Der vernünftige und friedfertige Appell vom 25. April

(Minghui.de) Der 25. April 1999 zog weltweite Aufmerksamkeit auf sich. Die anschließende Antwort durch das chinesische Regime auf den Appell wurde als ein Meilenstein erachtet, dass China aus der Autokratie zur Demokratie heraus getreten sei. Am 20. Juli 1999 jedoch setzte das kommunistische Regime die intensive Verfolgung von Falun Gong in Gang und behauptete, dass der Appell vom 25. April eine koordinierte Attacke gegen Zhongnanhai (dem zentralen Regierungsverband) gewesen wäre. Ein Minghui-Korrespondent interviewte den Falun Gong-Praktizierenden Xia Shengchun, der damals an dem Appell des 25. April in Peking teilgenommen hatte.

Reporter: Wann haben Sie begonnen, Falun Gong zu praktizieren?

Herr Xia: Ich begann im April 1996 zu praktizieren. Eines Tages hörte ich von einem Kollegen, dass Menschen im benachbarten Hof Falun Gong Videos zeigen würden und sie schienen sehr gut zu sein. Zwei Tage später fragte er mich erneut, ob ich sie mir ansehen wolle. Weil der Ort nur fünf Minuten von meinem Haus entfernt lag, ging ich hin, doch als ich ankam, hatten sie bereits mit der Lektion 7 begonnen. Dem Video folgend dachte ich, dass es sehr gut sei, deshalb fragte ich meine Frau am nächsten Tag, ob sie mit mir käme. Danach haben wir beide zu praktizieren begonnen.

Reporter: Wie fühlten Sie sich, nachdem Sie zu praktizieren begonnen hatten?

Herr Xia: Seit Beginn unseres Praktizierens fordern wir uns selbst entsprechend den Anforderungen des Fa: ein guter Mensch zu sein, persönlichen Gewinn nicht in den Vordergrund zu stellen und bei der Arbeit Verantwortung zu übernehmen. Ich erhielt Lob an meinem Arbeitsplatz, weshalb sie mich baten, an vielen Projekten teilzunehmen. Meine Frau wies auch eine beachtliche Arbeitsleistung auf und bekam mehrere Auszeichnungen.

Reporter: Ich habe gehört, dass Sie sich am friedvollen Appell vom 25. Appell beteiligt haben; können Sie sich an einige Ereignisse dieser Zeit erinnern?

Herr Xia: Sehr viele Leute aus unserer Übungsgruppe beteiligten sich am Appell vom 25. April. Die Szene war friedvoll, ruhig und ordentlich und jeder benahm sich gut. Die Menschen fanden, dass Falun Gong-Praktizierende Menschen von hoher Qualität seien und ihr Benehmen ein Vorbild für einen Gruppenappell sei.

Reporter: Wie war dann die tatsächliche Situation am 25. April?

Herr Xia: Mehrere Tage vor dem Appell schauten wir uns die Videos mit den Lektionen des Meisters in unserem Hof an, die letzte am 25. April. Als die Lektion zu Ende war, teilten die Praktizierenden ihre Kultivierungserfahrungen untereinander aus. Einer der langjährigen Praktizierenden erzählte uns, dass einige Praktizierende aus den Provinzen Tianjin und Hebei nach Peking gegangen wären, um dort zu appellieren. Sie fanden das notwendig, weil He Zuoxiu einen Artikel in einem öffentlichen Magazin des Tianjin Bildungsinstituts veröffentlicht hatte, indem angedeutet wurde, dass Falun Gong zu praktizieren, die Menschen fehlleite oder verrückt werden ließe.

Die Tianjin Praktizierenden dachten, dass das, was er in dem Artikel geschrieben hatte, zu weit von der Wahrheit entfernt sei, deshalb gingen sie zum Redakteur, um ihm die Fakten zu erklären. Beamte des Instituts hatten ursprünglich versprochen, den Fehler zu korrigieren, doch ganz kurz danach weigerten sie sich plötzlich, jegliche Forderungen, die die Praktizierenden angebracht hatten, zu würdigen. Es kamen viele Polizisten und sie verhafteten Dutzende Praktizierende. Praktizierende, die später dorthin kamen, um die Freilassung der festgenommenen Praktizierenden zu erbitten, wurden schließlich informiert, dass sie nach Peking gehen müssten, um die Angelegenheit zu regeln; dass die Regierung in Tianjin ihnen nicht helfen könnte. Deshalb mussten die Praktizierenden nach Peking gehen.

Reporter: Warum gingen auch Sie dahin?

Herr Xia: Ich dachte daran, dass Falun Gong unzählige Vorteile habe, aber keinen einzigen nachteiligen Effekt für die Gesellschaft und ich war Falun Gong äußerst dankbar. Es hat mir nicht nur geholfen, gesünder und fitter zu werden, sondern verbesserte auch meine moralische Ebene. Ich genieße jeden Tag das Leben, jeder sollte eine solch gute Praxis lernen. Auch dachte ich, als ein Praktizierender in Peking sollte ich der Regierung die wahren Umstände berichten. Deshalb ging ich mit meiner Frau und mehreren anderen zum Büro für Brief und Appell im Staatsrat in der Fuyou Straße, das sich in der Nähe von Zhongnanhai befindet.

