[Welt-Falun-Dafa-Tag] Wie sich Groll in Vergebung wandelte

(Minghui.org) Mein Mann starb 1993 bei einem Autounfall. Als mein Schwiegervater mein Geld haben wollte und versuchte, mir meine Tochter wegzunehmen, dachte ich, ich würde nie wieder mit ihm sprechen.

Ich werde vielleicht nie erfahren, wie sehr ich meinen Schwiegervater verletzt hatte, als ich den Kontakt zu ihm abbrach und ihm nicht mehr erlaubte, seine Enkelin zu sehen. Aber dank Falun Dafa wurden mein Groll und mein Hass beseitigt. Ich habe meine Pflicht als Schwiegertochter erfüllt und mir ein lebenslanges Gefühl der Reue erspart.

Ich dachte, mein Hass auf den Schwiegervater sei gerechtfertigt

Mein Mann arbeitete im Eisenbahnamt und ich unterrichtete an einer Grundschule, in der unsere Tochter in die zweite Klasse ging. Wir verdienten gerade genug, um über die Runden zu kommen, waren aber zufrieden.

Eines Nachmittags im April 1993 kamen zwei Fremde in die Schule, um sich nach mir zu erkundigen. Sie kämen von der Verkehrsbehörde, sagten sie. Doch dann zögerten sie, mir mehr zu erzählen. Ich wurde nervös und fragte, was passiert sei. Jemand sei von einem Auto angefahren und ins Krankenhaus gebracht worden, antworteten sie. Sie waren sich nicht sicher, ob es sich um meinen Mann handelte. Er war bewusstlos.

Ich erinnerte mich, dass mein Mann an diesem Tag frei hatte. Er wollte einige Besorgungen machen. Mein Gefühl sagte mir, dass hier etwas nicht stimmte. Ein Kollege begleitete mich ins Krankenhaus. Dort sah ich meinen Mann in der Notaufnahme. Er hatte eine Gehirnverletzung, sein linker Arm und das rechte Bein waren gebrochen und verfärbt – er war dem Tod nahe. Der Arzt meinte, selbst wenn er überleben würde, würde er dann nur noch dahinvegetieren. Ich wurde fast ohnmächtig. Mein Kollege erinnerte mich daran, dass ich stark sein müsse, und sagte: „Ruf deine Verwandten an, damit sie so schnell wie möglich zu ihm kommen.“

Ich versuchte, mich zu beruhigen, und dachte darüber nach, wen ich anrufen sollte. Die Angehörigen kamen schnell herbei. In dieser bedrückenden Situation war mein Verstand wie leergefegt. Alles schien absurd und ich war nicht sicher, was ich tun sollte.

Drei Tage später lag mein Mann noch immer im Koma. Plötzlich fiel mir ein, dass ich irgendwo gelesen hatte, die laute Stimme eines Angehörigen könne jemanden aus dem Koma aufwecken. Ich sagte zu meinem Mann: „Du kannst nicht gehen. Wenn du gehst, was sollen wir dann tun? Wir dürfen dich nicht verlieren.“

Ich stellte mich direkt neben ihn und rief seinen Namen. Nachdem ich seinen Namen ein zweites Mal gerufen hatte, kam mein Schwiegervater wie aus dem Nichts und brüllte mich an: „Was willst du von ihm?!“ Was wollte ich denn? Ich wollte, dass er aufwachte. „Was war denn daran falsch?“, fragte ich mich. Ich fühlte mich durch das Brüllen meines Schwiegervaters ungerecht behandelt. Ich konnte doch nichts dafür, dass sein Sohn sich in dieser Lage befand. Als ich nicht mehr aufhören konnte zu weinen, verlor ich die Kontrolle und begann, mit ihm zu streiten. Schließlich gingen Verwandte zwischen uns, um den Streit zu beenden. Meine ältere Schwester zog mich zur Seite und tröstete mich.

All dieser Trubel brachte meinen Mann nicht ins Leben zurück. Er starb in derselben Nacht.

Die Männer von der Verkehrsbehörde erzählten mir, dass er von einem Auto angefahren wurde, als er sich mit seinem Motorrad in den Verkehr einfädelte. In dem Auto saßen Beamte des Amtes für Mechanik. Sie hatten es eilig, zu einem Treffen nach Changchun zu kommen.

Mein älterer Bruder und ich verbrachten einen Monat damit, die Beerdigung meines Mannes zu organisieren. Von meinen Schwiegereltern bekam ich dabei keinerlei Unterstützung. Stattdessen taten sie Dinge, die mich völlig aus dem Konzept brachten. Zunächst wollten sie mir meine Tochter wegnehmen und behaupteten, dass sie ihren Nachnamen trage und nicht bei mir bleiben solle. Der jüngere Bruder meines Mannes konnte sie schließlich davon abbringen.

