Meine Zeit in der Haftanstalt – mit gutem Beispiel vorangehen

(Minghui.org) Ich wurde in den 1990er Jahren geboren und praktizierte bereits als Kind Falun Dafa. Nachdem der damalige Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) die Verfolgung von Falun Dafa eingeleitet hatte, gab ich die Kultivierung auf. Mehr als zwei Jahrzehnte später, im Jahr 2021, fing ich trotz der anhaltenden Verfolgung wieder an zu praktizieren. Ein Jahr später, im Mai 2022, wurden mein praktizierender Mann und ich verhaftet, weil wir die Menschen auf Falun Dafa und die Verfolgung aufmerksam gemacht hatten. Man hielt mich über ein Jahr lang in einer Haftanstalt fest. Im Folgenden schildere ich meine Erlebnisse.

Als ich meine Xinxing erhöhte, wurde die Umgebung besser

Während meiner Internierung war ich mit über zwanzig Insassen in einer kleinen Zelle untergebracht. Aufgrund des begrenzten Platzes mussten nachts alle auf der Seite liegend schlafen. Sobald man die Toilette aufsuchte, wurde einem der winzige Platz weggeschnappt, sodass man keinen Platz mehr zum Schlafen hatte.

Es gab alle möglichen Regeln, die die Freiheit der Insassen einschränkten. Wir mussten zehnmal am Tag den Zellenboden wischen, da weder Haare noch Essensreste auf dem Boden liegen durften. Der Sauberkeitsstandard war streng, und die Wischmopps waren in Kategorien eingeteilt: einer für den Essensschlitz, einer für den Boden unterhalb des Essensschlitzes, einer für den Zellenboden, einer für den Boden unterhalb der Betten sowie einer für den Waschraum. Wenn eine Insassin aus Versehen den falschen Mopp benutzte, musste sie von ihrem eigenen Geld einen neuen bezahlen.

Eine Insassin namens Bai war für die Zuteilung der täglichen Aufgaben zuständig. Als ich in der Haftanstalt ankam, hatte ich keine Ahnung, welchen Mopp ich wofür verwenden sollte. Sie gab mir falsche Anweisungen, so dass ich den falschen Mopp benutzte. Als eine für die Aufgaben zuständige Insassin das bemerkte, befahl sie mir, einen neuen Mopp zu kaufen. Darüber war ich nicht gerade glücklich, zumal ich lediglich Bais Anweisungen befolgt hatte. Aber dann erinnerte ich mich sofort an dieses Fa des Meisters im Zhuan Falun:

„Bei allen verschiedenen Störungen deiner Xinxing wirst du benachteiligt. In dieser schwierigen und leidvollen Umgebung stählst du deinen Willen und erhöhst deine Xinxing …“ (Zhuan Falun, 2019, S. 398)

Es war also an der Zeit, meine Xinxing zu erhöhen, und so willigte ich ein, den Mopp zu ersetzen. Bai hatte ein schlechtes Gewissen und erklärte der Insassin, dass es mein erster Tag sei, und bat sie, mich zu verschonen.

Ohne besonderen Grund behandelte Bai mich äußerst streng und hackte oft auf mir herum. Wenn jemand eine Haarsträhne auf den Boden fallen ließ, nachdem eine ältere Insassin ihn geputzt hatte, befahl sie derjenigen, die die Strähne verloren hatte, sie aufzuheben und ermahnte sie, die harte Arbeit der anderen zu respektieren. Wenn jedoch jemand ein Haar verlor, nachdem ich den Boden gereinigt hatte, ließ sie mich den Boden noch einmal putzen, selbst wenn ihr gesagt wurde, wessen Haar es war. Reinigte eine Insassin den Toilettensitz, scherte sich Bai nie darum, wie sie dabei vorging und ob er wirklich sauber war. War hingegen ich an der Reihe mit der Reinigung der Toilette, stand sie neben mir und befahl mir, ihn exakt 30-mal zu schrubben.

In unserer Zelle befanden sich über 20 Paar Hausschuhe, die an der Wand auf der Ostseite nach Westen zeigend aufgereiht werden mussten. Außerdem mussten sie der Größe nach geordnet sein, wobei das größte Paar auf der Nordseite und das kleinste auf der Südseite platziert sein sollte. Wenn andere Dienst hatten, wurde diese Regel nicht so genau genommen. Doch hatte ich Dienst, forderte Bai mich immer und immer wieder auf, die Hausschuhe neu zu ordnen.

