Rücksicht und Güte kultivieren und dabei einen ausgezeichneten Kundenservice bieten

(Minghui.org) Nachdem ich sieben Jahre als Vertriebsmitarbeiterin in Vollzeit bei Sound of Hope gearbeitet hatte, bin ich nun seit letztem Jahr in der Kundenbetreuung tätig. Der Wechsel meines Arbeitsbereichs brachte viele Schwierigkeiten und Prüfungen mit sich, die ich ohne den Schutz und die Ermutigung des Meisters nicht hätte überwinden können.

Meine Denkweise ändern

Zu meinen Aufgaben gehörte das Beantworten von Kundenanfragen, Entgegennehmen von Telefonanrufen sowie der Kundendienst. Meine Arbeitstage waren lang, sodass ich diese Tätigkeit allmählich als belastend empfand – hauptsächlich dann, wenn es sich bei der Mehrheit der Anrufe und E-Mails um Beschwerden und negative Kommentare handelte.

Die Interaktion mit Neukunden während Werbekampagnen stellte ebenfalls eine Herausforderung für mich dar. Die neuen Kunden stellten Fragen hinsichtlich des Anhörens oder Anschauens der Sendungen, der Bezahlung und der Abonnements. Manchmal bombardierten sie mich mit mehreren E-Mails und verlangten eine sofortige Lösung. Bei Störungen auf der Website wurde der Posteingang schnell mit Dutzenden, ja sogar Hunderten von E-Mails überflutet. In solchen Situationen musste ich mir im Klaren sein, dass meine Tätigkeit zur Errettung der Menschen dient und keine gewöhnliche Arbeit ist und mich selbst motivieren und weitermachen.

Einmal forderte ein Kunde nach Tätigung seiner Zahlung sogleich deren Rückerstattung. Da der Betrag jedoch noch nicht eingegangen war, war eine Rückerstattung nicht möglich. Daraufhin übersandte er eine E-Mail an meinen Vorgesetzten: „Haben Sie eine Spionin engagiert? Sie will mir das Geld offensichtlich nicht zurückerstatten! Sie versucht wohl, Ihren Ruf zu ruinieren. Sie sollten ihren Hintergrund checken, es könnte sich um eine Geheimagentin handeln!“

So etwas kam des Öfteren vor. Manchmal gelang es mir, äußerlich ruhig zu bleiben, aber in meinem Inneren brodelte es.

Der Meister sagt:

„Die Wanderschaft war besonders hart. Er wanderte in der Gesellschaft umher, bettelte um Essen, begegnete allerlei Menschen, wurde ausgelacht, beschimpft und schikaniert und erlebte alles Mögliche. Er betrachtete sich als Praktizierenden und verhielt sich in den Beziehungen zu den Menschen richtig. Er bewahrte seine Xinxing und erhöhte sie ohne Unterlass. Bei den Verführungen durch alle möglichen Interessen der gewöhnlichen Menschen blieb sein Herz unbewegt. Nach jahrelanger Wanderschaft kam er zurück.“ (Zhuan Falun 2019, S. 396)

Früher hätte ich nie gedacht, dass ich einmal „unter den gewöhnlichen Menschen umherwandern würde“. Damals konnte ich dieses Fa nicht erleuchten. Als es an der Zeit war, meine Xinxing zu erhöhen und mich dem Fa anzugleichen, arrangierte der Meister diese Umgebung für mich. Indem ich täglich mit allen möglichen Menschen zu tun hatte, kultivierte ich meinen Charakter und lernte, zuerst an die anderen zu denken.

Sobald ich meine Denkweise änderte, verschwand mein Ärger. Stattdessen fing ich an, jede Gelegenheit zu schätzen, mit den Menschen in Kontakt zu treten. Ich betrachtete meine Arbeit als Chance, meine Anhaftung loszulassen und vorwärtszugehen. Ich bemühte mich, jeden Kunden freundlich zu behandeln. Ob sie eine Rückerstattung forderten, sich beschwerten oder ein Lob aussprachen – ich behandelte alle gleich und suchte nach Möglichkeiten, die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Die meisten Kunden waren von meiner Aufrichtigkeit gerührt und machten mir keine Vorwürfe mehr.

Einmal rief eine ältere Kundin an und sagte, sie könne sich nicht bei ihrem Konto anmelden. Ich setzte sogleich ihr Passwort zurück, und das Problem war gelöst. Sie vergaß jedoch, wie sie sich erneut einloggen konnte und rief in den darauffolgenden Tagen täglich an. Am vierten Tag war ich alarmiert und dachte: „Was stimmt nicht mit mir? Warum ruft sie mich ständig an?“ Ich schaute nach innen und fand mein Problem: An jenem Tag sagte sie nämlich folgendes: „Hören Sie, ich bin zwar alt, aber ich finde, dass auch Senioren lernen sollten, wie man das Internet benutzt und sich Sendungen auf dem Handy anschauen kann. Finden Sie nicht auch?“ Als ich ihren Anruf entgegennahm war ich gerade mit anderen Aufgaben beschäftigt und stimmte ihr zu. Aber innerlich dachte ich: „Ja, du solltest es lernen. Warum bittest du nicht deine Familie um Unterstützung?“

Mir wurde klar, dass ich sie trotz meiner Höflichkeit ungeduldig behandelt hatte. Ich verstand, dass ich die Anforderungen des Dafa nicht erfüllte und korrigierte mich sofort, schob alle anderen Aufgaben beiseite und unterhielt mich in aller Ruhe mit ihr. Ich verbrachte ungefähr eine halbe Stunde mit ihr am Telefon und half ihr Schritt für Schritt, während sie sich alles notierte. Seitdem hat sie mich nicht mehr angerufen.