Später suchten meine Schwiegereltern den Arbeitgeber meines Mannes auf und forderten von ihm die Erstattung der Beerdigungskosten. Eine Vorgesetzte erklärte, dass das Geld nur an mich, seine Frau, erstattet werden könne. Aber mein Schwiegervater weigerte sich zu gehen, bevor er nicht seinen Anteil bekommen hatte.

Der plötzliche Tod meines Mannes, mein todkranker Vater im Krankenhaus – für mich war das Verhalten meines Schwiegervaters der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Ich brach im Eingangsbereich zusammen. Ich drohte vor lauter Wut und Hass zu explodieren. „Was für ein Vater ist er, dass er sich so aufspielt“, dachte ich. Meine Tochter packte mich am Arm und stellte sich an meine Seite. „Mama, sei nicht verärgert. Opa ist nicht mehr Opa. Ich will nichts mehr mit ihm zu tun haben.“ Nach dem Rat meines älteren Bruders und meiner Schwester sollte ich meinen Schwiegervater nicht zu ernst nehmen. „Lebt einfach euer Leben ab jetzt getrennt“, empfahlen sie.

„Warum sollte ich noch etwas mit ihm zu tun haben wollen?“, dachte ich und war der Meinung, dass ich meinem Schwiegervater niemals verzeihen und sein Verhalten vergessen könnte. Der Hass saß zu tief.

Unsere Wege kreuzen sich

Drei Monate nach dem Tod meines Mannes bat ich um Versetzung und zog mit meiner Tochter zurück nach Changchun. Meinen Schwiegereltern sagte ich nichts. Ich wollte sie nicht sehen. Jedoch arbeitete ein Verwandter meines Schwiegervaters mit mir zusammen und erzählte ihm wahrscheinlich, dass ich weggezogen war. Als ich eines Tages nach der Arbeit die Schule verließ, bemerkte ich meinen Schwiegervater vor dem Eingang. Ich schnappte mir schnell meine Tochter und ging durch einen anderen Ausgang. Dreimal kam mein Schwiegervater während der nächsten vier Jahre zur Schule – aber ich ging nie zu ihm hinaus.

Als ich später zurück nach Changchun zog, lebte ich bei meiner älteren Schwester. Ich war alleinerziehend und Alleinverdienerin. Ich hatte zwei der wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren, meinen Mann und meinen Vater. Der Stress und der Schmerz, der mit dem Verlust einherging, waren unverändert stark.

Ich nahm ab, wurde mager und lethargisch. Meine Gesundheit ließ nach. Man diagnostizierte bei mir Rheuma, Entzündungen an den Eierstöcken, an der Gallenblase und am Magen sowie eine Blutarmut im Gehirn. Ich verbrauchte eine Packung Medikamente nach der anderen. Ich war Schulleiterin und war für zwei Klassen zuständig. Doch wenn ich an einem Tag drei Stunden unterrichten musste, war ich schon oft außer Atem.

Mein Vorgesetzter war fürsorglich und holte eine Lehrerin hinzu, um mich zu entlasten. Sie war eine Falun-Dafa-Praktizierende und schlug mir vor, ebenfalls Falun Dafa zu praktizieren. „Wenn Sie es lernen, wird es Ihnen bestimmt besser gehen. Es hat eine übernatürliche Heilkraft“, sagte sie. Ich hatte keine sozialen Kontakte und obwohl viele Menschen in China damals Falun Dafa praktizierten, hatte ich noch nie davon gehört.

Mein Zustand verschlechterte sich immer weiter und ich konnte nicht mehr als drei Stunden am Tag unterrichten. Häufig musste ich mich krankschreiben lassen. Geduldig erinnerte mich die Kollegin an die positiven Auswirkungen, die mit dem Praktizieren von Falun Dafa einhergehen. Ich erkannte, dass sie eine gute Person war und sich aufrichtig um mich sorgte. So stimmte ich zu, Falun Dafa zu praktizieren. Sie gab mir ein Exemplar des Zhuan Falun, des Hauptwerks von Falun Dafa.

Der Hass verschwindet

Während der Winterferien im Januar 1998 las ich das Zhuan Falun das erste Mal durch. Noch bevor ich es ganz durchgelesen hatte, wurde mir klar, dass es etwas Außergewöhnliches war. Viele Fragen, die mir mein ganzes Leben lang Kopfzerbrechen bereitet hatten, wurden darin beantwortet. Nie zuvor war mein Herz derart mit Freude und Licht erfüllt und so weit offen. Ich fasste den Entschluss, es zu praktizieren und niemals aufzugeben.