Ich wurde auch als Einzige gezwungen, die Arbeit ihr zugewandt zu verrichten, damit sie sehen konnte, was ich tat. Einmal vergaß ich, ihr zugewandt zu arbeiten, woraufhin sie mich für die nächsten zehn Tage zum Boden-Wischen abordnete. Obwohl ich es als ungerecht empfand, widersprach ich ihr nicht, da ich als Praktizierende meine Xinxing bewahren sollte. Aber dann setzten sich andere Insassen für mich ein und warfen Bai vor, unvernünftig zu agieren. Daraufhin änderte sie zum ersten Mal ihre Meinung. Weil ich meine Xinxing erhöht hatte, verbesserte sich auch die Umgebung.

Vor meiner Inhaftierung hatte ich ein Geschäft mit mehreren Angestellten geführt und war stets diejenige, die Anweisungen erteilte. Deshalb fiel es mir schwer, so manches in der Haftanstalt zu ertragen. Oftmals verlor ich beinah die Beherrschung, erinnerte mich dann aber in solchen Momenten an diese Ermahnung des Meisters:

„Nachsicht ist der Schlüssel für die Erhöhung der Xinxing. (Was bedeutet Nachsicht (Ren)?, 21.01.1996, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)

Deshalb schwieg ich und stritt mich nicht mit Bai, hoffte jedoch insgeheim, dass sie zur Verbüßung ihrer Strafe ins Gefängnis verlegt werden würde. Sie hatte die nötigen Formulare bereits ausgefüllt, kam aber wegen einiger Fehler im Papierkram keinen Schritt weiter. Ich schaute nach innen und entdeckte, dass ich meine Anhaftung an die oberflächliche Gerechtigkeit noch nicht abgelegt hatte. Danach ärgerten mich ihre unangemessenen Forderungen und Beleidigungen nicht mehr. Im Gegenzig wurde Bai mir gegenüber sanfter und bald darauf ins Gefängnis verlegt.

Nachdem sie uns verlassen hatte, befanden die anderen Insassen, ich hätte mir zu viel von ihr gefallen lassen und dass sie sich mit ihr geprügelt hätten, wenn sie so behandelt worden wären. Ich erzählte ihnen, dass ich vor dem Praktizieren des Falun Dafa jähzornig und leicht reizbar gewesen sei, und mich die Dafa-Prinzipien Toleranz und Gelassenheit gelehrt hatten. Viele der Insassen wurden neugierig auf Falun Dafa und rezitierten mit mir die Gedichte des Meisters aus Hong Yin. Nachdem sie die verheißungsvollen Worte „Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut“ rezitiert hatten, erfuhren mehrere von ihnen mit chronischen Beschwerden Linderung. Eine von ihnen erholte sich vollständig von ihrem Gesundheitsproblem. Alle Zelleninsassen wurden Zeuge der heilenden Kraft des Falun Dafa.

Groll mit Freundlichkeit begegnen

Bevor ich am ersten Tag meine eigenen Hausschuhe bekam, ließ eine Wärterin mich zum Duschen Zhaos Hausschuhe tragen. Als Zhao bemerkte, dass ihre Hausschuhe nass waren, beschimpfte sie mich. Ich bat sie um Vergebung und lieh mir zum Trocknen ihrer Hauschuhe Papiertücher. Das machte sie noch wütender und sie schrie mich regelrecht an. Daraufhin schrie die Wärterin, sie solle ihren Mund halten. Der Samen des Grolls gegen mich in Zhao war gesät.

Nachdem ich mit den anderen Insassen vertraut geworden war, begann ich, sie über die wahren Umstände aufzuklären. Mit Freude stellte ich fest, dass viele von ihnen die Wahrheit erkannten und sich mit den Prinzipien des Falun Dafa identifizierten. Eines Tages erzählten mir zwei Häftlinge, dass Zhao mich bei der Zellenwärterin gemeldet hatte, weil ich über die Verfolgung von Falun Dafa gesprochen hatte, obwohl sie wusste, dass man mich unter strenge Aufsicht stellen, in Isolationshaft sperren oder mir Hand- und Fußfesseln anlegen würde.

