„Leben schlimmer als der Tod“– Zustände im Gefängnis der Provinz Shandong

(Minghui.org) Das Gefängnis der Provinz Shandong ist berüchtigt für die Misshandlung von Falun-Dafa-Praktizierenden [1], um sie so zu zwingen, ihrem Glauben abzuschwören. Allein im Jahr 2002 starben dort etwa zwölf Praktizierende an den Folgen der Folter, so die verfügbaren Informationen, die von Minghui.org gesammelt wurden. Ein Häftling sagte einmal zu einem Praktizierenden: „Solange wir dich nicht zu Tode foltern, werden wir dafür sorgen, dass dein Leben schlimmer ist als der Tod!“

Die körperliche Folter, der Falun-Dafa-Praktizierende ständig ausgesetzt sind, umfasst unter anderem Prügel, Schlafentzug, Stillstehen für mehr als zehn Stunden, Tragen von Handschellen und Fußfesseln für 24 Stunden und massive Gehirnwäsche.

Folter-Illustration: Prügel und Tritte

Praktizierende wurden mit lebensbedrohlichen Verletzungen oder Behinderungen zur Wiederbelebung in das Gefängniskrankenhaus gebracht und dann zur weiteren Verfolgung und Gehirnwäsche wieder zurückgebracht.

Vordereingang des Gefängnisses in der Provinz Shandong

Im Folgenden geht es um Praktizierende, die in diesem Gefängnis ihr Leben verloren haben.

Qian Dongcai zu Tode gefoltert

Ab Anfang März 2004 war Qian Dongcai im Gefängnis von Shandong extremer Folter durch Wärter und Insassen ausgesetzt. Sieben Insassen folterten ihn abwechselnd rund um die Uhr. Sie hielten ihn fest, verdrehten seine Arme und Beine, schlugen und traten ihn, zogen ihn nackt aus und kratzten seine Rippen und seinen Rücken mit einer Schuhbürste auf. Sie benutzten auch Zahnbürsten, die sie zwischen den Fingern so lange hin und her drehten, bis die Haut seiner Finger aufsprang und die Knochen sichtbar wurden. Zusätzlich schlugen sie mit ihren Schuhen auf Qians Körper ein, traten auf seinen Kopf, seine Brust, seine Fußrücken und seine Hände.

Die Insassen zwangen Qian auch, stundenlang zu stehen und in der Hocke auszuharren, entzogen ihm den Schlaf und zwangsernährten ihn mit Pfefferwasser. Sie ließen den Fernseher Tag und Nacht auf maximaler Lautstärke laufen, damit niemand ihre Brutalitäten hören konnte.

Im Herbst 2005 wiesen die Gefängniswärter Qi Xiaoguang, Zhang Leiguan, Li Wei und Chen Yan eine Gruppe von Häftlingen an, Qian mit langem Ausharren in der Hockstellung, Schlafentzug und brutalen Schlägen zu bestrafen.

Unter der fortwährenden und schweren Folter starb Qian am 4. Februar 2006. Er war 48 Jahre alt.

Wang Xinbo wurde kurz vor seinem Tod nach Hause geschickt

Wang Xinbo wurde im Jahr 2003 verhaftet, als er Informationsmaterialien über Falun Dafa erstellte. Er wurde zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt und im Gefängnis der Provinz Shandong grausam gefoltert.

Im Oktober 2005 schlugen mehr als zehn Häftlinge abwechselnd auf Wang ein, um ihn zu zwingen, seinen Glauben aufzugeben. Um sich gegen die Verfolgung zu wehren, aß und trank er vier Tage lang nichts. Er wurde in ein Polizeikrankenhaus gebracht, als er das Bewusstsein verlor und Symptome eines Ganzkörper-Ödems aufwies. Nachdem die Schwellung abgeklungen war und er sich etwas erholt hatte, gab ihm das Krankenhaus gegen seinen Willen drei Spritzen mit unbekannten Medikamenten. Sie schickten ihn noch vor dem chinesischen Neujahr 2006 nach Hause.

Kurz nachdem Wang nach Hause zurückgekehrt war, schwollen sein Bauch und seine Beine extrem an, und sein ganzer Körper schmerzte fürchterlich. Eine Krankenhausdiagnose ergab innere Organschäden. Das Blut, das aus seinem Bauch entnommen wurde, war dunkelviolett.

