Dem Denkfehler, man schade den eigenen Kindern, wenn man seinen Glauben nicht aufgibt, keinen Raum lassen

(Minghui.org) 1997 habe ich angefangen, Falun Dafa zu praktizieren. Zwei Jahre später heiratete ich und wir bekamen eine kluge, bezaubernde Tochter. Als sie vier Jahre alt war, las ich mit ihr ein Gedicht des Meisters aus Hong Yin. Zu meiner Überraschung konnte sie es bereits auswendig, nachdem wir es nur viermal gelesen hatten. Ihr Gedächtnis beeindruckte mich. Später lernte sie mit meiner Hilfe über 40 Gedichte aus Hong Yin I und II auswendig.

Als sie in die erste Klasse ging, konnte sie beim gemeinsamen Lesen mit anderen Praktizierenden das Zhuan Falun flüssig vortragen. Es gab nur wenige Schriftzeichen, die sie noch nicht kannte. In dieser Kultivierungsumgebung wuchs sie auf. Sie war gesund und rundum zufrieden. In der Schule war sie immer eine der Besten. Die Lehrer liebten und schätzten sie alle.

Die Zeit verstrich rasch und schon bald sollte sie auf die weiterführende Schule wechseln. Zu Hause erzählte sie mir, dass der Eingangstest eine Fragestellung beinhaltete, bei der Falun Dafa verleumdet wurde. Aber sie habe das in ihrer Antwort richtiggestellt, indem sie ihre eigenen, positiven Erfahrungen ehrlich schilderte. Ich war hocherfreut und lobte sie sehr dafür. Sie wechselte zur Mittelschule als Jahrgangsbeste.

Jedoch beschäftigten die Schularbeiten sie sehr und ich vernachlässigte meine Verantwortung, sie zur Kultivierung im Fa anzuleiten, sodass sie nie wirklich begann, Falun Dafa zu praktizieren. Immer, wenn ich daran denke, drückt mich die Schuld und ich bedauere es. Aber das Fa ist zum Glück tief in ihrem Herzen verwurzelt und ich leite sie oft anhand der Fa-Prinzipien an. Dank ihres Verhaltens wird sie von ihren Lehrern und Mitschülern gleichermaßen geschätzt.

Als die Praktizierenden 2005 begannen, Strafanzeigen gegen Jiang Zemin (den damaligen Chef der Kommunistischen Partei, der die Verfolgung in Gang gesetzt hatte) einzureichen, zeigte ich ihr eine Petition und schlug ihr vor, diese entweder mit ihrem echten Namen oder einem Pseudonym zu unterschreiben. Ich hatte mir auch schon ein Pseudonym für sie überlegt.

Zu meiner großen Überraschung unterschrieb sie ohne Umschweife mit ihrem echten Namen und setzte auch noch ihren Fingerabdruck dazu. Ihre Entschlossenheit berührte mich sehr. Darüber hinaus zeigte mir ihr Verhalten meinen eigenen Egoismus und meine Anhaftung auf, mich selbst schützen zu wollen.

Da wir mit unseren richtigen Namen Strafanzeige gegen Jiang gestellt hatten, wurden wir zu Hause von der Polizei belästigt. Sie wollten wissen, zu welcher Schule meine Tochter ging. Bevor sie gingen, drohten die Polizisten, dass unser Verhalten mit Sicherheit Auswirkungen auf die Zukunft meiner Tochter haben würde. Ich antwortete ihnen: „Wenn sich jemand kultiviert, kommt das der ganzen Familie zugute. Daran gibt es nichts zu rütteln, egal was andere sagen.“ Auch wenn ich äußerlich ganz ruhig und gefasst blieb, klopfte mein Herz wie wild. Es war das erste Mal, dass uns die Polizei ungebeten „besucht“ hatte.