Ich verdrängte meine Angst und beschloss, sie über die Fakten aufzuklären, da dies die aufrichtigste Sache der Welt war. Ich sandte aufrichtige Gedanken aus, um die alten Mächte zu beseitigen, die versuchten, der Errettung der Menschen entgegenzuwirken, und bat den Meister, mir zu helfen, die Dinge in eine positive Richtung zu lenken. Ich hoffte, dass Zhao aufgrund unserer Spannungen keine negative Meinung über Falun Dafa entwickeln würde.

Eines Tages verlor Zhao einen Streit mit einer Insassin, die etwas sehr Verletzendes zu ihr gesagt hatte. Sie setzte sich weinend auf ihr Bett und schluchzte so laut, dass die Wärterin sie ärgerlich zurechtwies, sie solle darüber hinwegkommen. Niemand in der Zelle mochte Zhao, da sie auf allen herumhackte. Niemand tröstete sie, stattdessen machten sich einige sogar über sie lustig. Zutiefst verletzt, murmelte Zhao, dass sie nicht mehr leben wolle. So setzte ich mich zu ihr, hielt ihre Hände und tröstete sie. Die anderen Insassen starrten mich fassungslos an – wie konnte ich gegenüber einer Person, die mich kurz zuvor gemeldet hatte, so freundlich sein? An jenem Tag änderte Zhao ihre Haltung. Die Lehre des Dafa gab mir die Weisheit und die Kraft der Vergebung, die ich in dieser Situation benötigte. Alle Zelleninsassen erkannten mein Verhalten an und meldeten es nicht mehr, wenn ich über Falun Dafa sprach.

Gefesselt und in Handschellen

Alle Insassen mussten die Regeln der Haftanstalt auswendiglernen, aber ich weigerte mich. Ich lehnte die Arrangements der alten Mächte komplett ab; die Regeln der Haftanstalt galten für Menschen, die ein Verbrechen begangen hatten, aber das Praktizieren von Falun Dafa war kein Verbrechen. Außerdem bestand ich darauf, täglich in der Zelle die Übungen zu praktizieren. Daraufhin meldete mich jemand bei der Oberaufseherin. Man legte mir Hand- und Fußfesseln an, die mit einer kurzen Kette von zehn Zentimetern verbunden waren. Ich konnte meinen Rücken nicht aufrichten und nur gebückt gehen. Wenn ich auf die Toilette musste, musste mir jemand helfen. Diese unnatürliche Haltung belastete meinen Körper sehr und war äußerst schmerzhaft.

Nachdem die Wärter mich auf diese Weise gefesselt hatten, war es Zeit für alle, an die frische Luft zu gehen. Ich nutzte die Gelegenheit, um allen zu zeigen, wie man mich behandelte, und erzählte ihnen mit lauter Stimme die Fakten über die brutale Verfolgung, von der Selbstverbrennung auf dem Platz des Himmlischen Friedens bis zur erzwungenen Organentnahme, eine halbe Stunde lang, mit der ganzen Kraft, die ich zur Verfügung hatte. Die Oberaufseherin versuchte, mich zu stoppen, aber ohne Erfolg. Ich rief weiter laut und teilte ihnen alles mit, was ich wusste. Ich brauchte nicht mehr auf die Sicherheit zu achten, da sie bereits wussten, dass ich eine Praktizierende war. In jenem Moment konnte mich nichts aufhalten, und ich tat, was eine Praktizierende tun sollte: die Fakten klarstellen.

Meine „Aktion“ sorgte für Gesprächsstoff in der Haftanstalt. Eine Insassin, die in unsere Zelle verlegt worden war, sagte zu mir: „All meine Zellengenossinnen finden, dass das, was du gesagt hast, absolut Sinn ergibt.“ Eine Insassin meiner Zelle begegnete während ihrer Anhörung im Gerichtssaal einer anderen Insassin. Diese sagte zu ihr: „Die Falun-Dafa-Praktizierende in deiner Zelle hat gut gesprochen!“ Als die Direktorin der Haftanstalt das Gespräch mit mir suchte, nutzte ich die Gelegenheit, um auch sie über Falun Dafa und die Verfolgung aufzuklären. Sie hörte mir aufmerksam zu und meinte dann: „Ich sehe, dass Sie ein freundlicher und vernünftiger Mensch sind.“ In diesem Moment dachte ich, dass sich all die Bitternis gelohnt hatte, denn sie gab mir die Gelegenheit, die Menschen für die Wahrheit zu sensibilisieren.