Er verstarb am 10. Februar 2006.

Student der Universität Chongqing zu Tode geprügelt

Lu Zhen

Lu Zhen, geboren am 25. Juli 1976, war Student für Internationale Finanzen an der Universität Chongqing. Er wurde im Dezember 2004 zu elf Jahren Haft verurteilt und in das Gefängnis von Shandong gebracht. Während seiner Haft wurde er verschiedenen Foltermethoden unterworfen. Am frühen Morgen des 21. Juni 2009 wurde Lu geprügelt, bis er starb. Er war 33 Jahre alt.

Da Lus Leichnam erhebliche Verletzungen aufwies, verlangten seine Familienangehörigen eine detaillierte Autopsie. Die Autopsie wurde am 30. Juni durchgeführt. Es wurde übermäßig viel Blut in seiner Brust gefunden. Obwohl es keine Narben auf der Haut seines Gesäßes und seiner Oberschenkel gab, waren die Muskeln unter der Haut komplett brandig. Es ist bekannt, dass die Wärter die Falun-Dafa-Praktizierenden oft mit Gummistöcken schlagen, die keine sichtbaren äußeren Verletzungen, aber schwere innere Verletzungen verursachen.

Wang Wenzhong stirbt mit 42 Jahren im Gefängnis

Wang Wenzhong

Wang Wenzhong wurde am 6. November 2011 verhaftet und zu 7,5 Jahren im Gefängnis von Shandong verurteilt.

Am 12. Januar 2018 starb Wang im Gefängnis, weniger als eineinhalb Jahre vor Ablauf seiner Haftstrafe. Als seine Schwester zum Gefängnis eilte, um seine sterblichen Überreste zu sehen, stellte sie fest, dass ihr einst kräftig gebauter Bruder nur noch Haut und Knochen war.

Wang hatte zwei Hirnblutungen gehabt und war im Gefängnis mehrmals operiert worden. Seine Schwester fiel auf, dass er immer Verbände am Kopf hatte, wenn sie ihn besuchte. Es muss noch untersucht werden, welchen Folterungen er im Gefängnis ausgesetzt war.

Verdächtiger Tod eines pensionierten Obersts

Gong Piqi

Gong Piqi aus der Stadt Qingdao in der Provinz Shandong war ein pensionierter Oberst. Er wurde wegen seines Glaubens zu 7 ½ Jahren Gefängnis verurteilt.

Am Abend des 12. April 2021 erhielt Gong Piqis Familie einen Anruf von einem Gefängniswärter. Die Angehörigen erfuhren, dass der 66 Jahre alte pensionierte Oberst gerade zur Wiederbelebung ins Krankenhaus gebracht worden war.

Augenblicke später rief der Gefängniswärter erneut an und teilte mit, dass Gong an einem plötzlichen Schlaganfall verstorben sei.

Als Gongs Familie am nächsten Morgen zum Krankenhaus ging, erlaubten Arzt und Gefängnisbehörden ihnen nicht, den Leichnam zu sehen. Auf den heftigen Protest seiner Familie hin durften schließlich der ältere Bruder und der Neffe einen Blick auf seinen Körper werfen. Fotos oder Videos zu machen, war ihnen jedoch verboten.

Gongs Kopf war verletzt und geschwollen und in seinen Ohren befand sich Blut, wie sein Bruder berichtete.

Laut einem Überwachungsvideo, das von den Gefängniswärtern zur Verfügung gestellt wurde, fühlte sich Gong nicht wohl und blieb am Abend vor seinem Tod im Bett. Ein Gefängnisarzt kam, um seinen Blutdruck zu messen, ging dann aber, ohne ihm eine Behandlung zukommen zu lassen. Gegen 20:32 Uhr fiel Gong auf den Boden und konnte sich nicht mehr bewegen. Der Krankenwagen traf um 21:00 Uhr ein.

Der Gefängniswärter, der seine Familie anrief, behauptete, Gongs tödlicher Schlaganfall sei dadurch hervorgerufen worden, dass er sich wegen seines hohen Blutdrucks nicht habe behandeln lassen.

