Chengdu: Lehrerin erstattet wegen jahrelanger Haft Strafanzeige gegen Jiang Zemin

(Minghui.org) Am 30. August 2015 erstattete eine 42-jährige Lehrerin gegen Jiang Zemin Strafanzeige. In ihrer Strafanzeige macht Frau Liu Hui den früheren chinesischen Staatschef für ihr Leiden in all diesen Jahren verantwortlich. Wegen ihres Glaubens an Falun Gong war sie fast 14 Jahre inhaftiert gewesen.

Das Folgende ist Frau Lius persönlicher Bericht über das, was sie in den vergangenen 16 Jahren durchstehen musste.

Jüngste Verhaftung

Am 14. Dezember 2011 wurde ich verhaftet, weil ich meinen Job zurückverlangte und wurde zwei Jahre später zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Am 23. April 2014 wurde ich in das Gefängnis von Chuanxi gebracht, das für seine brutale Verfolgung weiblicher Falun Gong-Praktizierender bekannt ist. Als ich am 14. Juni 2015 freigelassen wurde, wog ich nur noch 31 kg. Außerdem erpressten die Wärter Geld von meiner Familie, um meine Zwangsernährung zu bezahlen.

Frühere Verhaftungen

Zwischen Juli 1999 und Oktober 2000 wurde ich aufgrund meines Glaubens zehnmal verhaftet und über sechs Monate lang inhaftiert. Im Oktober 2000 drohten Polizisten von der Polizeistation Chengdu, mir meinen Arbeitsplatz zu kündigen, mein Gehalt zu sperren, meinem Sohn die Schule zu verwehren und mein Haus zu beschlagnahmen. Deshalb brachte ich meinen Sohn zu seiner Großmutter und verließ mein Zuhause, um einer weiteren Belästigung zu entgehen.

Weil ich Materialien von Falun Gong verteilt hatte, wurde ich zweimal zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Am 4. Februar 2001 wurde ich für eineinhalb Jahre in das Arbeitslager für Frauen in Sichuan gebracht. Ich ging in einen Hungerstreik und wurde mit scharfen Flüssigkeiten brutal zwangsernährt. Außerdem schlugen die Wärter und die Insassen mich heftig, traktierten mich mit Elektroschocks und zwangen mich, für viele Stunden in der Hocke zu sitzen, zu stehen oder zu laufen.

Die brutale Verfolgung führte zu akutem Nierenversagen, Gewichtsverlust und einem Herabsinken des Blutdrucks auf einen zu niedrigen Wert. Um der Verantwortung zu entgehen schickte mich das Arbeitslager im Oktober 2001 nach Hause und stellte mich unter Hausarrest. Sie beauftragten neun Personen, die mich täglich rund um die Uhr überwachten. Als diese Leute vorhatten, mich wieder in das Arbeitslager zurückzubringen, weil es mir besser ging, entkam ich und verließ damit im März 2002 erneut mein Zuhause, um der Verhaftung zu entgehen.

Am 4. Oktober 2002 wurde ich für drei Wochen in einer kleinen Polizeistation inhaftiert und anschließend in die Haftanstalt Chengdu gebracht. Das Bezirksgericht von Jinniu stellte mich im Juli 2003 heimlich vor Gericht und verurteilte mich zu vier Jahren Gefängnis. Später wurde ich in das Frauengefängnis von Longqunyi gebracht, wo ich streng überwacht wurde und Familienbesuche untersagt waren. Die Wärter ließen mich weder den Überwachungsraum verlassen, noch mit anderen Praktizierenden sprechen oder vor Mitternacht ins Bett gehen.

Aufgrund der Verhaftungen ließ sich im Jahr 2005 mein Mann von mir scheiden.

Verlängerte Verfolgung in der Gehirnwäsche-Einrichtung

Am 11. Oktober 2006, dem Tag meiner Freilassung aus dem Gefängnis, brachten Polizisten von der Polizeistation Fuqin mich unrechtmäßig zur Gehirnwäsche-Einrichtung der Gemeinde Huaquia im Bezirk Xinjin. Ich ging in einen Hungerstreik, wurde aber täglich zwangsernährt, bis ich zwei Wochen später hohes Fieber bekam. Ich wurde für drei Jahre und drei Monate inhaftiert und am 15. Januar 2010 wieder freigelassen.

Auch mein Sohn musste leiden

Bei meiner ersten Verhaftung im Jahr 1999 war mein Sohn vier Jahre alt. Weil sich sonst niemand um ihn hätte kümmern können, musste er bei jeder meiner Verhaftungen zusammen mit mir eingesperrt werden. Auch wurde er dreimal in einem schalldichten Wagen von der Polizei geschlagen.

Während meiner 14 Jahre Haft musste mein inzwischen 20-jähriger Sohn von seinen Großeltern großgezogen werden. Die meiste Zeit wuchs er ohne seine Mutter auf. Infolgedessen war er still und verschlossen.

Hintergrund

Jiang Zemin begann im Alleingang die Verfolgung von Falun Gong im Jahr 1999. Trotz Widerspruch der übrigen Mitglieder des Ständigen Komitees des Politbüros nutzte er seine damalige Position als Chef der Kommunistischen Partei Chinas und zwang ihnen seinen Willen auf, um die Verfolgung zu beginnen.

Die Verfolgung hat in den vergangenen 16 Jahren zum Tod vieler Falun Gong-Praktizierender geführt. Viele wurden gefoltert und sogar wegen ihrer Organe getötet. Jiang Zemin und seine Gefolgschaft sind direkt für den Beginn, die Weiterführung und Aufrechterhaltung der Verfolgung verantwortlich.

Unter Jiangs persönlicher Anleitung gründete die Kommunistische Partei Chinas am 10. Juni 1999 ein illegales Sicherheitsorgan auf Parteibasis, das Büro 610 genannt wird. Es agiert außerhalb des chinesischen Gesetzes und führt die Verfolgungspolitik direkt durch. Mit dem Aufruf: „Zerstört ihren Ruf, ruiniert sie finanziell und vernichtet sie physisch!“ wies der damalige Präsident Chinas, Jiang Zemin, die Handlanger der Verfolgung an, vor keiner Grausamkeit zurückzuschrecken.

Das chinesische Gesetz erlaubt seinen Bürgern, Strafanzeigen zu erstatten. Viele Falun Gong-Praktizierende üben nun dieses ihnen zustehende Recht aus und zeigen das frühere Staatsoberhaupt an.

Frühere Berichte:Chengdu Female Teacher Sentenced to Three and Half Years in Prison after Being Held for Two Yearshttp://en.minghui.org/html/articles/2014/1/10/144276.html%20Grundschullehrerin seit Jahren aufgrund von fabrizierten Beweisen eingesperrthttp://de.minghui.org/html/articles/2013/12/18/76412.htmlGrundschullehrerin Liu Hui mehr als zehn Jahre lang brutal verfolgthttp://de.minghui.org/html/articles/2013/1/2/71617.htmlLehrerin aus Chengdu in kritischem Zustand ...http://de.minghui.org/html/articles/2012/2/14/68009.htmlFrau Liu Hui 20 Tage lang im Hingerstreikhttp://de.minghui.org/html/articles/2012/2/5/67916.html