Ich las auch das Buch „Falun Gong: Der Weg zur Vollendung“ und lernte so, wie man die fünf Übungen praktiziert. Ehe ich es mich versah, verschwanden alle meine Beschwerden innerhalb weniger Monate. Mein Körper war leicht und ich kam mir vor, als wäre ich in einer anderen Welt. Wenn ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr, hatte ich das Gefühl, als würde ich angeschoben. Noch nie war mir das Treppensteigen so leichtgefallen. Ich war ein völlig neuer Mensch und fühlte mich fantastisch. Das war die beste Zeit meines Lebens.

Der Meister sagt:

„Du bist ein Praktizierender und musst deshalb ein guter Mensch sein. Du musst dich allmählich den Eigenschaften des Kosmos angleichen und aufhören, schlechte Sachen zu machen.“ (Zhuan Falun 2019, Seite 389)

„Unter allen Umständen sollen wir gut zu anderen sein und gutherzig mit ihnen umgehen, erst recht mit den Verwandten. Wer auch immer sie sind, ob Eltern oder Kinder, jeden sollst du gut behandeln und immer an die anderen denken. Dann ist dein Herz nicht mehr egoistisch, sondern gütig, voller Barmherzigkeit.“ (ebenda, Seite 297)

Als ich das Fa lernte und nach innen schaute, fragte ich mich, ob ich den Meister verstanden hatte und die Anforderungen der Lehre erfüllte. Mir kam in den Sinn, dass ich vielleicht den Groll gegen meinen Schwiegervater loslassen sollte. Doch das schien mir unmöglich – so wie der Versuch, einen Knoten zu lösen, der so fest saß, dass ich ihn nicht einmal berühren wollte. Aber wenn ich nichts unternehmen würde, um mich zu erhöhen, wäre ich doch nicht als Praktizierende oder gar als guter Mensch zu bezeichnen. Ich wollte gegenüber dem Meister nicht ungehorsam sein und mich nicht von den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht entfernen.

Ein Verwandter berichtete mir, dass mein Schwiegervater gesundheitliche Probleme hatte. Ich bat ihn, meinem Schwiegervater auszurichten, dass ich ihn besuchen würde. Bevor ich dies in die Tat umsetzen konnte, kam er in die Schule. Es war mir unangenehm, ihn zu sehen. Ich hatte ihm nichts zu sagen. Die Erinnerungen kamen hoch. Ich dachte an das, was er mir Jahre zuvor angetan hatte, und musste mich beherrschen und ruhig bleiben. Mein Schwiegervater war in den Jahren stark gealtert, er wirkte erschöpft. Er tat mir leid und mir wurde bewusst, dass er ein hartes Leben hinter sich hatte. Ich nahm ihn mit zu meiner Tochter, die auf dieselbe Schule ging. Als er sie sah, musste er weinen. Ich auch. Es war mir klar, dass er nicht nur seine Enkelin vermisst hatte, sondern noch mehr seinen Sohn.

Als ich nach Hause kam, konnte ich mich nicht beruhigen – nicht, weil ich ihm sein Verhalten verübelte, sondern weil ich Mitgefühl empfand und mich schuldig fühlte. Es war mir nie in den Sinn gekommen, dass es auch für ihn nicht einfach gewesen war. Seine Frau war früh gestorben und er hatte die Kinder allein großgezogen. Er hatte sich unglaublich bemüht, sie so zu erziehen, dass sie Arbeit finden und heiraten konnten. Ich verstand plötzlich, warum er damals so irrational reagiert hatte, als er den Tod seines Sohnes miterleben musste.

Ich bereute, dass ich all die Jahre nicht in der Lage gewesen war, die Dinge mit seinen Augen zu betrachten, und dass ich mich geweigert hatte, meinen Groll zu überwinden. Ich hatte ihn verletzt, indem ich ihm das Recht, seine Enkelin zu sehen, vorenthalten hatte – die einzige Verbindung zu seinem Sohn. Ich fragte mich, was ihm wohl durch den Kopf gegangen sein musste, als ich meine Tochter immer wieder vor ihm versteckte, während er vor der Schule wartete.

