(Minghui.org) Eine 64-jährige Frau aus Harbin in der Provinz Heilongjiang beendete am 13. November 2025 eine 14-jährige Haftstrafe. Tian Xiaoping hatte diese ganzen Jahre im Gefängnis verbracht, nur weil sie Falun Dafa praktizierte.
Tian wurde am 13. November 2011 verhaftet und in die zweite Haftanstalt von Harbin gebracht. Nachdem sie am 31. Mai 2012 zu 14 Jahren Haft verurteilt worden war, wurde sie am 1. August desselben Jahres in das Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang überführt. Minghui.org berichtete bereits über die Details ihrer Verhaftung, Verurteilung und die Misshandlungen in der Haft. Dieser Bericht enthält neue Informationen über ihre Situation im Gefängnis.
Kurz nach ihrer Überführung ins Gefängnis wurde Tian gegen ihren Willen gezwungen, eine Erklärung zu verfassen, in der sie ihrem Glauben abschwor. Sie schämte sich zutiefst deswegen, da sie sich nach Beginn ihres Praktizierens von Falun Dafa von einer schweren zervikalen Spondylose (Verschleiß der Bandscheiben im Nacken) und Migräne erholt hatte.
Zusätzlich zu ihrer seelischen Qual war Tian weiterhin Misshandlungen ausgesetzt. Sie war nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen. Ihr war den ganzen Tag schwindelig, sie musste sich häufig übergeben und litt unter Angstzuständen. Ihr Körper zuckte und sie fühlte sich erschöpft. Sie war auf einen Rollstuhl angewiesen.
Die Gefängniswärter brachten sie in ein externes Krankenhaus, wo ein Neurologe Angstzustände und Depressionen diagnostizierte. In den folgenden zwei Jahren verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zusehends und sie wurde noch vier weitere Male in externen Krankenhäusern untersucht. Bei ihr wurden Bluthochdruck, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen (Tachykardie und Arrhythmie), Refluxgastritis, Refluxösophagitis, ein Ulcus duodeni, multiple lakunäre Infarkte, Diabetes mellitus Typ 2 und diabetische Ketoazidose diagnostiziert.
Nach einem Sturz wurde Tian ins Krankenhaus eingeliefert und konnte fünf Tage lang nichts essen. Im Gefängniskrankenhaus wagte man aufgrund ihres extrem schnellen Herzschlags nicht einmal, ihr Infusionen zu geben. Ihre Haut war bereits ganz grau. Erst dann riefen die Wärter einen Krankenwagen. Der Monitor im Krankenwagen zeigte einen Puls von 280–290 Schlägen pro Minute an (normal sind 60–100). Der Fahrer des Krankenwagens fuhr vorsichtig, aus Angst davor, dass sie einen Herzinfarkt erlitt.
Im Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses erhielt Tian sieben Tage lang Insulininfusionen. Nach einer Woche Krankenhausaufenthalt stabilisierte sich ihr Zustand, und sie wurde zurück ins Gefängnis verlegt. Sie erbrach weiterhin täglich und war nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen.
Da sich Tian daran erinnerte, wie sie sich 1996 von ihren Nackenproblemen durch das Praktizieren von Falun Dafa erholt hatte, beschloss sie, die Falun-Dafa-Übungen wieder aufzunehmen. Die Wärter hielten sie zunächst nicht davon ab. Nach und nach konnte sie wieder selbstständig aufstehen und sicher stehen. Als es ihr besser ging, verbot ihr die Zellensprecherin Li Xiaowen, die Übungen in der Zelle durchzuführen. Als sie die Übungen im Flur machte, meldete Li sie der Wärterin Wu Zhiyan.
Wu erklärte, es sei in Ordnung, solange Tian die Übungen nicht im Flur mache. Tian führte die Übungen erneut in der Zelle durch, woraufhin ihre Zellengenossinnen sie den Teamleitern Wu Hong, Jiang Ting und Yu Huidan meldeten.
Die drei Teamleiter sprachen mit Tian. Sie bekundete ihre Entschlossenheit, Falun Dafa weiterhin zu praktizieren. Die Teamleiter forderten sie auf, dies schriftlich zu bestätigen. Im August 2014 verfasste sie eine feierliche Erklärung und erklärte darin die 2012 erzwungene Garantieerklärung für ungültig. Sie fertigte zwei Kopien der Erklärung an und versah sie mit ihren Fingerabdrücken.
Im April 2015 wurde Tian von der Abteilung für ältere und kranke Gefangene in eine reguläre Abteilung verlegt. In den folgenden über zehn Jahren hielt sie an ihrem Glauben fest und trug nie wieder Uniformen oder Abzeichen, unterzog sich nicht den vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchungen und unterschrieb keine Dokumente mehr.
Um das Jahr 2016 richtete das Gefängnis eine Computerdatenbank ein und ordnete an, dass sich alle Gefangenen fotografieren lassen sollten, um ihre Bilder in das System hochzuladen. Tian weigerte sich, dieser Anweisung Folge zu leisten. Sie legte sich ins Bett und bedeckte sich mit dem Bettlaken. Ein Wärter fotografierte daraufhin das Bettlaken. Daher befand sich Tians Bild nicht in der Gefängnisdatenbank. Es waren lediglich einige ihrer persönlichen Daten aus der Haftanstalt vorhanden.
Die Wärter erlaubten Tian zwar das Praktizieren der Falun-Dafa-Übungen; dennoch wurde sie in den letzten zehn Jahren ihrer Haft streng überwacht. Ein Telefongespräch mit der Familie war normalerweise für Häftlinge auf zehn Minuten angesetzt, doch ihr wurden nur fünf Minuten für Gespräche mit ihren Angehörigen gewährt. Die Wärter verweigerten ihr außerdem Besuche ihrer Angehörigen und erlaubten ihr in den letzten drei Monaten ihrer Haft nur einen einzigen Besuch. Sie durfte monatlich lediglich 100 Yuan für den täglichen Bedarf ausgeben, während anderen Gefangenen ein Ausgabenlimit von 300 Yuan zur Verfügung stand.
Tian war aufgrund der unzureichenden und mangelhaften Nahrungszufuhr schwer unterernährt. Sie litt unter Vitamin- und Kalziummangel und ihr Zahnfleisch blutete häufig. Sie verlor auch einige Zähne.
Das Gefängnis hatte Tians Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gegen ihre unrechtmäßige Verurteilung nie versandt.
Tians Haftstrafe endete am 13. November 2025. Eine Mitgefangene forderte sie auf, die Entlassungsurkunde zu unterschreiben. Als sie sich weigerte, meldete der Mitgefangene dies dem diensthabenden Wärter. Dieser drohte ihr mit weiterer Inhaftierung, sollte sie sich der Anordnung widersetzen. Tian ließ sich jedoch nicht einschüchtern und wurde freigelassen.
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