(Minghui.org) Ich wurde von der örtlichen Polizeiabteilung wochenlang eingesperrt, weil ich Strafanzeige gegen Jiang Zemin gestellt hatte. Drei weitere Praktizierende waren aus demselben Grund dort. Hier möchte ich davon berichten, wie wir die Gelegenheit nutzten, die Menschen über Falun Gong und die Verfolgung zu informieren.

Tun, was wir als Falun Gong-Praktizierende tun sollen

Als Falun Gong-Praktizierende werden wir das tun, was wir tun sollen, egal wo wir uns befinden – so ist unser Verständnis. Da wir keine Falun Gong-Bücher hatten, halfen wir uns gegenseitig, täglich die Lehren von Falun Gong aus dem Gedächtnis zu rezitieren. Gemeinsam  sendeten wir aufrichtige Gedanken aus, um die Verfolgung zu beseitigen. Außerdem nutzten wir die Gelegenheit, um alle Menschen, denen wir begegneten, über die Verfolgung und die Strafanzeigen gegen Jiang Zemin zu informieren.

Die Praktizierende A sprach seit ihrer Verhaftung mit jedem, den sie traf – egal, ob es ein Polizist, ein Wärter der Haftanstalt oder der Sicherheitsbeamte war, der sie verhaftet hatte. So konnte sie viele Wärter über die Verbrechen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) informieren und sie vom Austritt aus der KPCh überzeugen. Egal, wie die anderen auf sie reagierten, lächelte sie weiter und überbrachte freundlich die wesentlichen Botschaften. Der Rest von uns tat es ihr gleich.

Viele der Leute im Gefängnis sprachen gern mit uns. Ein Mädchen kam nach der Mittagspause zu uns. Als die Praktizierende A der jungen Frau von ihrer Milch, ihren Nudeln und den Snacks abgab, die sie für viel Geld in der Haftanstalt gekauft hatte, war diese ganz überrascht und zu Tränen gerührt. Sie hatte harte Zeiten in der Haftanstalt erwartet und konnte nicht glauben, dass jemand sie dort so herzlich behandelte.

Ich brachte den anderen bei, Lieder von Dafa zu singen. Sie mochten die Geschichten über die göttlich inspirierte Kultur – alte Geschichten darüber, wie Gutes belohnt und Böses vergolten wird.

Nach innen suchen und uns selbst berichtigen

Während der Haft unterhielten wir uns oft darüber, dass die Strafanzeigen gegen Jiang Zemin das unvermeidbare Ergebnis des Prozesses der Fa-Berichtigung seien. Hunderttausende Menschen stellen Strafanzeige gegen Jiang. Es ist eine weitere Gelegenheit für die Lebewesen, sich selbst zu positionieren, insbesondere für diejenigen, die  im System der öffentlichen Sicherheit und bei der Post arbeiten. Viele Menschen bezogen Stellung und taten das, was sie tun sollten. Damit sicherten sie sich Segen für ihre Zukunft. 

Wir befanden uns jetzt in einer Haftanstalt. Also mussten wir Lücken haben, die ausgenutzt worden waren. Was waren es für Lücken?

Praktizierende A sagte, dass sie immer noch den Eigensinn der Angst habe; sie hatte nicht ihre richtige Adresse angegeben.

Praktizierende B dachte, dass ihre Motivation während des Schreibens der Strafanzeige nicht rein gewesen sei. Sie tat es nur der Form halber, um nicht zurückgelassen zu werden, und hatte immer noch den Eigensinn der Angst.

Die Praktizierende C schrieb ihre Strafanzeige früh, so kam sie schnell beim Obersten Volksgerichtshof an. Danach entwickelte die Praktizierende Frohsinn, ließ beim Fa-Lernen nach und entwickelte einen Eigensinn auf Bequemlichkeit und Gemütlichkeit.

Seit meiner Verhaftung suchte auch ich in meinem Inneren nach meinen Lücken. Als ich die Handlungen der anderen Praktizierenden sah, wurden mir meine Schwachstellen bewusster und ich erkannte die tieferliegenden Gründe für meine Verfolgung.

Ich war in meiner individuellen Kultivierung über viele Jahre fleißig gewesen, da ich wusste, dass man als Dafa-Jünger in der Zeit der Fa-Berichtigung die drei Dinge gut tun muss. Doch bei der Ausführung meiner Pflichten tat ich es nur der Form halber und hatte dabei keinen Sinn für die Dringlichkeit.

Und auch meine Motivation für die Strafanzeige gegen Jiang war nicht rein gewesen. Ich hatte einfach nur das tun wollen, was ein Praktizierender tun soll. Beim Schreiben der Strafanzeige hatte ich nicht erkannt, dass der Grund für die Strafanzeigen gegen Jiang die Errettung von Menschen war, insbesondere der Mitarbeiter beim System für öffentliche Sicherheit.