Viele Kunden wissen, dass Sound of Hope von Falun-Dafa-Praktizierenden geführt wird und beobachten deshalb unser Verhalten. Deshalb verhielt ich mich gegenüber den Kunden, die ihr Abonnement nicht verlängern wollten, freundlich und versetzte mich in ihre Lage.

Allmählich schätzte ich meine Schicksalsverbindungen. Einmal gingen von einem Kunden in China mehrere Beschwerde-E-Mails hintereinander ein. Später jedoch verkündete er: „Obwohl ich Ihr Programm nicht mehr abonniere, weiß ich Ihren Service weiterhin zu schätzen. Falls Sie eines Tages nach China kommen, müssen Sie mich unbedingt kontaktieren. Ich stamme aus Jilin und werde Sie gut behandeln.“

An andere denken

Als ich mich im Kundendienst eingearbeitet hatte und anfing, Gefallen daran zu finden, wurde mir eine Stelle als Managerin angeboten. Ich erkannte, dass mir dieses neue Umfeld zu einem Durchbruch in meiner Kultivierung verhelfen sollte. Die Arbeit gestaltete sich äußerst trivial und mühsam. Ich war gefordert, in unterschiedlichen Bereichen sowohl interne als auch externe Kontakte zu knüpfen. Meine Kollegen stammten aus Europa, Asien und Nordamerika und sprachen verschiedene Sprachen. Es war sehr schwierig, sie zusammenzubringen, weil sie sich in unterschiedlichen Arbeitsumgebungen und Kultivierungszuständen befanden und nicht das gleiche Verständnis des Fa hatten.

Auf meinem Telefon gingen Nachrichten von etwa 20 bis 30 Chatgruppen aus verschiedenen Abteilungen ein. Aufgrund der Zeitverschiebung gestalteten sich auch meine Arbeitszeiten sehr unregelmäßig. Oft musste ich mich nachts ins Auto setzen, um zu telefonieren oder Besprechungen abzuhalten, damit meine Familie nicht gestört wurde.

Oberflächlich betrachtet, verstand ich mich mit den meisten gut. Aber meine positive Einstellung zeigte sich nur an der Oberfläche. In Wirklichkeit ging ich den Konflikten mit anderen aus dem Weg, weil ich keine Zeit mit der Lösung von Problemen verschwenden wollte. Die oberflächliche Kooperation zeugte keinesfalls von einer soliden Kultivierung, was sich bald in meiner Arbeit widerspiegelte.

Eines Tages rief man mich kurzfristig zu einer Besprechung ein. Als ich den Raum betrat, waren fast alle Leiter der anderen Abteilungen anwesend. In der Besprechung ging es darum, warum ich unser Ziel der Anzahl Abonnenten nicht erreicht hatte.

Jeder Einzelne schien meine Arbeitsleistung in Frage zu stellen und meine Rechtfertigungen fielen schwach aus. Schließlich gab ich zu, dass die Position meine Kompetenzen überstieg und bot an zu kündigen, sobald sich ein geeigneter Kandidat für diese Stelle finden ließ.

Das geschah sehr plötzlich. Etwas stimmte in meiner Kultivierung nicht, aber ich konnte die Lücke nicht finden. Nach meinem Verständnis arbeitete ich hart und erledigte die drei Dinge gut.

In den darauffolgenden zwei Wochen war ich depressiv, voller Groll und weinte viel. Ich stand kurz davor aufzugeben. Aber dann dachte ich: „Zu kündigen ist einfach, aber werde ich mich dadurch in der Kultivierung erhöhen?“ Tränen konnten mein Kultivierungsproblem wohl kaum lösen, und ich sagte zu mir: „Wenn du trotz deiner harten Arbeit das Ziel nicht erreichen kannst, muss es ein Problem geben!“

Ich schaute mehrmals nach innen. Eines Tages kam mir folgender Gedanke: „Habe ich während meiner Arbeit andere verletzt?“ Auf einmal erinnerte ich mich, dass die Verkaufsleiterin mich nicht gehen lassen wollte, als ich vor über einem Jahr meine Stelle im Verkauf gekündigt hatte. Über zwei Monate hinweg beharrte ich auf meiner Entscheidung, bis ihr nichts anderes übrigblieb, als mich gehen zu lassen. Damals hatte ich keine Rücksicht auf ihre Gefühle genommen und nicht nach innen geschaut. Ich hatte nur an mich selbst gedacht, sie beschuldigt und mich gefragt, warum sie so stur war und mich nicht gehen ließ.