Nachdem die Polizei fort war, blieb ich innerlich aufgewühlt zurück. Eigentlich, so dachte ich, hatte ich die emotionale Anhaftung an meine Tochter bereits losgelassen. Schließlich hatte ich sie von klein auf streng erzogen und manchmal sogar ausgeschimpft und ihr einen Klaps gegeben (damals kultivierte ich mich noch nicht). Aber an diesem Tag war ich wirklich beunruhigt und voller Sorge. Obwohl ich die Fa-Prinzipien kannte und die Belästigung mit aufrichtigen Gedanken ablehnen sollte, fiel es mir schwer, die düsteren Gedanken in meinem Kopf loszuwerden.

Später erzielte meine Tochter beim Eingangstest die höchste Punktzahl und wurde in die Top-Klasse an der besten weiterführenden Schule in unserer Stadt aufgenommen.

Indem ich das Fa mehr lernte, mich mit meinen Mitpraktizierenden über die Fa-Prinzipien austauschte und auch die Erfahrungsberichte anderer Praktizierender las, konnte ich die emotionale Anhaftung an meine Tochter Stück für Stück ablegen. Ich verstehe, dass jeder sein eigenes Schicksal hat. Im Leben meiner Tochter wurde bereits alles arrangiert, also auch alles Gute, was sie erhalten sollte und wie sie jeden Schritt gehen würde. Es ist unmöglich, dass ihre Zukunft von den bösartigen Lebewesen entschieden wird, die im Universum zur Aussortierung bestimmt sind. Die einzige Ausrede, mit der die alten Mächte Dafa-Jünger behindern können, ist, wenn Praktizierende vom Weg abkommen und sich nicht aus der Falle der alten Mächte befreien können.

Meine Tochter schloss die Schule mit hervorragenden Noten ab und wurde zum Studium an einer führenden Universität zugelassen.

In ihrem zweiten Studienjahr rollte mit der „Null-Fälle-Kampagne“ eine weitere Welle von Schikanen über China hinweg. Sie zielte darauf ab, alle Falun-Dafa-Praktizierenden, die auf einer schwarzen Liste der Regierung geführt werden, zur Aufgabe ihres Glaubens zu zwingen. Ich erhielt einen Anruf von einem Kader des Stadtkomitees. Sie wollte mich davon überzeugen, Falun Dafa zu entsagen. Immer wieder ritt sie darauf herum, dass ich nicht so stur sein solle. Gerade würde es bei meiner Tochter so gut laufen und das solle ja wohl so bleiben. Ich wies ihr Anliegen zurück und erklärte ihr die Tatsachen über die Verfolgung.

Eines Nachmittags – ich war gerade nach Hause gekommen, nachdem ich einer Mitpraktizierenden Informationsbroschüren gebracht hatte – bemerkte ich, dass meine Mutter mehrfach versucht hatte, mich anzurufen. Ich rief sie zurück und sie bat mich, sofort vorbeizukommen. Den Grund ihres Anrufes konnte ich mir gut vorstellen, zumal ich den Stress in ihrer Stimme hörte.

Und so begab ich mich zu meinen Eltern. Mein Vater schaute sehr ernst drein, während meine Mutter völlig aufgelöst war und weinte. Sie erzählte mir, jemand vom Stadtkomitee habe sie angerufen. Am Telefon wurde ihr gesagt, dass die Angelegenheit sehr ernsthaft und ich zu dickköpfig sei. Sollte ich mich weiterhin weigern, Falun Dafa aufzugeben, würde ich damit nicht nur mir selbst, sondern auch der Zukunft meiner Tochter schaden. Vor lauter Aufregung und Sorge konnte meine Mutter nicht mehr essen und nicht mehr schlafen.

