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Erlebnisse einer 71-Jährigen aus Sichuan während ihrer dritten Haftstrafe

7. August 2026 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in der Provinz Sichuan, China

(Minghui.org) Die 71-jährige Tang Tianmin aus der Stadt Luzhou, Provinz Sichuan, kehrte am 22. Mai 2026 nach einer 4,5-jährigen Haftstrafe nach Hause zurück, zu der sie wegen des Praktizierens von Falun Gong verurteilt worden war.

Tang, die allein lebt, war um den 20. November 2021 herum plötzlich verschwunden. Ihre Familie konnte zunächst nicht in Erfahrung bringen, was mit ihr geschehen war. Erst als andere Falun-Gong-Praktizierende, die aus dem Frauengefängnis der Provinz Sichuan (in der Provinzhauptstadt Chengdu) entlassen worden waren, berichteten, sie dort gesehen zu haben, erfuhr ihre Familie von der Haftstrafe.

Nach ihrer Entlassung im Mai 2026 erzählte Tang ihrer Familie, dass sie von Li Xiongming und einigen weiteren Beamten der Polizeiwache Yongning festgenommen worden war. Die Beamten waren unter dem Vorwand eingedrungen, sie müsse auf COVID-19 getestet werden. Während ein Beamter sie auf dem Sofa festhielt, durchsuchten die anderen ihre Wohnung. Die Polizei legte keinen Durchsuchungsbefehl vor und ließ sich die beschlagnahmten Gegenstände nicht von ihr bestätigen.

Tang wurde zunächst für zwei Wochen in der Haftanstalt des Kreises Hejiang unter Quarantäne gestellt und anschließend in die Haftanstalt der Stadt Luzhou verlegt. Einen Monat später wurde sie zur Anhörung zum Bezirksgericht Naxi gebracht. Zuvor hatte sie weder eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft über ihre Anklage erhalten, noch hatte man ihr die Möglichkeit gegeben, einen Anwalt zu beauftragen.

Während des Prozesses erfuhr Tang, dass ihr „Verbrechen“ darin bestand, „drei Schülern einen USB-Stick mit Informationen über Falun Gong gegeben zu haben“. Sie sagte zu ihrer Verteidigung aus und betonte, dass sie durch die Ausübung ihres Glaubens oder Gespräche darüber mit anderen Menschen gegen kein Gesetz verstoßen habe. Der Richter warf ihr vor, „innerhalb von fünf Jahren erneut eine Straftat begangen“ zu haben (sie war zuvor bereits 2012 und 2017 wegen Falun Gong verurteilt worden), und verurteilte sie zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren sowie einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Yuan (etwa 1.290 Euro).

Vor Tangs jüngster Verurteilung war sie bereits zweimal (in den Jahren 2004 bzw. 2008) zu Arbeitslagerhaft mit einer Gesamtdauer von 3,5 Jahren verurteilt worden. Im Jahr 2012 erhielt sie eine dreijährige Haftstrafe, gefolgt von weiteren 2,5 Jahren im Jahr 2017. Ebenso wie ihre dritte Haftstrafe wurden auch die beiden vorangegangenen Urteile unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefällt. Ihr wurde kein Rechtsbeistand gewährt. Weder sie noch ihre Familie wurden über die Anklageerhebung informiert, und sie durften der Gerichtsverhandlung nicht beiwohnen.

Als sie 2019 nach Verbüßung der zweiten Haftstrafe freigelassen wurde, wirkten ihre Augen glanzlos, ihre Reaktionen waren verlangsamt, ihr Körper zitterte unaufhörlich und ihr Gedächtnis ließ nach. Sie war monatelang bettlägerich, bevor sie wieder auf die Beine kam.

Nach Tangs dritter Inhaftierung im Jahr 2021 war sie erneut verschiedenen Foltermethoden ausgesetzt. Unter anderem wurde sie gezwungen, vor einem Fernsehgerät zu stehen und sich Propagandavideos anzusehen, die Falun Gong verleumdeten. Zudem durfte sie kein Toilettenpapier benutzen und wurde gezwungen, Erklärungen zu unterzeichnen, in denen sie Falun Gong abschwören sollte. Die psychische Belastung führte dazu, dass ihr Körper unkontrolliert zitterte. Der Gefängnisarzt zwang sie zur Einnahme immer höherer Dosen psychopharmaka, was ihren Zustand verschlechterte und erneut zu Handlungsunfähigkeit führte.

Als Tang am 22. Mai 2026 aus der Haft entlassen wurde, untersagte man ihr – wie schon bei ihren beiden vorangegangenen Verurteilungen –, das Urteil mitzunehmen. Auch Gericht und Staatsanwaltschaft weigerten sich, Kopien der Urteile auszuhändigen. Sie erinnerte sich lediglich daran, dass der Staatsanwalt, der Anklage gegen sie erhoben hatte, Luo Wen hieß.

Als Tang wieder zuhause war, stellte sie fest, dass das Gericht ihr Bankkonto gesperrt hatte, um die Geldstrafe in Höhe von 10.000 Yuan einzuziehen. Es ist unklar, warum das Konto nicht wieder freigegeben wurde, nachdem der Betrag abgebucht worden war.

Finanzielle Verfolgung

Nachdem Tang 2019 ihre zweite Haftstrafe verbüßt hatte, forderte die Sozialversicherungsbehörde sie auf, die Rentenzahlungen in Höhe von 60.000 Yuan (etwa 7.740 Euro) zurückzuzahlen, die sie während ihrer Inhaftierung erhalten hatte. Die Behörde drohte damit, ihre Wohnung zu verkaufen oder sie erneut inhaftieren zu lassen, sollte sie das Geld nicht zurückzahlen.

Um zu verhindern, dass ihre Mutter erneut inhaftiert wurde, lieh sich Tangs Tochter 21.000 Yuan (etwa 2.700 Euro) und zahlte die Summe an die Sozialversicherungsbehörde zurück. Zudem willigte sie ein, dass der verbleibende Betrag von Tangs monatlicher Rente einbehalten würde, bis die Gesamtsumme beglichen war, wodurch Tang nur noch 500 Yuan (etwa 65 Euro) im Monat zum Leben blieben. Während ihrer dritten Haftzeit wurde auch diese monatliche Rente von 500 Yuan ausgesetzt.

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