(Minghui.org) Qi Lihua sitzt eine vierjährige Haftstrafe im Frauengefängnis der Provinz Jilin ab, weil sie Falun Dafa praktiziert. Aufgrund ihres Glaubens wird sie dort unerbittlich gefoltert. Sie muss stundenlang regungslos auf einem kleinen Hocker sitzen, darf die Toilette nur eingeschränkt benutzen und ist eisigen Temperaturen ausgesetzt.
Die Umstände von ihrer Verhaftung und Verurteilung sind unklar. Minghui.org bestätigte, dass sie noch etwas mehr als ein Jahr ihrer Haftstrafe ableisten muss.
Nach ihrer Überstellung ins Gefängnis wurde Qi Lihua in Zelle 107 der achten Abteilung untergebracht, die auch als „Sturmzelle“ bekannt ist. Die Insassinnen Dai Yu und Qi Xin, beide wegen Betrugs verurteilt, wurden mit der Leitung dieser Zelle betraut. Dai und Qi nahmen ihre Rollen mit Begeisterung an. Aufgrund ihrer aktiven Beteiligung an der Verfolgung werden sie jedes Jahr belohnt.
Folterbeispiel: Sitzen auf einem kleinen Hocker
Das stundenlange, unbewegliche Sitzen auf einem kleinen Hocker ist eine gängige Foltermethode in Gefängnissen und Haftanstalten. Sie schädigt die körperliche und seelische Gesundheit erheblich.
Qi musste täglich von 3.50 Uhr morgens bis 22 oder 23 Uhr abends mit den Händen auf den Knien auf einem solchen kleinen, unebenen Hocker sitzen. Jede noch so kleine Bewegung wurde mit Schlägen und Beschimpfungen bestraft. Nach dieser langen Zeit täglicher Folter verschlechterten sich ihre kognitiven Fähigkeiten deutlich und sie war benommen.
Außerdem bekam Qi Lihua große Blasen an ihrem Gesäß. Erschwerend kam hinzu, dass Qi Xin ständig gegen den kleinen Hocker trat, um die Reibung zu erhöhen. Innerhalb kurzer Zeit bildeten sich Blasen, die aufplatzten. Die Zellenchefin hörte dennoch nicht auf zu treten. Als das Blut an Qis Hose getrocknet war, hatte sie extreme Schmerzen beim Ausziehen.
Nachstellung von Folter: Gefesselt auf ein Bett
Qi zeigte der Gefängnisleiterin Jiang Wei ihre Wunden. Anstatt die Mithäftlinge für die Folter zu bestrafen, ließ Jiang sie acht Tage lang ans Bett fesseln. Sie durfte nicht aufstehen und nicht einmal die Toilette benutzen. Dieselbe Folter wurde später wiederholt.
Sobald Qi in Zelle 107 gebracht wurde, nahmen ihr die Mithäftlinge Socken, Einlegesohlen sowie ihre warme Jacke und Hose weg. Als sie im Winter nur eine Schicht Kleidung trug, öffneten die Mithäftlinge bei extremer Kälte die Fenster. Während sich die Insassinnen Qi und Dai unter einer Decke mit einer Wärmflasche warmhielten, zitterte Qi in der Kälte. Wenn sie ins Bett ging, musste sie die Arme außerhalb der Decke lassen. Einige Mithäftlinge wurden abgestellt, um sie zu beobachten. Sie zogen ihre Arme sofort wieder aus der Decke, wenn sie sich zugedeckt hatte.
Die Zellenchefinnen Qi und Dai zwangen Qi, nachts jeden Insassen zur Toilette zu begleiten. Außerdem musste sie über eine Stunde Wachdienst leisten. Aufgrund des starken Schlafentzugs hatte sie Schwierigkeiten, beim Gehen das Gleichgewicht zu halten. Qi und Dai beschimpften sie, wenn sie einnickte, selbst mitten in der Nacht. Anschließend wiesen sie alle Häftlinge an, Qi zu beschimpfen, weil sie sie geweckt hatte.
Später wurde Qi in Zelle 201 verlegt, wo die Häftlinge sie weiter quälten. Sie musste jede Nacht sechs Stunden lang in den Zellen patrouillieren. Aufgrund des Schlafentzugs brach sie eines Nachts zusammen; später wurde ein Hüftbruch festgestellt.
Wegen der Verletzung blieb sie 20 Tage in einem externen Krankenhaus und wurde anschließend ins Gefängniskrankenhaus verlegt. Der Gefängnisarzt verabreichte ihr täglich Injektionen, was ihren Gedächtnisverlust weiter verschlimmerte. Sie vermutet, dass es sich um giftige Medikamente handelte. Sobald sie sich erholt hatte, wurde sie in Zelle 201 zurückebracht.
Als Qi in Zelle 107 war, erlaubten ihr die Mithäftlinge Qi und Dai nur alle zwei Wochen Stuhlgang. Sie verweigerten ihr auch Toilettenpapier. Oft wurde sie aus der Toilette gezerrt, bevor sie fertig war.
Außerdem durfte sie sich weder waschen noch ihre Kleidung wechseln, was zu unangenehmen Gerüchen führte.
Die Zellenchefinnen Qi und Dai zwangen Qi, täglich etwas handschriftlich abzuschreiben. Dafür musste sie Kugelschreiberminen im Wert von 4,5 Yuan verwenden, die sie selbst bezahlen musste. Dieselbe Mine ist im Handel deutlich günstiger und kostet umgerechnet nur etwa 20 Cent.
Seit die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) 1999 die Verfolgung von Falun Dafa angeordnet hat, wurde Qi wiederholt wegen ihres Glaubens angegriffen. Sie musste mehrmals von zu Hause wegziehen, um sich vor der Polizei zu verstecken.
Am 23. Januar 2007 um 21 Uhr schlug die Polizei ein Fenster ein und verschaffte sich so Zutritt in Qis Wohnung. Die Beamten schlugen Qi und brachten sie zum Polizeirevier des Bezirks Shuangyang. Anschließend verbrachte sie 15 Tage im Gefängnis in der Yuandong-Straße und wurde danach in das Zwangsarbeitslager Heizuizi verlegt, wo sie eine einjährige Haftstrafe verbüßen musste. Erbittert über die Verfolgung seiner Frau starb ihr Mann einen Monat später am 26. Februar. Er war erst 42 Jahre alt. Qis Haftstrafe wurde später um 31 Tage verlängert.
Vor dem 18. Parteitag der KPCh im Jahr 2012 wurde Qi erneut von der Polizei schikaniert. Sie musste drei Monate lang untertauchen. Als sie am Abend des 19. Mai 2018 nach Hause ging, wurde sie von Beamten der Polizeistation Qijia festgenommen. Sie legten ihr Handschellen an, fesselten sie an einen Eisenstuhl und verhörten sie die ganze Nacht.
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