Ich atmete erst einmal tief durch. Dann versicherte ich ihr: „Mutter, du weißt doch, dass die Regierung jeden, den sie ins Visier nehmen will, als stur und dickköpfig bezeichnet. Immer, wenn sie jemandem drohen wollen, ist die Angelegenheit angeblich sehr ernsthaft. Jeden Tag versuchen sie einen anderen Trick, um die Leute hereinzulegen. Viele dieser Taktiken habe ich bereits selbst erlebt. Sie wollen euch nur benutzen, um Druck auf mich auszuüben. Aber ihr wisst doch beide selbst, dass Falun Dafa gut ist.“

Dann erinnerte ich sie daran, wie kränklich ich früher gewesen war, bevor ich Falun Dafa übte. In meiner Kindheit hatten sie sich zahllose Stunden um mich gesorgt und gekümmert. Aber Falun Dafa hatte mir zu einer guten Gesundheit verholfen. Heute bin ich über vierzig Jahre alt, fit und in der Lage, für meine eigene Familie zu sorgen. Ich sagte meinen Eltern, dass wir uns selbst und unserem Gewissen gegenüber ehrlich bleiben müssen. Wir sollten für das, was mir geschenkt wurde, dankbar sein.

„Ich weiß, was ich tue. Macht euch um mich keine Sorgen. Und lasst euch nicht verrückt machen. Die Dinge ändern sich ständig. Man wird sehen, wer zuletzt lacht.“ Nach meinen Worten zeigten sich meine Eltern sichtlich entspannt. Mein Vater brachte mir Mondküchlein und meine Mutter servierte mir Pfirsichspalten.

Auf dem Heimweg musste ich ein paar Tränen verdrücken. Ich erinnerte mich, wie mein Vater sich früher geweigert hatte, die Informationsmaterialien über die Verfolgung zu lesen. Und wie meine Mutter mir nicht zuhören wollte, wenn ich ihr die Tatsachen über Falun Dafa erklärte. Einmal war ich so aufgebracht, dass ich einfach ging und die Tür hinter mir zuwarf. Umso mehr freute ich mich, dass sich ihre Einstellung zu Falun Dafa diesmal so positiv verändert hatte.

Später wurde mir mehrfach zugetragen, dass einige in unserer Verwandtschaft äußerten, dass sich meine Sturheit auf die Zukunft meiner Tochter auswirken würde. Es gab auch Gerüchte, dass die Universität sie von den Vorlesungen ausgesperrt habe. In Wirklichkeit hatte die Universität wegen des COVID-19-Ausbruchs in Wuhan die Rückkehr der Studenten auf den Campus nach hinten verschoben und meine Tochter studierte online zu Hause.

Ich fing an, mich selbst zu hinterfragen. Schließlich musste es einen Grund dafür geben, weshalb mir all diese Gerüchte zugetragen wurden. Ganz nach dem Sprichwort: Nichts geschieht ohne Grund. Auch wenn ich oberflächlich sehr ruhig war, hatte ich tief im Innern wirklich keine Lücken? Da erkannte ich, dass ich mich immer noch davor fürchtete, von der Polizei belästigt zu werden.

Wenn ich die Gerüchte hörte, reagierte ich im ersten Moment nicht mit aufrichtigen Gedanken. Hin und wieder folgte ich innerlich sogar diesen negativen Gedankengängen, bevor ich meinen Denkprozess korrigierte. Ich begriff, dass ich immer noch im Egoismus gefangen und darauf bedacht war, dass meine eigenen Interessen gewahrt blieben.

Obwohl ich wusste, dass der Meister alles in der Hand hatte, machte ich mir immer noch Sorgen um das Wohlergehen und die Zukunft meiner Tochter. Daran zeigte sich, dass ich dem Meister und dem Fa nicht ausreichend vertraute. Konzentriert sandte ich aufrichtige Gedanken aus, um mein Raumfeld zu reinigen.

Einige Mitpraktizierende in meiner Umgebung hatten Enkelkinder, die kurz vor ihren Aufnahmeprüfungen an der Universität standen. Sie machten sich ebenfalls Sorgen. Ich tauschte mich mit ihnen darüber aus und war mir sicher: „Niemand außer dem Meister kann über ihre Zukunft bestimmen.“

Inzwischen ist meine Tochter im vierten Studienjahr und die ganze Familie hat sie ermutigt, ein Aufbaustudium anzuschließen. Zudem bereitet sie sich gerade auf ihr Examen vor. Sie schickte ihre Bewerbungen für ein Aufbaustudium an mehrere Universitäten und erhielt auch rasch Antworten.