Als mir all diese Gedanken durch den Kopf wirbelten, erkannte ich, dass ich nicht mehr dieselbe war. Ich war rücksichtsvoller und konnte mich in die Lage anderer hineinversetzen. Das hatte ich zuvor noch nie getan. Dies war wohl ein Ergebnis meiner Bemühungen, ein guter Mensch zu sein. Tief in meinem Inneren dachte ich: „Wow, das bedeutet also praktizieren. Es fühlt sich großartig an, zu praktizieren und auf den Meister zu hören!“

Durch dieses Erlebnis war ich motiviert, mich weiter zu erhöhen. Ich lud meinen Schwiegervater zu mir nach Hause ein. Obwohl wir uns beide unwohl fühlten, folgte ich der Lehre des Dafa und tat, was ich tun sollte. Ich wollte freundlich zu ihm sein und ihm die gütige Seite einer Praktizierenden zeigen. Ich kochte ihm sein Lieblingsessen und plauderte mit ihm. Auch wenn sein Sohn nicht bei ihm war, sollte er eine gute Zeit mit der Familie verbringen. Meine gute Absicht und meine Aufrichtigkeit berührten meinen Schwiegervater.

Als ich meinem Schwiegervater sagte, dass ich Falun Dafa praktizieren würde, verstummte er. Ich ahnte, dass er Angst wegen der Verfolgung hatte, und beruhigte ihn: „Bitte mach dir keine Sorgen. Ich werde vernünftig sein, was das Praktizieren anbelangt.“ Dann erklärte ich ihm, was Falun Dafa ist und warum die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) es verfolgt. Ich schilderte, wie mir das Praktizieren geholfen hatte, mich von meinen gesundheitlichen Beschwerden zu erholen, und dass ich dies der Grund dafür war, dass ich meine Meinung über ihn geändert hatte. Als ich ihm half, aus der KPCh und den zugehörigen Organisationen auszutreten, lächelte er.

Mein Schwiegervater lebte eine Zeitlang allein, dann zog er ins Pflegeheim. Ich besuchte ihn oft und brachte ihm Essen, Kleidung und Dinge des täglichen Bedarfs. Seine Familie und die Mitarbeiter im Pflegeheim wussten, dass ich ihn respektierte und mich gut um ihn kümmerte.

Als ich eines Tages zu ihm ging, war er nicht in seinem Zimmer. Ich sprach mit seinem Mitbewohner, der sagte: „Ihr Vater hat gesagt, dass Sie sich von allen aus der Familie am besten um ihn kümmern.“ Ich antwortete: „Ich mach es nicht so gut, wie ich es gern machen würde, weil ich finanziell nicht so gut gestellt bin. Ich bin alleinerziehend und meine Tochter ist noch in der Schule. Ich habe versucht, mein Bestes für meinen Vater zu tun.“ Während wir sprachen, schaute der Mitbewohner zur Tür und wurde still. Ich drehte mich um und sah meinen Schwiegervater. Er wischte sich die Tränen fort.

Im Jahr 2005 wurde mein Schwiegervater krank und starb. In seinem Testament hinterließ er all seine Ersparnisse seinen Kindern sowie mir und meiner Tochter.

Mein Wunsch erfüllt sich

Als mein Schwiegervater starb, war ich ruhig. Ich bereute nichts von dem, was ich zu seinen Lebzeiten getan hatte. Ich hatte mich so gut wie möglich um ihn gekümmert, obwohl mein Mann nicht da war. Ich tat das, was ich als Dafa-Praktizierende und Schwiegertochter tun sollte. Ich habe ihm die wahren Umstände erklärte, sodass ihm eine gute Zukunft sicher war.

Der Meister sagt:

„Kultivierung ist der Erhöhungsprozess des Lebewesens, der damit beginnt, Schritt für Schritt ein guter Mensch zu werden; dann entwickelt sich ein Kultivierender allmählich zu einem noch besseren Menschen, einem edlen Lebewesen, das die gewöhnlichen Menschen übertrifft und sogar noch höhere Ebenen erreicht.“ (An vietnamesische Schüler, 27.11.2018)

Nach meinem Verständnis konnte ich meinem Schwiegervater dank der Lehre des Falun Dafa vergeben und ihn so behandeln. Zuerst war ich nachtragend gewesen und hatte mir geschworen, dass ich meinen Schwiegervater nie wiedersehen wollte – und dann traf ich ihn oft. Dabei hatte sich meine Gesinnung Schritt für Schritt geändert und ich hatte mich gut kultiviert und meine Xinxing erhöht.

Die Barmherzigkeit des Meisters und Falun Dafa lösten den kalten, unnachgiebigen Hass in meinem Herzen. So konnte ich anderen vergeben und gutherzig zu ihnen sein. Ohne die Lehre des Meisters wäre mir das nicht möglich gewesen.

Ich bin dem Meister und Falun Dafa zutiefst dankbar! Ich fühle mich ermutigt, weiterhin auf den Meister zu hören und ein besserer Mensch zu werden.