Nach zehn Jahren Gefangenschaft – 64-jährige Praktizierende zu weiteren vier Jahren verurteilt

(Minghui.org) Eine Falun-Dafa-Praktizierende aus der Stadt Benxi in der Provinz Liaoning ist ohne ein ordentliches Verfahren zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil sie sich weigert, ihren Glauben aufzugeben.

Zhang Xiuying, 64, wurde im November 2019 von zu Hause direkt in ein Gefängnis gebracht, nachdem ihr mitgeteilt wurde, dass sie verurteilt worden war. Einen Monat später brachte man sie ins Frauengefängnis Liaoning.

Vor dieser Verhaftung war Zhang in den vergangenen 20 Jahren fünf Mal verhaftet und drei Mal für insgesamt zehn Jahre inhaftiert worden.

Eine Befragung zu Hause mündet in einen Prozess

Zhangs jüngste Verurteilung wurde durch ihre Verhaftung am 14. November 2016 ausgelöst, weil sie in der Öffentlichkeit über die Verfolgung von Falun Dafa gesprochen hatte. Am nächsten Tag brachte man sie ins Untersuchungsgefängnis Benxi. Als bei einer Untersuchung eine schwere Herzkrankheit diagnostiziert worden war, kam sie frei, nachdem ihr Sohn eine Kaution von 5.000 Yuan (650 Euro) gezahlt hatte.

Später fälschte die Polizei Beweise gegen sie und brachte sie zur Anklage. Ihr Fall wurde dem Bezirksgericht Hengren vorgelegt. Um weitere Verfolgung zu vermeiden, blieb Zhang ihrem Zuhause fern.

Die Polizei fand Zhang 2017 bei ihrer Tochter. Häufig kamen Polizisten und schikanierten und bedrohten sie und ihre Tochter.

Polizisten und ein Richter des Bezirksgerichts Hengren kamen im Juli 2018 zu Zhangs Wohnung. Sie behaupteten, einige Fakten ihrer Verhaftung vor zwei Jahren überprüfen zu wollen. Zhang bestritt jegliches Fehlverhalten und betonte, dass das Praktizieren von Falun Dafa ihr verfassungsmäßiges Recht auf Religionsfreiheit sei.

Der Richter und ein Beamter kamen Mitte November 2019 erneut zu ihr und sagten, dass sie zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden sei. Nach ihren Angaben wurde der Besuch in ihrem Haus im Juli 2018 als Anhörung angesehen. Der Richter gab ihr zehn Tage Zeit, um Berufung einzulegen.

Zhang wurde am 21. November 2019 wieder in Gewahrsam genommen.

Friedliche Proteste führen zu Festnahme und Inhaftierung

Als die Verfolgung von Falun Dafa im Juli 1999 begann, reiste Zhang innerhalb weniger Monate drei Mal nach Peking, um für ihr gesetzliches Recht auf die Ausübung ihres Glaubens einzutreten. Sie wurde verhaftet, geschlagen und jedes Mal inhaftiert.

Das letzte Mal wurde sie im Oktober 1999 willkürlich für drei Jahre zur Umerziehung durch Zwangsarbeit verurteilt. Sie kam ins Zwangsarbeitslager Masanjia, wo sie intensive Zwangsarbeit leisten musste. Man unterzog sie einer Gehirnwäsche und sperrte sie in Isolationshaft, weil sie eine Fa-Erklärung bei sich hatte. Die Wärter versuchten, sie zum Verzicht auf ihren Glauben zu zwingen.

Elektrostöcke und Ersticken

Ein Jahr nach ihrer Freilassung wurde Zhang erneut verhaftet und im September 2003 für weitere drei Jahre in das Zwangsarbeitslager Masanjia eingewiesen.

Ein Wärter befahl Zhang, zu singen und die Kommunistische Partei Chinas zu loben. Sie weigerte sich und wurde daraufhin in eine Isolationszelle gesperrt. Dort zwang man sie, von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr auf einem kleinen Hocker still zu sitzen. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich, da sie zwei Monate lang täglich nur sehr wenig Nahrung erhielt.

Eines Tages griffen zwei männliche Wärter Zhang an, weil sie „Falun Dafa ist gut“ rief, während ein anderer Wärter sie mit einem Elektrostock schockte. Nachdem sie sie fast zu Tode gequält hatten, fesselten sie sie mit Handschellen an eine Gasleitung. Die Schläge waren so heftig, dass sie am nächsten Tag nicht sehen konnte.

Im Jahr 2003 mobilisierten die Behörden des Arbeitslagers männliche Wärter aus anderen Einrichtungen, nach Masanjia zu kommen und die Folter von weiblichen Praktizierenden zu verschärfen. Ein Wärter zerriss Zhangs Bettlaken und wollte sie mit den Stofffetzen erwürgen.

Zwangsernährung, keine Toilettenbenutzung im Gefängnis

Zhang wurde am 9. Dezember 2009 zum fünften Mal vor ihrer Wohnung verhaftet und noch am selben Abend ins Untersuchungsgefängnis Dabailou gebracht.

Im Juli 2010 wurde sie zu vier Jahren Gefängnis verurteilt und am 14. September ins Frauengefängnis Liaoning verlegt.

Am nächsten Tag veranlasste ein Wärter eine Strafgefangene, Zhang wiederholt mit einem schweren Buch zu schlagen, wodurch sie aus dem Mund blutete. Jede Nacht musste sie knien oder stehen, anstatt schlafen zu dürfen. Die Wärter flößten ihr gewaltsam Wasser ein und verweigerten ihr den Zugang zur Toilette. Die Folter dauerte fast zwei Monate.

Im Winter musste Zhang ohne Decke auf dem Boden schlafen. Eines Tages fesselten die Gefangenen sie an ein Bettgestell und zwangen sie, die ganze Nacht barfuß und mit dünner Kleidung zu stehen. Am nächsten Tag hatte sie Frostbeulen an den Zehen. Ein Wärter gab ihr wiederholt Ohrfeigen, während sie gefesselt war. Ihr Gehör war monatelang geschädigt.

Zhang wurde in Isolationshaft gefoltert und gezwungen, sogenannte Gedankenberichte zu schreiben.


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und verbreitete sich rasant. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.