Als ich tiefer nachforschte kamen meine Anhaftungen zutage. Ich wollte diesem Team beitreten, da es meiner Ansicht nach eine größere Rolle bei der Errettung von Menschen spielte. Ich hatte es versäumt, dem natürlichen Lauf zu folgen und eine Position einzunehmen, in der ich gebraucht wurde.

Nachdem mir das klargeworden war, kontaktierte ich die Verkaufsleiterin. Ich sprach offen mit ihr und entschuldigte mich dafür, dass ich sie vor einem Jahr verlassen hatte. Sie erklärte, dass sie mich keinesfalls hatte aufhalten wollen, sondern mir etwas Zeit geben wollte, meine Entscheidung gründlich zu überdenken.

Ich stellte fest, dass es nur darum ging, mich selbst zu bestätigen. Wenn mein Ausgangspunkt auf Egoismus beruhte, wie konnte ich dann mein Ziel erreichen? Nach dieser Erkenntnis war mein Arbeitspensum zwar weiterhin hoch; da ich jedoch meinen Eigensinn gefunden und beseitigt hatte, fiel der Stress von mir ab. Sobald sich meine Xinxing erhöhte, schaffte ich bei der Arbeit einen Durchbruch. Aufgrund aktueller Ereignisse stieg die Zahl der Abonnenten unserer Website drastisch an.

Allmählich dämmerte es mir, dass ich zuerst an andere denken und mich bemühen sollte, sie zu verstehen. Schließlich erleuchtete ich, dass der Meister arrangiert hatte, dass ich anderen dienen sollte.

Wenn es Störungen gab, forschte ich nach meinen Unzulänglichkeiten oder ob andere eine Schwierigkeit durchlebten, von der ich nichts wusste. Wenn ich mit den anderen gütig und verständnisvoll kommunizierte, konnte das Problem leicht beigelegt werden.

Die wahre Kultivierung verstehen

Gerade als die Zahl der Abonnenten auf unserer Website anstieg, brach unser E-Mail-System zusammen. Tausende von E-Mails wurden blockiert, wovon rund 1.000 Abonnenten betroffen waren. In unserem Kundendienst häuften sich die Beschwerden, und den ganzen Vormittag über gingen pausenlos Anrufe ein. Wir waren gefordert, tausende E-Mails zu beantworten und die Probleme manuell beheben, eines nach dem anderen.

Als ich nach meinen eigenen Anteilen suchte, offenbarte sich mein Problem: Als die Ukraine angegriffen wurde, befanden sich drei unserer Techniker vor Ort und schwebten oft in Gefahr. Dies löste bei mir Groll über die Kriegsführer aus. Als ich von den international verhängten Sanktionen gegen dieses Land erfuhr, fühlte ich mich erleichtert.

Da erinnerte ich mich an das Fa des Meisters.

Der Meister sagt:

„Wisst ihr, warum auf der Erde Kriege, Seuchen, Naturkatastrophen und menschliches Unheil auftauchen? Eben weil die Menschen Karma haben. Sie existieren, um das Karma für die Menschen zu beseitigen. Auch in den schönsten historischen Perioden in der Zukunft wird es auf der Erde Kriege, Seuchen, Naturkatastrophen und menschliches Unheil geben.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in der Schweiz, 04./05.09.1998)

Meine Vorstellungen über das Menschsein brach an die Oberfläche. Auf einmal begriff ich, dass wir als Praktizierende keine Vorlieben pflegen und alle Lebewesen erretten sollten.

Fazit

Das vergangene Jahr war intensiv, aber erfüllend. Als meine Familie, die weit entfernt lebt, meine Hilfe benötigte, ich sie aber aufgrund meiner Arbeit nicht besuchen konnte, weinte ich. Ich weinte auch aus Frustration, als das System ausfiel und ich keine Lösung hatte. Als bei meiner Arbeit ein Problem auftauchte und ich die Lücke in meiner Kultivierung nicht finden konnte, weinte ich wieder.

Sobald ich einer unüberwindbaren Trübsal gegenüberstand, dachte ich an das Fa des Meisters.

Der Meister lehrt uns:

„Aber, was in den Augen anderer sehr groß ist, ist in deinen Augen als Praktizierender sehr sehr klein, einfach zu klein. Denn du hast ein viel weiteres und großartigeres Ziel, du wirst so lange leben wie der Kosmos. Wenn du an jene Dinge zurückdenkst, wirst du bemerken, dass sie dir ganz unwichtig sind. Wenn du an etwas Großes denkst, kannst du alle jene Dinge überwinden.“ (Falun Gong – Der Weg zur Vollendung, Kapitel 3)

Wir befinden uns in einer Zeit, die dazu dient, dass wir uns in außergewöhnliche Wesen verwandeln. Während ich durch all diese Schwierigkeiten ging, war ich dem Meister gegenüber voller Dankbarkeit, dass er mein Leben neugestaltet hat.

Vielen Dank, Meister! Danke, liebe Mitpraktizierende!