Nachdem ich die Erstattung der Strafanzeige der Form halber erledigt hatte, ließ ich wieder nach. Ich war mir der Versorgung meiner Familie beschäftigt und ging kaum los, um die Öffentlichkeit über die Verfolgung zu informieren. Auch praktizierte ich die Übungen nicht jeden Tag.

Nachdem wir uns ausgetauscht hatten, erkannte ich die Ernsthaftigkeit der Kultivierung. Wir tragen eine historische Mission auf unseren Schultern und unser Weg ist schmal. Wir können den Weg nur mit aufrichtigen Gedanken und aufrichtigem Handeln bis ans Ende schaffen.

Auf die Probe gestellt

Da wir uns alle kultivieren und es besser machen wollten, half uns der Meister sofort. Er gab uns Gelegenheiten, die Wärter und Insassen über die Verfolgung zu informieren.

Außerdem wurden unsere Eigensinne und menschlichen Anschauungen aufgedeckt, die zu Konflikten untereinander führten. Obwohl es schmerzhaft war, erkannten wir, dass wir die Eigensinne überwinden mussten, um so diese Substanzen aufzulösen und uns zu erhöhen.

Eines Tages wollte die Praktizierende A sich plötzlich nicht mehr mit uns austauschen und nichts mehr mit uns besprechen. Sie sagte, es sei sinnlos, da jeder eine unterschiedliche Ebene der Erleuchtung habe. Neben dem Aussenden von aufrichtigen Gedanken saß sie lange Zeit wie betäubt da. Ich machte mir Sorgen über das, was uns voneinander trennte. So schlug ich vor, dass wir unser Wundermittel anwendeten: das Nach- innen-Schauen.

Ich begann mit etwas, das ich von den Leuten gehört hatte, mit denen A gesprochen hatte. Manche von ihnen klagten, dass sie sich nicht mit ihr unterhalten wollten. Die Praktizierende A kam immer direkt auf den Punkt. Ihre direkte Herangehensweise, bei der sie eine wichtige Aussage direkt vermittelte, war für manche schwer anzunehmen. Sie mussten zuerst darüber nachdenken, bevor sie ihr antworten konnten. Ich schien mit ihnen einer Meinung zu sein.

Als ich tiefer suchte, entdeckte ich meine neidische Einstellung. A konnte andere mit Leichtigkeit und reihenweise zum Austritt aus der KPCh und den ihr angeschlossenen Organisationen bewegen. Das war bei mir ganz anders, ich lag weit hinter ihr zurück. Mein Neid erzeugte schlechte Substanzen, die ihr Feld störten. Ich schaute nach ihren Fehlern, anstatt mein eigenes Problem zu berichtigen.

Durch den Austausch erkannte ich zudem, dass der Meister sie stärkte, solange ihre Basis das Fa war und sie mit einem barmherzigen Herzen sprach. Es war die starke Energie der Barmherzigkeit, die die Faktoren auflöste, die Menschen davon abhielten, ihre Botschaft zu hören. Und das war es, warum sie ihr aufmerksam zuhörten, sie anerkannten und ihren Rat schätzten.

Die Praktizierende A wies außerdem darauf hin, dass sie nicht das gleiche Verständnis wie ich hatte. Durch meine beschränkte Ebene war meine Argumentation manchmal nicht schlüssig und daher nicht überzeugend. Durch ihre Worte erkannte ich, dass ich einen Durchbruch erreichen und Fortschritte machen musste. Ich steckte zu lange in der individuellen Kultivierung fest und musste mit den Fortschritt der Fa-Berichtigung aufholen.

Praktizierende B brachte auch ihre Bedenken zum Ausdruck. Sie war über Jahre mit A befreundet und machte sich Sorgen, dass A die Beziehung zu ihrer Familie nicht richtig behandelte. Blieb sie stur, würden dadurch Störungen für ihre Kultivierung verursacht.

Darüber regte sich die Praktizierende A sehr auf: „Jetzt reicht`s! Ich habe genug! Ich möchte nicht mehr mit euch reden. Ihr drei tut euch gegen mich zusammen! Der Meister weiß über meine Kultivierung Bescheid.“

An diesem Abend konnte ich nicht einschlafen. Ich fragte mich, was die Worte des Meisters bedeuteten.

Der Meister sagt:

„Ich habe oft gesagt, dass deine Worte andere zu Tränen rühren können, wenn du es wirklich gut mit den anderen meinst und keinerlei egoistische Gedanken hast.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung am Welt Falun Dafa Tag, 13.05.2014)

Ich hegte immer noch Groll gegen A. Ich dachte, dass sie nicht wisse, wie man nach innen schaut, und sich nicht gut kultiviert habe. Dann tauchten meine Eigensinne des Prahlens und des Frohsinns auf und schlossen sich mit meiner Haltung der Konkurrenz zusammen. Kein Wunder, dass sie meinen Worten widersprach. Ich hatte so viele egoistische Gedanken, wie hätte sie die nicht bemerken können?

