armbanduhr. Als ich sie ihm nicht gab, schlug er mich. Er packte meine Haare und zerrte mich aus dem oberen Etagenbett nach unten. Er prügelte mit einem Besenstiel auf mich ein, bis er müde wurde. Danach war ich mit Wunden bedeckt und mein Nacken verletzt.

In der Einzelhaft der Hitze ausgesetzt

Ich protestierte gegen die Verfolgung mit einem Hungerstreik. Daraufhin wurde ich in eine 2,3 Quadratmeter große Einzelzelle gebracht. Sie war leer. Im Winter war es eiskalt, im Sommer drückend heiß. Ich aß in diesem Raum und verrichtete dort meine Notdurft. Ich durfte mich weder umziehen noch waschen. Bald darauf bekam ich Krätze. Die Beamten zwangen mich, mich auszuziehen, und setzten mich stundenlang der Sonne aus. Eine Praktizierende, die dieser Folter ebenfalls ausgesetzt war, erlitt dabei einen Hitzschlag.

Im Zwangsarbeitslager Masanjia an Handschellen aufgehängt

Nachdem das Arbeitslager Wujiabao geschlossen wurde, brachte man mich in das Zwangsarbeitslager Masanjia in der Stadt Shenyan. Auch dort wurde ich gefoltert. Ich wurde geschlagen und in Handschellen gelegt, weil ich an Falun Dafa festhielt. Die Wärter stifteten andere Gefangene an, mich zu foltern. Sie hängten mich mit Handschellen an ein Rohr im Waschraum. Nur während der kurzen Essenszeiten ließen sie mich herunter. So ging es zwei Wochen. Die Handschellen schnitten mir ins Fleisch.

Folternachstellung: an Handschellen aufgehängt

Ein anderes Mal fesselten mich Gefangene in einer Art, die sie „Paket schnüren“ nannten. Dabei werden die Beine überkreuz festgebunden, die Hände auf dem Rücken und der Oberkörper vornübergeneigt an den Beinen festgebunden.

Folternachstellung: „ein Paket schnüren“

So gefesselt setzten sie mich auf den nassen Boden der Waschräume. Die unerträglichen Schmerzen im Rücken hinderten mich daran, aufrecht zu sitzen. Ich schwitzte stark. Sie ließen mich dort drei Tage. Dann dachten die Gefangenen, dass ich sterben würde. Sie brachten mich in die Klinik des Arbeitslagers. Die Medikamente, die mir verabreicht wurden, warf ich weg. Das machte sie wütend, sie schlugen mich und schockten mich mit Elektroschlagstöcken.

Mit Elektrizität geschockt

Fünf Wärter brachten mich in einen Raum, der voller Folterinstrumente war. Sie ließen mich auf etwas stehen, das einer elektronischen Waage ähnelte. Ein scharfer Schmerz schoss durch meinen Körper! Dann setzen sie mich auf einen großen Eisenstuhl und banden meine Gliedmaßen zusammen. Als die Elektrizität durch meinen Körper geleitet wurde, erlitt ich unerträgliche Qualen. Meiner Körper krampfte die ganze Zeit. Nachdem sie die Fesseln gelöst hatten, fiel ich sofort zu Boden.

Als ich nach zwei Jahren Folter entlassen wurde, fiel es meiner Tochter schwer, mich wiederzuerkennen. Meine Augen waren glanzlos und ich war nicht mehr ansprechbar. Ich war teilweise taub und stark untergewichtig. Sie weinte in einem fort. Auch mein Mann brach in Tränen aus.

Die Brutalität der Polizei bei der zweiten Verhaftung

Am Abend des 31. März 2009 wurde ich erneut verhaftet, weil ich wieder Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte. Ein Polizist drückte meinen Kopf zu Boden und schlug mit seinem Handy auf meinen Kopf ein. Dabei schrie er: „Lass deine Familie mir 50.000 Yuan [2] bringen und ich werde dich gehen lassen!“

Sobald sie mich in die Polizeiwache Xiaodongmen gebracht hatten, begannen die Beamten, mich zu verhören. Sie legten sämtliche Falun-Dafa-Schriften, die sie hatten – Tausende von Exemplaren – vor mir aus als Beweis dafür, dass ich Falun Dafa praktizierte. Sie prügelten auf mich ein, schlugen mir ins Gesicht und schockten mich mit Elektroschlagstöcken. Sie legten mich in Handschellen und hängten mich drei Tage lang in einem Metallkäfig auf.

Am 2. April 2009 wurde ich in das Untersuchungsgefängnis der Stadt Shenyang gebracht. Am 26. Juni 2009 wurde ich vor dem Bezirksgericht Dadong angeklagt und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

Folter in Einzelhaft im Frauengefängnis Liaoning

Als ich im Frauengefängnis Liaoning ankam, forderte ein Hauptmann mich auf, eine Erklärung zu schreiben, mit der ich auf Falun Dafa verzichten sollte. Ich lehnte ab. Daraufhin brachte er mich in eine Einzelzelle. Dort musste ich stehen, hocken oder stundenlang auf einem winzigen Hocker sitzen. Mein Gesäß bekam davon Blasen, wurde wund und begann zu eitern.

Folterinstrument: winziger Hocker

Als ich in Einzelhaft war, stand ich rund um die Uhr unter Beobachtung, damit ich nicht einschlief. Wenn das passierte, schlug die mich überwachende Person mich so lange, bis ich aufwachte. Drei Monate später weigerte ich mich immer noch, auf meinen Glauben zu verzichten. Schließlich ließen sie mich in Ruhe.

Mit einem starken Glauben an Falun Dafa überlebte ich die höllischen Jahre im Gefängnis. Nach meiner Freilassung 2016 ließ sich mein Mann von mir scheiden. Er wollte nicht mehr in ständiger Angst und Sorge leben.

Meine Mutter starb sechs Monate vor meiner Entlassung. Mein Vater erzählte mir, dass sie jeden Tag auf einem Felsen gesessen und auf mich gewartet habe. Als sie starb, habe sie die Augen nicht geschlossen.

Ein Jahr später starb auch mein Vater.

Wer ist gut? Wer ist schlecht? Das muss jeder selbst sehen. Ich hoffe aufrichtig, dass diejenigen, die immer noch an der Verfolgung von Falun Dafa beteiligt sind, schnell die Wahrheit über Falun Dafa verstehen und die Verfolgung von Falun Dafa sofort beenden, Falun Dafa-Praktizierende gut behandeln und Beweise für die Verfolgung von Falun Dafa durch andere sammeln und auf diese Weise eine gute Zukunft wählen.

Frühere Berichte:

Frau Zhang Zhiqin verhaftet und gnadenlos geprügelt (Foto)

Zhang Zhiqin illegal zu sieben Jahren Haft im Frauengefängnis in der Provinz Liaoning verurteilt


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und verbreitete sich rasant. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit 1999 in China verfolgt.

[2] etwa 6.400 Euro