(Minghui.org) Minghui.org berichtete bereits über den Fall von vier Falun-Dafa-Praktizierenden, die in Harbin (Provinz Heilongjiang) zu drei virtuellen Anhörungen gezwungen wurden. Nun liegen weitere Informationen zu dem Fall vor.
Frau Li Hongmei, 65 Jahre alt; Frau Liu Shuzhen, etwa 70; Herr Shi Zuosheng, 74, und seine Frau Chen Xiumei, 54, wurden am 21. August 2025 im Rahmen einer Polizeirazzia gegen Falun-Dafa-Praktizierende festgenommen
Polizeibeamter Sun Chuanpeng drohte Li während des Verhörs, sie zu Tode zu verfolgen. Ihrem Anwalt wurde die Einsicht in ihre Akte verweigert.
Die Polizeibehörde des Bezirks Acheng legte Lis Fall trotz Einspruch der drei anderen Praktizierenden mit deren Fällen zusammen. Staatsanwalt Yang Liying von der Staatsanwaltschaft des Bezirks Acheng erhob Anklage gegen sie, ohne die von der Polizei vorgelegten Beweise zu überprüfen.
Das Bezirksgericht Acheng hielt am 30. März 2026 die erste Anhörung ab. Frühere Berichte deuteten darauf hin, dass es sich um eine persönliche Verhandlung gehandelt hatte. Neuen Informationen zufolge wurde jedoch eine virtuelle Anhörung durchgeführt und die vier Praktizierenden wurden gezwungen, daran teilzunehmen. Laut Gesetz darf ein Richter ohne die Zustimmung der Angeklagten keine virtuelle Anhörung durchführen.
Aufgrund der starken Schwerhörigkeit von Chen und der schlechten Internetverbindung, die zu unscharfen Bildern und einer Desynchronisation von Ton und Bild führte, musste Richter Wang Weichen die erste Anhörung vorzeitig abbrechen.
Minghui.org hat bereits berichtet, dass die zweite Anhörung am 13. April 2026 virtuell stattfand und die Gesichter der Praktizierenden aufgrund des Kamerawinkels auf dem Bildschirm im Gerichtssaal nicht zu sehen gewesen seien. Neuen Informationen zufolge fand diese Anhörung jedoch nicht statt, da drei der Praktizierenden die Teilnahme verweigerten. Damit protestierten sie dagegen, dass Richter Wang ihre Anträge auf eine persönliche Anhörung wiederholt abgelehnt hatte. Obwohl Wang mehrfach in der Haftanstalt anrief, blieben die Praktizierenden bei ihrer Entscheidung. Nach 40 Minuten sagte er die Verhandlung ab.
Eine dritte Anhörung, die trotz Einspruchs der Praktizierenden virtuell durchgeführt wurde, fand wie geplant am 29. April 2026 statt. Li protestierte gegen die virtuelle Anhörung, da sie sich unter diesem Umstand nicht so wirksam verteidigen konnte wie bei einer persönlichen Gerichtsverhandlung. Die Wärter übten keinen Druck auf sie aus, teilten Richter Wang Weichen jedoch mit, dass sie sich weigere, an der virtuellen Anhörung teilzunehmen, da sie ihrer Ansicht nach kein Gesetz gebrochen habe.
Frühere Berichte deuteten darauf hin, dass für Li möglicherweise eine persönliche Verhandlung angesetzt wurde. Neuen Informationen zufolge hat Richter Wang sie am 29. April während ihrer Abwesenheit verurteilt.
Die vier Praktizierenden befinden sich weiterhin in Haft und warten auf ihr Urteil.
Liu und Shi wurden schon einmal nach ihrer Festnahme im November 2004 zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Davor war Li viermal inhaftiert gewesen und musste zwei Haftstrafen in einem Zwangsarbeitslager ableisten – insgesamt vier Jahre. Ihre damals über 70-jährige Mutter und ihr Bruder (43), die ebenfalls Falun Dafa praktizierten, starben infolge der Verfolgung im Jahr 2000 bzw. 2002.
Frühere Berichte:
Zum fünften Mal wegen ihres Glaubens an Falun Dafa verhaftet – nach vier Jahren Gefängnis
New Cases of Falun Gong Practitioners Who Died After Being Drugged While In Custody (Graphic Photos)