Da sie nicht genügend Zeit hatte, sich vorzubereiten, kam sie aus dem Gespräch an einer Universität mit einem schlechten Gefühl heraus. Auch hegte sie wenig Hoffnung, die Zulassung an einer anderen Universität, die eigentlich ihre erste Wahl war, zu erhalten, da der Wettbewerb dort noch härter war. Sie hatte beinahe allen Mut verloren.

Ich riet ihr, die Sache in aller Gelassenheit zu betrachten: „Du hast dein Bestes gegeben, und das genügt vollkommen. Mach dir keine Sorgen. Schau einfach, was passieren wird.“

Sie schien ein bisschen verloren, als würde sie in einer Sackgasse feststecken. Eine ganze Weile war sie ziemlich niedergeschlagen. Ich hingegen blieb ganz ruhig und war fest davon überzeugt, dass – egal wie das Ergebnis lauten würde, – es eben das beste Arrangement des Meisters war.

„Nimm es dir nicht so zu Herzen. Gib in den Gesprächen einfach dein Bestes und mach dir keine Sorgen wegen des Ergebnisses“, versuchte ich sie am Telefon zu unterstützen. Außerdem riet ich ihr, die glückverheißenden Worte „Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut“ zu rezitieren.

Am nächsten Tag hatte meine Tochter eine Gesprächsreihe an ihrer Wunschuniversität. Im Anschluss hatte sie das Gefühl, es nicht besonders gut gemacht zu haben und gab die Hoffnung auf. „Du brauchst nicht enttäuscht sein“, tröstete ich sie. „Niemand zwingt dich zu einem Aufbaustudium. Falls du es nicht geschafft hast, hält das Schicksal andere Wege für dich offen. Ist das nicht auch eine gute Gelegenheit, Nachsicht zu üben? Mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Dinge nicht so schlecht stehen, wie du vielleicht glaubst.“

„Ich hoffe, du hast recht“, meinte meine Tochter und klang schon etwas beruhigter.

Tags darauf rief sie mich an. Ihre Wunschuniversität hatte ihr eine E-Mail geschickt, wonach sie angenommen wurde. Sie konnte es zunächst gar nicht glauben. Die Zusage war so plötzlich und so rasch erfolgt. Sie erzählte mir, dass sie vor dem Gespräch die glückverheißenden Worte rezitiert hatte. Außerdem hatte sie über sich selbst nachgedacht und fand, dass sie etwas zu sehr auf das Aufbaustudium aus war. Sie war dem Meister sehr dankbar. Am 28. September war alles geregelt und sie bestätigte der Universität, dass sie das Studium aufnehmen werde.

In unserem Ort und in den umliegenden Ortschaften wissen die meisten Menschen, dass ich Falun Dafa praktiziere. Sie wissen auch, dass meine Tochter eine hervorragende Studentin ist. Ihre Erlebnisse sind eine exzellente Gelegenheit, Falun Dafa zu bestätigen und den Leuten aufzuzeigen, dass die Mär, Kinder von Praktizierenden hätten keine gute Zukunft, falsch ist. Alles, was wir haben und alles, was meine Tochter erreicht hat, wurde uns durch den Meister gegeben.

Wenn die Kinder oder Enkelkinder von Praktizierenden aufgrund der Verfolgung tatsächlich Repressalien in ihrem Schul- oder Berufsleben erfahren, denke ich, dass wir die Dinge nicht oberflächlich betrachten sollten. Es ist möglich, dass wir noch Anhaftungen haben, die es loszulassen gilt. Oder auch, dass die Kinder ihr eigenes Karma begleichen. Wie die Situation auch sein mag, ich möchte meine Mitpraktizierenden gerne ermutigen, fest daran zu glauben, dass der Meister das Beste für uns sowie für unsere Kinder und Enkelkinder arrangiert, solange wir am Fa festhalten – egal in welchen Umständen wir uns befinden.

Das Obige ist mein persönliches Verständnis. Sollte etwas unangemessen sein, freue ich mich über einen entsprechenden Hinweis.