Reporter: Können Sie die Umstände an diesem Tag beschreiben?

Herr Xia: Der Gehweg war bereits voller Leute, als wir gegen 8:00 Uhr in der Xianmen Straße ankamen. Man konnte auf den ersten Blick sagen, dass es Falun Gong-Praktizierende waren: Sie waren so friedlich und leise. Obwohl dort so viele Menschen waren, standen sie alle entlang des inneren Teils des Gehweges, um Platz für die Fußgänger zu lassen. Einige Praktizierende lasen Bücher; die meisten standen einfach nur da. Es war ruhig auf der Straße und kaum Verkehr. Nachdem wir einen Platz zum Stehen gefunden hatten, fühlten wir uns von einer ruhigen Atmosphäre umgeben.

Einige der Fußgänger blieben stehen und sprachen mit den Praktizierenden. Die Menschen, die in diesem Gebiet wohnten, kamen herbei, um nach dem Grund unseres Kommens zu fragen, deshalb erklärten es ihnen die Praktizierenden und sie alle verstanden es. Wir haben den Verkehr tatsächlich überhaupt nicht behindert: Die Busse fuhren wie gewöhnlich und der Verkehr floss die ganze Zeit, in der die Praktizierenden dort waren, gemächlich dahin. Ursprünglich fuhren Autos vorbei, erst als die Polizisten ankamen und den Verkehr aufhielten, gab es keine Autos mehr. Ich stand den ganzen Tag am selben Platz und bewegte mich kaum, außer bei gelegentlichen Gesprächen mit Praktizierenden. Um 20:00 Uhr erklärte mir ein Praktizierender, dass die Verhandlungen zwischen mehreren Repräsentanten der Praktizierenden und den Beamten beendet seien und der Premier die Angelegenheiten gelöst habe, deshalb gingen alle weg. Gegen 21:00 Uhr, nachdem wir allen Abfall auf der Straße entfernt hatten, nahmen wir den Bus und kamen um 23:00 Uhr zu Hause an.

Reporter: Wie empfanden Sie das Ergebnis des Tages?

Herr Xia: Ich kann Ihnen nicht sagen, wie glücklich ich war! Ich dachte, dass unsere Probleme schließlich gelöst worden seien und dass wir nun die Übungen rechtmäßig praktizieren könnten. Tatsächlich hatten vor dem Appell einige Abteilungen innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas Verschiedenes gegen Falun Gong unternommen: Falun Gong Bücher wurden von der Veröffentlichung ausgeschlossen und es gab auch ununterbrochen Untersuchungen und Attacken von verschiedenen Abteilungen. Deshalb glaubte ich, dass diese Probleme nun gelöst seien, als der Premier selbst herauskam und mit uns sprach. Ich war mir sicher, dass die Umgebung in der Zukunft besser werden würde.

Reporter: Viele Menschen denken, dass der 25. April die Verfolgung ausgelöst habe; hatten Beamte Falun Gong schon vor dem Appell attackiert?

Herr Xia: Der Appell war nicht der Grund, warum das kommunistische Regime die Verfolgung in Gang setzte. Ich erinnere mich an den Juli 1996, als Guangming Daily einen Kommentar veröffentlichte, der die Menschen aufrief, gegen Aberglauben zu kämpfen, und der im Besonderen Falun Gong verleumdete. Anfang 1997 wies Luo Gan das Ministerium für Öffentliche Sicherheit an, Falun Gong zu untersuchen, um Beweise dafür zu sammeln, damit Falun Gong als Kult verurteilt werden konnte. Im selben Jahr begannen Beamte im Verwaltungsbezirk Changping in Peking, Falun Gong Bücher zu sammeln; 1998 zeigte die Pekinger Fernsehstation bestimmte Informationen, die zu Attacken von Falun Gong führten; im Juli 1998 brachte das Ministerium für Öffentliche Sicherheit ein Dokument „Notizen über die Untersuchung von Falun Gong” heraus, worin behauptet wurde, dass Falun Gong ein böser Kult sei. Und nach diesen Notizen führten die örtliche Polizei und die Menschen in den politischen Systemen weitere Untersuchungen durch, um Beweise für kultische Aktivitäten zu sammeln.

In der Zwischenzeit heuerten sie auch Spione an, um Falun Gong von innen heraus zu beleuchten. Doch Falun Gong war und ist aufrichtig und hat nichts zu verbergen, deshalb stellten sich alle Ergebnisse als positiv für die Praxis heraus und die Verfolger hatte nichts gegen uns in der Hand. Zusätzlich attackierten auch Qilu Evening News, Health Newsletter und andere Medien Falun Gong. Wie man sehen kann, plante das kommunistische Regime schon sehr lange Zeit vor der tatsächlichen Verfolgung, Falun Gong zu verbieten, und der Appell vom 25. April war definitiv nicht der Grund für die Verfolgung.

Reporter: Danke, dass Sie ihre Erfahrungen mit uns teilten.