[Online Fa-Konferenz für junge Falun-Dafa-Praktizierende 2020] Als Person und als Kultivierende gereift

Vorgetragen auf der Online Fa-Konferenz für junge Falun-Dafa-Praktizierende

(Minghui.org) Grüße an den Meister! Grüße an die Mitpraktizierenden!

Ich bin eine Praktizierende, 18 Jahre alt und stamme aus Australien. Obwohl ich in einer Familie mit Praktizierenden geboren wurde, verstand ich erst mit 13 Jahren, worum es bei der Kultivierung wirklich geht. Davor hatte ich schon mehr als ein Jahr lang nicht mehr bei Dafa-Aktivitäten mitgeholfen.

Als ich dann wirklich begann, mich zu kultivieren, konnte ich einige Missverständnisse berichtigen, die ich bis dahin gehabt hatte. Ich begann auch, mich an mehreren Projekten zu beteiligen, und übernahm schließlich mehr Verantwortung, um mich selbst zu ermutigen, höhere Maßstäbe zu erreichen. Dadurch wurden mir auch die Vorteile bewusst, die sich daraus ergaben. Ich verstand, wie positiv es eigentlich war, wenn ich mich den Herausforderungen stellte. Im Endeffekt habe ich ein tieferes Verständnis für die Kultivierung erlangt. Das möchte ich nun mit euch teilen.

Ich bemühte mich, es besser zu machen

Shen Yun setzte in diesem Jahr 20 Shows in Sydney an. Wir mussten mehr Tickets verkaufen als irgendeine andere Stadt in Australien. Deshalb war zusätzliche Unterstützung nötig. Ich hatte gerade die Oberschule beendet und hatte vier Monate zu meiner freien Verfügung. Ich hätte mich entscheiden können, nach 12 Schuljahren einfach einmal auszuruhen. Doch ich beschloss, die Shen Yun Promotion zu unterstützen.

Das erste Mal half ich 2019 bei Shen Yun, indem ich Tickets verkaufte. Das brachte einen Sprung in meiner Kultivierung mit sich. Da ich damals erst 17 Jahre alt war, hatte ich gezögert, doch ich konnte schnell Fortschritte in der Kultivierung machen, weil ich aus meiner Komfortzone heraus musste. In diesem Jahr wollte ich bei meiner Großmutter in Sydney bleiben und die anderthalb Monate, die ich dort war, aushelfen.

Ich bin sehr froh, dass meine Eltern Praktizierende sind. Sie bezahlten mir den Flug nach Sydney. Da alle Kosten von meinen Eltern und meiner Großmutter übernommen wurden, verließ ich unser Zuhause mit dem Gedanken: Ich werde dort sein und alle Beschwerlichkeiten, denen ich begegne, ertragen; keine Faxen mehr; komplette Hingabe an die Aufgabe, dem Meister bei der Menschenerrettung zu helfen. In der Zeit in Sydney gab es viele schwierige Herausforderungen, die meinen Glauben auf die Probe stellten. Es waren mentale und körperliche Zerreißproben, die mich an meine Grenzen brachten.

Die erste Herausforderung erlebte ich in den letzten paar Wochen in Sydney. Wir hatten zu wenig Praktizierende, die sich an der Shen-Yun-Promotion beteiligten. Daher wurde ich gefragt, ob ich bereit sei, zu Unternehmen zu gehen, um Shen Yun vorzustellen. Es machte mir nichts aus, Tickets in Einkaufszentren zu verkaufen, aber der Gedanke, mit Menschen aus den höheren Schichten reden zu müssen, war entmutigend. Ich tat mich nicht leicht, meinen Wohlfühlbereich zu verlassen. Eigentlich war es ja nicht viel anders, als Shen Yun in Einkaufszentren vorzustellen, aber diese Menschen hatten einen höheren sozialen Status. Mir kamen alle möglichen Ängste und Bedenken in den Sinn. Ich machte mir Sorgen, dass ich es womöglich nicht gut machen würde und ich wollte mein Gesicht nicht verlieren. Nachdem ich ausgiebig darüber nachgedacht hatte, war ich einverstanden. Ich befand mich in einer Situation, die mich Demütigungen aussetzte, doch ich beschloss zu helfen. Ich wusste, was man als Kultivierender hergibt, war nicht zu vergleichen mit dem, was man bekommt.