Nach sieben Tagen Handschellen und Fußfesseln befahl mir die Oberaufseherin, einen Entschuldigungsbrief zu schreiben. Einige Zelleninsassen rieten mir zuzugeben, dass ich die Anweisungen nicht befolgt hätte, da man mir dann die Hand- und Fußfesseln abnehmen würde. Mir war jedoch klar, dass ich den Pass nur dann überwinden konnte, wenn ich auch mit der Oberaufseherin über die tatsächlichen Hintergründe bezüglich Falun Dafa sprechen würde. Und so schrieb einen sechs-seitigen Bericht, wie sich die Gesundheit und Moral meines Mannes und auch meine durch das Praktizieren verbessert hätten. Zwei Tage später rief mich die Oberaufseherin in ihr Büro und sagte: „Wir haben auch ein Herz, und Ihre Geschichte hat uns sehr berührt.“ Sie löste meine Handschellen und strich sanft über den roten Fleck an meinen Handgelenken. Ab da änderte sich ihre Haltung mir gegenüber komplett.

Eine andere Form der Verfolgung

Alle wussten nun, dass ich sehr umgänglich und freundlich war, solange man mich nicht vom Praktizieren abhielt. Das hatten sie ja miterlebt, während ich mit Handschellen und Fußfesseln gefesselt war. Auf diese Weise wurde in der Zelle ein positives Umfeld für Falun Dafa geschaffen.

Die Verfolgung kam in einer anderen Form zu mir zurück. Bei einem Prozess gegen eine Christin in unserer Zelle stellte sich heraus, dass sie zwei andere Zelleninsassen zum Christentum bekehrt hatte. Die Behörden bezeichneten dies als „Propagierung einer Sektenreligion“. Sie wurde gezwungen, über dreißig Tage hinweg stillzustehen, außer beim Essen und Schlafen. Die Oberaufseherin war so aufgebracht, dass sie unsere gesamte Zelle für fünfzehn Tage unter strenge Aufsicht stellte. Das bedeutete, dass wir in diesen Sommertagen weder Wäsche waschen noch duschen durften und gezwungen wurden, den ganzen Tag stillzustehen, außer wenn wir aßen oder schliefen. Während alle anderen die Christin beschuldigten, sie verfluchten und sich ihr gegenüber unfreundlich verhielten, war ich ihr behilflich, was sie zutiefst berührte.

Die Oberaufseherin befahl der Zellenwärterin, eine Erklärung zu verfassen, die garantieren sollte, dass niemand irgendeinen religiösen Glauben propagieren würde, und alle Zelleninsassen musste sie unterschreiben. Ich wusste, dass die alten Mächte diesen Vorfall, der offensichtlich nichts mit mir zu tun hatte, benutzten, um mich zu zwingen, die Garantieerklärung zu unterschreiben. Aber ich weigerte mich. Die Insassen befürchteten, dass man mir erneut Handschellen und Fußfesseln anlegen würde, und sagten zu mir: „Du hast das Problem nicht verursacht und kannst ruhig unterschreiben. Sei unbesorgt. Die Wärterin könnte uns bestrafen, wenn deine Unterschrift fehlt.“ Ich lehnte ab: „Ich werde die Schuld auf mich nehmen. Sagt der Wärterin einfach, ich hätte meine Unterschrift verweigert, und werde niemandem Schwierigkeiten bereiten.“ Als die Zellenwärterin der Oberaufseherin die Erklärung übergab, seufzte die Oberaufseherin leichthin: „Was soll's. Dann fehlt halt eine Unterschrift. Die Aufsichtsbehörden werden die Erklärung wahrscheinlich sowieso nicht lesen.“ So bestand ich eine weitere Prüfung.

Abschließend

Mir wurde klar, dass die Haftanstalt ein sehr komplexes Kultivierungsumfeld darstellt. An diesem winzigen Ort stehen die Menschen in engem Kontakt zueinander, und Konflikte treten plötzlich und häufig auf. Diese Konflikte waren allesamt trivialer Natur, wie zum Beispiel, wer mehr Platz im Bett hatte, wer ein bisschen nachgelassen hatte, wer mehr Zeit verschwendet hatte, und so weiter. Es war ein Ort, an dem ein Praktizierender zeigen konnte, wie sehr er sich von den gewöhnlichen Menschen unterschied. Ohne die Kraft, die Falun Dafa mir verliehen hat, hätte ich es in diesem Umfeld nicht geschafft!

Ich bin dem Meister zutiefst dankbar.