Als ich das Problem erkannt, sendete ich aufrichtige Gedanken aus, um diese Gedanken in mir zu beseitigen. Ich wollte die Substanzen, die uns trennten, ehrlich auflösen.

Am nächsten Morgen kam Praktizierende A zu uns, als wir gerade die Lehren von Falun Gong auswendig lernten. Sie gab zu, dass sie ihre Prüfung nicht gut bestanden hatte. Der Meister hatte sie in der vergangenen Nacht ermahnt – sie hatte ein weinendes Auge gesehen. Sie erkannte, dass sie sich erhöhen musste. Es war leicht, auf die Lücken der anderen hinzuweisen, umgekehrt war es jedoch viel schwieriger.

Praktizierende A wurde wieder sie selbst. Als ihr klar wurde, dass sie am nächsten Tag entlassen würde, sagte sie, dass es noch vier Menschen gebe, die noch nicht aus der Partei ausgetreten seien. Nach dem Mittagsessen sah ich, wie sie mit allen vier sprach. Später erzählte sie mir, dass alle die richtige Wahl getroffen hätten.

Die Umgebung in der Haftanstalt berichtigen

Wir konnten unsere aufrichtigen Gedanken in der Haftanstalt bewahren. Mit der Verstärkung durch die Praktizierenden außerhalb war die Umgebung in der Haftanstalt recht gut.

Wir verneinten die Verfolgung vollständig. Morgens meldeten wir uns nicht. Die Regeln der Haftanstalt galten für uns nicht und wir bemerkten, dass sich die Einstellung der Polizisten und Wärter uns gegenüber vollständig geänderte hatte im Vergleich zu den Jahren zuvor. Sie zwangen uns nicht mehr, Dinge zu tun, die wir nicht tun wollten. Selbst wenn wir Lieder von Dafa sangen, lobten sie uns und sagten, dass es sehr gut klinge.

Einmal brachte eine Wärterin ein junges Mädchen herein, das hoffnungslos drogenabhängig und bereits viele Male in der Haftanstalt gewesen war. Sie bat uns, das Mädchen zu unterweisen, da sie sich vollkommen bewusst darüber sei, dass Falun Gong die Menschen lehre, gut zu sein.

Die anderen Insassen konnten die wahren Hintergründe der Verfolgung schnell verstehen. Fast alle traten dann aus der KPCh und den ihr angeschlossenen Organisationen aus. Manche baten uns sogar, ihnen die Übungen beizubringen; manche wollten nach ihrer Entlassung Falun Gong lernen.

Ein Mädchen genoss die Dafa-Lieder, als habe sie ihr ganzes Leben darauf gewartet. Sie sagte, dass sie sich nach ihrer Entlassung nach Dafa-Büchern umsehen werde. Andere profitierten vom Rezitieren der Sätze: „Falun Dafa ist gut! Wahrhaftigkeit-Barmherzigkeit-Nachsicht ist gut!“

Als wir vier eines Tages das neue Lunyu auswendig lernten, bemerkten wir, dass die Mädchen, die um uns herum saßen, aufmerksam zuhörten.

Ein Mädchen schien bereits zuvor von der Verfolgung gehört zu haben, denn sobald sie hereinkam und erkannte, wer wir waren, sagte sie: „Falun Dafa ist gut. Die ganze Welt weiß es!“ Sie wiederholte die Sätze und sagte, dass sie auch eine Falun Gong-Praktizierende sei, und ich solle ihr Falun Gong-Bücher schicken!

Ein weiteres Mädchen sagte zu mir, dass die direkte Begegnung mit uns über die letzten paar Tage ihr Bild von Falun Gong-Praktizierenden komplett verändert habe. Sie war beeindruckt, dass wir uns würdevoll verhielten, freundlich, geduldig und rücksichtsvoll waren.

Sie erkannte, dass sie eine Gelegenheit verpasst hatte, als ihr Falun Gong vor vielen Jahren vorgestellt worden war. Sie bereute, dass sie damals nicht angefangen hatte zu praktizieren. Ihr Leben sähe heute anders aus, meinte sie. Sie hätte sich vielleicht nicht scheiden lassen, mit dem Glücksspiel angefangen oder wäre nicht verhaftet worden.

Sie versprach mir, dass sie gleich nach ihrer Freilassung Falun Gong praktizieren werde. Es war für mich so schön, das zu hören!

Wenn ich auf die Tage in der Haftanstalt zurückblicke, habe ich in nur zwei Wochen so viel gelernt und mich so sehr erhöht. Es erinnerte mich daran, was der Meister einmal sagte:

„Wenn man sich kultiviert, ist alles, was einem begegnet, etwas Gutes.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung am Welt Falun Dafa Tag, 13.05.2014)