Als wir das erste Gebäude betraten, wollte ich nicht mit hinein. Meine Versagensangst und die Angst vor Gesichtsverlust stiegen in mir hoch. Zum ersten Mal dachte ich, dass ich mich nicht überwinden könnte weiterzugehen. Ich wollte dem anderen Praktizierenden sagen, dass ich nicht mitkommen würde. Ich brauchte alles, was ich an aufrichtigen Gedanken aufbringen konnte, um meine Anhaftungen leichtzunehmen und weiterzumachen. Ich ging in mehrere Bürogebäude und jedes Mal stiegen die Ängste wieder auf, aber sie wurden von Mal zu Mal schwächer. Ich musste vernünftig bleiben und durchhalten. Einer der Praktizierenden, mit dem ich unterwegs war, meinte, dass der Besuch von Bürogebäuden dem „Umherwandern“ gleicht, von dem der Meister spricht:

„Das Wandern ist sehr leidvoll, in der Gesellschaft umherzuwandern, um Essen zu betteln, allerlei Menschen zu begegnen, die einen auslachen, beschimpfen und schikanieren, alles Mögliche kann einem zustoßen. Er betrachtet sich als Praktizierenden und behandelt die Beziehungen zu den Menschen richtig, bewahrt seine Xinxing und erhöht seine Xinxing ständig, bei den Verführungen durch all die verschiedenen Interessen der alltäglichen Menschen bleibt sein Herz unbewegt“ (Zhuan Falun 2012, S. 477)

Wir gingen von einem Büro zum nächsten und stellten Shen Yun vor. Manche Menschen waren aufgeschlossen, während andere abweisend waren. Meine Xinxing wurde abgehärtet, denn ich fühlte mich gedemütigt, wenn wir abgelehnt wurden oder keinen Zuspruch fanden. Ich fand es sehr herausfordernd, mich mit vollem Bewusstsein in eine Situation zu begeben, in der ich mein Gesicht verlieren konnte. Doch wenn es vorbei war, verstand ich, dass ich eine Schicht von Anhaftungen beseitigt hatte. Als ich zurück ins Einkaufszentrum ging, blieb mein Herz in Situationen, die meine Xinxing herausforderten, unberührt. Durch diese Erfahrung konnte ich erfolgreich meine Grenzen erweitern.

Die zweite Begebenheit, die mich an meine Grenzen brachte, war meine größte Prüfung in Bezug auf meinen Glauben an den Meister. Als Shen Yun im vergangenen Jahr eintraf und ich es unterstützte, bekam ich ernsthaftes Krankheitskarma. Eine ganze Woche musste ich im Bett liegen. Zu einer bestimmten Zeit verlor ich jeglichen Gleichgewichtssinn.

Dieses Jahr war es wieder so. Es fing am Morgen mit Kopfschmerzen an, als ich hinter der Bühne half. Jedes Mal hielt ich bis zum Nachmittag durch und fühlte mich dann sehr schwach. Im vergangenen Jahr, als die Störungen begannen, wollte ich warten, bis es vorbei sein würde. Doch ich lehnte die Einmischung der alten Mächte nicht ab. Deswegen erlebte ich diese Störung mehrere Wochen lang.

In diesem Jahr waren meine aufrichtigen Gedanken stärker, als sich dasselbe ereignete. Als es schlimmer wurde, fing ich an, aufrichtige Gedanken auszusenden, um das Arrangement der alten Mächte zu verneinen. Als ich schwächer wurde, wiederholte ich in Gedanken immer wieder: „Ich bin eine Dafa-Jüngerin und nichts kann mich bewegen.“ Ohne den Glauben an den Meister und die aufrichtigen Gedanken, hätte ich mich nicht bewegen, geschweige denn die Treppe zur Cafeteria hochgehen können. Ich machte mir keine Sorgen, denn ich hatte vollkommenes Vertrauen in den Meister. Es war der schwerste Test für meine Willenskraft. Durch die Ermutigung der Praktizierenden in meiner Umgebung dauerte die Störung, die vergangenes Jahr fünf Wochen gedauert hatte, nun bloß fünf Stunden. Dieser Vorfall zeigte mir die Kraft der aufrichtigen Gedanken und auch, wie sehr ich mich selbst antreiben konnte.