Gong Familie wollte wissen, warum das Gefängnis sie nicht früher über seinen Zustand informiert oder ihm Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung gewährt habe. Sie sagten, dass es zu viele unbeantwortete Fragen gebe. Beispielsweise hätten sie gerne gewusst, wie lange Gong den hohen Blutdruck hatte; welche Behandlung das Gefängnis ihm angedeihen ließ; ob sie Aufzeichnungen darüber hatten, warum der Arzt ihn am Tag vor seinem Tod nicht behandelte, und warum es eine halbe Stunde dauerte, bis der Krankenwagen eintraf.

Zwangsarbeit in Abteilung 11 – Falun Dafa-Praktizierende wehren sich

Außer der körperlichen Folter zwang Wang Chuansong, der Leiter der Abteilung 11 des Gefängnisses von Shandong, die Praktizierenden auch zu stundenlanger schwerer Arbeit ohne Bezahlung.

Am 22. Juli 2020 nahm das Gefängnis die Zwangsarbeit wieder auf, die durch den Ausbruch des KPCh-Virus (benannt nach der Kommunistischen Partei Chinas) unterbrochen worden war. Wang verlangte von den Praktizierenden und den anderen Häftlingen eine schrittweise Erhöhung der Arbeitszeiten: Aufstehen um 5 Uhr morgens, keine Mittagspause und Arbeit bis 19 oder 21 Uhr. Die Arbeitsmenge verdoppelte sich bald und vervierfachte sich später.

Mehr als zehn Praktizierende, darunter Gong Piqi, die sich weigerten, Zwangsarbeit zu leisten, wurden in einem Raum zusammengeholt, um einen Film anzusehen, der Falun Dafa verleumdete. Als sich Gong aufgrund von hohem Blutdruck ganz schwindlig fühlte und seinen Körper gegen die Wand lehnte, sagte der Häftling Li Feng zu ihm: „Was ist los? Fühlst du dich nicht gut? Verstell dich nicht. Du wirst nicht sterben.“

Als Li zu anderen Abteilungen ging, sagte er mehrmals zu den Häftlingen: „Gong Piqi hat nur so getan (als ob er stirbt). Es wäre einfach wunderbar, wenn er stirbt.“

Zheng Xufei wurde bestraft, indem er gezwungen wurde, stundenlang still zu stehen, manchmal bis nach Mitternacht. Die Insassen Xu Chao und Liu Huailian traten und quetschten seine Zehen, bis sie geschwollen und stark geprellt waren.

Am 5. Oktober 2018 forderten die Wärter die Gefangenen auf, Korruption im Gefängnis zu melden. Gao Henbai schrieb: „Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) ist der Nährboden, aus dem Korruption entsteht. Nur durch die Beseitigung der KPCh kann die Korruption in China vollständig ausgerottet werden.“

Er fuhr fort: „Wenn man sich die Schwerverbrecher im Gefängnis ansieht, die Falun-Dafa-Praktizierende nach Belieben beschimpfen, schlagen und willkürlich bestrafen, welche Befugnisse und Rechte haben sie, Falun-Dafa-Praktizierende so zu behandeln? Wer hat ihnen das Recht gegeben, das zu tun?“

Wegen dieses Briefes schlug der Häftling Li, der Chef der Häftlinge, die mit der Überwachung der Falun-Dafa-Praktizierenden beauftragt waren, Gao am 26. Februar 2019.

Li schlug Gao am 25. Oktober 2018 erneut, weil er die Falun-Dafa-Übungen machte, und zwang ihn, drei Tage lang zu stehen. Ebenfalls im selben Monat wurde Gao gezwungen, fünf Tage lang zu stehen, weil er sich weigerte, eine Erklärung zu schreiben, die Falun Dafa verleumdete.

Am 20. November 2018 vergaß Gao, die Toilette zu spülen, und wurde bestraft, indem er zweimal in der Toilette hocken musste.

Der Häftling Xu Xuejun stieß Gao am 5. Juli 2020 gegen 8:30 Uhr absichtlich aus der Tür und ein anderer Häftling, Yang Xiaolei, schlug Gao auf die Brust. Gao berichtete dies dem Gefängniswärter Ren Guangbo, der gerade vorbeikam. Aber Ren drehte seinen Kopf und ging weg. Die Häftlinge wurden immer arroganter: „Siehst du, den Wärtern ist es egal, ob wir dich schlagen.“

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[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschheit an Falun-Dafa-Praktizierenden.