Meine Zeit in Sydney beförderte mich komplett aus meinem Wohlfühlbereich heraus. Sie zeigte mir, wie wichtig es ist, dass wir aktiv probieren, besser zu werden. Wir sollten auch versuchen, unsere Vorstellungen von dem, was wir ertragen können, zu erhöhen. Das ist noch wichtiger. Wenn wir vor Herausforderungen stehen, können wir unseren Glauben mit aufrichtigen Gedanken stärken und zu neuen Erkenntnissen gelangen.

Glaube und Motivation

Ich kehrte zurück nach Hause, in die Umgebung, die mir am vertrautesten ist. Doch das war eine anderweitige Herausforderung. Zurück in dieser entspannten Umgebung konnte ich meine Anhaftungen schwerer finden. Es war insofern eine Herausforderung, als dass ich die Sorgfalt und Dringlichkeit aufrechterhalten sollte, die ich in der Umgebung ständiger Kultivierungsgelegenheiten erfahren hatte. Ich musste auch die Wochen an der Universität nachholen, die ich verpasst hatte. Langsam fühlte ich mich weniger motiviert, etwas Produktives zu tun, und meine Selbstdisziplin begann zu schwinden. Der Meister sagt:

„Deshalb sage ich, dass sehr hohe Anforderungen an dich gestellt werden, obwohl es bei dieser formlosen Form der Kultivierungsmethode keine Befehle, keine Vorschriften und keine Verordnungen gibt und niemand dich kontrolliert. Denn du musst dich selbst kontrollieren und den Maßstab erreichen. Eben weil die Verantwortung groß ist und du dich hoch kultivieren sollst und auch weil in der menschlichen Gesellschaft keine solch großen Dämonen auftreten und dir direkt Probleme erzeugen können, ...“ (Fa-Erklärung in Manhattan, 26.03.2006)

Das Problem wurde durch den Ausbruch des KPCh-Virus (Coronavirus) noch offensichtlicher. Da es in vielen Städten eine Ausgangssperre gab und jeder zu Hause bleiben musste, tauchten die Versuchungen der Entspannung und Faulheit auf. Am Anfang schaffte ich es noch nicht einmal, eine Stunde zu üben. Ich wachte normalerweise um 8 Uhr morgens auf und las 40 Minuten News auf meinem Handy. Anstatt die Übungen zu machen, machte ich ein Nickerchen oder las weiter Nachrichten auf dem Handy. Ich wollte es besser machen und ich wusste auch, dass ich es besser machen sollte. Ohne den Druck einer Umgebung voller Kultivierungsherausforderungen konnte ich mich nicht selbst disziplinieren. Ich machte kaum die grundlegenden Dinge, die ein Dafa-Schüler tun soll. Als ich strauchelte, arrangierte der Meister einen Vorfall, damit ich es verstehen konnte.

Anfang März kontaktierte mich ein Praktizierender aus Malaysia, als ich gerade online das Fa mit anderen jungen Praktizierenden lernte. Er sagte, er suche junge Praktizierende, mit denen er das Fa auf Chinesisch lernen könne. Unglücklicherweise unterhielten wir uns immer auf Englisch. Wir blieben in Kontakt. Eines Tages fragte er mich, ob er mich zu einem Gruppenchat für junge chinesische Praktizierende aus dem asiatisch-pazifischen Raum hinzufügen könne. Ich war einverstanden. Dies schien vorherbestimmt, denn am Ende organisierten wir die Erfahrungsaustauschkonferenz für die jungen Leute.

Über eine Woche später fragte mich ein Taiwanese, ob ich eine bestimmte Praktizierende kennen würde. Ich war erstaunt. Ich kannte sie, weil wir vor einigen Jahren gemeinsam online das Fa gelernt hatten. Sie war von Malaysia nach Tasmanien umgezogen. Als sie gerade am Umziehen war, hatte sie mich gefragt, ob es Praktizierende in Tasmanien gebe. Leider gibt es keine. So lebt sie nun allein an einem Ort ohne Familie und ohne Praktizierende. Dass ich nach so vielen Jahren wieder Kontakt mit ihr aufnehmen konnte, zeigt unsere erstaunliche Schicksalsverbindung.

Dieser Vorfall zeigt, dass wir auch dann, wenn die Pandemie uns Praktizierende physisch trennt, durch die vom Meister arrangierten Schicksalsverbindungen miteinander verbunden sind. Als Dafa-Jünger gehen wir gemeinsam den Weg der Kultivierung und der Meister kümmert sich auch ständig um uns. Das Fehlen einer Umgebung ohne ständige Herausforderungen bedeutet nicht, dass wir bei der Kultivierung nachlassen können. Unser Glaube sollte nicht schwanken, auch wenn alles um uns herum stagniert und weltlich erscheint.

Der Meister sagt:

„Früher saß man neun Jahre, ja sogar das ganze Leben lang vor einer Wand. Die Tage in der Einsamkeit waren sehr hart. Man blieb im Tempel, im Wald auf dem Berg, man hatte keinen Kontakt mit der Gesellschaft der gewöhnlichen Menschen und hielt die harten Tage aus. War das etwa nicht einsam? Bei euch ist es nicht so. Trotzdem beschweren sich manche, dass es zu lange dauert. In der Geschichte hat es das noch nie gegeben, dass man nach so einer kurzen Zeit der Kultivierung schon nachließ. Sobald eine kleine Störung auftaucht, vergisst man, dass man ein Dafa-Jünger ist. Weißt du, wofür du dich kultivierst? Für dein Ansehen? Für deinen Ärger? Für die Eigensinne in deinem Herzen? Für deine Familienangehörigen? Für das, worauf du eigensinnig aus bist? Für das, was du nicht loslassen kannst? Ist das nicht etwa genau das, was du beseitigen sollst?“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz im Westen der USA 2015, 16.10.2015)

Das geschah, als ich darüber nachdachte, wie man jungen Praktizierenden helfen kann. Obwohl ich das Gefühl habe, dass ich es nicht gut mache, habe ich das starke Empfinden, dass der Meister dies für mich arrangiert hat. Ich möchte anderen helfen, indem ich dies nun mitteile. Es erinnert mich an das, was der Meister sagt:

„Kultivierung hängt von einem selbst ab, Kultivierungsenergie hängt vom Meister ab.“ (Zhuan Falun 2012, S. 44)

Wenn ich über meinen unproduktiven Zustand nachdenke, verstehe ich Motivation nun anders. Ich sehe Motivation nun nicht mehr als eine positive Antriebskraft, mit der Dinge erledigt werden. Das gilt nur für die gewöhnlichen Menschen. Aus der Sicht eines Kultivierenden entspringt Motivation den Emotionen und diese sind ein Hindernis in unserer Kultivierung. Die gewöhnlichen Menschen können motiviert werden, etwas zu tun, wenn es ihrer Laune entspricht, oder wenn sie es mögen.

Als Praktizierende sollten wir nicht darauf achten, was für ein Gefühl wir in Bezug auf etwas haben, um herauszufinden, ob wir es tun sollen oder nicht. Es liegt in unserer Verantwortung, unsere Aufgaben nach besten Kräften zu erledigen.

Anstatt die Dinge aus einer Motivation heraus zu erledigen, sollten wir das aus unserem vernunftgeleiteten Fa-Verständnis heraus tun. Wir sollten keinen Unmut aufkommen lassen, wenn wir meinen, dass unsere Umgebung weltlich und unproduktiv ist. Diesen Eigensinn loszuwerden erfordert in unsicheren Zeiten einen aufrichtigen Glauben. Es ist schwierig voranzukommen, wenn wir faul werden und Hausforderungen auftauchen. Der Schwierigkeitsgrad zeigt die mächtige Tugend, die wir ansammeln.

Ich hoffe, dass jeder etwas von dieser Konferenz mitnehmen kann, sodass wir alle ermutigt sind und fleißiger werden!

Danke, Meister. Danke, Mitpraktizierende.